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The Nightmare Before Christmas - The Fearless Child

GeschichteFantasy, Freundschaft / P16 / Gen
Angst Furcht Jack Skellington OC (Own Character) Sally Schrecken
27.07.2017
27.07.2017
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27.07.2017 3.097
 
Hallo Peopolinos!
Wenn ihr es hier gelandet seid, dann scheint ihr wohl Interesse an dieser Fan-Fiction zu haben. Vielen Dank dafür! ^^ Ich möchte Euch nicht zu lange auf die Folter spannen, nur wollte ich, bevor die Story beginnt, noch einmal ein paar Sachen erklären, damit es für Euch etwas verständlicher ist. Zunächst spielt diese Geschichte nach dem Film "The Nightmare Before Christmas" und ebenfalls nach dem darauf folgenden Spiel "The Nightmare Before Christmas - Oogie's Revenge". Einfach nur, falls es sonst später ein paar Fragen aufkommen sollten ^^ Und das Bild vom Cover ist übrigend von mir :3 Hoffe es gefällt Euch ^^ Naja, will Euch nicht länger warten lassen. Viel Spaß! ^^

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“Bitte…bitte lass mich hier nicht alleine…”
Wehklagend und bettelnd erfüllten diese Worte den kahlen Raum des alten Krankenhauses, welcher spärlich durch den Schein der Hängelampen und das von Draußen hereinscheinende, goldene Licht der Herbstsonne belichtet wurde. Nur ein vereinzeltes, in die Jahre gekommenes Bett, welches einer Frau mittleren Alters als Schlafplatz diente, sowie ein paar diverse Gerätschaften, die an die Dame angeschlossen waren, füllten die Leere des Zimmers. „Mein Engel…wir wissen beide, dass dies leider nicht in meiner Macht steht.“ Vorsichtig strichen die Finger der Frau durch die dunkelblonden Haare eines Mädchens, welches sich weinend und verzweifelt an das Bett seiner Mutter gelehnt hatte und fest an ihrer Decke klammerte. Ihre Stimme zitterte und glich einem verängstigtem Flüstern, als sie versuchte ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen. „Es muss doch einen Weg geben…bitte, Mama, bitte! S-Sag mir, dass der Herr Doktor dich wieder gesund macht.“ Große Tränen rollten über die Wangen des Mädchens, während sie in die trüben, silbernen Augen seiner Mutter blickte. Diese lächelte nur sanft, legte ihre Hand sacht auf die Schulter ihrer Tochter und ließ ein trauriges Lachen hören. „Cassia…meine liebe, tapfere Cassia…wie sehr ich dir dies auch versprechen wollen würde, es geht leider nicht. Du wirst nun bei deinem Vater leben…er wird sich nun um dich und Clover kümmern.“ „A-Aber er hat doch Angst vor mir…w-was ist mit meinen Augen…?“ „Cassia, deine Augen sind wunderschön. Du solltest niemals vergessen, dass du etwas Besonderes bist und das du stolz auf dich sein kannst. Du bist ein kluges, starkes und sehr kreatives Mädchen…und ich bin mir sicher, dass du selbst die Sterne vom Himmel holen könntest, wenn du nur nach ihnen zu greifen versuchen würdest.“

