Music is my life

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Emma Ludbrook Jared Leto OC (Own Character) Shannon Leto Tomislav "Tomo" Milicevic
19.07.2017
07.09.2017
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Bewusst nimmt Jared am nächsten Morgen wahr, dass sein Fuß zwar pocht, aber lange nicht mehr so feste wie noch gestern Abend. Mit Blick auf seinen Blackberry stellt er fest, dass es bereits 6 Uhr ist. Zu Hause würde er jetzt aufstehen um zu arbeiten, aber sein Laptop ist noch nicht da.
‚Wenn ich schon mal zur Ruhe verdonnert bin, kann ich auch versuchen noch ein bisschen zu schlafen‘ überlegt Jared, aber dann ist er neugierig und wirft ein Blick unter die Decke, auf seinen Fuß. Allerdings sieht er nicht viel und versucht es dann doch noch einmal mit dem schlafen. Bis zum Frühstück schlummert er nochmal ein, sitzt aber Kerzengerade im Bett, als die Krankenschwester ins Zimmer gestürmt kommt und los poltert „Guten morgen, Frühstück.“
„Morgen“ knurrt Jared und wirft ein Blick auf das Tablett. Was er sieht verschlägt ihm gleich wieder den Appetit, alles was es zum Frühstück gibt ist nicht Vegan. Gefrustet schiebt er das Frühstück zur Seite und widmet sich lieber seinem Blackberry, 5 verpasste Anrufe und unzählige SMS, sowie Mails. Kurz seufzt er dann schaut er durch wer etwas von ihm will. Emma ruft er direkt zurück und erklärt seine Situation, Emma ist der Meinung, dass er die paar Tage zur Erholung nutzen soll und ihr die Arbeit überlassen soll.
„Ich bekomme heute mein Laptop und bis dahin arbeite ich mit meinem Blackberry, dann weiß ich das die Arbeit so gemacht ist wie ich es will.“ Jared weiß das er Emma damit Unrecht tut, aber er hasst es wenn ihm jemand vorschreiben will, was er tun soll, und gerade Emma als seine Assistentin weiß das sehr genau.

Es klopft energisch und gleichzeitig stürmt die Krankenschwester wieder ins Zimmer, ein missmutiger Blick fällt auf das nicht angerührte Frühstück „Sie haben ja gar nichts gegessen. Sie wissen schon, dass sie hier kein Klavier bekommen?“ Jared kann ihren Spott regelrecht hören.
„Ich weiß nicht was sie von mir denken, aber nur weil ich Vegan bevorzuge, muss ich mich von ihnen nicht verspotten lassen.“ Gekonnt süffisant behält er sie im Auge und bemerkt zu seiner Genugtuung, dass sie leicht rot wird.
„Entschuldigung das wusste ich nicht.“ Damit verschwindet sie ganz schnell aus dem Raum. Es dauert auch nicht lange, dann kommt sie erneut ins Zimmer mit einem Tablett mit Müsli, Mandelmilch und einem Apfel, sowie einer Banane. „Es tut mir wirklich leid, ich habe einfach nicht nachgedacht. Es ist nur…“ weiter spricht sie nicht.
„Kein Problem, jeder kann sich mal irren und ich bin auch schon mal mit der Tür ins Haus gefallen, naja sogar öfter.“ Lacht Jared, was selbst die Krankenschwester zum Lachen bringt.
„Ehrlich gesagt, hatte ich Respekt vor ihrem Ruf, Herr Leto. Man sagt ja, dass sie nicht ganz einfach sind.“ Betreten guck sie auf den Boden.
„Ja zu meinem Leidwesen bin ich das bestimmt auch nicht, aber das ehr im beruflichen als privaten Umfeld. Trotzdem danke für ihre Ehrlichkeit. Ich bin übrigens Jared.“ Kurz wirft er einen Blick auf das Schild mit dem Namen „Samantha“ Damit hält er ihr seine Hand entgegen und zeigt sein sympathisches Lächeln.
