Realms torn apart

von Firiel
GeschichteFantasy, Freundschaft / P16
19.07.2017
06.12.2018
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Kapitel 13 - Mitten ins Gewissen



Bakura hatte sich inzwischen etwas von der Gruppe entfern. Auch wenn das Wiedererlangen des Puzzles mit in seinem Interesse war, so hatte er im Moment weitaus wichtigeres im Kopf. Denn die Bemühungen, das magische Artefakt schnell wieder zu erlangen waren in seinen Augen im Grunde zweitrangig. Sicher war ihm klar, dass Atemu ihm eine größere Hilfe sein konnte, wenn er das Teil hatte aber er saß dennoch wie auf Kohlen und hatte sich vorgenommen zumindest einem Teil seiner Sorgen nachzugehen.
Seitdem er mit Atemu und Seto aus dem Reich der Schatten aufgebrochen war, wusste er nicht wie es seiner Heimat ging. Nur dass deren Reise aus dem Jenseits zu ihm, die ja nicht geplant gewesen war, einen Riss hinterlassen hatte und dass der nichts Gutes bedeuten konnte. Auch wenn seine Fähigkeiten begrenzt waren, Bakura wollte schon erfahren wie es um seine Heimat stand und es wäre sicherlich nicht gar zu schwer, dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Die anderen waren gerade so damit beschäftigt, die junge Frau auszufragen, dass er ein paar kostbare Minuten für sich haben konnte und die würde er auch nutzen. Da den meisten von ihnen die Tatsache dass er und Zork nicht ein und dieselbe Person waren, nicht so recht in den Kopf wollte, schien ohnehin niemand wirklich Wert auf seine Gesellschaft zu legen.
„Dann wollen wir mal!”, murmelte er leise zu sich und er setzte sich, etwas von den anderen entfernt in einer Ecke wo man ihn nicht gleich sehen konnte, auf den Boden, die Beine gekreuzt als wolle er meditieren. Im Grunde war das von der Tatsache gar nicht so weit entfernt. Er brauchte mindestens genauso viel Konzentration und auch Ruhe für sein Vorhaben.
Für ein paar Sekunden schloss er die Augen und versuchte seine Atmung unter Kontrolle zu bringen. Je tiefer, je sanfter, umso besser für seinen Plan. Es dauerte nicht lange, da war es ihm auch schon gelungen, so zu atmen wie er wollte und als er so weit war, ließ er seinen Geist wandern.
Sie drifteten zu seiner Heimat. Zu den Wiesen auf denen er gespielt und zu dem Haus in dem er gelebt hatte. Er sah das strenge Gesicht seines Vaters und das freche Grinsen seines Onkels. Irgendwann, er war so tief in seinen Gedanken versunken dass er nicht gehört hätte wenn man ihn  angesprochen hätte, spürte er wie sich sein Geist löste und schließlich stand er vor seinem Körper und sah sich selbst beim Meditieren zu. Ungeübte mochte das sicher sehr erschrecken, doch er hatte das schon etliche Male getan.
'So und jetzt nach Hause ', dachte er sich und kaum hatte Bakura diese Worte gedach, da spürte er wie er mit einem Ruck nach oben und dann nach hinten gezogen wurde. Die Welt um ihn herum wurde zu einem Wirbel aus Farben und seltsamen Formen.
Kurz darauf fand er sich in einer Ödnis wieder.
Für einen Augenblick wusste Bakura nicht wo er war und sah sich mit skeptischen Blick um. Wie konnte er an einem Ort wie diesem auftauchen, der ihm nichts sagte, wo er doch an seine Heimat gedachte hatte? Doch schließlich rückte etwas in sein Blickfeld, was ihm bekannt vorkam und die Erkenntnis traf ihn noch härter als ein gut platzierter Schlag in die Magengegend.
Die Bergkette zu seiner Rechten!
In seiner Erinnerung war drum herum eine üppige Landschaft und ein großer Wald gewesen. Von letzterem waren gerade einmal ein paar Baumstümpfe geblieben.
„Was...?”
Er kam nicht dazu diese Frage auszusprechen, da wurde er regelrecht in die Höhe gezerrt und er bekam eine Draufsicht des Ganzen zu sehen. Eine Linie zog sich quer durch die Landschaft, zwar nicht gerade aber sehr deutlich zu erkennen. Auf der rechten Seite sah alles ganz gewöhnlich aus, so wie er es in Erinnerung hatte. Links jedoch war nichts mehr wieder zu erkennen. Fast schien es als sei jegliches Leben aus der Erde gesaugt worden. Alles war trocken. Alles war ... tot.
