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Musikalische Reviews

MitmachgeschichteAbenteuer, Humor / P12 / Gen
26.07.2017
03.01.2021
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Rockaue in Bonn – 08. Juli 2017


Fangen wir mit einer Veranstaltung an, die ich dieses Jahr schon das zweite Mal besucht habe. Es handelt sich um die Rockaue, die am 08. Juli 2017 in den Rheinauen in Bonn stattgefunden hat.

Als ich das erste Mal dort gewesen bin (das war 2015), spielten hauptsächlich regionale, kleinere Bands dort auf drei Bühnen verteilt. Dieses Jahr hatte sich schon ein recht namhaftes Line Up dort versammelt und es schien beinahe so, als wäre das Festival gewachsen – und zwar exponentiell.

Beginnen wir aber mit der kleinen Liste, die ich im letzten Kapitel so ausführlich vorgestellt habe und an welche ich mich selbst nun auch halten möchte.

Wie ihr dem Titel des Kapitels entnehmen könnt, handelt es sich bei der Rockaue um ein Festival, das allerdings an nur einem Tag stattfindet. Deshalb trotzdem die Festival-Liste.

1. Festival: Rockaue

2. Ort: Rheinauen, Bonn

3. Zeitraum: Samstag, 08. Juli 2017, Beginn 11.00 Uhr

4. Preis: 34,90€, inkl. VRS-Fahrausweis

5. Rahmenbedingungen: Wir sind an eben jenem Samstag gegen 14 Uhr auf dem Gelände erschienen und haben uns an der Bändchenausgabe mit allem Wichtigen ausgestattet. Die Bändchen durfte man sich selbst anziehen, das finde ich pro forma schon ziemlich gut, weil ich 'Linksträger' bin und ich gerne selbst sortiere, weil sich über 20 solcher Bändchen an meinem Handgelenk befinden. Dazu gab es noch einen Spielplan, die Taschen wurden kurz durchgeguckt und los ging's.
Wir waren mit insgesamt sieben Leuten angereist und haben vor Ort noch drei Leute eingesammelt, man hat sich gut gefunden und es gab einige Punkte, an denen man sich orientieren konnte. Außerdem sind wir mit dem Zug gekommen, was in den Rheinauen noch nie ein Problem war. Man steigt in die Stadtbahn um und lässt sich bis zur Haltestelle „Rheinauen“ bringen, dann eine Treppe runter und rechts, dann ist man da.

6. Anreise und Orga: Das Festival hat einen Eingang, der sich in der Nähe der Bahnstation befand. Das war bisher immer so und da die Leute eh über den Tag verteilt anreisen, passte das bisher auch immer ganz gut. Es gab kein Gedränge und kein Geschiebe, die Security war entspannt und wenn der Rucksack tatsächlich zu groß sein sollte, dann konnte man den abgeben, bekam ein Nümmerchen oder eine Marke und eine Tasche, die den Bestimmungen der Veranstalter entspach. Meine Tasche war noch im Rahmen und von daher war alles in Butter.
Ich als Frau wurde eben abgetastet und es wurde noch ein Blick in meine Tasche geworfen, was völlig in Ordnung war. Niemand wühlte unnötig darin herum und der Einlass verlief größtenteils problemlos. Wie ich das beobachten konnte, gab es eben nur ein paar Frauen, die ihre Taschen abgeben/austauschen mussten, aber da im Internet vorher zu sehen war, wie groß die Taschen maximal sein dürfen, hat sich auch niemand beschwert.

7. Die Location an sich: Da es sich um einen einzigen Tag gehandelt hat, nur die Info über das Festivalgelände. Es war so aufgebaut wie vor zwei Jahren. Direkt in der Nähe des Eingangs befand sich die 'Talent Stage', dann ging man ein Stück weiter und stand vor der 'Main Stage'. Man musste wieder ein kleines Stückchen laufen, um zur 'Hard 'n' Heavy Stage' zu kommen, aber das war sicherlich aus Platzgründen so organisiert.
Vor den Bühnen konnte man sich gut platzieren und es gab auch einen Wellenbrecher, allerdings vor den großen Bühnen. Ein weiteres Stück nach hinten wird es ein wenig hügelig, sodass man sich in Ruhe auf seine Picknick-Decke setzen konnte, um die Menge und auch die Bühne von oben zu betrachten. Man hat noch alles gut gehört und es gab einiges zu gucken. Vor jeder Bühne waren genügend Getränke- und Futterbuden aufgestellt, sodass man weder verdursten noch Hunger leiden musste.