Leicht ermutigt durch ihre Worte folgte Cassia dem Blick ihrer Mutter, welcher verträumt, fast schon schwelgend, aus dem Fenster zu dem im Wind tanzenden Blättern und dem ewig blauen Himmel führte. Es war sowohl beeindruckend als auch beängstigend, welche Ruhe und Harmonie diese Frau ausstrahlte. Auch wenn ihr Leben kurz vor dem Ende stand, schien sie keine Angst vor dem zu haben, was ihr bevorstand. Nein, sie schien sogar bereit für ihr baldiges Ableben zu sein. „Cassia…erinnerst du dich an das, was ich dir immer vor dem Schlafen gehen erzählt habe?“ „Du meinst deine Geschichten…?“ Die rothaarige Dame nickte, während sie Cassia mit einer Geste ihrer Hand zu sich herüber bat und gen Fenster deutete. „Es mag sein, dass du schwere Zeiten durchleben wirst oder vielleicht Probleme in deinem Leben haben wirst…aber denke stets daran, dass du niemals wirklich alleine bist. Denn Freunde sind überall…selbst dort wo du es am wenigsten erwartest. Du…musst ihnen nur eine Chance geben, verstehst du…? Also öffne dein Herz für die Welt und alle Wunder die für andere nicht sichtbar sind, Cassia.“
Mit einem stillen Nicken starrte Cassia in die Weiten des Himmels, während die Worte ihrer Mutter wie ein beruhigender Singsang durch ihre Gedanken schwirrten und sie sich fragte, ob sie eines Tages vielleicht die Personen aus ihren alten Geschichten treffen würde, wenn sie nur gründlich nach ihnen suchte.

„Mama? Denkst du, dass ich“, setzte Cassia nachdenklich an, ehe sie sich umdrehte und nur ein leeres, verlassenes Bett vorfand, dass inmitten eines nun fast gänzlich düsteren Raumes lag. Die Augen des Mädchens spähten im Unglauben verwirrt umher, suchend nach der Person, die vorhin noch mit ihr gesprochen hatte.  All die Wärme und Geborgenheit, die bis eben noch den Raum erfüllt hatte, war nun einen dunklen Schleier und eisiger Kälte gewichen, die Cassia einen kalten Schauer über den Rücken jagten. Besorgt blickte sie im Zimmer umher, sie Augen erneut erfüllt von Tränen. „M-Mama…?“ Sie ging wenige Schritte in die Mitte des Zimmers, welches nun, bis auf ein verstaubtes Bett, gänzlich leer stand. Selbst die Apparaturen, die vorhin noch um das Bett herum standen und ihr stetiges Piepen von sich gegeben hatten waren verschwunden. Es herrschte eine beunruhigende Stille, so still, dass bis auf Cassias Herzschlag und die knarzenden Dielen nichts weiter zu hören war.

Doch Moment…das stimmte nicht.
Am Ende des Raumes war ein schwaches Kratzen zu vernehmen, welches kaum hörbar von der Tür zu stammen schien. In kurzen Intervallen schabte etwas am Holz der Tür, was Cassia stutzen ließ. Erst verharrte sie reglos auf der Stelle, unsicher darüber, was nun zu tun war. Dann aber entschied sie sich doch ihren Mut zusammenzunehmen und langsam auf die Tür zuzugehen. „Hallo…? Wer ist da?“, fragte Cassia mit zitternder Stimme, während sie zögernd nach der Türklinke griff. Doch bevor ihre Finger auch nur die Oberfläche der Klinke berühren konnten, begann etwas kräftig gegen die Tür zu poltern, was fast schon den gesamten Boden des Zimmers zum Beben brachte. Immer wieder schien es so, als wenn sich jemand mit voller Kraft gegen die Tür werfen würde, was Cassia erschrocken zurückweichen ließ. Panisch starrte sie auf die nachgebende Holztür, bis diese aus ihren Angeln gebrochen und dann mit splitternden Spänen aus der Wand gerissen wurde. Erschrocken von den Holzstücken, welche  soeben mit einer unmenschlichen Wucht in ihre Richtung geschleudert wurden, schrie Cassia auf und warf sich schützend hinter das klapprige Gerüst des Bettes, das in diesem Moment ihr als eine Schutzmauer diente. Das, was sie dann dort in der Dunkelheit erwartete, als sie einen Blick über die Bettkante warf, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren. Eine große, magere Frau mit schwarzen Haaren, zerrissenen Kleidern und vernarbter Haut erschien langsam in ihrem Sichtfeld und humpelte auf Cassia zu. Ihre scharfen Zähne ragten aus ihrem Munde und ihre blutunterlaufenden Augen starrten genau in die Ihre.

