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Was wird das nur werden?

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Francesca "Frankie" Thomas Matthew McDougal
24.07.2017
02.12.2018
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07.09.2017 2.121
 
Frankie hatte Kenny damals alles von dem Kuss erzählt, denn selten war sie so durcheinander gewesen. Aber da Matthew danach wieder ganz normal zu ihr war, ging Frankie auch zum Alltag über und versuchte, den Kuss möglichst zu verdrängen. Was ihr ganz und gar nicht leicht fiel, denn irgendwie war der Kuss so…perfekt gewesen.
„Naja, ich denke wir werden früh genug erfahren, wer Matthews neueste Eroberung ist.“ Fliss holte sowohl Kenny als auch Frankie aus ihren Gedanken. Und außerdem hatten sie auch alle besseres zu tun, als darüber nachzudenken, schließlich waren sie ja hier um Lyndz anzufeuern.
Als Frankies Handy vibrierte, wusste sie ganz genau, dass Max ihr eine neue Nachricht geschickt hatte.

Max Hey Frankie, lust auf einen Smoothie bei Mr. S? Sie lächelte und gestattete sich ein Seufzen, was Rosie dazu veranlasste zu grinsen.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich dich mal so sehe.“ Frankie musste lachen.
„Ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber da kannte ich Max ja auch noch nicht.“
Frankie Gerne . Das turnier ist bestimmt um drei zu Ende, dann komm ich zu Mr. S.

Dann packte sie aber ihr Handy weg, denn Lyndz war nun an der Reihe. Und sie war grandios, das sahen auch die Preisrichter so, die ihr den verdienten ersten Platz vergaben. Frankie machte sich dann sofort auf den Weg Richtung Ausgang, es war halb drei und sie wollte Max nicht warten lassen.

„Hey Frankie. Alles klar bei dir?“ Max zog sie an sich, als sie das Beach-Hut-Cafe erreichte. Er hatte ihr schon einen Erdbeer-Smoothie bestellt, welchen er nun zu ihr schob.
„Ja und bei dir?“
Er nickte. „Auch alles gut. Wie war euer Sleepover?“
„War wie immer lustig. Fliss hat sich ehrlich ins Zeug gelegt. Und Lyndz hat heute den ersten Platz geholt.“
„Wow, ich bin beeindruckt. Grüß deine Mädels nachher von mir.“ Er lächelte sie wie immer umwerfend an und Frankie bekam unwillkürlich eine Gänsehaut. Sein Lächeln war einfach perfekt, er hatte weiße schöne Zähne und Grübchen. Sie rückte näher an ihn heran und legte ihren Kopf an seine Schulter.
„Na, bist du müde?“ Er legte seinen Arm um ihre Schultern und beugte sich herunter, um sie zu küssen.

Ein paar Tische weiter saßen Marco und Michael und beobachteten das Ganze.
„Erklär mir mal bitte, was Frankie an dem findet.“ Marco verzog angeekelt das Gesicht, aber Michael stöhnte nur.
„Fang du nicht bitte auch noch an wie Matthew, das halte ich echt nicht aus.“
„Nee, ich meine ja nur. Der Typ ist ein Arschloch, warum erzählen wir Frankie nicht einfach, was wir über den wissen? Oder wenn nicht ihr, dann könnten wir es doch Kenny oder so sagen.“
Michael verdrehte die Augen. Natürlich mochte er die Mädels alle, zumindest mittlerweile. Aber er war der Meinung, dass Frankie ihre eigenen Erfahrungen machten musste und außerdem würde sie sowieso nicht auf sie hören. Sie war nun einmal ein Sturkopf und das würde sie auch immer bleiben. Und vielleicht stimmten die Gerüchte ja auch gar nicht, denn Max sah wirklich verliebt aus. Oder er konnte wirklich verdammt gut schauspielern.

