The Guardians of Hope - Shadow Empire (Teil 1)

GeschichteAbenteuer, Mystery / P16
25.07.2017
03.02.2019
158
491238
5
Alle
96 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
,,Der Weg liegt nicht im Himmel. Der Weg liegt im Herzen“.









~~~Kapitel 145~~~









West Kenjin










Die Gruppe um Elements konnte wahrlich ein Liedchen von fehlgeschlagenen Plänen singen. Bisher war nichts so gelaufen, wie sie es sich ausgemalt hatten und kurzfristige Änderungen raubten ihnen die Zeit. Das ihre Verstärkung angerückt und ebenso überrascht angegriffen wurde, konnten sie sich vorstellen, doch Zeit um sich darüber zu ärgern, fanden sie nicht. Sie waren zu sehr damit beschäftigt, das West Tor unter Kontrolle zu bringen. Wie viel Zeit sie schon verloren hatten oder wie lange sie überhaupt schon kämpften, konnte keiner sagen. Unwissend, das Chillo und Sharon auf dem Weg waren, um ihnen die Aufgabe abzunehmen, hielt Elements verbissen mit viel Feuer die Soldaten auf Abstand, während sich ihre Freunde darum bemühten, den Bürgern eine freie Schneise zu dem Tor zu bilden. Erst als sie ihre Verstärkung erkannten, die hinter dem Tor auf sie zukamen, konnte Elements das erste Mal kurz verschnaufen, denn ihre Soldaten begannen sofort damit, Menschen zu beschützen und sie mit ihren Waffen zu verteidigen. In all dem Getümmel hörte Elements, wie jemand ihren Namen schrie. Hastig drehte sie sich herum. Schweißperlen standen ihr auf der Stirn und sie suchte nach der Person.

,,Elements,..hier“.

Genannte suchte verwirrt umher. Erst dann erkannte sie Sharon, die durch die Soldaten auf sie zu lief und sich mit Eis Kristallen eine Barriere aufbaute, um nicht von den Kugeln getroffen zu werden. Zischend fluchte sie etwas vor sich hin und zog es vor, sich Schutz hinter einem Wagen zu suchen, wo ihr Elements hin folgte. Sie gingen beide in Deckung, als irgendetwas neben sie krachte.

,,Ahh,..verflucht.....Elements. Sie haben uns überrascht. Mariella kümmert sich um die Verletzten, aber sie haben große Teile der Versorgung zerstört. Besstysens ist auf dem Weg in den Süden,...wir übernehmen den Westen“. Sharon wischte sich schnell das Blut von den Lippen und sah kurz auf, als auch Mike, Tyron und Veronica zu ihnen stießen.

,,Wir wurden auch sofort angegriffen. Den Großteil unserer Luftwaffe haben sie vom Himmel geholt und der Südliche Teil steht fast komplett in Flammen. Eine Kommunikationsverbindung aufzubauen war auch unmöglich“, rief Mike und duckte sich, als Schüsse zu hören waren. Glücklicherweise konnten ihre Soldaten die Schatten ablenken und so hatten sie Zeit, sich schnell auf den neusten Stand zu bringen.

,,Wir hätten wissen sollen, das sie uns erwarten, aber,..wir haben keine Zeit um uns darüber zu unterhalten. Es sind weitere Truppen auf dem Weg hierher. Branco gibt bei der Wassermarine den Befehl zum Angriff und sobald Unterstützung hier ist, gehen wir in den Norden. Elements,..du solltest dich jetzt auf den Weg in den Palast machen“.

Elements sah einen Moment bissig auf ihre Hände. Sie wusste, das sie jetzt keine weiteren Diskussionen zu lassen konnte, da so wie so alle schon viel zu viel riskierten. Doch war sie ehrlich dankbar darüber, das sie wusste, das ihre Freunde hinter ihr standen. Gerade wollte sie etwas dazu sagen, als Trinah über den Wagen hinweg sprang und mit einem Kristall eine starke Barriere aufbaute um sie vor etwas zu schützen.

