Wer ist der wahre Feind?

GeschichteAbenteuer, Drama / P18 Slash
Colonel Robert E. Hogan OC (Own Character) Wolfgang Hochstetter
24.07.2017
08.08.2017
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Es war bereits weit nach Mitternacht als Schultz in Baracke 2 stürmte und die Männer weckte.

„Colonel Hogan!“ Schultz ignorierte das gemaule der Gefangenen und klopfte hektisch an die Tür des Colonels. „Wachen Sie auf Hogan, die Gestapo will Sie sehen.“

Hogan schreckte von dem Lärm auf und einmal mehr überkam ihn ein ungutes Gefühl. Das hatte er schon einige Tage, irgendwas machte ihn nervös. Und der Umstand das die Gestapo ihn mitten in der Nacht aus dem Bett holte, machte es nicht wirklich besser.

„Schon gut Schultz, ich komme sofort.“ Der Colonel zog sich an, schrieb etwas auf einen Zettel und  atmete noch einmal tief durch, bevor er die Tür öffnete. „Wie kann ich Ihnen helfen Schultz,“ begrüßte er nun den Feldwebel mit seinem bestem Lächeln.

„Ach es tut mir ja leid Hogan, aber der Hochstetter ist draußen und will Sie mitnehmen zum Verhör.“

Hogan starrte den Feldwebel einen Moment an, bevor er ihn freundschaftlich auf die Schulter klopfte. „Ist schon recht Schultz, gehen wir.“ Er spürte die Blicke seiner Männer. Kurz vor dem verlassen der Baracke steckte er Newkirk den Zettel zu, schloss seine Jacke und trat hinaus.

Kaum waren Sie bei Hochstetters Wagen angekommen, ergriff der Major ihn am Arm und stieß ihn unsaft in den Wagen. Das war das erste was den Colonel überraschte. Hochstetter mag ihn zwar liebend gern mit erschießen drohen, aber er hatte ihn noch nie angefasst. „Hey moment, was ist mit Klink?“

„Was soll mit dem Oberst sein,“ entgegnete der Major.

Hogan sah zu Schultz. „Ja sehens Hogan, der Oberst ist doch heute in Hammelburg und der hier,“ er schaute zu Hochstetter, „ist von der Gestapo...also bitte, machens mir keinen Ärger.“ Bevor der Colonel etwas entgegnen konnte, schlug Hochstetter die Tür zu und stieg in den Wagen. Worauf Hogan zu der zweiten überraschenden Erkenntnis kam, er saß mit dem Major alleine im Wagen. Keine Wachen. Was Hogan um so mehr beunruhigte.


Die Männer aus Baracke 2 starrten dem abfahrenden Wagen hinterher. In ihren Gesichtern war die Sorge deutlich abzulesen. Newkirk ging zurück in die Baracke und betrachtete den Zettel in seiner Hand.

„Was ist das,“ fragte Carter.

„Den Zettel gab mir der Colonel beim raus gehen,“ antwortete Newkirk und faltete ihn auseinander. und las dann laut vor. „Nicht einmischen. Verhaltet euch ruhig. Wenn ich nicht zurück komme, flieht.“

Die Männer sahen sich schweigend an, sie wussten das Hogane sich selten wirklich Sorgen machte. Es war ernst. Vielleicht würden sie Ihren Colonel nie wiedersehen.


Hogan sah aus dem Fenster und dachte nach. Etwas hier stimmte nicht. Nicht nur die fehlenden Wachen, wie er feststellte fuhren Sie auch nicht nach Hammelburg. Er sah kurz rüber zum Major. Durch die Dunkelheit konnte er nicht viel erkennen, aber Hochstetter schien sehr angespannt zu sein.
„Nun Major, wo fahren wir denn hin? Hammelburg ist es jedenfalls nicht“, unterbrach Hogan die Stille. Doch alles was er als Antwort bekam war ein ein nicht zu deutender Blick vom Deutschen.
„Na schön, dann schweigen wir uns weiter an. Aber ich nehme mal an, es war kein Zufall das Sie ausgerechnet dann kommen wenn der Kommandant nicht im Lager ist?“

„Wenn Sie versuchen zu fliehen erschieße ich Sie, ist das klar“? Hochstetter versuchte die Worte so hart wie nur möglich zu sagen, doch Hogan bemerkte das leichte Zittern in der Stimme. Doch er hielt es erstmal für besser zu schweigen und sah wieder aus dem Fenster. Plötzlich fielen ihm all die weiteren Merkwürdigkeiten auf. Wie der Umstand das Hochstetter eigentlich schon lange nicht mehr im Lager erschienen war. Die fehlenden Wachen, der falsche Weg und das für den Major ungewöhnliche Schweigen kamen noch hinzu.