„Niemand nennt mich Samantha, außer mein Chef“ zwinkert sie. „sagen sie doch Sam, Jared. Es würde mich freuen. Haben sie Schmerzen? Oder kann ich noch etwas bringen?“ wie ausgewechselt ist Sam auf einmal die Ruhe und Freundlichkeit selbst. Was Jared deutlich besser gefällt. Es mag es nicht, wenn sich jemand direkt durch seinen Ruf einschüchtern lässt. Im Beruf ist dieser Ruf gut, aber im privaten würde sein Bruder ihm ganz gehörig in den Hintern treten.
„Nein, danke Sam, alles in Ordnung. Aber wissen Sie, wann ich einen Arzt sprechen kann?“
„Frau Dr. Kommt in ca. 30 Minuten zur Visite, dann können Sie Fragen stellen, aber ich kann Ihnen schon verraten das die OP sehr gut verlaufen ist.“ Mit einem Lächeln auf den Lippen verlässt Schwester Sam das Zimmer und Jared macht sich über das Frühstück her.
Jared hat gerade zu Ende gefrühstückt, da klopft es erneut an der Tür und kurz darauf steht Dr. Faith Kennedy im Raum. Mit einem strahlenden Lächeln geht ihr Blick auf das Tablett. „Guten Morgen, wie ich sehe haben Sie schon Appetit, dass ist sehr gut. Wie sieht es mit den Schmerzen aus?“ Jared hat Mühe sich zu konzentrieren, dass Lächeln und ihre Augen bringen ihn heute, wie auch schon gestern, total aus dem Konzept, so dass er kaum hört was sie sagt. Die ersten Worte hören sich ähnlich an wie smmmssen oder kliiinnnntrfhj auf jeden Fall ergeben sie keinen Sinn, danach konzentriert sich Jared auf ihre Worte und versteht sogar das sie ihn nach den Schmerzen fragt.
„Der Fuß tut heute schon weniger weh, als gestern nach der Show. Was genau haben sie den bei der OP gemacht?“ will Jared wissen, was ihm einen verwunderten Blick der Ärztin einbringt.
„Sie waren gestern ziemlich durch den Wind hm? Das hatte ich ihn gestern erklärt, aber kein Problem ich erzähle es ihn auch nochmal wenn sie möchten.“ ‚Durch den Wind? So kann man es sagen, oder abgelenkt durch die schöne Frau vor mir.‘ selbst verwundert schüttelt er innerlich den Kopf, nickt aber damit er erklärt bekommt was gemacht wurde.
Sie nimmt sich einen Stuhl heran und setzt sich neben das Bett, aus der Patientenakte nimmt sie ein Blatt und zeigt es dem Sänger. ‚Ah das Blatt kenne ich, dass hat sie mir gestern schon mal gezeigt.‘ erinnert er sich. Mit Hilfe des Blattes erklärt die Ärztin was gemacht wurde und auch das die OP planmäßig und ohne Probleme verlaufen ist.
„Mit ein bisschen Glück, können Sie übermorgen entlassen werden, je nachdem wie die Narbe aussieht.“ Mit aufmerksamen Blick beobachtet sie Jared „Und bis dahin heißt es Ruhe halten, alles klar?“ Diese Aufforderung ist eine deutliche Ansage die keinen Widerspruch zulässt, aber gleichzeitig so freundlich gesagt ist, dass sie Jared verwirrt.
„Alles klar, Ruhe. Heißt Ruhe im Bett bleiben?“ erkundigt er sich vorsorglich.
„Ruhe heißt Bein Hochlagern, es ist noch geschwollen und das Bein die ganze Zeit unten zu lassen, fördert dies nicht. Natürlich dürfen sie raus in den Park, aber bitte im Rollstuhl und mit Beinstütze.“
„So kann ich aber keine Gitarre spielen.“ Zwinkert er der Ärztin zu, leider nicht mit dem gewünschten Erfolg.
