Zwischen Träumen, Anomalien und den alltäglichen Problemen

von LeNadine
GeschichteAllgemein / P16
Abby Maitland Captain Becker Connor Temple Jess Parker Matthew "Matt" Anderson OC (Own Character)
28.07.2017
19.06.2018
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Hallo, meine lieben Leser. Nach langem Überlegen habe ich mich nun doch dazu durchgerungen, diese Fanfiktion hochzuladen und genau das werde ich jetzt tun. Ich werde keine regelmäßigen Updates schaffen, aber ich werde mir große Mühe geben, die Abstände zwischen den Kapiteln nicht allzu sehr hinauszuzögern. Ansonsten gibt es glaube ich nicht viel zu sagen. Über Anregungen oder ähnliches würde ich mich in den Reviews wirklich freuen, aber ich denke, dass wisst ihr ja. Also dann, viel Spaß beim Anfang meines neuen Projektes.
LG Lena


»Und, was ist diese Nacht wieder alles passiert?«, meine Kollegin sah belustigt zu mir hinüber. Sie wartete, wie jeden Morgen, auf die Geschichte meiner seltsamen Träume. Eigentlich wollte ich sie lieber vergessen, aber ihr zuliebe ließ ich zu, dass sie sich in meinem Gehirn einnisteten.

Ich nahm meine Kaffeetasse in beide Hände und lehnte mich grinsend in meinem Stuhl zurück. »Das glaubst du mir sowieso nicht!«

»Muss ich wieder einmal darum betteln, dass du mit deiner Story rausrückst?«

Ich lachte leise und trank einen Schluck des viel zu heißen Kaffes. »Also gut, ich wurde von einem T-Rex verfolgt!«

Sie grinste nun und ließ von dem Stapel Papier ab, den sie zuvor in den Händen gehalten hatte, um sich ebenfalls ihrem Kaffee zu widmen. »Das kann doch nicht alles sein!«

»Nein, natürlich nicht.« Ich trank wieder einen Schluck und verbrannte mir die Zunge, weswegen ich ein leises Seufzen unterdrücken musste. »Eine Frau war auch bei mir, doch sie hatte scheinbar überhaupt keine Ahnung von Dinosauriern gehabt, denn, anstelle ruhig zu bleiben, wie es jeder normale Mensch getan hätte, hat sie die ganze Zeit rumgeschrien. Letztendlich konnte ich nichts mehr für sie tun. Als der T-Rex vor unserem Versteck angekommen war, ist sie nach draußen gelaufen und wurde gefressen.«, ich zuckte mit den Schultern und verfluchte mich innerlich, weil ich noch einen Schluck des heißen Getränks versucht hatte. Ich zog die Augenbrauen zusammen und stellte die Tasse auf den Tisch, erst dann bemerkte ich meine Kollegin, die sich ein Lachen nicht verkneifen konnte.

»Das heißt, sie ist dem Dino einfach vor die Füße gelaufen? Wie dämlich kann man sein?« Sie lachte lauter und ich stimmte mit ein, es war ansteckend.

»Es kann ja nicht jeder so viel Ahnung haben wie du«, sagte ich, nachdem ich wieder Luft bekommen hatte und zwinkerte ihr zu, sie grinste selbstgefällig. »Wir sollten trotzdem mit der Arbeit anfangen, der Papierkram erledigt sich nicht von allein.« Ich wandte meinen Blick von ihr ab, setze mich näher an meinen Schreibtisch und schaltete den Computer ein.

Wie ich genervt feststellen musste, sammelten sich einige Mails in meinem Postfach, was noch mehr Arbeit bedeutete, keiner der Absender kam mir bekannt vor. Ich seufzte leise und schlürfte meinen mittlerweile abgekühlten Kaffee, während ich die erste Mail öffnete. Sie war von einer Frau, die mir sehr ausführlich eine Frage stellte, die aber keinerlei mit meinem Aufgabengebiet, geschweige denn mit unserer Firma zu tun hatte. Ich antwortete ihr kurz, sie musste sich im Adressaten geirrt haben. Über die nächsten drei Nachrichten musste ich schmunzeln. Ich konnte allen mit dem gleichen Satz antworten: Bitte lesen Sie sich die Bedienungsanleitung durch, falls dann noch Fragen sind, melden sie sich nochmals. War es denn so schwer, einmal zu machen, was in dem kleinen Heftchen stand? Schließlich hatte sich auch jemand die Mühe gemacht, dieses zu entwerfen.

