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Was wird das nur werden?

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Francesca "Frankie" Thomas Matthew McDougal
24.07.2017
02.12.2018
5
8.361
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11.11.2018 1.520
 
Irgendwann hatte es Kenny geschafft, Frankie nach Hause zu lotsen, wo sie jetzt im Bett lag, die Decke über ihren Kopf gezogen. Immerhin hatte sie aufgehört zu weinen, aber nach Kennys Meinung, hatte Frankie gerade mit allem aufgehört. Hätte sie nicht das leise Atemgeräusch gehört, wäre sie nämlich der Meinung gewesen, dass vor ihr einfach nur eine Puppe lag, Frankie rührte sich nämlich kein bisschen und reagierte auf nichts.

Kenny strich unaufhörlich über ihren Rücken. Sie konnte sich gut vorstellen, was für ein Chaos gerade in Frankie vorging, ihr selbst ging es nicht unbedingt anders.

Hatte Matthew mit dem Recht, was er gesagt hatte? Gab es wirklich so eine Wette? Oder war er nur eifersüchtig? Aber warum sollte er das sein? Und würde Matthew so etwas wirklich einfach nur behaupten? Das konnte sich Kenny beim besten Willen nicht vorstellen. Klar, die M&M’s waren in der Vergangenheit nicht ihre besten Freunde gewesen, aber sie hatten doch immer zueinander gehalten, wenn es darauf ankam. Sie kannten sich alle schon wirklich lange und Matthew war nie der Typ, der einfach irgendwelche Gerüchte in die Welt gesetzt hatte.

Andererseits hatten sie doch alle Max kennen gelernt. Konnte ein Mensch sich so verstellen? Ratlos sah Kenny herunter auf ihre beste Freundin. Was sollte sie jetzt machen? Was konnte sie überhaupt machen? Frankie sah nicht so aus, als ob ihr im Moment irgendetwas helfen würde. Kenny fasste kurzerhand einen Entschluss.

„Frankie? Versuch ein wenig zu schlafen, okay? Ich bin in ungefähr einer Stunde wieder da. Ich habe dir ein Glas Wasser neben dein Bett gestellt.“ Sie streichelte noch einmal über die regungslose Frankie und stand dann auf.

Egal wie, sie würde genau jetzt herausfinden, was es mit dieser Sache auf sich hatte! Und irgendjemand würde dafür büßen, das stand außer Frage – sie wusste nur noch nicht ob dieser jemand Max oder Matthew sein würde.


In der Zwischenzeit hatten sich die restlichen Mädels die Köpfe zusammen gesteckt.

„Es kann doch nicht sein, dass Max Frankie was vorgemacht hat. Wenn doch, ist er ein verdammt guter Schauspieler!“ Rosie schüttelte nachdenklich ihren Kopf, in der Hoffnung dass das ihre Gedanken ordnen würde.

„Ja, aber die Jungs waren sich so sicher. Im Leben würden sie so was nicht erfinden, das traue ich ihnen beim besten Willen nicht zu.“ Lyndz Einwurf wurde von den anderen beiden abgenickt.

„Frankie wird am Boden zerstört sein. Immerhin ist Kenny bei ihr.“

In dem Augenblick tauchte Kenny hinter ihnen auf und sie bestürmten sie mit Fragen, sie hob allerdings nur die Hände.

„Fragt gar nicht erst, Frankie ist fertig mit den Nerven. Ich hoffe sie schläft jetzt zumindest. Haben die M&M’s noch was dazu gesagt?“

Fliss schüttelte den Kopf. „Nur, dass es wohl wirklich Tatsache ist. Matthew hat sich das bestimmt nicht einfach nur ausgedacht, so ein Arschloch ist er nicht.“

„Es bleibt uns nichts anderes übrig, als heraus zu finden ob das wirklich wahr ist. Und wenn ja, dann gnade ihm Gott!“ Kenny knurrte vor Wut.

„Und wie willst du das anstellen? Wenn du zu ihm gehst und direkt fragst, wird er es wohl kaum zugeben.“ Der Einwand kam von Rosie, aber Lyndz hatte eine Idee.

„Und wenn wir uns Michaels Handy nehmen und Max eine Nachricht schicken? Und so tun als wären wir Michael und hätten auch mitgewettet und würden Max helfen wollen? Von wegen, weil Michael ja Frankie schon lange kennt und er so auch weiß, was sie mag und so Zeug. Und entweder tappt Max voll in die Falle oder er bestreitet es. So oder so hätten wir eine Antwort.“

„Meinst du, dein Bruder gibt uns sein Handy?“ fragte Fliss zweifelnd.

„Nach dieser Aktion bestimmt.“

„Wohin ist Matthew eigentlich verschwunden?“ Kenny blickte die anderen fragend an. Die schüttelten nur den Kopf oder zuckten mit den Schultern.

„Keine Ahnung, aber ich hoffe er hat sich irgendwo verkrochen und hat ein schlechtes Gewissen.“


Michael und Marco waren nach dem Gespräch wieder in den Klassenraum zurückgekehrt, immerhin hatten sie ja noch Unterricht. Allerdings empfing sie ein gähnend leerer Klassenraum und als sie Alana im Flur über den Weg liefen erklärte diese, dass die Klasse nach Hause geschickt wurde, mit der Aufgabe, sich auf die nächste Klassenarbeit vorzubereiten, da Miss Nichols krank war und erst morgen der Vertretungsplan fest stand.

Also gingen die zwei Jungs zu Mr. S um auf den ganzen Schrecken und Aufregung einen Smoothie zu trinken.

„Matthew ist dieses Mal echt über sein Ziel hinausgeschossen, oder wie siehst du das?“ Marco rührte nachdenklich in seinem Getränk, die Stirn gerunzelt.

