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Was wird das nur werden?

GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Francesca "Frankie" Thomas Matthew McDougal
24.07.2017
02.12.2018
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Der Sleepover fand dieses Mal bei Fliss statt und sie hatte es ganz unter das Motto „Memories“ gestellt. Es hatten alle Fotos heraus gekramt, manche ordentlich in Alben eingeklebt, andere lagen lose in Schuhkartons. Auch die ganzen aufgenommenen Filme von ihren Abenteuern oder Schulprojekten wurden mitgebracht und feierlich und unter viel Lachen angeschaut. Fliss hatte sich ordentlich ins Zeug gelegt und alles dekoriert, Andenken und natürlich noch mehr Fotos hingen an der Wand und in der Mitte lag feierlich ihr Clubbuch.


Es hatte sich einiges verändert. Natürlich, sie waren älter geworden und irgendwann waren die ganzen Streiche mit den M&M’s und all ihre kleinen Abenteuer auf der Strecke geblieben. Oder besser gesagt waren sie alle irgendwie und schleichend herausgewachsen. Aber trotzdem waren die fünf Mädchen noch die besten Freundinnen und auch die Sleepovers fanden noch regelmäßig statt, doch es wurde mehr geredet, einfach Zeit miteinander verbracht. Letzten Sommer waren sie sogar zusammen in den Urlaub gefahren, campen. Da hatte Lyndz ihre erste große Liebe, neben den Pferden, gefunden und der Abschied von Ross fiel ihr sehr schwer und fiel sehr tränenreich aus. Alle hatten zwischendurch schon einen Freund gehabt, außer Frankie. Rosie war sogar noch mit Alec zusammen, bald schon sechs Monate.

Kennys erste Liebe scheiterte daran, dass Luke wegziehen musste, da sein Vater einen anderen Job angenommen hatte. Fliss hatte sich endlich von ihrer Schwärmerei von Ryan Scott verabschiedet, nachdem sie erkannt hatte, was er für ein Hohlbrot war. Der Tag stand bei allen Mädels im Kalender und wurde damals groß gefeiert.

Frankie freute sich für ihre Freundinnen und litt jedes  Mal mit ihnen, wenn eine Beziehung in die Brüche ging, aber irgendwie konnte sie sich nie für einen Jungen so richtig begeistern. Klar hatte sie auch schon ein paar Erfahrungen gemacht, wie sie alle. Aber so richtig hatten die Gefühle nie für eine Beziehung ausgereicht – bis jetzt. Denn jetzt war sie verliebt und nachdem sie alle in Erinnerungen geschwelgt hatten kam das natürlich zur Sprache.


„Hat er dir jetzt eigentlich schon geantwortet?“ fragte Kenny und schob sich eine handvoll Gummibärchen in den Mund.
„Nee, aber ich hab ihm eben ja auch erst geschrieben.“ Frankie verdrehte grinsend die Augen. Max, eine Jahrgangsstufe über ihnen, braun gebrannt, braune Augen und nach einstimmigen Urteil „heiß!“. Er und Frankie hatten sich nach einem Schwimmwettbewerb kennen gelernt, bzw. kamen sie dort ins Gespräch. Vom sehen her kannte man sich halt aus der Schule. Frankie war eigentlich nur wegen Kenny zu dem Wettbewerb gekommen, aber Max hatte sie angesprochen und auf eine Cola eingeladen. Danach tauschten sie Handynummern aus und schrieben sich jetzt hin und her und trafen sich desöfteren auf einen Smoothie bei Mister S oder mal zum Eis essen. Richtig zusammen waren sie zwar nicht, aber die Mädels waren sich einig, dass das nur eine Frage der Zeit sei.
Fliss seufzte auf. „Hach unglaublich Frankie. Du hast ein wahnsinniges Glück, ich glaube ich bin schon ganz grün vor Neid.“ Sie lachten alle, als Frankies Handy piepste.

Max genießt ihr euren sleepover?
Frankie klar
Max ich wollte dich nur wissen lassen, dass ich an dich denke :*