Dann wird das warten müssen Herr Leto, so leid es mir tut. Ich hätte nichts gegen ein kleines Konzert im Park, aber ihre Gesundheit geht vor. Also Bein oben lassen und Gitarre beiseite stehen lassen. Haben Sie noch Fragen oder ist vorerst alles in Ordnung?“ Jared ist sich sicher, dass es ihr schon leid tut aber vielleicht kann man das ja doch irgendwie arrangieren mit dem kleinen Konzert im Park, mal sehen.
„Nein keine fragen und alles in Ordnung. Danke für die Erklärung und die OP.“ Er hält ihr seine Hand entgegen und damit verwirrt er sie dieses Mal offenbar. Zufrieden stellt Jared fest, dass er diesen Ausdruck in ihren Augen mag. Jedoch verschwindet dieser schnell wieder und die Ärztin hat sich wieder unter Kontrolle.
„Gerne Herr Leto, ich komme heute Abend, nach Schicht Beginn, noch mal vorbei und seh nach ihnen.“ Damit verabschiedet sie sich.

Ein zufriedener Jared Leto bleibt zurück und hat ein kleines Lächeln auf den Lippen. ‚Was ist die süß.‘ gerade realisiert er, dass er seit Amber wieder jemanden attraktiv findet, als es klopft und Schwester Sam ins Zimmer kommt. „ Wie war das Frühstück und die Visite?“ erkundigt sie sich.
„Beides sehr zufrieden stellend.“ Grinst Jared vor sich hin. Damit verschwindet die Krankenschwester auch schon wieder.
Ganz in Gedanken versunken, sein Blackberry vergessend liegt Jared im Bett und hat immer wieder diese Augen vor sich. Sie funkeln wie das tiefe Meer, es ist ein wirklich schönes Grün, so eins hat er noch nie gesehen, die braunen Haare sind ein interessanter Gegensatz dazu und unterstreicht das Grün der Augen noch mehr. Wenn sie lächelt, dann hat man das Gefühl man ist unter Wasser und guckt nach oben, wo die Sonne das Wasser etwas erhellt und es zum glitzern bringt.
Bei den Gedanken schüttelt er sich ‚Was denke ich da überhaupt, sie ist meine behandelnde Ärztin. Aber diese Augen sind der Hammer!“ noch immer in Gedanken versunken, hört Jared das klopfen nicht. Erst als sein Bruder ins Blickfeld tritt erwacht er aus seinen Gedanken.

„Jay, wie sieht’s aus? Alles in Ordnung bei dir?“ mit besorgten Blicken mustert er seinen kleinen Bruder. „Man warst du gestern fertig, du hast ja gar nichts mehr mitbekommen.“ Stellt er noch fest.
„Alles bestens, ich habe kaum Schmerzen und Frühstück war such okay. Die OP ist gut verlaufen, ich soll aber Ruhe halten.“ Bei den letzten Worten verdreht er theatralisch die Augen und lässt sich gespielt seufzend zurück ins Kissen fallen. Shannon muss laut lachen.
„Wer hat dich denn zur Ruhe verdonnert? Doch wohl nicht die Ärztin von gestern?“
„Doch Shan, sie ist sadistisch sie will mich quälen.“ Noch ein wenig theatralischer verbirgt er sein Gesicht hinter den Händen, bevor er die Arme von sich streckt. „Genauso gut hatte sie mich ans Bett fesseln können. Das wäre weniger ge…“ weiter kommt er nicht, da besagte Ärztin gerade an sein Bett heran getreten ist.
„Wer hat sie am Bett gefesselt oder hatte es genauso gut machen können?“ fragt sie belustigt.
Jared reagiert sofort und spielt weiter seine Rolle „Sie Frau Dr., sie haben mir Ruhe verordnete, dass ist fast so schlimm wie anketten, nein schlimmer. So muss ich mich selbst zur Einhaltung zwingen.“ Fast schon übertrieben gequält schaut er zwischen Shannon und der Ärztin hin und her. Doch beide fangen laut an zu lachen.