„Hey Leute, habt ihr mir auch einen Smoothie bestellt?“ Matthew kam an ihren Tisch und übersah geflissentlich Frankie und ihren Typen.
„Nee, wir wussten ja nicht wann du kommst. Wo warst du so lange?“
„Ich hatte noch ein Date.“ Matthew grinste seine beiden besten Freunde an, die natürlich sofort Bescheid wussten. Matthew ließ in letzter Zeit nichts anbrennen und war ziemlich beliebt bei den Mädels. Seine neueste Flamme hieß Jessica, aber Michael war sich ziemlich sicher, dass auch das nicht lange halten würde.
„Wie siehts aus, wollen wir hier weiter Smoothies trinken oder noch mal woanders hin? Ich hätte Lust auf schwimmen oder so.“ Matthew trommelte ungeduldig auf den Tisch, während Michael und Marco ihre Smoothies austranken. Er saß mit dem Rücken zu Frankie und Max und er zwang sich, nicht zu ihnen zu schauen.
„Los, lass uns gehen.“ Michael schlug ihm auf die Schulter und gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum Strand.

„Habt ihr eigentlich viel mit den Typen da zu tun?“ Max sah den M&M’s fragend hinterher.
„Naja, da wir in einer Klasse sind und Michael ja der Zwillingsbruder von Lyndz ist schon. Aber wir treffen uns jetzt nicht mit ihnen oder so. Nur in der Schule oder mal zufällig hier. Wieso?“
„Nur so. Nicht, dass einer von denen heiß auf dich ist und ich Konkurrenz habe.“ Max sagte es lachend und Frankie versuchte auch zu lächeln, aber sie sah das Max den M&M’s noch länger hinterher sah. Und auch wenn er es leichthin sagte, bildete Frankie sich ein, dass sein Unterton ein ernster war. Darum wechselte sie schnell das Thema und so wurde der Nachmittag noch sehr schön für sie.

Der Montag kam und wie immer mit ihm die Schule. Frankie hatte ein bisschen verschlafen und beeilte sich dementsprechend, damit sie noch pünktlich zum Unterricht kam. Nur noch einmal um die Ecke, da war auch schon ihr Klassenzimmer – und sie hatte Glück, Miss Nichols war noch nicht da. Darum saßen die meisten Schüler entweder auf ihren Tischen oder standen noch im Raum verteilt. Frankie bahnte sich den Weg zu ihrem Tisch, auf dem es sich Kenny gemütlich gemacht hatte.

„Hey Leute, alles klar?“
„Frankie! Wo warst du denn so lange? Verschlafen?“ Kenny rückte ein bisschen, damit Frankie ihre Sachen auf den Tisch legen konnte, während Fliss ihr ihre Bürste gab, damit sie sich die zerzausten Haare richten konnte.
„Mein Wecker ist ausgefallen, ich glaube ich muss mir einen neuen kaufen.“ Frankie kämmte sich einmal kurz über die Haare und gab die Bürste Fliss dann wieder, die gerade damit beschäftigt war, ihre Hausaufgaben mit Lyndz zu vergleichen.
„Komisch, dass Miss Nichols nicht schon da ist. Sie ist jetzt schon fünf Minuten zu spät.“ Rosie warf einen prüfenden Blick auf die Uhr.
„Sie wird schon noch kommen. Das Glück, dass die mal krank ist, haben wir nicht.“ Aber Kenny sollte nicht Recht behalten, denn nach zehn Minuten kam ein Aushilfslehrer, der ihnen Bescheid gab, dass Miss Nichols tatsächlich krank war und sie doch bitte einfach noch Hausaufgaben oder Referate machen sollten. Hauptsache sie blieben im Klassenraum und das bitte leise.

