Geschichte: Fanfiction / TV-Serien / Heroes / Warum?

Warum?

von Lexanne
OneshotAngst / P12
Claire Bennet
26.07.2017
26.07.2017
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Für Jane
Weil du mir die Kraft gibst, wieder aufzustehen. Danke!
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Gehetzt rennst du die Stufen des Metallgerüsts nach oben.
Lässt dir keine Zeit zum Nachdenken.

"Ist die Kamera soweit?", rufst du nach unten. Die Antwort verstehst du nicht, aber sie interessiert dich auch nicht und sobald du oben angekommen bist, beginnst du ohne zu zögern, über die Brüstung zu klettern. "Okay, ich bin soweit!", rufst du dabei.
Du stehst an der Außenseite des Geländers, den Rücken daran gepresst und hältst dich fest. Jetzt, wo du dich nicht mehr bewegst, beginnen deine Gedanken wieder zu rasen.
Was ist nur passiert? Was ist dir passiert? Und warum? Warum tust du das?

Ein Wespenstich, ein kleiner Schnitt, Prellungen, ein gebrochener Knochen, Verbrennungen - das waren normale Verletzungen, das konnte jedem einmal passieren, wenn er unaufmerksam war. Aber das hier? Was hast du dir dabei gedacht? Wie willst du das erklären? Und was willst du dir damit überhaupt beweisen?
Du siehst nach unten und deine Gedanken kreisen immer schneller.
Warum?
Deine Finger klammern sich noch immer um das Gerüst, aber du zwingst dich, deinen Griff langsam zu lockern. Du atmest tief durch; schließt die Augen, um deinen Kopf auszuschalten und lässt dich fallen.
Für wenige Sekunden fliegst du und ein wundervolles Gefühl durchströmt dich. Du fühlst dich leicht und unbeschwert. Beinahe glücklich.
Dann schlägst du auf.

Der Aufprall tut weh. Dein ganzer Körper schmerzt, doch fühlst du nicht nur das, sondern auch dieses merkwürdige Gefühl, das seit ein paar Wochen immer sofort einsetzt, nachdem du dich verletzt hast. Stöhnend richtest du dich auf, während der Schmerz mit jeder Verletzung, die verschwindet, weiter nachlässt. Du spürst, wie deine Knochen heilen; die Wunden sich verschließen und je mehr die Schmerzen verblassen, desto lauter werden wieder deine Gedanken.

Was hattest du jetzt davon? Hast du dadurch irgendeine Antwort erhalten? Warum tust du das? Warum bist du gerade nicht zu Hause und schlägst dich mit deinem nervigen kleinen Bruder rum, sondern bist hier. Im Nirgendwo. Und beweist dir selbst, was du bist.

Ein Freak.

Der Gedanke verfolgt dich und die Panik, der Unglauben, den du in seinen Augen siehst als du langsam aufblickst, bestätigt dich nur darin.

Du hältst deine Schulter noch immer fest umklammert, obwohl sie schon längst keine Anzeichen der Verletzung mehr aufweist, die dort vor wenigen Augenblicken noch gewesen war. Du kannst einfach nicht loslassen, als hättest du die Hoffnung, dadurch würdest du wieder normal. Als würdest du erwarten, dass der Schmerz jeden Moment wieder über dich hereinbrechen würde und deine Schulter dann die Stütze bräuchte. Doch du weißt, dass das nicht passieren wird.

Beinahe teilnahmslos richtest du deinen Blick in die Kamera und sagst: "Ich bin Claire Bennett und das war Versuch Nummer sechs."
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