„Du dummes Kind…“, lachte die Kreatur in einer krächzenden, sehr verzerrten Stimme, während sie etwas hinter ihrem Rücken hervorholte, was an einem Stoffsack erinnerte und sie die Klauen ihrer rechten Hand ausfuhr. „Sie sind bereits tot!“

Noch bevor Cassia auf diese grausige Aussage reagieren konnte, schleuderte die Frau bereits den Sack in ihrer linken Hand vor die Füße des Mädchens. Mit verängstigtem Blicke wanderten die Augen Cassias von der Kreatur langsam hinunter auf den Boden vor ihr, ehe daraufhin sämtliche Farbe aus ihrem Gesicht wich und sie voller Schock fast nach hinten stolperte. „C-Clover…?“ Inmitten des blutverschmierten Leinensackes, welcher wohl vorher als Wäschebeutel gedient hatte, ragte der kleine Kopf eines Golden Retrievers, der mit leblosen, trüben Augen in die Dunkelheit starrte. Blut tropfte aus seinem Maul und sein Fell wirkte unsauber und verklebt. Cassia konnte, nein, wollte ihren Augen nicht trauen. Sie wollte zu ihm gehen, doch die Panik und die Angst ließen sie wimmernd auf der Stelle verharren, während die Dunkelheit sich im Raum verbreitete und die Luft immer dünner zu werden schien. Ein erneutes dunkles Lachen ließ Cassia ihren Blick von ihrem toten Welpen abwenden und durch den Raum spähen. Alles war stockfinster und die Frau war nicht mehr zu sehen. Cassia schnappte panisch nach Luft, währenddessen ihre Tränen erneut ihre Sicht verschleierten. Was sollte sie tun? Würde ihr jemand zu Hilfe kommen und ihr helfen? Sie hatte Angst, schreckliche Angst. Immer schneller schlug ihr kleines Herz, ihr Körper, zitternd wie Espenlaub…

„Du verwünschtes Balg…“, zischte es hinter ihr. Langsam fuhr Cassia herum, ehe sie die blutroten Augen der Frau erblickte, die sie nun mit festem Griff packte und weit grinste. Dies war das Letzte das Cassia sah, bevor sie schreiend in die Dunkelheit gezerrt wurde.

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„AHHHHHHHHH!!!“

Wie ein markerschütterndes Kreischen erfüllte Cassias  Schrei die Mauern des alten Hauses, welches mit einem Male in tiefster Nacht hell erleuchtet und von einen überraschten Stimmengemurmel erfüllt wurde. Unter ihnen war ein verärgertes Raunen zu hören, was nur zu der Aufseherin des Waisenhauses, Cassandra Cackleberry, gehören konnte. „Irgendwann bringe ich dieses gottverdammte Gör um…“

Mit einem verärgertem Schnauben und vom Schlaf durchzogenen Augen tastete die etwas ältere, braunhaarige Dame über ihren Nachttisch, um das Licht ihres Schlafzimmers einzuschalten und anschließend ihre Decke im hohen Bogen zur Seite zu falten. Es dauerte nicht mal eine Minute bis sich Miss Cackleberry ihren Morgenmantel angezogen hatte und in ihre Pantoffeln geschlüpft war, ehe sie mit zügigen Schritten durch den bereits beleuchteten Korridor des Hauses ging und von so einigen jungen Gesichtern, die sich neugierig aus den Zimmertüren streckten, beobachtet wurde. Mit einen kurzen, genervt klingenden „Geht wieder schlafen, es ist nur Cassia“, passierte sie die zahlreichen Kinder, die sie teils müde, teils besorgt musterten und anstatt auf die Worte der Aufseherin zu hören, immer weiter auf den Flur hinausschritten. Je weiter Miss Cackleberry den Dielen des großen Korridors folgte, desto mehr  Stimmen vernahm sie um sich herum. Sie wusste bereits, dass sie, wie in all den Nächten zuvor, keinen richtigen Schlaf  finden würde. Besonders dann nicht, wenn alle Kinder wie aufgescheuchte Hühner durch das Waisenhaus stolzierten.
„Miss Cackleberry!“, ertönte eine schläfrig klingende Stimme zu ihrer Rechten, die der alten Dame ein weiteres, entnervtes Seufzen entlockte. „Sophie, leg dich wieder schlafen. Diese Sache hat sich gleich erledigt…“ Ein junges, blondes Mädchen, welches anscheinend eine weitere Betreuerin des Waisenhauses darstellte, folgte nun, ebenfalls in Nachthemd und Hauspuschen gekleidet, ihrer Vorgesetzten, die sie nun mit strengem Blick von der Seite aus musterte. „Bitte, Madame, es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis sie sich beruhigt. Geben Sie ihr eine Chance.“ „Chance? Dieses Mädchen terrorisiert dieses Anwesen schon länger als es mein Geduldsfaden zulässt. Das ist bereits der sechste Vorfall in nur zehn Tagen!“ „Sie ist sicher noch traumatisiert wegen ihrem Hund. Vielleicht sollten wir“