Aber natürlich, sobald der Jungspund wieder durch die Tür verschwunden war, saßen sie fast alle wieder auf ihren Tischen und nicht einer machte irgendwas für den Unterricht.
„Unglaublich, ich glaube das ist das erste Mal, dass die Nichols krank ist.“
„Abgesehen von der letzten Klassenfahrt, meinst du wohl.“ Rosie schüttelte sich, ihre Brechanfälle waren ihr noch gut im Gedächtnis.
„Immerhin wurde die zum Ende hin doch noch ganz lustig. Das muss man den M&M’s ja lassen.“ Fliss lächelte kurz zu Marco herüber, der sofort rot wurde.
„Na Mädels, was habt ihr hier so zu besprechen?“ Michael und Matthew kamen zu ihnen und grinsten. Lyndz und Kenny stöhnten, während Frankie sich bemühte, sie zu ignorieren.
„Nichts besonderes. Wir haben nur über die letzte Klassenfahrt gesprochen.“ Rosie setzte die Jungs ins Bild.
„Gab es da irgendwas tolles, über das es sich lohnt, noch zu sprechen? Soweit ich mich erinnern kann, war die ganze Aktion ein einziger Reinfall.“ Michael verzog das Gesicht.
„Mit Reinfällen kennt ihr euch ja aus“, frotzelte Frankie grinsend.
„Naja, das sagt diejenige, die mit dem größten Reinfall zusammen ist. Ganz schön große Worte, oder?“

Auf Matthews Aussage folgte erst einmal Schweigen. Frankie sah ihn fassungslos an, die restlichen SOC’s warfen sich alarmierte Blicke zu und warteten auf einen Ausbruch, während Marco nur den Kopf schüttelte und Michael seinen in seine Arme sinken ließ.
„Was genau willst du mir damit sagen, Matthew?“ Frankies Stimme klirrte vor Kälte. Sie hatte ihre Arme verschränkt und sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an. Matthew lehnte sich scheinbar entspannt an einen Tisch und erwiderte ihren Blick.
„Ich denke nicht, dass du allzu dumm bist Frankie und ich bezweifle, dass du über Nacht taub geworden bist. Was an meiner Aussage verwirrt dich denn?“
„ Ich habe keine Ahnung, was mein Leben dich überhaupt angeht. Und außerdem finde ich es ziemlich vermessen von dir, jemanden als Reinfall zu bezeichnen, während du doch der König der Reinfälle bist.“
„Ach, ich bin der König der Reinfälle?“
„Natürlich, das sieht doch jeder. Allein die billigen Flittchen, mit denen du die ganze Zeit rum machst und die du auswechselst, wie es dir gefällt. Wenn du meine ehrliche Meinung hören willst, Matthew, dann bist du bemitleidenswert.“ Frankies Stimme zitterte leicht  bei ihren letzten Worten und Kenny wusste ganz genau, dass es vor Wut war. Das einzige was Kenny wunderte war, dass Matthew auch nach diesen Worten ein überhebliches Lächeln im Gesicht hatte und sie hatte ein irgendwie mulmiges Gefühl als er wieder ansetzte zum Sprechen.
„Immerhin bin ich nicht nur mit jemandem zusammen, um ihn ins Bett zu bekommen weil ich mit meinen Kumpels eine Wette am Laufen habe. Also, liebste Frankie, überdenke noch einmal deinen Satz, wer wirklich der größte Reinfall ist.“ Er stieß sich von dem Tisch ab und ging an einer völlig fassungslosen Frankie vorbei an seinen Platz.