Michael zuckte mit den Achseln. „Da hast du Recht, aber ändern können wir es nicht mehr. Und immerhin weiß Frankie jetzt, woran sie ist.“

„Meinst du, dass sie das überhaupt glaubt?“

„Boah Marco, keine Ahnung. Aber wir haben unsere Pflicht getan und jetzt können wir eh nichts mehr machen. Die Würfel sind gefallen, oder wie das heißt. Auf jeden Fall sind wir jetzt bei dem Thema raus.“

Marco schnaubte ungläubig. „Daran glaubst du doch selbst nicht. Die anderen werden jetzt eher alles daran setzen, herauszufinden was Sache ist. Und ich wette mit dir, dass wir jetzt ebenfalls bis zum Hals mit drin stecken.

„Wie kommst du denn darauf?“ Michael schlürfte den Rest aus dem Glas und wollte gerade vorschlagen, dass sie sich noch einen Smoothie bestellen als Marco auf etwas deutete, was hinter Michaels Rücken war.

„Ich komm darauf, weil deine Schwester mit den anderen im Schlepptau auf uns zukommen und sie so aussehen, als ob sie in den Krieg ziehen wollen.“

Michael verabschiedete sich gedanklich schonmal von seinem bisher ruhigem Leben.


„Vergesst es! Da mache ich auf gar keinen Fall mit!“ Entschieden schüttelte Michael den Kopf, als er den Plan hörte und die Rolle, die er dabei spielen sollte.

„Jetzt stell dich doch nicht so an! Weißt du wie fertig Frankie ist? Und es ist ja nicht so, als ob du effektiv was tun müsstest!“ Lyndz hatte sich vor ihrem Bruder aufgebaut und sah ihn streng an, der schüttelte aber weiterhin seinen Kopf.

„Und außerdem seid ihr Frankie das schuldig!“ Fliss schlug mit der flach.“en Hand auf die Tischplatte, dass die Smoothies fast überschwappten.

„Ich mach’s.“ Überrascht drehten sich alle Köpfe zu Marco, der etwas rot wurde.

„Naja, ich habe einfach ein schlechtes Gewissen. Die ganze Aktion ist kacke, Matthew hat sich heute daneben benommen und ich finde einfach, dass man so mit Frauen nicht umgehen darf. Wenn meine Mum das mitbekommen würde und sie würde erfahren, dass ich nichts unternommen hätte…ich glaube, ich könnte mir mein Grab schaufeln. Und Frankie ist vielleicht nicht unbedingt meine Lieblingsperson auf der Welt, aber wir kennen uns jetzt schon jahrelang und naja…irgendwie sind wir ja auch Freunde. Oder so was ähnliches zumindest.“

„Wow Marco. Das hätte ich dir nicht zugetraut.“ Rosie nickte ihm anerkennend zu und Kenny schlug ihm auf die Schulter.

„Immerhin einer von den M&M’s, der offensichtlich Arsch in der Hose hat, anstatt einer zu sein.“

„Hey!“

„Ich glaub, das war eher auf Matthew gemünzt Michael.“

„Und was genau soll ich ihm schreiben?“ Marco hatte sein Handy gezückt und sah fragend in die Runde.

Marco Hi Max. Kann ich noch in die Wette einsteigen?

Max Was für ne Wette?



„Entweder ist er echt abgebrüht oder wir sind alle auf dem Holzweg.“ Rosie murmelte es zwar nur leise vor sich hin, aber die anderen hatten es trotzdem gehört.

Michael seufzte genervt und schnappte sich das Handy. „Gebt mal her, ich regel das jetzt.“

Marco Jetzt stell dich nicht dumm, wir wissen alle dass es die Wette gibt. Ich will einsteigen, ich könnte das Geld gut gebrauchen. Brauch dringend n neues Handy.

Max Also wettest du, dass ich sie rumkrieg?

Die Mädchen schnappten kollektiv nach Luft. „Ich fass es nicht!“ presste Kenny hervor.

Marco Ja klar. Falls du Hilfe brauchst, sag Bescheid. Ich kenn sie ja länger. Kann die Kohle echt gut gebrauchen.

Max Alles klar, mach ich. Ich glaub zwar nicht, dass ich Hilfe brauch, aber man kann nie wissen. Ich hab so das Gefühl, dass ich schon bald am Ziel bin



„Ich geh jetzt zu diesem miesen, kleinen Arschloch und dann werde ich ihm zeigen, an was für einem Ziel er ist!“ Kenny stand wutentbrannt auf, aber Lyndz und Fliss hielten sie fest. Rosie schüttelte entsetzt ihren Kopf, Marco stütze seinen Kopf seufzend auf seine Hände und Michael legte fast schon angewidert Marcos Handy von sich weg.

„Widerlich, einfach nur widerlich.“ Rosie war tief betroffen. Was stimmte nur nicht mit dieser Welt?

„Und wir hätten das nie herausgefunden, wenn Matthew heute Morgen nicht so ausgerastet wäre.“ Fliss schüttelte ungläubig den Kopf und ließ Kenny endlich los, die sich halbwegs wieder im Griff hatte. Allerdings schmiedete sie trotzdem noch Mordpläne.

„Ich frage mich jetzt allerdings, warum er überhaupt so ausgerastet ist. Matthew war ja schon immer impulsiv, aber das heute Morgen war so was von daneben…“ Nachdenklich trommelte Lyndz mit ihren Fingern auf den Tisch und bemerkte nicht, die Blicke die sich Michael und Marco zuwarfen. Allerdings bemerkte Kenny diese und sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.

Und auch Fliss waren die Blicke aufgefallen und aufeinmal kam ihr ein Verdacht.
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