„Schluss jetzt!“

Augenblicklich verstummten die Worte der jungen Dame, als Miss Cackleberry sie mit einem wutentbrannten Stöhnen zum Schweigen brauchte und empört ihren rechten Fuß so stark auf dem Boden aufstampfen ließ, dass sie Dielen darunter unter lautem Quietschen leicht nachgaben. „Niemand ist so lange traurig wegen eines Hundes, geschweige denn traumatisiert! Dieses Kind ist verhext und wird definitiv NICHT länger in diesem Haus verweilen, solange sie mir mit ihren hirnrissigen Wahnvorstellungen von Geistern und Spukgestalten den Schlaf raubt!“ Wie gelähmt verharrte Sophie inmitten des Ganges, verängstigt über das Benehmen ihrer Vorgesetzten. Sie hatte Cassandra schon des Öfteren wütend gesehen, jedoch zeigte diese nie solch eine Abscheu gegenüber einer Person, wie sie es im Moment bei der kleinen Cassia tat. Sicherlich war Cassia nie ein leicht zu betreuendes Kind gewesen, besonders wenn man ihre Tagträumereien und kuriosen Geschichten dabei betrachtete. Jedoch war sie auch nur ein junges Mädchen, was Zuspruch und Unterstützung in ihrer Erziehung benötigte. Dies schien Miss Cackleberry allerdings anders zu sehen. Mit einem leicht traurigen Nicken bejahte Sophie widerwillig die Worte der Aufseherin und folgte ihr schweigend den schmalen Treppenaufgang hinauf, welche zu den wenigen Einzelzimmern des Waisenhauses führte.

Eine vereinzelte Lampe spendete den schmalen, recht niedrigem Vorraum des Dachgeschosses das nötige Licht, wodurch das sichtbar wurde, was sonst verborgen geblieben wäre. Alle Türen waren bis auf eine einzige weit geöffnet und ein unruhiges Geflüster hallte durch den Vorflur. Diverse Kinder verschiedenen Alters hatten sich in der Mitte des Vorraumes versammelt und starrten nun unsicher in Richtung der verschlossenen Tür, die von oben bis unten mit bunten Kinderzeichnungen bemalt war. Anscheinend hatte jemand mit Aquarellfarben diverse Tiere und Fabelwesen auf die Tür gezeichnet, welche in allen möglichen Farben abgebildet waren. Drachen, Kobolde, Geister, Feen und Ghule…ihre Vielfältigkeit war wirklich bemerkenswert und jedes einzige Bild war liebevoll und detailreich gezeichnet worden. Nur schien diese Kunst von der Hausherrin nicht wirklich geschätzt zu werden, als diese durch die Menge an Kindern schritt und Nase rümpfend vor der besagten Tür zum Stehen kam. Ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen schien sie nun noch verärgerter als zuvor zu sein.