Seine Freunde und auch die SOC’ standen noch völlig still und beobachteten Frankie. Über ihr Gesicht flackerten verschiedene Emotionen: Unglaube, Trauer, Enttäuschung, Wut.
Wut. Langsam drehte sie sich zu dem sitzenden Matthew zu und sagte mit erstickter Stimme:
„Du bist erbärmlich Matthew McDougal. Und ich wünschte, ich wäre dir nie in meinem Leben begegnet.“ Mit diesen Worten griff sie nach ihrer Tasche und verließ den Raum. Kenny eilte ihr nach, während sich die anderen zu Matthew umwandten.
„Ey musste das jetzt sein?“ Michael schüttelte verständnislos den Kopf.
„Du mieser, kleiner…“ setzte Lyndz an, wurde jedoch von ihrem Bruder zurück gehalten. Sie sah ihn erstaunt an. „Lass mich los, Michael!“
Auch Marco schüttelte seinen Kopf und meinte: „Das hättest du auch irgendwie anders verpacken können. Und besonders nicht hier.“
„Was läuft hier gerade überhaupt?“ Rosie sah zwischen den Michael und Marco her. Matthew ignorierte sie vollkommen, sie hatte nämlich gut Lust in sein Gesicht zu schlagen.
Fliss ging auf Matthew zu und stützte sich auf seinen Tisch.
„Spuck’s aus McDougal!“ Sie blitzte ihn gefährlich an.
Aber es war Michael, der das Wort ergriff, sich kurz im Klassenraum umsah und dann sagte: „Lasst uns woanders hin.“

Sie gingen zu den Sportplätzen und setzten sich auf die Bänke. Matthew allerdings war nicht mitgekommen.
„Also?“ Lyndz sah ihren Bruder fragend an, der seufzte erst einmal.
„Matthew hat schon ein bisschen Recht mit dem, was er gesagt hat.“ Er kratze sich am Kopf und sah hilfesuchend zu Marco.
„Naja, es war vielleicht nicht der beste Ort und Zeitpunkt um es Frankie zu sagen, aber Max ist ein Arschloch.“
Die Mädchen sahen sich zweifelnd an. Was sie bisher von Max mitbekommen hatten, schien er ein netter Typ zu sein…konnten die M&M’s Recht haben?
„Mein Cousin kennt Max ein bisschen. Und naja, man bekommt ja unter Jungs so einiges mit und es scheint wohl wirklich in der Klasse von  Max eine Wette zu geben, in der es darum geht ob er Frankie ins Bett bekommt.
Ein paar von denen hatten nämlich die Theorie, dass Frankie so eine Schreckschraube ist, dass sie nie einen Kerl an sich heranlassen würde und so kam das irgendwie zustande.“

Fassungslosigkeit machte sich breit.
„Und das hättest du mir nicht erzählen können?“ Lyndz sah Michael außer sich an. „Du lässt zu, dass eine meiner besten Freundinnen mit einem Typ ausgeht, der darauf wettet, sie ins Bett zu bekommen?“
„Hätte Frankie mir ernsthaft geglaubt, wenn ich es ihr erzählt hätte?“
„Wir haben überlegt, ob wir es einem von euch sagen, aber naja…“ Marco sah die Mädels entschuldigend an.
„Das ist jetzt eine richtig beschissene Situation.“ Rosie fasste den Morgen treffend zusammen. Und alle dachten gerade an Frankie und fragten sich, was sie jetzt machen würde.

Frankie hastete aus der Schule heraus, sie nahm überhaupt nicht wahr, dass Kenny ihr hinterher lief und ihren Namen rief. In ihrem Kopf war nichts außer heiße, weiße Wut, sie spürte  wie ihr Blut kochte und gleichzeitig war ihr eiskalt.
„Frankie jetzt warte mal!“ Kenny holte Frankie ein und fasste sie am Handgelenk.
„Lass mich los, Kenny!“ Frankie zog an ihrem Arm, aber Kenny hielt fest. „Ich will hier nur noch weg, okay? Lass mich!“
„Nein! Seit wann bringt denn weglaufen irgendetwas?“ Kenny sah sie besorgt an. Und dieser besorgte Blick brachte Frankie dazu, einfach zusammen zu sinken – mitten auf dem Bordstein. Die Tränen flossen aus ihren Augen heraus und sie fing an zu schluchzen. Kenny ließ sich kurzerhand neben sie fallen und nahm sie in den Arm, ignorierte die Menschen die um sie herum liefen und versuchte einfach nur für Frankie da zu sein. Und schmiedete schon mal Mordpläne: einen für Max, falls es wirklich stimmen sollte und einen für Matthew.
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