' Was für eine Macht ist dazu im Stande? ', fragte er sich doch da wurde er auch schon weiter fort gezogen. Er sah die Länder weiter westlich und dort sah er auch die Quelle allen Übels.
„Dieser elende, kleine Wichser!”, fluchte Bakura und das war noch das mildeste an Flüchen, was ihm auf der Zunge lag. Das schlimmste behielt er wohl besser für sich. Mit Fluchen würde er ohnehin nicht mehr weiter kommen, wie musste endlich handeln! Gerade war Bakura dabei, sich zu überlegen, wie er das Ganze aufziehen würde, da spürte er eine Hand an seiner Schulter.
ERschrocken zuckte er zusammen und schnappte nach Luft, wie einer, der zu lange unter Wasser gewesen war, ehe er in zwei große, braune Augen sah, die ihn fast -fast!- besorgt musterten.
„Was willst du, Kleiner?”, brummte er Ryou schroff an, denn er war es gewesen der ihn aus seiner Trance geholt hatte. Der zuckte knapp mit den Schultern und nahm ein paar Schritte Abstand. Er war nur im selben Raum wie sein „Doppelgänger” gewesen, weil er ein menschliches Bedürfnis gehabt hatte und zufällig auf dem Rückweg an der Ecke vorbei gegangen war, wo er saß. Der Anblick hatte wohl etwas wie Sorge in Ryou geweckt -was für ihn sprach, vor allem nach der Vergangenheit- und ihn dazu veranlasst ihn anzusprechen.
„Du hast ausgesehen als hättest du einen Anfall. Hätte ich das ignorieren sollen?”
„Prinzipiell Nein, in dem Fall eventuell... Ich hab was wichtiges gemacht und du hast mich unterbrochen. Aber gut, dem wichtigsten Teil habe ich schon hinter mir”
„Was hast du gemacht?”
Bakura schnaubte kurz genervt und fragte sich für einen Augenblick, ob es nicht vielleicht ein Fehler gewesen war, dem Jungen zu erklären, dass er keine Gefahr für ihn war, wenn er schon so begann ihn mit Fragen zu löchern.
„Ich hab nachgesehen, wie es in meiner Heimat aussieht.”
„Dem Reich der Schatten, nicht wahr?”
„Ja. Wieso redest du so viel mit mir?”
Ryou zuckte mit den Schultern, als wisse er selbst nicht warum und kam damit der Wahrheit am nächsten, und sah dann zurück zu den anderen. Ihm stand wohl gerade nicht der Sinn danach, mit den anderen darüber zu diskutieren, ob von Liv nun eine Gefahr ausging oder nicht. Bakura musterte ihn kurz und die Sache schien für ihn klar zu sein.
„Verstehe”, meinte er knapp, in der Hoffnung Ryou dadurch wieder loswerden zu können, aber diese machte er gekonnt zu nichte.
„Was konntest du erkennen?”
„Du willst wirklich wissen, wie es im Reich der Schatten aussieht?”
Ryou nickte.
„Ganz sicher? Trotz deiner früheren Erfahrungen, die alle nicht gerade angenehem waren?”
Es folgte ein weiteres Nicken und  Bakura seufzte resigniert. Wie es schien hatte er einen kleinen, persönlichen Quälgeist. Die Stimme in einer kleinen Ecke seines Kopfes, die ihm zu flüsterte, dass er wohl Schuldgefühle wegen Zorcs Taten gegenüber dem Jungen hatte, ignorierte er absichtiglich und winkte Ryou zu sich heran. Der sah kurz verwirrt drein, eher er der stummen Aufforderung nachkam und sich Bakura gegenüber auf den Boden setzte.
„Sag nicht, ich hätte dich nicht gewarnt!”, meinte Bakura ernst und legte seine Hand quer über Ryous Augen, Daumen und Mittelfinger drückten leicht auf dessen Schläfen. Und er zeigte ihm was er nur Augenblicke zuvor selbst gesehen hatte, was mit seiner Heimat passiert war und den angrenzenden Ländern... alles!
Ryou stieß einen leisen Schrei aus, mehr vor Überraschung jedoch, als aus Furcht und zuckte zurück als die Vision endete, die der andere ihm gezeigt hatte.
„Ich hab alles Mögliche erwartet, aber nicht das!”, gestand er und Bakura lächelte kurz schief.
"Was hast du denn erwartet?"
Wieder ein Schulterzucken.
„Lila Rauch und Nebel? Schatten und leuchtende Augen finsterer Bestien und verlorener Seelen?... Jedenfalls keine Welt mit Flora und Fauna, auch wenn sich dass offenbar gerade zu ändern scheint!”