„Oh mein Gott, er ist so süß!“, quietsche Fliss, denn natürlich lasen sie alle mit. Dem stimmten alle zu und Frankie lächelte glücklich. Max war so anders als andere Jungs, er war zielstrebig und süß und…
Mitten in diesen Gedanken piepste Lyndz Handy und diese stöhnte genervt auf. Das konnte dann eigentlich nur ihr Bruder Michael sein und obwohl die zwei sich mittlerweile halbwegs verstanden waren sie doch auch immer noch ziemlich schnell genervt voneinander.
„Was will er denn dieses Mal?“ fragte Fliss und legte sich neben Lyndz um mit ihr lesen zu können.
Michael heyho sis, ich borg‘ mir mal dein tablet aus.
Lyndz seufzte. „Ich wette, er findet seins mal wieder nicht. In seinem Zimmer könnte ein ganzer Tresor verschwinden und man würde ihn nie wieder finden, ihr könnt euch das gar nicht vorstellen.“
Aber trotzdem tippte sein ein „ok.“ in ihr Handy.
Michael danke. Du sag mal, stimmt das eigentlich dass Frankie mit dem Angeber aus der Stufe über uns zusammen is?“
„Was geht ihn das denn an? Außerdem ist Max alles andere als ein Angeber.“, brauste Frankie auf.
„Keine Ahnung, aber Michael hat schon öfter erzählt, dass er Max nicht leiden kann. Einmal hab ich ihn und Marco und Matthew gehört, wie sie sich über ihn und seine Freunde unterhalten haben und das Urteil fiel alles andere als positiv aus.“
„Wahrscheinlich sind sie bloß neidisch.“ Diese Theorie kam von Rosie, aber Lyndz schüttelte den Kopf und meinte:
„Nee, das klang irgendwie anders. Keine Ahnung, aber das soll ja ihr Problem sein und nicht unseres.“
„Mädels, wie sieht es denn eigentlich bei euch diesen Sommer aus? Meint ihr es klappt wieder mit einem SOC’s-Urlaub?“ brachte Kenny das Gespräch wieder auf Kurs.  Sie hatten nämlich auch für diesen Sommer schon Pläne und jede von ihnen sparte schon das ganze Jahr fleißig dafür (oder versuchten es zumindest) aber so richtig fest stand es noch nicht und das hatte mehrere Gründe. Zum einen wollte Rosie nicht so lange von Alec getrennt sein, Kenny hatte ein wichtiges Sportevent und Lyndz Eltern wollten einen Urlaub mit der ganzen Familie machen „bevor ihr alle erwachsen seid und nichts mehr mit euren alten Eltern machen wollt“.
„Wenn es diesen Sommer nicht klappt, dann vielleicht im Herbst.“, schlug Frankie vor und machte es sich schon mal auf ihrem Schlafsack gemütlich.
„Das wird schon irgendwie.“


Der nächste Morgen begann mit einem Klingeln von Lyndz‘ Handy, was einfach nicht aufhören wollte. Lyndz hatte ein Reitturnier, was sie nicht verpassen durfte und musste dementsprechend früh raus und die restlichen Mitglieder  wollten ebenfalls mit um sie zu unterstützen. Also rieben sie sich die Augen, wuschen sich und zogen sich anschließend an, damit sie rechtzeitig fertig wurden.

Als sie an dem Veranstaltungsort ankamen, wimmelte es dort schon von Menschen und Lyndz verabschiedete sich von ihren Freundinnen, die sich aufmachten um einen geeigneten Sitzplatz zu ergattern.
„Soll ich Popcorn holen? Hat jemand Hunger?“  
„Lass mal Kenny, ist noch zu früh.“ Dezent verbarg Fliss ihr Gähnen hinter ihrer Hand.
„Ich hab Hunger! Wenn sonst niemand was will, geh ich jetzt.“
„Bring mir bitte ein Wasser mit, okay?“ Frankie gab Kenny das Geld und die machte sich auf den Weg.
„Was meint ihr, wie lange das heute dauert?“ Rosie tippte auf ihrem Handy herum und spielte nebenbei gedankenverloren in ihrem Haar.
„Bestimmt bis heute Nachmittag. Hält es Alec so lange ohne dich aus?“ Frankie stupste ihr freundschaftlich in die Seite und kicherte. Alec und Rosie führten eine sehr innige Beziehung und die Mädchen waren einstimmig der Meinung, dass er wirklich ein lieber Kerl war. Ab und zu kam er sogar mal mit ihnen zu Mr. S und er verstand sich mit ihnen allen prima.
„Ihr werdet nicht glauben, wen ich gerade gesehen hab!“ Kenny ließ sich neben sie plumpsen und reichte Frankie das mitgebrachte Wasser. „Da steht ernsthaft Matthew und knutscht mit so einer fremden Tussi. Wusstet ihr, dass er mit jemanden zusammen ist?“
„Nö, ich wusste es nicht. Kennt man sie denn?“ Fliss griff in Kennys Popcorn und reckte den Kopf um einen Blick auf Matthew und die Unbekannte zu werfen.
Kenny schüttelte aber den Kopf. „Ich kenne sie jedenfalls nicht, ich glaub nicht, dass sie auf unserer Schule ist.“
„Wie sieht sie denn aus?“ Auch Rosie fand es interessant und suchte den Platz ab, nur Frankie holte ihr Handy heraus und tippte darauf herum.
„Lange blonde Haare, gute Figur. Mehr habe ich nicht von ihr sehen können, ihr Gesicht klebte an dem von Matthew.“ Kenny verdrehte die Augen, schielte aber kurz  zu Frankie, die ganz vertieft in ihr Handy schien.
„Ich habe eh gehört, dass Matthew in letzter Zeit nichts anbrennen lässt.“
„Von wem denn, Rosie?“
„Von Alec. Er war früher doch im gleichen Tennisverein wie Matthew und daher haben sie ein paar gemeinsame Freunde. Von denen hat er es wohl gehört.“
„Hm.“, war Kennys Kommentar dazu. Wieder warf sie Frankie einen Seitenblick zu, die aber so tat als würde sie das nicht bemerken. Kenny war von den SOC’s die Einzige, die von dem Kuss zwischen Frankie und Matthew wusste, aber sie wusste ebenso gut, dass Frankie sich ziemliche Mühe gab, den Vorfall zu verdrängen. Und sie würde einen Teufel tun, um die Geschichte wieder hervor zu kramen.