Plötzlich hielt der Wagen an, mitten auf der Straße. Hogan sah sich um, aber hier gab es nichts als Wald. Hochstetter stieg aus und es schien als würde er über irgendwas nachdenken. Da er Hogan nicht befahl auch auszusteigen, blieb dieser sitzen und beobachtete Hochstetter. Ja, der Major war definitiv nervös.

Nach ein paar Minuten stieg Hochstetter wieder in den Wagen, aber er schwieg noch immer. Kurze Zeit später hielten sie vor einer Villa und der Major brach endlich sein Schweigen. „Wir sind am Ziel Hogan, kommen Sie. Und denken Sie daran, versuchen Sie zu flüchten und ich erschieße sie.“

„Sicher Major, sicher.“

Sie gingen in die Villa und Hogan stellte fest, dass sie auch hier allein waren. Das alles passte nicht aber ein Blick auf den kleineren Mann neben ihm, erwies sich plötzlich als ziemlich beruhigend. Was Hogan wieder zu seiner alten Selbstsicherheit verhalft. „Nun Hochstetter, mein Name ist Robert Hogan, ID 334....“

Hochstetter unterbrach ihn mit einem Wink. „Hören Sie auf damit, deshalb sind wir nicht hier.“

„Ach nein,“ Hogan ging näher auf den Deutschen zu und zu seiner erneuten Überraschung, wisch dieser einen Schritt zurück, „weshalb denn dann?“ Der Amerikaner sprach leise und gab sich alle Mühe so freundlich wie möglich zu klingen.

Hochstetter löste sich etwas von Hogan und wies ihn an sich zu setzen. „Möchten sie einen Cognac Colonel?“ Diese Frage erschreckte Hogan mehr als es jede Drohung getan hätte. Er kannte den Major schon eine Weile und für gewöhnlich war er lautstark und energisch. Aber der Mann hier vor ihm, war alles andere als das. Er klang schwach und müde und, was Hogan erst jetzt bemerkte, er hinkte erheblich. Der Colonel nickte nur und nahm das angebotene Glas entgegen.

Hochstetter setzte sich ebenfalls und starrte einen Moment auf sein Glas, bevor er anfing zu reden.
Am Ende seiner Erzählung hatte Hogan genug erfahren um A) zu erkennen das er und seine Leute in Gefahr sind und B) das der Mann ,der ihm gegenüber saß, ihm sympathischer war als es gut sein würde. Nun ja, plus diverse offene Fragen.

„Also, was sagen Sie?“ Hochstetter sah den Amerikaner an und schien nicht wirklich zu glauben das die Antwort positiv sein würde.

Der Colonel atmete tief ein. Es konnte auch alles gelogen sein und sich am ende als Falle raus stellen. Eigentlich war er sogar davon überzeugt das es eine Falle war, denn es ergab absolut keinen Sinn. Eine aus der er und seine Männer nicht mehr raus kämen. Er brauchte beweise. Er holte tief Luft und wusste, dass seine folgenden Worte gefährlich sein konnten. „Sehen Sie Hochstetter, wir stehen nun mal auf verschiedenen Seiten und sowohl ich wie auch meine Männer wollen den Krieg überleben....“

„Das will ich auch,“ unterbracht Hochstetter ihn. „Ich verstehe auch das Sie mir nicht einfach so glauben, ich habe es nicht anders erwartet.“ Er seuftzte resigniert. „Eigentlich weis ich gar nicht was ich erwartet habe, sie sind nur ein Kriegsgefangener.“ Hochstetter rieb sich müde die Augen.

Hogan beugte sich etwas vor und, ohne die möglichen Folgen zu bedenken, legte er sanft seine Hand auf die des Majors. Hochstetter sah ihn etwas verwundert an, zog seine Hand aber nicht weg. Er brauchte den Colonel und es war nicht hilfreich ihn eventuell zu verärgern.„Ich brauche  Beweise, verstehen Sie? Ich meine, warum sollten Sie uns warnen? Uns einen der Ihren ausliefern? Sie sind ein Offizier der Gestapo.“

Der Colonel hatte recht, warum sollte er ihm glauben. Der Plan war von Beginn an mehr als nur waghalsig. „Sicher, das verstehe ich. An was dachten Sie.“

„Später Hochstetter, ich muss erstmal über alles nachdenken.“ Er sah sich kurz um. „Können wir heute Nacht hier bleiben?“ Als er den fragenden Blick des Majors sah konnte er ein lachen nicht unterdrücken. „Nun sie können mich nicht mitten in der Nacht aus dem Lager schleifen und dann gleich darauf zurück bringen. Das wäre untypisch für die Gestapo und würde nur Fragen aufwerfen.“