,,Verfluchte scheiße,...ihr könnt doch hier kein Kaffee Kränzchen halten, während es drum herum aussieht wie in einem Flammenmeer“, blaffte Tommy sie wütend an, denn irgendetwas hatte ihre kurze Abwesenheit genutzt, um sie mit Feuer zu attackieren. Das wurde ihnen aber spätestens erst jetzt klar, als sie durch die kristallene Wand sahen, wie Feuer um sie herum meterhoch in die Luft umgeleitet wurde. Elements und Sharon halfen Trinah, um die Barriere zu verstärken. Grolt und Veronica suchten wie Sunny auch, Schutz hinter Elements rücken, doch spürten sie, das etwas sie von der Stelle schob und sie gegen den Wagen drückte, der sie eigentlich von der anderen Seite aus schützen sollte. Der Lärm war ohrenbetäubend und sie alle kniffen die Augen fest zusammen. Was bei den Göttern hatte sie da gerade so stark attackiert, das sie mitsamt der Schutzbarriere nach hinten weg gedrückt wurden?

Elements gab sich große Mühe, dem Druck standzuhalten, doch konnte sie nicht sehen, welche Macht hinter der Barriere sie so in Bedrängnis gebracht hatte. Überhaupt konnte sie gerade keinen Ton verstehen, geschweige denn sehen, was oder wer sie da attackierte. Langsam, aber wirklich quälend langsam ließ das Drücken nach und sie rang schwer nach Luft. Doch wagte sie es nicht die Barriere aufzulösen.

,,Na so etwas? Wen haben wir denn da? Die Hoffnungshüterin mit samt all den größten Versagern, die ich jemals gesehen habe. Es ist eine Schande. Ja, eine Schande. Das müssen wir aber schnell ändern“.

Elements und insbesondere Veronica sahen auf. Trinah und Sharon lösten die Barriere auf und konnten dann sehen, wer die Gruppe so mächtig angegriffen hatte. Nicht weit von ihnen, umzingelt von widerlich triefenden Monstern mit messerscharfen Zähnen, stand Vloras. Seine Augen leuchteten unheilvoll gelb auf. Seine frühere Statur ließ sich durch die eingefallene dunkelgraue Haut nur erahnen, doch eine Schockwelle rollte unweigerlich über Elements Körper hinweg. Das man sich äußerlich durch die Schatten so verändern konnte, das war ihr nicht ganz klar gewesen. Sofort stellten sich die Freunde in Kampf Position auf. Doch es sah nicht gut für sie aus. Plötzlich stellte sich Veronica vor Elements hin.

,,Elements,...Geh. Sharon hat Recht. Du musst in den Palast. Ich kümmere mich um Vloras“. Veronica blickte ihren Bruder herausfordernd an und richtete ihre Waffen aus. Gerne hätte Elements ihr das abgenommen, doch aus irgendeinem Grund wusste sie, das sie Veronica Vertrauen musste. Es war ihr Kampf und sie hatte eine andere Aufgabe.

,,Veronica,..pass auf dich auf“, sagte Elements und trat den Rückzug an.

,,Mach dir keine Sorgen, Elements. Tommy, Sunny und ich werden ihr beistehen. Wir werden das schaffen“. Kommentarlos zogen Sunny und Tommy ihre Waffen und begaben sich an Trinah´s Seite, um Veronica im Kampf gegen Vloras zu unterstützen.

Es blieb nur ein Augenblick des Abschied´s, bevor sie ihnen viel Glück wünschten und sich nun auf den Weg in den Palast machen würden. Elements hatte ein gemischtes Gefühl bei der Sache. Ob sie jemals noch Zeit finden würde, Veronica zu danken? Sie wusste es nicht, doch es war Grolt, der Elements eine Hand auf die Schulter legte und sie zum Gehen drängte.
Veronica sah ihnen nach, wie sie zwischen Kugeln, Staub und Qualm im Nichts verschwanden.

,,Tja, ..ich hoffe ja, Elements gibt dem Kaiser und dem Gott noch einen Gong von mir mit auf den Weg, aber ich denke, das hier könnte genauso lustig werden, findet ihr nicht?“. Breit grinsend schwang Tommy elegant seine Lanze um den Körper und richtete die scharfe Spitze gegen Vloras aus, der teuflisch grinste. Trinah und Sunny wussten zwar nicht warum, doch sie lächelten. Um sie herum war das größte Chaos, doch ihr Kampf würde jetzt beginnen. Trinah lud ihre Waffe nach und Sunny hob angriffsbereit sein Schwert. Die ehemalige Soldatin der Armee konnte nichts sagen, doch war sie erleichtert darüber, das sich die drei ihr angeschlossen hatten.