Flashback
Es passierte auf der letzten Klassenfahrt. Insgesamt gesehen war die ganze Fahrt eine einzige Katastrophe: die Unterkunft nicht so sauber wie gewünscht, ein Magen-Darm-Virus machte die Runde und legte erst einige Schüler und dann auch noch Miss Nichols flach und dazu kam auch noch schlechtes Wetter. Die Laune aller sank auf den Nullpunkt, aber wie das meistens so ist – ist die Laune erst mal ganz unten versucht man mit dem Mut der Verzweifelten doch noch das Beste aus der Situation raus zu holen.
Und natürlich waren es die M&M’s die den ganzen Mist anfingen, wer auch sonst. Als mal wieder alle einfach nur schlecht gelaunt in ihrem Zimmer oder über der Kloschüssel hingen (Rosie hatte es schlimm erwischt, aber sie befand sich wieder auf dem Weg der Besserung) kamen auf einmal Michael, Matthew und Marco in ihr Zimmer gestürzt und zwar mit riesigen Wasserpistolen und bevor eines der Mädchen wusste was überhaupt los war, waren sie alle von oben bis unten nass gespritzt und standen wie begossene Pudel da, was die M&M’s zu Triumphgeheule trieb. Aber nur kurz, denn Frankie erholte sich als erste von dem Schock, schnappte sich kurzerhand eine Wasserflasche und kippte sie in Richtung der Jungs. Und auch die anderen suchten nach geeigneten „Waffen“, was die Jungs dazu trieb schnell das Weite zu suchen, gefolgt von den SOC’s – und das ganze artete im strömenden Regen zu einer Wasserschlacht aus, an der die ganze Klasse gröhlend teilnahm.
Frankie hatte sich eine der Wasserpistolen erobert und sie und Matthew standen etwas abseits von den anderen sich gegenüber, jeder mir einer Wasserpistole bewaffnet und den anderen taxierend.
„Na Frankie, was ist los? Hast du etwa Angst?“ Er zwinkerte ihr frech zu.
„Daran glaubst du doch wohl selbst nicht. Vor kleinen Jungs habe ich nur selten Angst.“, lachte Frankie.
„Klein…?“ Matthew schmiss daraufhin seine Pistole zur Seite und stürzte auf sie zu. Von dem Aufprall stürzte Frankie, aber da unter ihr Gras und Matsch war tat es nicht weh. Sie rangelten beide, mussten aber auch lachen und schließlich hatte Matthew sie soweit, dass er ihre Arme auf den Boden drückte und triumphierend sagte:
„Wer ist hier jetzt klein?“
Frankie zappelte ein wenig, aber in den letzten Monaten hatte er einiges an Muskelkraft dazu gewonnen und sie musste sich leider eingestehen, dass sie wohl eher mal nicht aus dieser Situation heraus kam.
„ Ja ja, Matthew schon gut. Du bist nicht klein, du bist groß und stark. Jetzt lass mich los.“
Aber er schüttelte nur den Kopf und lachte sie aus. Es war kein gemeines Lachen, wie sie registrierte, eher ausgelassen und veranlasste sie dazu, mitzulachen.
„Du bist so ein Idiot.“ Sie schüttelte im Matsch den Kopf.
„Klar, aber das weißt du doch schon lange.“ Er grinste und beugte sich über sie, so dass ihre Gesichter genau gegenüber waren. Blaue Augen sahen in braune…
Und aufeinmal, Frankie wusste nicht wie ihr geschah, küsste er sie. Und sie erwiderte den Kuss und für einen kurzen Augenblick schien die Welt still zu stehen und es fühlte sich alles richtig an…

Flashback Ende
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