Stark oder schwach (Lapidot Sickfic)

von Yumestar
GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P12
Lapis Lazuli Peridot Steven Universe
19.07.2017
24.07.2017
2
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19.07.2017 1.486
 
Es war ein entspannter Abend in Beach City, den Lapis auf der Dachterrasse der Scheune verbrachte. Im Fernsehen lief gerade eine Komödie, die sie zwar unterhaltsam, aber nicht lustig fand. Für eine kurze Weile genoss sie einfach nur den ruhigen Moment; die kühle Abendbrise, welche ihr sanft durch die blauen Haare fuhr und die Stille, die nun aber von leisen Schritten gestört wurde. Lapis schaute auf, als sie Peridot unsicher auf der Plattform stehen sah. Der grüne Gem betrat die Terrasse und blickte zu ihrer blauen Scheunenkameradin hinunter. "Ist es ok, wenn ich mich dazusetze?", fragte sie mit leiser Stimme nicht ihre Freundin verärgern wollend.
"Sicher.", sagte Lapis wieder auf den Fernseher fokussiert. Ein Typ im Anzug erzählte irgendetwas und das Publikum fing an zu lachen. Die Wasserfee verstand nicht was daran witzig sein sollte, aber sie schaute es sich trotzdem an. Dabei merkte sie gar nicht, wie Peridot sich neben sie setzte und auch kurz auf den Fernseher schaute. "Kann ich mich an dich lehnen?", piepste die Technikerin ein wenig ängstlich vor der Reaktion ihrer Kameradin.
"Oke.", antwortete Lapis einfach ohne sich irgendwie etwas dabei zu denken. Peridot legte ihren Kopf auf die Schulter des Wasser Gems und schloss die Augen, wobei sie sanft seufzte. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, ging es ihr seit dem Morgen nicht so gut. Schon seit Beginn des Tages fühlte sie sich schwach und auch ein wenig unsicher auf den Beinen, doch hatte sie Lapis nichts merken lassen. Sie öffnete kurz die Augen und ließ den Schwindel Kontrolle über ihren Körper nehmen, wodurch sie den Fernseher plötzlich doppelt wahrnahm. Ein wenig schockiert bei dem, schloss sie ihre Augen, gab ein lautloser Wimmern von sich und vergrub ihr Gesicht in der Schulter ihrer Freundin. Diese bemerkte die Angst bei ihrer kleineren Freundin nicht. "Nicht schon wieder...", dachte Peridot auch ein wenig genervt, "Warum werde ich immer schwach? Und warum ist es diesmal schlimmer? Werde ich dieses Mal vielleicht sogar sterben?" Während sie immer mehr in ihre angstmachenden Gedanken hinein rannte, begannen feuchte Tränen ihre Augen zu füllen. Sie glitzerten wie Perlen im Wasser. Dann entkam ein leichtes Schluchzen ihren Lippen, wodurch Lapis aufmerksam wurde. Ihre Aufmerksamkeit richtete sich nun auf Peridot und der Fernseher war nicht länger mehr in Präsenz. Sie warf einen musternden Blick auf ihre grüne Freundin und bemerkte sofort die salzhaltige Flüssigkeit in den grünen Augen des Gems. Instinktiv fragte sie: "Ist alles gut, Peridot?" und schaute mit einer Mischung aus Besorgnis und Fürsorge zu der Befragten.
Die Angesprochene schaute auf mit Tränen, die nun ungewollt ihren erröteten Wangen hinunterliefen: "Ja, glaub schon....", sie machte kurz eine Pause, schniffte, wischte ihre Tränen weg und fuhr fort: "Ich meine... Nein... nein, mir geht es nicht gut." Je mehr sie sprach desto mehr Panik kam in ihr hoch, "Ich glaub, ich brauch mal einen Mom-" Plötzlich flossen ihre Tränen unkontrollierbar, bevor sie ihren Satz beenden konnte. Lapis, nicht wissend was sie in dieser Situation machen sollte, schloss den kleinen, weinenden Gem in ihre Arme. Peridot erwiderte dies und kuschelte sich ängstlich an die Blaue. In jenen Moment musste sich die  Grüne an damals zurück erinnern, an die Zeit auf ihrem Heimat Planeten. Sie  war schon immer ein schwächliche Gem gewesen, der vom vorne bis hinten falsch war und zum Versagen gemacht wurde. Zumindest so hatten es ihr alle gesagt und klar gemacht. Sie war nur eine schwache Peridot unter vielen, dazu gemacht mit Technik umzugehen und auf die Kindergarten Gems aufzupassen. Sie war infektanfällig, bekam einen Infekt nach dem nächsten und durfte sich keine Sekunde lang etwas anmerken lassen. Ihr Immunsystem hatte gelitten, sie hatte mitgelitten, manchmal blieb sie sogar so schwach, dass sie sich nicht bewegen konnte geschweige den kämpfen konnte, aber jedes Mal musste sie es. Immer noch wunderte sich die grüne Gemin, wie sie das alles geschafft hatte. Vielleicht weil sie wusste, dass das Leid eh kein Ende nahm und sie die Einzige war, die durch einen einfachen Infekt flach gelegt wurde. Normalerweise gab man Gems spezielle Medizin, wenn sie krank waren, aber sie vertrug das komisch schmeckende Zeug nicht. Nie wieder wollte sie das erleben, was damals geschehen