Ich arbeitete mich weiter durch, bis nur noch eine ungelesene Nachricht übrig war. Um meine Arbeit nicht unnötig in die Länge zu ziehen, öffnete sie, stutzte aber direkt, nachdem ich den ersten Satz gesehen hatte. Sie war an mich gerichtet, ganz persönlich an mich. So etwas war mir auch noch nicht passiert.

Ich musste mir den Text öfters durchlesen, bis ich annähernd verstand, was von mir verlangt wurde, aber selbst das war viel zu absurd. Verwirrt schaute ich auf den Absender, aber es war keine Email Adresse angegeben, ich konnte lediglich antworten, so wie ich es bei all den belanglosen Texten sonst auch tat. Ich schloss das Postfach wieder, entschied mich dazu, es zu ignorieren. Das war bestimmt nur ein seltsamer Zufall, oder ein Scherz, den sich irgendjemand mit mir erlaubte. Es bedeutete nichts, das versuchte ich zumindest mir einzureden.

Am Ende des Tages, als ich gerade dabei war alles auszuschalten, fiel mir die Mail wieder ein und ich öffnete sie ein weiteres Mal und lass sie nochmal genau durch, um auch wirklich nichts falsch verstanden oder übersehen haben. Aber ich hatte die Mail von Anfang an richtig gelesen. »Stalker...«, murmelte ich und drückte auf die Löschtaste, um den ganzen Schwachsinn vergessen zu können.

»Du hast einen Stalker?«, meine Kollegin schaute von ihrem Stapel Papier auf, der den Tag über nicht wirklich geschrumpft war. Sie schien erleichtert, dass sie sich ablenken konnte. Ich wollte eigentlich nicht darüber reden, lehnte mich aber in meinem Stuhl zurück und grinste sie an.

»Selbst wenn es so wäre, warum sollte ich dir davon erzählen?«

»Weil du mir fast alles erzählst.«, sie setze ein selbstsicheres Grinsen auf, die Neugier konnte sie aber nicht verbergen. »Außerdem schaffst du es fast nie, mir irgendetwas zu verschweigen.«

Da hatte sie auch wieder recht, sie wusste viel über mich, weil ich ihr fast alles anvertraute. Bisher hatte sie mich auch nicht enttäuscht. »Und was mache ich, wenn du mein Stalker bist?«

Sie schaute mich empört an, lies sich aber nicht weiter beirren. »Ich würde meine Freundin nie als Stalker bezeichnen.«

»Ist ja gut.«, ich konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken und schaltete nebenbei den Computer aus, es war gleich Feierabend, da brauchte ich den sowieso nicht mehr. »Ich habe nur eine seltsame Email gekriegt...«

»Du weißt doch, dass die meisten Leute, die irgendwelche Fragen haben, einen IQ haben, der niedriger ist, als der einer Banane.«

»Jetzt unterbrich mich doch nicht! So jemanden meine ich auch überhaupt nicht. Es war auf andere Weise seltsam. Wer auch immer mich angeschrieben hat, wusste sowohl meinen Namen, als auch von meinen letzten Träumen.«, ich zuckte mit den Schultern und musterte sie, als sie wie immer anfing, sich eine Story auszudenken.

»Vielleicht ist deinem Therapeuten langweilig geworden und er saß gerade zufällig vorm PC.«, fing sie an, ihre Verschwörungstheorie auszubauen.

»Du weißt genau, dass Therapeuten so etwas nicht tun dürfen. Aber selbst wenn, er könnte es gar nicht gewesen sein, denn der Verfasser wusste auch von meinem heutigen Traum, den ich aber niemanden außer dir erzählt habe...«, erklärte ich weiter und schüttelte über die Absurdität den Kopf. Vielleicht hatte ich mir das ja auch nur eingebildet.

»Er wusste von deinem heutigen Traum?« Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass ihr Gesicht gerade um einige Nuancen heller geworden war. Sie starrte mich an, sodass ich nach einer Zeit wegsehen musste, weil ich dem Blick nicht standhalten konnte.