8. Das Festival: Hier kommen wir zum freieren Teil in der Gestaltung und Beurteilung. Ich bin auf jeden Fall auf meine Kosten gekommen, denn ich habe mir die Kyle Gass Band, Any Given Day und In Extremo in voller Länge geben können.
Mit einer Freundin war ich noch bei Heisskalt, was jetzt nicht so meine Musik ist, aber ich stand da noch weiter vorne und muss sagen, dass es sowohl von der Security vorne und auch von den Leuten her sehr angenehm war.
Die Feuerwehr hat in den Pausen zwischen den Bands immer mal wieder Wasser auf die Leute versprüht, denn es ist sehr warm gewesen. Schön fand ich auch, dass jeder einen Liter Wasser oder Eistee oder Saft mitnehmen durfte, sodass man nicht so viel Geld für ein Grundmittel des Überlebens ausgeben musste. Das ist nicht auf jedem Festival selbstverständlich und manches Mal stellten sich schon Veranstalter an wie bescheuert, weil man Wasser mitnehmen wollte.
Die Bands waren gut abgemischt, denn bei Open Air läuft man immer ein wenig Gefahr an der falschen Position auch nicht mehr richtig viel hören zu können. Das war hier meistens nicht der Fall, sogar auf einem Hügel konnten wir ziemlich gut hören, was auf der Bühne gemacht oder gesagt wurde.
Die Leute an sich waren gut drauf, es wurde viel getanzt (vor allem bei In Extremo, da waren wir sogar ganz, ganz hinten noch bei bester Laune), es war nicht zu voll. Auch die Abreise später mit der großen Masse war erträglich, auch wenn die Bahn ziemlich voll wurde. Insgesamt also ein gelungener Tag, auch wenn ich die Preise an manchen Buden echt etwas übertrieben fand.

9. Sonstiges: Was mir nicht gefallen hat, war dass die Wasserstelle, die es 2015 noch gab, nicht mehr existent war. Damals konnte man sich nämlich an einer Wasserstelle seinen Tetrapak auffüllen und den ganzen Tag umsonst Wasser trinken, doch gab es diese Stelle dieses Jahr nicht mehr. Später habe ich herausgefunden, dass es daran lag, dass 2016 ein paar ziemlich schlecht erzogene Kiddies meinten, sie müssten da in voller Absicht den Hahn abtreten, sodass das Wasser ununterbrochen in die Rheinauen lief. Schade, aber eben nicht zu ändern.
Ich war die meiste Zeit barfuß unterwegs und ich fand es ein wenig gefährlich, dass dort überall noch vereinzelt Glasscherben herumlagen, weil die Rheinauen sonst eben auch öffentlich genutzt werden können, weshalb sich solche Dinge eben dort ansammeln. Das geht nicht auf die Kappe der Veranstalter, sondern vielmehr auf diejenigen, die ihren Müll nicht mit nach Hause nehmen können. Da werde ich also in Zukunft besser aufpassen, auch wenn mir nichts passiert ist.

10. Fazit: Immer wieder gerne, es war herrliches Wetter und die Organisation hat funktioniert – was will man mehr?
Für das Geld kann man einen wirklich schönen Tag in den Rheinauen verbringen und sogar mit dem Zug im ganzen VRS-Netz hinfahren. Das wären in meinem Falle über 80km, die man mit diesem Ticket hinter sich bringt und wer die Preise der Deuschen Bahn kennt, der weiß das definitiv zu schätzen. Ich hätte zwar immer noch mein Studententicket (denn ich studiere in NRW), aber für Nicht-Studis oder Leute ohne Jobticket ist das eine finanzielle Entlastung sondergleichen. Dann ist das Festivalticket mit seinem Preis ziemlich gerechtfertigt und fast noch spottbillig.
Wer also überlegt – Gäste sind immer gerne gesehen und auch auf der Talent Stage gibt es ein paar echt coole Bands zu sehen, die aus der Region Köln/Bonn kommen. Auch da ist man also etwas offener und alternativer unterwegs, was ich ziemlich schön finde.
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