,,Veronica,...wir kümmern uns um die Monster. Vloras gehört alleine dir“.

,,Danke. Ihr seid wirklich zu gütig“, säuselte Veronica lieblich und fixierte ihren Bruder mit kalten Blicken, welcher sich nun auf einen haarsträubenden Kampf vorbereitete. Sie standen nicht sehr weit entfernt voneinander, dennoch konnten sie die Mimik des jeweils anderen gut sehen. Vloras breitete seine Arme weit aus.

,,So ist es also. Wir stehen uns erneut gegenüber. Es ist wirklich eine Schande zu sehen, wie meine kleine Schwester zu einer Verräterin und Versagerin geworden ist. Und dann auch noch den Kaiser bestehlen? Ja, ich schäme mich wirklich für dein Verhalten, das mir ganz und gar nicht gefällt“.

,,Dort wo ich dich hinbringe, wirst du dir keine Gedanken mehr über mein Verhalten machen müssen, Vloras. Aber keine Sorge, da,...wo ich jetzt bin, geht es mir gut“. Kaum hatte Veronica das gesagt, preschte sie auf ihren Bruder zu und begann somit den Kampf. Sofort blockte Vloras ab und befahl seinen ,,Begleitern“, den Angriff. Laut jaulend stürzten sie sich auf die drei Freunde, die sofort auswichen und sich gegen die Monster wehrten.

Veronica tat es wirklich Leid, das es alles so kommen musste und sie ihren Bruder wohl nicht beschützen konnte, doch sie hatte sich lange Gedanken gemacht. Jeder ging eines Tages mal seinen eigenen Weg. Egal wie dieser aussah, sie musste ihn gehen. Sie musste sich von dem alten Leben verabschieden und sich dem stellen, was sie erwartete. Eine Zukunft, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und sie kannte ihren Bruder, der sich von seinem Vorhaben nicht abbringen lassen würde. Blieb zu hoffen, das sie bis zum bitteren Ende genauso stark war, wie ihr Bruder Ehrgeiz besaß.
Ihr Kampf war hart und duldete keine Rücksicht auf Gefühle. Es war, als kämpfte sie gegen einen ganz anderen Mann. Wo war der Junge hin, mit dem sie als kleines Mädchen immer gespielt hatte? So weit weg konnte er doch gar nicht sein, doch Veronica musste stark sein. Sie musste. Ihren Freunden zuliebe.




Elements, Mike, Tyron, Meliah und Grolt mussten sich von Sharon verabschieden, welche mit weiteren Truppen in den Norden marschieren wollte. Sie selbst, machten sich nun auf den Weg in den Palast um den Kaiser zu stellen.
Doch so ohne Verkehrsmittel war das ganze nicht so einfach, denn Kenjin war eine riesige Stadt und sie hatten Glück gehabt, das sich ihre Truppen an den Kontrollstellen von Süd und West Kenjin begegnet waren, wo eine Kommunikation untereinander möglich war, doch um in den Palast zu kommen, mussten sie erst einmal von West nach Ost und dann auch noch durch die Wohl stärkste Barriere der Schatten Armee kommen.
Das der östliche Teil der Stadt von der Wassermarine unter Beschuss genommen wurde, wussten sie noch gar nicht. Wie denn auch, sie hatte keine Möglichkeiten um sich untereinander zu verständigen. Das einzige was ihnen blieb, war der Plan den sie vorher ausgearbeitet hatten. Elements bezweifelte zwar, das sich jeder daran hielt, doch war sie froh zu wissen, was im Westen und im Norden passierte. Der Süden war auch schon von ihren Truppen überrannt worden und so blieb ihnen nur noch der Osten, denn sie bezwingen wollten. Mit allem was sie zu bieten hatten, wehrten sie sich gegen die Schatten Soldaten, die von allen Ecken und Straßen auftauchten und sie attackierten. Nur mit Feuer schaffte es Elements, sie ein kleinwenig auf Abstand zu halten.