»Ich weiß nicht, ob es ein Mann ist. Ich habe auch nichts wirkliches erfahren, einige Details, die in meinen letzen Träumen vorgekommen sind, wurden erwähnt, ehe ich um ein Treffen gebeten wurde.«

»Und was machst du jetzt? Du lässt dich doch hoffentlich nicht auf diesen Irren ein.«

»Nein, keine Sorge. Ich habe die Mail bereits gelöscht.«, ich schüttle wieder den Kopf. »Vielleicht habe ich auch einfach zu viel Fantasie und meine Arbeit ist zu langweilig, sodass ich mir das eingebildet habe. Ich werde es einfach vergessen.«, ich legte die letzten Formulare auf den Stapel und stand dann auf. »Wir sehen uns morgen.«

»Ja, bis morgen.«, nuschelte sie und ich verließ das Büro, bevor sie noch irgendwas sagen konnte. Ich wollte einfach nach Hause und mir keine Gedanken mehr über die ganze Sache machen müssen.


Ich hatte mich gerade auf das Sofa fallen lassen und wollte den Fernseher einschalten, als eine Email an meinem Computer einging. Schon wieder. Ich seufzte resigniert und stand wieder auf, es konnte ja etwas wichtiges sein, man wusste schließlich nie. Ich setzte mich auf meinen Stuhl und wollte eigentlich direkt wieder aufstehen, die Mail war scheinbar vom gleichen anonymen Absender, wie die letzten Fünf auch, aber dann bekam ich schon die nächste. Der Betreff war lächerlich, erfüllte aber seinen Zweck: ich löschte sie nicht, wie die Male zuvor, sondern öffnete sie und lass sie mir durch. Was mich zum stutzen brachte war, dass der Absender sich mit Namen vorstellte. Er schien bemerkt zu haben, dass ich kein Interesse hatte, mich auf einen Unbekannten einzulassen. Obwohl sein Name mir auch nicht viel mehr über ihn sagte.

Die nächste Mail kam rein und auch sie lass ich durch, wiederwillig, aber ich tat es. Connor, wie der Mann zu heißen schien, fing nun an mir zu drohen, denn er meinte, dass er mich wohl besuchen kommen müsse, wenn ich nicht wenigstens antworten würde, um einen Termin für ein Treffen zu vereinbaren.

Ich dachte nicht mal daran. Er bluffte, aber das konnte ich auch, ich würde die Nachrichten einfach wieder ignorieren, es über mich ergehen lassen, dann würde er hoffentlich bald die Lust daran verlieren, mich mit unwichtigen Informationen zu nerven.

»Spinner...«, murmelte ich, ehe ich den Ausschaltknopf meines Computers betätigte und  in die Küche ging, um mir etwas zu trinken zu holen. Ich fand noch ein sauberes Glas in den hinteren Winkeln meines Küchenschrankes. Ich sollte mich wohl besser in naher Zukunft um meinen Haushalt kümmern, auch wenn das nicht unbedingt mein Fachgebiet war. Eine Putzfrau konnte ich mir nicht leisten, genauso wenig wie eine Spülmaschine, dafür wurde ich zu schlecht bezahlt.

Während ich den kalten Orangensaft schlürfte, dachte ich nochmal über die ganze Situation nach. Ich wurde von einem Unbekannten namens Connor angeschrieben, der behauptet zu wissen, was ich träume. Obwohl, er war ja eher der Meinung, dass das keine Träume, sondern die Realität war. Vielleicht sollte ich ihm das nächste Mal meinen Therapeuten empfehlen, er hatte den eindeutig nötiger als ich.

Ich stellte das Glas zu den anderen und schleppte mich wieder ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher wieder ein, was ich ja eigentlich vorhin schon getan haben wollte. Allerdings hatte ich den auch nach kurzem wieder ausgeschaltet, es lief nichts vernünftiges und dann konnte ich meine Zeit auch für etwas sinnvolleres nutzen. Das Problem war nur, dass ich nicht wirklich wusste, was ich tun wollte, denn Haushalt, was eigentlich am dringendsten nötig war, war nicht unbedingt meine favorisierte Beschäftigung. Also überlegte ich, ob ich meine Kollegin anrufen sollte, dann hatte ich wenigstens eine Ausrede, um mich vorm aufräumen zu drücken, entschied mich dann aber doch dagegen. Ich wusste nicht wirklich, was ich ihr erzählen sollte, denn auf die Nerven wollte ich ihr auch nicht gehen und die ganze Sache mit diesem Connor war eindeutig etwas, was ich erst weiter in Erfahrung bringen wollte.

Ich erhob mich wieder, um mein Handy zu suchen, das ich in meiner Handtasche das letze Mal gesehen hatte. Nach kurzem Suchen fand ich die besagte Tasche und zog mein Handy heraus und stellte fest, dass sich auch hier einige Nachrichten angesammelt hatten. Doch eine sorgte dafür, dass ich inne hielt. Sie war von Connor.
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