„Ja sie tun mir leid, aber festketten darf ich sie nicht, dass würde gegen ihre Menschenrechte verstoßen. Aber gut gespielt Herr Leto. Ich wollte ihnen auch nur den Rollstuhl bringen, damit sie das Wetter genießen können.“
„Dankeschön, dass werde ich garantiert machen.“ Gerade räumt Shannon sein Laptop aus und reicht es seinem Bruder, als sich der Blick von Dr. Kennedy verdunkelt.
„Was wird das?“ fragt sie streng, so dass sogar Jared ein schlechtes Gewissen bekommt.
„Mein Laptop, den brauche ich zum arbeiten.“ Jared hätte nicht gedacht, dass die Frau wirklich böse werden kann, aber jetzt weiß er es.
„Haben wir nicht von Ruhe gesprochen? Das schließt auch mit ein, ein paar Tage nicht zu arbeiten.“ Ihre Stimme ist eisig geworden. Shannon macht einen Schritt auf Jared zu um das Laptop wieder einzupacken, doch sein Bruder hält ihn mit einer herrischen Handbewegung davon ab.
„Meine Arbeit ist kein Stress, sondern Erholung für mich, außerdem haben Sie gesagt ich soll den Fuß hoch halten, das tue ich. Ich brauche fürs Arbeiten nicht aufstehen, das geht wunderbar von hier aus.“ Jared’s Stimme, vorhin noch freundlich und ruhig, ist jetzt schneidend. Wer Jared kennt weiß ganz genau, dass er nicht ohne Arbeit kann, nach ein paar Stunden wird er unerträglich und ungemütlich. Da lässt Jared auch nicht mit sich reden, davon ist Shannon jedenfalls überzeugt.
„Sie sind in einem Krankenhaus Herr Leto! Das bedeutet, dass sie hier sind um sich von der OP zu erholen und zu genesen, nicht zum Arbeiten. Ganz egal welche ausreden Sie haben. Soweit ich weiß haben Sie eine Assistentin, lassen Sie ihr die Arbeit. Erwische ich sie dabei wie sie das Laptop nutzen, außer für Ihre Belustigung, dann ist es aus mit dem Spaß hier. Haben wir uns verstanden?“ Die junge Ärztin hat die Hände in die Seiten gestemmt und ihr Blick unterstreicht ihre Aussage perfekt, sie funkeln auch jetzt wieder, aber dieses Mal nicht wie durch die Sonne, sondern bedrohlich, wütend. Selbst Jared lässt dieser Blick nicht kalt. Jedoch anders als er wirken sollte.
Dieser Blick bringt ihn um den Verstand ‚Wow jetzt könnte ich so über sie herfallen, streiten mit ihr macht garantiert Spaß.‘ doch vorerst lenkt er ein. „Okay, Vorschlag ich arbeite am Vormittag, wenn sie eh Feierabend haben und die Nachmittage lass ich es sein. Nur ich muss wenigstens das wichtigste abarbeiten, Dinge die selbst Emma nicht geregelt bekommt. Deal?“ ein gewinnendes Lächeln umspielt Jared’s Mund während er auf ihre Antwort wartet. Stumm liefern sich beide ein kleines Duell bis die Ärztin einlenkt.
„okay, Deal aber nur wenn sie Nachmittags dann raus in den Park gehen.“ Jared nickt und beide schlagen ein. Im rausgehen richtet sie sich an den älteren Bruder „Ihr Bruder ist ganz schön hart im verhandeln und nicht ganz fair.“ Trotz der Worte zwinkert sie ihm zu.
Shannon hat diese kleine Wortgefecht interessiert beobachtet und erstaunt festgestellt, dass gleich zwei Personen, denen er das nicht zugetraut hätte, eingelenkt haben. Selbst Jared, den er besser kennt als irgendwer sonst, hat nachgegeben. Das gab es noch nie! Normalerweise gibt Jared, wenn es um seine Arbeit geht, nicht nach. Er fordert von jedem 100 Prozent Leistung, von sich selbst aber 150 Prozent. Wenn alle anderen 10 Stunden arbeiten, dann arbeitet er mindestens 15 Stunden und jetzt will er nur am Vormittag arbeiten? Ob das funktioniert bezweifelt der Drummer stark, aber er lässt sich gerne von etwas anderem überzeugen.