„Cassia Mapledew!!“, schrie Miss Cackleberry nun, was für augenblickliche Stille auf dem Stockwerk sorgte. Energisch griff die Älteste nach dem Griff der Zimmertür, ehe sie überrascht feststellte, dass die Tür fest verschlossen war. Mit einen nun sichtlich gerissenen Geduldsfaden hämmerte die Faust der älteren Dame mehrere Male gegen die leicht unebene Oberfläche der Eichenholztür, was ein lautes Klopfen durch das Haus schallen ließ und ein erschrockenes Aufatmen hinter der Tür entlockte. „Cassia, du öffnest jetzt sofort die Tür! Du hast gewaltige Probleme, junge Dame!“  Begleitet von vielerlei Anschuldigungen, die das Stören der nächtlichen Ruhe, das Verunstalten der Zimmertüren und das erneute Entwenden des Universalschlüssels beinhielten,  schlug Miss Cackleberry weiterhin auf die Tür ein, in der Hoffnung doch noch ihr gewünschtes Ziel eines sich öffnenden Türschlosses zu erreichen. Doch damit stieß sie bei Cassia auf taube Ohren. Mit angewinkelten Beinen und gesenktem Kopf lehnte sie an einer der Wände ihres Zimmers, währenddessen sie stets, in ihre Decke gekuschelt, auf ihrem Bett saß und auf ein baldiges Ende der draußen stattfindenden Toberei hoffte. Ihr Gesichtsausdruck wirkte verängstigt und besorgt, kalter Schweiß rann ihre Schläfen herunter und leichte Schatten zeichneten sich unter den Augen der Zwölfjährigen, die versteckt unter einen viel zu langen, dunkelblonden Pony lagen. Cassia hatte seit mehreren Tagen nicht richtig geschlafen, geschweige denn gut geträumt. Immer wieder hatten diese schrecklichen Alpträume sie heimgesucht, egal ob dies im Schlaf geschah oder am helllichten Tage.

Denn es war wahr: All jene, die ihre etwas bedeutet hatten, waren tot.

Erst ihre Mutter, die sie vor fünf Jahren verloren  hatte, dann ihr treuer  Begleiter Clover, der sowohl in guten wie in schlechten Zeiten an ihrer Seite gewesen war, doch nun vor knapp zwei Wochen an einer Lungenentzündung verstorben war. Ein flüchtiger Blick auf das verlassene, grüne Hundekörbchen vor ihrem Bett trieb Cassia erneut Tränen in die Augen, die ihre Sicht verschwimmen ließen. Es war einfach nicht fair. Wieso musste es so geschehen wie es geschehen war? Wieso musste Miss Cackleberry solch ein geiziger und bösartiger Mensch sein, weshalb sie die Medizin für Clover nicht bezahlen wollte?

Cassia spürte wie sich ihr Magen erneut verkrampfte und ihre Angst, die eben noch aufgrund ihres Alptraumes durch ihren Körper strömte, nun einen inneren Feuer aus Wut und Trauer wich, das langsam in ihr zu lodern begann. Immer fester umfassten ihre Hände den Faserstoff ihrer Bettwäsche, indes ihr Blick sich verfinsterte. „Ich schwöre, so wahr mir Gott helfe, wenn du nicht sofort aus deiner Rumpelkammer da Raus kommst, schicke ich dich im Morgengrauen nach Ravensbrook zum dortigen Internat!“, tönte es von außerhalb der Tür, ehe  Miss Cackleberry immer wieder mit geballten Fäusten gegen das Holz der Selbigen hämmerte. Das war Cassia zu viel.
„Lieber gehe ich dorthin, als weiterhin hierzubleiben, Sie alte Schachtel!“, schrie Cassia dem Zimmereingang entgegen, bevor ihre Stimme vor Wut und Schock nur so zu zittern begann. Hatte sie das gerade eben wirklich gesagt? Es schien so, denn bis auf das entsetzte Gemurmel der Kinder und das schwere Gekeuche Miss Cackleberry´s war nichts weiter zu hören. Zumindest bis diese gänzlich die Fassung verlor und Sophie, mitsamt den Kindern, auf den nötigen Sicherheitsabstand ging, bevor noch Schlimmeres passieren würde. „Wie war das gerade?!“, posaunte es aus der Hausherrin heraus, die Füße voller Wut aufstampfend. „Das war´s, am Morgen verschwindest du von hier, du undankbares Gör!“ Ich habe mich lang genug mit dir und deinen dummen Fantastereien rumgeschlagen!“
Mit hastigen Schritten fuhr Miss Cackleberry auf dem Absatz herum und stolzierte außer sich vor Wut die Treppen herunter, während sie die Kinder auf ihrem Wege lauthals dazu aufforderte wieder ins Bett zu gehen und nicht länger für eine unnötige Unruhe zu sorgen. Sophie tat es ihrer Vorgesetzten gleich, jedoch auf eine wesentlich freundlichere und ruhigere Art und Weise.  Ein Kind nach dem anderen brachte die junge Betreuerin zurück in ihre Betten, ehe alle aufgewühlten Gemüter beruhigt und jede Lampe gelöscht war. Alle, bis auf ein junges Mädchen, das nun zusammengekauert in ihrem Bett lag und weinte. In Cassias Augen schien alles nur noch schlimmer für sie zu werden. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so sehr einen Freund gewünscht wie in diesem Augenblick. Eine helfende Hand, die ihr aufhalf und aus dieser misslichen Situation befreite. Jemand, der sie vor der Dunkelheit bewahrte…

