everyday madness

von Pond14
GeschichteAllgemein / P12
Abby Maitland Captain Becker Connor Temple Emily Merchant Jess Parker Matthew "Matt" Anderson
28.07.2017
28.07.2017
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Hallo liebe Leute, die sich zu dieser kleinen FF verirrt haben!
Ich habe vor ein paar Tagen nach Jahren meine Primeval DVDs mal wieder rausgekramt, die Serie in einer Woche wieder komplett durchgesuchtet und wieder frustriert festgestellt, dass es kein vernünftiges Ende gibt (okay vorallem, weil Jess und Becker immer noch nicht zusammen sind).
Ich habe seitdem wieder genug FF's über die beiden gelesen, um wieder meinen riesigen Becker-Crush zu kriegen (sorry not sorry), und habe dann beschlossen das Leben aller im ARC nach den Geschehnissen ein wenig fortzuführen.
Die Kapitel sind nur von mir selbst Korrektur gelesen worden, aber man selbst überfliegt natürlich immer mal wieder gerne kleine Fehler, also seid bitte nicht allzu streng.
Ich wünsche euch jetzt sehr viel Spaß beim Lesen. Über Reviews freue ich mich immer riesig! ;)

___

Die Gänge des ARCs waren nur spärlich beleuchtet, als Jessica Parker an diesem Morgen scheinbar als Erste ihren Arbeitsplatz hinter den Computern ansteuerte. Der Absatz ihrer rosa High Heels verursachte dabei mit jedem einzelnen Schritt ein lautes Klacken, das die Stille der leeren Gänge durchbrach. In jeder anderen Situation hätte die junge Frau sich davor gefürchtet, alleine in einem so riesigen Gebäude zu sein, besonders dann, wenn nur ein paar Meter entfernt der Tiersektor mit den verschiedensten Urzeittieren war.  Aber sie kannte das ARC und jeden einzelnen Zentimeter dieser dunklen Gänge, und die Angst, an diesem Ort allein zu sein, hatte sie bereits in ihrer ersten Arbeitswoche als Feldkoordinatorin abgeschüttelt.

Jess ließ ihre kleine Handtasche – die farblich natürlich zu ihren Schuhen und dem Rest ihres Outfits passte – über der Armlehne ihres bequemen Stuhls hängen, als sie auf diesem Platz nahm und gleich den ADD hochfuhr. Sie lehnte sich zufrieden zurück, als sie den leisen Benachrichtigungston vernahm, durch den der Computer ihr mitteilte, dass der Nachtmodus nun dem aktiven Modus gewichen war. Mit einem Blick über ihre Schulter sah sie einen kleinen Stapel aus noch nicht fertig gestellten Einsatzberichten, den man ihr wohl am Abend zuvor hier liegen gelassen hatte. Seufzend schwang sie ihre Beine über den kleinen Absatz unter ihrem ‚Chef-Sessel‘, wie sie ihn liebevoll (und heimlich) getauft hatte, und warf einen Blick auf die Berichte. Es waren ein paar Einsätze der letzten Tage, zu denen sie die Berichte bereits angefertigt hatte, und die sie nur noch Matt geben musste, damit er als Teamführer den Rest ausfüllen konnte. Als sie jedoch den letzten Bericht des Stapels in der Hand hatte, hielt sie inne.

Es war der Einsatzbericht zu New Dawn. Die Geschehnisse dieses Tages waren mittlerweile ein paar Wochen her, und Matt hatte ihr den Bericht anscheinend wieder hier hingelegt. Als sie die Zeilen kurz überflog bemerkte sie, dass ein paar Dinge nicht ausgefüllt waren.
»Guten Morgen«, ertönte eine Stimme vom anderen Ende des Raumes und Jess blickte auf. Captain Becker hatte die Schaltzentrale betreten und durchquerte den Raum mit seinen schweren schwarzen Schuhen im Gegensatz zu ihr beinahe lautlos. Er hatte es sich angewöhnt, Jess aus größerer Entfernung zu begrüßen; sie neigte dazu, sich extrem zu erschrecken, wenn sie zu sehr in einen Bericht vertieft war und er wollte nicht dafür verantwortlich sein, dass sie sich dadurch irgendwie verletzte.