Jared nimmt sich direkt das Laptop und seinen Blackberry zur Hand. „Shan ich werde jetzt ein bisschen arbeiten, danke das du mir die Sachen vorbei gebracht hast. Können wir später noch mal reden? Ich habe da eine Idee im Hinterkopf, die muss ich mal etwas näher beleuchten.“
Shannon verabschiedet sich kurz von seinem Bruder und lässt ihn mit seinen Gedanken alleine. Der Vormittag vergeht mit arbeiten und organisieren. Ein Teil der Aufgaben muss der Sänger wohl oder übel an Emma übertragen, oder einfach noch früher aufstehen. Da er hier aber im Krankenhaus ist, kann er nicht wie gewohnt arbeiten und gibt daher doch einige Aufgaben ab.
Die Telefonate und Emails beanspruchen den gesamten Vormittag. Zum Mittag erschien Schwester Sam wieder und platzt in ein Telefonat in dem Jared gerade etwas lauter wird. Ein Entwurf für das nächste Album ist nicht so umgesetzt worden, wie er es wollte. Der Designer nannte es künstlerische Freiheit, Jared dagegen nannte es den größten Mist den er je zu sehen bekommen hatte. Bis morgen früh will er den neuen Entwurf vorliegen haben, ansonsten sucht er sich jemand kompetenteren.
Schwester Sam verzog sich ganz schnell wieder, sie wollte nicht in die Schussbahn geraten. Allerdings traute sie sich fast eine Stunde später wieder ins Zimmer und trifft auf einen völlig entspannten Sänger. „Jetzt weiß ich was sie heute morgen meinten. Jetzt ganz entspannt, aber vor einer Stunde hätte ich nicht am anderen Ende sein wollen.“
Jared winkt ab „Wer Mist baut muss mit einem Anschiss rechnen. Ganz einfach. Aber was anderes, wie komme ich am besten in den Park?“
Sam erklärte es ihm kurz und half ihm auch in den Rollstuhl „Wenn mich jemand sucht, ich bin im Park und Mobil erreichbar.“ Zwinkert er ihr zu, schon rollt er Richtung Tür. „Achja, sorry, danke fürs helfen.“ Zeigt auf den Rollstuhl und dreht sich kurz zu ihr um. Schwester Sam winkt nur ab.

Die Krankenschwester ist sympathisch, hat aber auch Haare auf den Zähnen, der Sänger weiß nicht genau wie er sie einschätzen soll. Nur bei einem ist er sich sicher, Starallüren mag sie gar nicht. Bei dem Gedanken an die Aktion beim Frühstück muss Jared schmunzeln. Auf dem Weg vom 6. Stock nach unten kommen ihm immer wieder Leute entgegen die ihn verwirrt, überlegen ansehen. Ein Jungs Mädchen hat ihn scheinbar auch erkannt, sagt aber nichts.
Die Blicke die ihm immer wieder zugeworfen werden ist er gewohnt und heute muss er erst recht damit rechnen. Er hat eine Knallbunte luftige, weite Hose an, seine Boots und eins seiner Shirts mit dem tiefen Armausschnitten. Aber warum soll er so auch nicht herum laufen, ähm rollen, immerhin ist es Hochsommer und heiß, außerdem ist er im Krankenhaus und nicht auf einer Modenschau. Auf die Bühne könnte er dagegen tatsächlich so gehen. Bei den Blicken die er kassiert schmunzelt er erst innerlich, dann sogar nach außen, wirft den Leuten einen belustigten Blick und ein grüßendes Kopf nicken zu.