„Mannometer, das war ja mal ein Tumult, was?“
Wie vom Blitz getroffen schreckte Cassia auf, überrascht von der plötzlich erklingenden Stimme, die neben ihrem Bette zu hören war. Als ihr Blick in Richtung des mondbeschienenen Fensters fiel, erblickte sie eine Person, die sich gegen das Fensterbrett gelehnt hatte und sie durchgehend mit weiten, roten Augen musterte. Nein, dies konnte keine Einbildung sein. Und schlafen tat sie ganz sicher nicht.  Die Kleidung des Fremden, welcher ein Jugendlicher zu sein schien, bestand aus einem schwarz-lila gemusterten Oberteil, einer schwarzen Leinenhose, einen paar kurioser, lila Schuhe und einer in selber Farbe gefärbten Narrenkappe mit zwei Zipfeln, an dessen Ende zwei silberne Glöckchen festgenäht waren. Das Gesicht des Jungen war schmal und mit dezenten schwarzen Bemalungen verziert, die Haare schneeweiß wie das Mondlicht und Ohren, die spitzer als die eines normalen Menschen waren. War es wirklich ein Jester, der dort vor Cassia stand?

„Ich muss ja sagen, dein Konter war nicht schlecht für dein Alter. Hättest das Gesicht der Alten mal sehen sollen, hehe~“ „Was zum“, stotterte Cassia ungläubig hervor, bevor sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischte, um den mysteriösen Fremden besser sehen zu können. „W-Wer bist du? Und wie kommst du hier rein? D-Das Fenster ist verschlossen!“ „Na, na, na“, unterbrach sie der junge  Jester. Mit leichtem Schritte entfernte er sich vom Fenster, schwang sich mit einem Salto über den einsamen Holzstuhl, welche nahe des kleinen Schreibtisches stand und setzte sich, mit den Armen auf der Rückenlehne ruhend, auf den Selbigen.  „Wichtig ist nicht, wer ich bin. Wichtig ist, was du willst.“ „Huh?“ Eine kurze Stille herrschte im Raum, welche den Blick, den Cassia dem Jungen zuwarf, noch zusätzlich untermalte und die Spannung des Ungewissen immer weiter in die Höhe trieb. „Was meinst du?“ „Nun“, grinste der Junge, während seine rubinfarbenen Augen aufmerksam in der Dunkelheit aufleuchteten.  
„Was würdest du davon halten, wenn dein guter Freund wieder leben würde?“

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Whohooo! Prolog geschafft! :D Ist doch schön, wenn der Anfang geschafft ist, oder?

Ich hoffe, dass es Euch gefallen hat und wir uns um nächsten Kapitel wiedersehen^^

Bis bald! :3
 
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