Er erwartete ein Lächeln in ihrem Gesicht – so wie jeden Morgen -, aber er wurde enttäuscht. »Hey«, sagte sie mit ernster Miene. Grade, als er nach dem Grund für ihre Ernsthaftigkeit fragen wollte, hielt sie ihm einen der Berichte hin.
»Das ist der Einsatzbericht zu New Dawn«, erklärte sie als Antwort auf seine noch nicht gestellte Frage, die sie aber ganz klar seinem Gesichtsausdruck ablesen konnte. »Du musst deinen Teil noch eintragen, bevor ich ihn abheften kann«
Becker nahm den Bericht entgegen, blätterte ihn kurz durch und nickte gleichzeitig abwesend. Im gleichen Moment betraten Connor und Abby Hand in Hand den Raum und begrüßten die beiden mit einem Lächeln, bevor sie in Richtung der Teamküche verschwanden. Jess sah den beiden hinterher, als sie Becker an ihr vorbei und in Richtung der Waffenkammer gehen sah.
Sie drehte sich zum ADD, um ihre Handtasche mitzunehmen und mit Abby und Connor ihren morgendlichen Kaffee zu trinken, als sie die Tafel Schokolade sah, die neben ihrer Tastatur lag. Ein breites Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, als sie die Tafel in ihre Handtasche steckte und in die Richtung sah, in der Becker verschwunden war. Für ihn war es anscheinend eine Art Ritual geworden, Schokolade für sie mitzubringen. Sie wusste nicht, ob er es nur spontan machte oder mittlerweile vielleicht sogar einen Zeitplan hatte. Was sie aber wusste, war, dass es immer häufiger vorkam, dass sie eine Tafel Schokolade so unschuldig an ihrem Arbeitsplatz liegend vorfand, und wenn es nicht so furchtbar aufmerksam und süß von ihm wäre, würde sie sich ernsthafte Sorgen um ihre Figur machen.

***

In der Waffenkammer angekommen, nahm Becker auf einer der Bänke Platz, um sich den Bericht näher anzuschauen. Sowohl Jess als auch Matt hatten ihren Teil bereits ausgefüllt und nun musste nur noch er den Rest ausfüllen, damit sie alle die ganze Sache hinter sich lassen konnten.
New Dawn war noch nicht allzu lange her, aber schien sich seitdem schon so viel geändert zu haben. Die Forschung im ARC wurde seit dem Tod von Philipp Burton strenger überwacht und Lester hatte nun wieder die alleinige Leitung über die Zentrale und alles, was die Anomalien anging. Aber auch er war noch angeschlagen, immerhin war er nur knapp mit dem Leben davon gekommen. Becker presste die Augen zusammen, als er daran dachte, wie viele seiner Arbeitskollegen an diesem Tag ihr Leben gelassen haben, um die Menschheit zu retten. Neben seinen Soldaten hatten auch seine Freunde sich in Gefahr gebracht, und er hatte zu jedem Gott, den es womöglich gab gebetet, dass sich der letzte Einsatz des ARCs nicht noch einmal wiederholen würde. Das hätte er nicht ertragen.
Während Emily und Abby beinahe unversehrt aus der ganzen Sache heraus gekommen waren, hatte Connor noch ein paar Tage mit den Folgen dieser Giftstürme aus der Zukunft zu kämpfen. Matt war bereit gewesen, sein Leben zu opfern um die Anomalie zu schließen und war wie auf magische Weise nicht plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Das warf viele Fragen auf (hatten sie die Zukunft vielleicht doch nicht geändert?), aber Matt wies alles nur mit einem Schulterzucken ab, um dann das Thema zu wechseln. Wahrscheinlich verstand er all das selbst noch nicht so ganz.
Lester war, wie bereits erwähnt, ebenfalls noch angeschlagen. Die Wunden, die ihm einer der Predatoren zugefügt hatte waren verheilt, aber sein Knöchel war angeknackst, weshalb er noch immer auf die Hilfe seines Gehstocks angewiesen war.

Jess hingegen schien auch beinahe unversehrt der ganzen Sache entkommen zu sein. Sie hatte zwar ein paar Schrammen und Kratzer, aber das Blut, das an ihr klebte, als Becker sie fand, war nicht ihr eigenes gewesen. Als er daran zurück dachte konnte er fast wieder fühlen, wie ein unglaublicher Druck von seiner Brust verschwand, als er sie lebend gefunden hatte. Normalerweise hätte er sich sowohl um Jess als auch um seinen Boss sorgen machen müssen, aber auf dem ganzen Weg zurück ins ARC waren seine Gedanken nur bei der jungen Frau. Was wäre gewesen, wenn sie verletzt worden wäre? Wenn sie vielleicht sogar –

»Hey, Becker«, unterbrach ihn eine Stimme und der Sicherheitschef sah auf. Im Türrahmen stand Matt und sah ihn erwartungsvoll an. »Kommst du mit zum Frühstück?«
Becker blinzelte einen Moment nur verwirrt, dann räusperte er sich. »Ja, klar. Einen Moment«
Matt nickte und ließ sich von Emily, die offenbar hinter ihm war, in Richtung der Teamküche gezogen. Becker blickte noch einmal auf den Bericht und legte ihn dann auf die Bank.
Das alles war vorbei und seinen Freunden war nichts zugestoßen; mit dem Gedanken folgte er Matt in die Küche. Nichts anderes zählte.
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