Der Sänger hat Spaß daran und seine Laune steigt, als er langsam in den Park rollt, er ist schön angelegt. An der rechten Seite ist ein Spielplatz, wo vereinzelt ein paar Kinder spielen, es stehen viele Bänke, die im Schatten sind gut besetzt. In der Mitte des kleinen Parks ist ein Springbrunnen, der leise vor sich hinplätschert und es gibt einige Laubengänge, die von Rosen eingefasst sind. Es ist, trotz der spielenden Kinder, ruhig hier, man hört keine Autos, dafür aber Vögel.
Jared sucht sich ein Platz im Schatten und schaut neugierig den Kindern beim Spielen zu, so unbeschwert, dass ist unglaublich schön. Dann jedoch bleibt sein Blick am Rand des Spielplatzes hängen, dort sitzt ein kleiner Junge im Rollstuhl und sieht den anderen Kindern beim toben zu. Der Junge scheint ca. 12 zu sein, eventuell auch erst 10 und scheint ganz alleine da zu sein.
Jared liebt Kinder, er kann es aber nicht leiden wenn sie traurig sind. Dabei fängt Jared’s Herz an zu bluten, Kinder sollten fröhlich sein, das Leben genießen und nicht so traurig gucken wie der kleine Junge dort.
Jared rollt langsam zu ihm rüber „Hi ich bin Jared“ Stellt er sich einfach mal vor, ohne zu wissen ob das so eine gute Idee ist. Der Junge schaut ihn kurz an und überlegt offensichtlich „Hi ich bin Julian.“
„Du musst auch in `nem Rollstuhl sitzen?“ plaudert Jared darauf los.
„Ja, du ja auch. Bist du auch schon immer darin? Oder nur gerade weil du dir weh getan hast?“ Jared muss schwer schlucken ‚Seit immer? Zum Glück nicht, aber Julian scheinbar‘
„Ich brauche den nur ein paar Tage. Du immer?“ erkundigt er sich vorsichtig.
„Ganz früher nicht, sagt Papa, da konnte ich laufen, nach dem Unfall nicht mehr.“ Erneut muss Jared schlucken, durch ein Unfall und das in so frühen Jahren.
„Bist du gefallen oder was für ein Unfall war das? Wenn du mir das nicht erzählen magst, ist das in Ordnung Julian, okay.“
„Nein ich kann mich da eh nicht dran erinnern, ich weiß nur was Papa mir erzählt hat. Meine Mama war mit mir spazieren, da ist ein Betrunkener von der Straße abgekommen, ich kann seitdem nicht mehr laufen und Mama ist dabei gestorben.“ Der Sänger sieht die Augen verdächtig glitzern und fühlt sich schlecht in diesem Moment, warum hatte er auch nachgefragt.
„Sorry ich wollte dich nicht an das schreckliche erinnern was dir passiert ist.“ Versucht Jared sich zu entschuldigen, doch der junge schüttelt den Kopf.
„Davon weiß ich ja nichts mehr, ich bin nur traurig, weil der Papa dann immer so traurig ist. Was hast du denn gemacht, dass du den Rollstuhl brauchst?“ Wie ausgewechselt, ändert der kurze das Thema. Kurz überlegt Jared ob er ihn ablenken kann und fängt dann einfach an zu erzählen.
„Ich habe gestern mit der Band ein Konzert gegeben und in einer Pause, bin ich auf der Treppe umgeknickt und nach dem Konzert war mein Fuß dann dick und blau. Ich wurde heute Nacht operiert.“ Während er das erzählt bekommt der kleine Mann ganz große Augen.
„Du spielst in einer Band“
„Eigentlich bin ich der Sänger, aber ich spiele auch Gitarre.“ Jetzt fängt Julian ganz begeistert an zu grinsen.
„Ich spiele auch Gitarre, ich würde ja viel lieber Schlagzeug spielen, aber das geht ohne Beine schlecht.“ Seine Augen funkeln Begeisterung.