war, nachdem sie das Medikament genommen hatte. Übelkeit, Erbrechen und Hustenattacken, die ihr die Luft raubten, so etwas wollte sie nie wieder erleben. Als sie langsam wieder in die Wirklichkeit glitt, merkte sie, dass Zeit vergangen war und sie Lapis Schulter vollgeweint hatte. Die Wasserfee blieb ruhig und hatte volles Verständnis dafür, dass es ihrer Scheunenkameradin gerade nicjt gut ging. Sie selbst kannte solche Situation, wo man einfach nur weinen wollte. Es war ein Kampf gegen sich selbst, denn man egal wie stark man auch war, nicht gewinnen konnte. Sie kannte das Gefühl nur allzu gut und sie fühlte Mitleid dafür, dass die kleine Peridot es nun auch zu spüren bekam. Lapis kannte sie nicht so, nicht so traurig, nicht so verzweifelt, Nein, sie kannte den grünen Gem ehr als liebenswürdige, unbeschwerte, manchmal anstrengende aber stets freundliche Kreatur. "Awww, Peri.", flüsterte sie, während sie behutsam über den Kopf des kleineren Gems streichelte, "Shhh... Alles wird gut."
"Wird es nicht.", murmelte Peridot schwer verständlich, da sie ihr Gesicht in Lapis Kleid vergruben hatte.
"Vielleicht scheint es jetzt nicht so, aber irgendwann... Irgendwann geht es dir auch besser.", versuchte die Blaue es weiterhin mit Trösten.
"Das ist nicht so einfach...", sagte die Grüne ihre Stimme nicht mehr als ein hilfloses Wimmern.
"Komm schon, erzähl mir was los ist. Ich verspreche dir auch ich werde nicht wütend auf dich sein."
"V-Versprichst du es?", Peridot schaute nun endlich auf, ihr Gesicht war ein Chaos aus Tränen und Rotz.
Lapis nickte ihr aufmunternd zu. Während Peridot seufzend zu Boden schaute, sprach sie leise und gedämpft: "Schau, ich bin nur ein schwächlicher Gem, der fast immer krank wird... Ich bin schwach... Ich bin schwach." Mit den letzten Worten bildeten sich wieder neue Tränen in ihren Augen. Lapis drückte sie etwas von sich weg, um volle Augenkontakt mit ihr herzustellen, "Hey, Hey, es ist ok.", sie lächelte und wischte der Grünen eine Träne aus dem Gesicht, dann legte sie eine Hand auf ihre Schulter, "Nur weil du vielleicht schwach bist, heißt es nicht, dass ich dich nicht mehr mag. Ich hab dich lieb genau so wie du bist und nicht weil du stark oder schwach bist." Peridot fühlte sich gezwungen zu lächeln, während die Tränen noch immer flossen. Plötzlich fühlte sie den Drang sie zu umarmen und kuschelte sich zurück an Lapis. Daraufhin gab sie ein leises, fast unhörbare Husten von sich und fragte leise: "Kann ich bei dir bleiben?"
Lapis lächelte und antwortete: "Aber sicher, doch zuerst schaue ich mir mal an, was du hast und dann schau ich nach, ob ich dir helfen kann, ok?" Peridot nickte, ließ Lapis los und kniete sich vor ihr. "Also schön...", die Wasserfee seufzte und legte eine Hand auf Peridots Stirn und Gemstein. Überrascht zog sie die wieder weg, als sie die aufkommende Hitze spürte, "du hast Fieber."
"Ich weiß.", seufzte Peridot und kam ein leises Husten von sich, worauf anschließend ein Schniefen folgte, "Mir ist schwindelig und meine Nase ist zu und all dieser Kram."
"Hm...", machte die Blaue und dachte kurz nach, "das klingt nach einer Erkältung."
"Kann ich jetzt kuscheln?", fragte die Grüne leicht ungeduldig.
Lapis kicherte kurz, "aber natürlich!" und mit diesen Worten nahm sie Peridot in den Arm. "Danke, Lapis.", murmelte die Kranke zufrieden kuschelnd. "Gern geschehen.", meinte Lapis und streichelte kurz über den Kopf ihrer Scheunenkameradin. Als sie dann merkte, dass diese leicht zitterte, holte sie eine olivgrüne Decke aus der Ecke, welche sie immer für kalte Nächte dort liegen hatte. Liebevoll wickelte sie ihre Freundin in die Decke und drückte sie fester an sich. Das kleine Bündel in der Decke zitterte noch eine Weile, dann wurde ihr Körper mit wolliger Wärme gefüllt. Zwischendurch schniffte sie, ihre Nase hörte nicht mehr auf zu laufen und sie musste ab und zu husten. Allen in allem: Sie fühlte sich schlecht. Lapis bot ihr eine Taschentuchbox an, die Peridot dankbar annahm. Während der Abend sich langsam dem Ende zuneigte, saß Peridot eingekuschelt bei Lapis auf der Dachterrasse der Scheune.  

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Ok, große Überraschung... Ich sitze im Zug und habe dieses Kapitel noch schnell auf dem Handy abgetippt. Ich weiß noch nicht, aber ich vermute, dass es erstmal meine letzte Geschichte sein wird, die ich in den nächsten zwei Wochen poste. Auf alle Fälle folgt hier aber noch ein zweites und drittes Kapitel. Die Geschichte ist zu Ende geplant und bereit auch abgeschlossen zu werden.
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