Hochstetter nickte. „Ja da haben Sie recht. Wir bleibend die Nacht über hier und ich bringe sie morgen zurück in das Lager.“

Als Sie durch das Haus gingen fragte sich Hogan ob die Geschichte wirklich stimmte Sie war nicht unrealistisch, aber auch keine von der Sorte die man gleich glaubte. Andererseits, es war Krieg und das änderte vieles. Nein, eigentlich ergab es keinen Sinn. Warum zur Hölle sollte Hochstetter ihn warnen? Er sah auf das linke Bein des vor ihm gehenden Majors, das hinken war wirklich nicht zu übersehen und der Deutsche schien erhebliche Mühe zu haben als er die Treppen hoch ging. „Hochstetter, was ist eigentlich mit ihrem Bein?“

„Nichts Colonel. Ich bin nur...gefallen.“

Eine schlechte Lüge, dass wusste Hochstetter, aber zum Glück beließ der Colonel es dabei. Auch wenn er bezweifelte das dieser es ihm glaubte. Oben angekommen deutete er auf die offene Tür, als der Colonel darauf hin an ihm vorbei ging, ergriff der Major dessen linken Arm und bevor Hogan reagieren konnte, trug er Handschellen. „Hochstetter...:“ knurrte er etwas ungehalten.

Der Deutsche zuckte nur mit den Schultern. „Bitte Colonel, haben Sie wirklich gedacht ich lasse Sie hier frei herrum rennen? Damit Sie fliehen können?“ Er legte den anderen Teil der Handschellen um sein eigenes Handgelenk. „Wenn ich Sie nicht zurück bringe, verliere ich meinen Kopf u...“

„Sie haben überhaupt keine Befugniss gehabt mich aus dem Lager zu holen,“ unterbrach Hogan ihn und es dämmerte ihm langsam. Darum die Villa und nicht das Hauptquartier in Hammelburg. „Im Gegenteil....“ Jetzt fing die Gesichte an sich zu drehen und nahm langsam eine Form an, die ihm so ganz und gar nicht passte. Er konnte noch immer nicht jedes Puzzle zusammen fügen, nicht verstehen was echt und was falsch war. Und das war etwas das er ganz und gar nicht mochte. Aber er hatte auch keine Wahl, dass sah er ein und es war das beste erst einmal Ruhe zu bewahren. Abgesehen davon, sah er in den Augen des Majors etwas das er noch nie zur vor bei diesem Mann sah....Angst.

Hochstetter atmete kurz ein und wich dem Blick des Amerikaners aus. „Nein ich hätte Sie nie aus dem Lager holen sollen...wenn sie jetzt fliehen...werde ich dafür bezahlen. Aber bevor dies passiert,“ er trat näher an den anderen Mann heran und sprach leise und seine Stimme nahm einen gefährlichen Ton an, „werde ich Sie erschießen.“

Hogan hatte dies schon oft von Hochstetter gehört, doch dieses eine Mal zweifelte er nicht daran das dieser es umsetzen würde. „Nun da haben sie ja Glück Hochstetter, um nichts auf der Welt würde ich eine Nacht mit Ihnen verpassen wollen,“ entgegnete er mit seinem charmantesten Lächeln. Nun ja, und es ist nicht mal gelogen dachte Hogan als er sich auf das Bett legte. Das Bett war bequem und nun merkte er erst, wie müde er doch war. Müde vom Krieg und wie sehr er so etwas simples wie ein richtiges Bett vermisste. Er sah rüber zum Major, der sich neben ihn gelegt hatte. Das alles war grotesk. Und er hasste groteske Dinge, denn sie konnten schnell aus dem Ruder laufen und ungeahnte Gefahren offenbaren. Er betrachtete eine Weile den Deutschen, der die Augen geschlossen hatte und noch immer angespannt wirkte. Dann schloss er die Augen und schlief ein.

Hochstetter fühlte sich alles andere als wohl. Er wusste nicht wie das alles weiter verlaufen sollte, aber ein zurück gab es nicht mehr. Dafür war es in dem Moment zu spät, als er das Lager betrat um Hogan zu holen. Er seuftzte leise. Die Situation war schwer zu überblicken, der Mann neben ihm war sein Feind und doch brauchte er seine Hilfe. Auch wenn er Ihn für den gefährlichsten Kriegsgefangenen des Dritten Reiches hielt, hatte er persönlich wenig gegen diesen Mann.