„Mein Bruder spielt bei uns das Schlagzeug. Was spielst du denn auf der Gitarre?“
„Ich liebe Van Halen. Aber eigentlich nur wegen der Gitarrensolos, ganz besonders Eruption.“ Jetzt strahlt er richtig und hält seine Hand bereits, als hätte er eine Gitarre in der Hand.
„Du kannst Eruption spielen? Auf einer Akustik- oder E-Gitarre?“ begeistert sieht Jared den jungen an und lässt sich von dessen Begeisterung mitziehen. Wenn er das richtig spielen kann, muss der Sänger das unbedingt hören.
„Auf beidem.“ Erwidert der kleine Mann ganz stolz. „Was macht ihr für Musik?“ fragt er nun Jared.
„Wir machen Rock. Unsere Band heißt 30 seconds to Mars, vielleicht kennst du ja Lieder von uns.“ Während er das erzählt, sieht er wieder dieses erstaunen in seinem Gesicht.
„Do or Die, Hurricane, Beautiful lies, kann ich ohne Probleme auf meiner Gitarre spielen, klar kenne ich euch. Aber ich habe euch noch nie live gesehen, der Papa ist dagegen. Er sagt immer mit dem Rollstuhl geht das nicht.“ Jetzt ist Jared es, der erstaunt ist.
„Du kennst uns nicht nur, sondern kannst sogar Lieder spielen? Das musst du mir unbedingt vorspielen. Hast du eine Gitarre dabei? Achso und wir haben immer wieder Menschen, die im Rollstuhl sitzen, auf unseren Konzerten, dafür haben wir einen abgesperrten Bereich.“ zwinkert er Julian zu.
„Nein ich darf nie eine Gitarre mit ins Krankenhaus nehmen.“ Entschuldigend schüttelt er den Kopf. Sofort greift Jared zu seinem Blackberry.
Kaum hat sein Bruder abgenommen sagt er „Shan pack Meine Gitarre ein und komm bitte rüber.“ während des Telefonates behält er den Jungen im Blick und sieht wie sich erstaunen auf dem Gesicht breit macht.
Jared selbst fühlt sich gerade richtig gut und hofft Julian damit eine Freude zu machen, davon kann nicht jeder in der Schule berichten.
Es dauerte eine ganze Weile bis Shannon mit der Gitarre im Park ankommt, doch ihm liegt schon die erste Frage auf der Zunge. Jared kommt ihm jedoch zu vor. „Shan darf ich vorstellen, dass ist Julian. Er spielt Gitarre, er kann sogar Eruption spielen, und auch ein paar Lieder von uns.“ Man kann den Stolz in Jared’s Stimme direkt hören.
Shannon geht vor dem Jungen in die Hocke, reicht ihm die Hand und stellt sich vor. „Hi ich bin Shannon und der Drummer in der Band“ flüsternd setzt er noch „Und der Bruder von dem verrückten da neben dir.“ Hinzu und zwinkert ihn verschwörerisch zu, was Julian laut zum lachen bringt.
Jared guckt zwischen den beiden hin und her, was Julian nur noch mehr zum lachen bringt. Das ist deutlich besser als der traurige Junge von vorhin. So gefällt er Jared schon viel besser. Kinder sollten nicht traurig sein, sie sollen Spaß haben.

Shannon gibt die Gitarre an Julian weiter und der hört sich den Klang an und stimmt etwas nach „Pass auf mein Baby auf“ fleht Jared gespielt den Jungen an, was diesen erneut zum Lachen bringt.
Nach ein paar Probe griffen, fängt er langsam an sich leise einzuspielen, bevor er eine Akustikvariante von Eruption spielt. Er spielt es nicht wie das original, was auf einer Akustikgitarre auch ziemlich bescheiden geklungen hätte, stattdessen hat er es zu seiner ganz eigenen Variante geändert. Julian taucht völlig in seine eigene Welt ab, bei einem schrägen Ton verzieht er das Gesicht schmerzhaft. Die beiden Brüder sitzen staunend vor und neben ihm, werfen sich vielsagende Blicke zu. Beide sind über so ein junges Talent begeistert. Seine Finger fliegen über die Seiten.