,,Wie war das noch mal mit den Göttern? Sie kämpfen im Jenseits gegen die Schatten?“, fragte Meliah kreischend und fast atemlos nach. Elements wollte ihr ja Antworten, doch war sie selbst komplett aus der Puste und wehrte sich mit ihren Katana Schwertern gegen die grässlichen Kreaturen, die ständig wehleidige Klagen ausstießen.

,,Wenn du es weißt,...warum,...fragst du dann noch?“, fragte Grolt, der sich weiterhin mit einer Taschenlampe bewaffnete und notfalls auf seine Fäuste zurück greifen würde, wenn er sie gänzlich kaputt geschlagen hatte.

,,Wollte,..es,...mir nur nochmal,..ins Gedächtnis rufen“.

,,Wo wir bei den Göttern sind,....seht mal“, rief Mike und drehte sein Schwert elegant in der Hand, so das die Spitze in den Himmel zeigte, wo sich eine Löwenartige Kreatur durch den dichten Himmel abzeichnete. Mit einem lauten Gebrüll schoss etwas aus den Wolken auf sie zu. Abwehrend hob Elements beide Hände vor sich und kniff die Augen zusammen, als das Ungetüm vor ihnen landetet und alles zum Beben brachte. Wind wurde beschworen und fegte die Soldaten wie Laub nach hinten weg. Nur schwer konnte sie dem Wind standhalten, der ihnen im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Frisur verpasste. Elements schluckte schwer und sah nach Atem ringend auf. Vor allem Grolt fiel fast auf seinen Hintern, als er die Kreatur vor sich sah. Was zur Hölle war das? Die Freunde wussten genau, wer ihnen da zur Hilfe geeilt war. Meliah konnte es nicht ganz glauben und begann wie von Sinnen zu Lachen.

,,Großer,..Wind Gott,..warum sind sie nicht in der spirituellen Welt?“, fragte Elements total verblüfft nach. Immerhin hatte sie geglaubt, das die Götter von dort aus kämpfen würden oder war erneut ein Plan schief gegangen, von dem sie nichts wusste?

,,Der Wille zum Überleben eines Menschen ist sehr stark, Elements. Steigt auf meinen Rücken und ich werde euch in den Palast bringen. Seid unbesorgt, die Elemente werden sich dem Kampf in der dinglichen Welt anschließen“.

Mehr sagte der Wind Gott nicht und neigte seinen Löwenkörper in eine tiefere Position, damit die Freunde auf seinen Rücken steigen konnten. Elements ließ sich das nicht zweimal sagen und kletterte in Windeseile über die Vorderbeine auf seinen Rücken. Auch die Master hatten sich an so einen Transport gewöhnt, doch Meliah und Grolt sahen einander verwirrt an. Das war wohl der größte Vertrauensbeweis des Gottes in die Menschen, wenn er sie auf seinem Rücken durch die Lüfte trug. Meliah versuchte besonders sanft zu sein, doch ob ein Gott fühlte, wagte sie erst später nach zu fragen. Sie hatten auch keine Sekunde länger, um darüber nachzudenken, denn als sich der gewaltige Körper in die Lüfte erhob, krallte sie sich erschrocken an Mike fest, welcher vor ihr saß und ein stilles Gebet an das Schicksal richtete. Endlich lief doch mal etwas nach Plan. Elements, welche ganz vorne saß, spürte eine gewisse Unsicherheit die wohl vom Wind Gott her stammte. Hatte er etwa das Gefühl, sie waren zu spät? Hatte er das Gefühl, sie könnten alle hier und heute versagen? Könnten eventuell alle Götter so denken?

Nein soweit durfte es nicht kommen. Sie hatten alle Register gezogen und waren alle hier um für eine friedliche Zukunft zu kämpfen. Es sah zwar nicht besonders gut aus, doch es war noch nicht vorbei. Im Gegenteil, noch hatten sie viele Chacen und nicht eine wollte sie ungenutzt lassen. Entschlossen blickte Elements nach vorne. Es war der gleiche feste Blick, als sie damals aus Kenjin geflohen sind und sich auf den Klippen zum Nordlichter Grenzland eingestehen mussten, eine Niederlage erlitten zu haben. Nein, es war noch nicht vorbei.

,,Trägst du auch die Verantwortung für all das, was geschehen könnte?“.

,,Ich trage die Verantwortung für all das, was geschehen könnte. Es ist noch nicht vorbei“.
Review schreiben
'