Nach Eruption spielt er einen Übergang zu Up in the Air, Jared fängt erst leise an mit zu summen, dann mit zu singen. Shannon steht auf, sucht zwei Stöcke und trommelt dann auf Jared’s Rollstuhl im Takt dazu. Dann wechselt er auf Julian’s und fängt dann richtig an mit zu drummen. Jared lässt sich davon mitreißen und singt immer lauter.
Mit einem erneuten kleinen Übergang wechselt Julian zu Do or Die. Bei dem Lied ist Julian noch sicherer und lässt seinen eigenen Stil mit einfließen, Jared ist hin und weg und steigt darauf ein. Die drei Jungs merken gar nicht, dass immer mehr Besucher stehen bleiben und zu hören. Doch als Julian dann aufhört zu spielen bekommen alle drei großen Applaus. Jared und Shannon bedanken sich ganz wie die Profis, nur Julian ist es unangenehm und wird leicht rot im Gesicht.

„High five Julian. Das war richtig geil wie du gespielt hast.“ Der Junge schlägt immer noch verlegen ein bedankt sich aber bei den Brüdern.
„Shan eigentlich wollte Julian immer an die Drums, leider kann er seine Beine nicht benutzen, ich glaube wenn er das könnte, würde er dir glatt Konkurrenz machen.“ Shannon, der den wink mit dem Zaunpfahl verstanden hat, nickt.
„Wahrscheinlich hast du recht, aber vielleicht gibt es da ja eine Möglichkeit, das Schlagzeug zu spielen ohne die Beine zu benutzen.“ Julian blickt neugierig zwischen den beiden hin und her, kommt aber nicht dazu noch was zu sagen, denn in dem Moment kommt ein Mann, ungefähr Jared’s Alter, auf ihn zu.
„Jul das war klasse, du kannst das richtig gut.“ Damit zieht er den Jungen in die Arme. Mit einem grinsen wendet er sich an die beiden Brüder „Entscheidung, ich bin Julian’s Vater. Rick.“ Er streckt erst Shannon, dann Jared die Hand entgegen und beide Stellen sich kurz vor.
„Papa das sind 30 seconds to Mars.“ Erwartungsvoll blickt er seinem Vater ins Gesicht, doch die Erkenntnis bleibt aus darum erzählt er weiter „Och komm schon, ich spiele Lieder der Band, Hurricane magst du doch so gerne, oder Closer to the edge.“ Jetzt erhellt sich seine Mine, sein Vater scheint zu begreifen was hier los ist.
„Entscheidung ich habe das überhaupt nicht überblickt. Wow. Danke.“
„Wofür?“ Fragen die beiden Brüder fast gleichzeitig.
„Das sie mit meinem Sohn Zeit verbracht haben.“
„Dafür brauchen Sie sich nicht entschuldigen, es ist uns eine Ehre. Eigentlich sollte ich mich entschuldigen, ich war es schließlich der ihren Sohn einfach so angesprochen hat. Auch wenn ich weiß, dass man das nicht unbedingt machen sollte, aber ich glaube das Schicksal hat und geeint.“ Erklärt Jared.
„Gehen wir ein Eis essen?“ Shannon liebt Eis und wenn er damit Kindern eine Freude machen kann, dann erst recht. Gemeinsam gingen sie ein Eis essen und redeten viel.
Der Nachmittag neigt sich dem Abend entgegen und für Jared und Julian wird es Zeit nach oben zu gehen.

Jared merkt, dass er nicht fit ist und der Nachmittag an seinen Kräften gezerrt hat, deswegen legt er sich aufs Bett. Ein sanftes, verträumtes Lächeln schleicht sich auf sein Gesicht. ‚Auch wenn der Nachmittag anstrengend war, habe ich dennoch auch etwas heraus gefunden.‘ mit dem Gedanken driftet er in einen leichten Schlaf ab.
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