„Genau das will ich verhindern!”





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„Wie sieht es aus, hast du sie?”, fragte Yugi und lehnte sich über Mokubas Schultern, um genauer erkennen zu können, was der Junge da machte. Bei dessen älteren Bruder hätte er sich das niemals erlauben dürfen, doch Mokuba war in dieser Hinsicht um einiges lockerer.
„Bin mir nicht sicher”, meinte dieser, den Blick nahezu an den Monitor geklebt. „Es vergleicht gerade Aufnahmen von vor dreißig Minuten mit dem Bild was wir von der Frau haben, aber ein paar Sekunden - oh!... Fertig! ... Nee, ist sie nicht Und du meinst, es hat gereicht, ihr ins Gewissen zu reden?”
Yugi zog eine unschlüssige Miene und sah Mokuba weiterhin bei der Arbeit zu. Er selbst konnte ja gerade nicht viel tun.
„Kann ich dir nicht sagen!”, gestand er  und sah über seine eigene Schulter rüber zu Atemu. Der hatte sich etwas aus der Gruppe entfernt und sah mit missmutigen Blicken aus dem Fenster. „Wenn's nach ihm ginge und er gekonnt hätte, dann hätte er sie wohl am liebsten gemindcrusht”
„Na ein Glück sind die Zeiten vorbei!”
Yugi und Mokuba tauschten einen kurzen Blick und grinsten einander an, ehe sich der jüngere wieder an de Arbeit machte und Yugi ihn wieder in Ruhe ließ. Stattdessen ging er zu Tea. Bei dem ganzen Stress und Drama um das verlorene Artefakt hatte er sie etwas vernachlässigt und auch wenn er wusste, dass Tea wohl die letzte sein würde, die ihm deswegen etwas nachtragen würde -dazu stak sie selbst zu tief in der Materie- fühlte sich Yugi doch ein klein wenig schuldig deswegen. Immerhin waren sie gerade einmal einen Tag wirklich ein Paar.
„Hey!”, sagte er leise, ehe er die Arme von hinten um sie legte und sein Kinn auf ihrer Schulter ablegte. „Alles in Ordnung?”
„Ich weiß nicht!”, seufzte Tea, konnte aber nicht verhindern, dass die Anspannung ein wenig nachließ, kaum dass Yugi sie in den Armen hielt. Wie es ihm stets zu gelingen schien, ihren aufgewühlten Geist wieder zu beruhigen war ihr ein Rätsel. „In den letzten Stunden ging es ganz schön drunter und drüber.”
„Wohl war... Kann ich dich irgendwie aufheitern?”
„Nicht loslassen!”, meinte Tea und Yugi lächelte versonnen in sich hinein, ehe er sie kurz und sanft auf die Wange küsste.
„Ich denke, das bekomme ich schon hin.”
Ekelhaft! Könnt ihr das nicht woanders abziehen?!”
Das Paar drehte sich gleichzeitig ind die Richtung aus der diese genervte Stimme gekommen war und man sah Kaiba, der tatsächlich etwas angewidert zu sein schien. Yugi ließ etwas von Tea ab und legte seinen Arm locker um ihre Hüfte, nun mehr neben ihr stehend als hinter ihr. Sie tauschten einen amüsierten Blick.
„Können wir das?”
„Ich denke nicht.”
„Wir denken nicht!”, teilte Yugi Kaiba mit, der das kurze Geplänkel zwischen den beiden natürlich mitgehört hatte und seine Reaktion war ein laut hörbares Schnauben. Kurz darauf war ein leises Kichern zu hören, was Kaibas Geduld noch weiter zu strapazieren schien. Gereizt sah er zu der Person, die es gewagt sich über ihn lustig zu machen. Als er sehen konnte, wer es war, trat um ein Haar eine Ader an seiner Schläfe hervor. Es schien als hätte die Person es sich zur Lebensaufgabe gemacht, ihm auf die Nerven zu gehen.
„Was hast du überhaupt hier zu suchen?”, fauchte er zurück und die Miene der Frau wurde mit einem Schlag hart wie Granit. Ishizu war im Grunde eine freundliche Person, aber alles wollte sie sich nun nicht bieten lassen. Vor allem von Seto Kaiba hatte sie früher so einiges ertragen müssen. Noch schwieg sie, aber nicht mehr lange und Kaiba setzte noch einen drauf:
„Musst du nicht irgendeinem leichtsinnigen Wesen etwas vom Schicksal vorfaseln?”
Das war wohl der berühmte Tropfen zu viel, den prompt war Ishizu auf den Füßen und stand unmittelbar vor dem Mann der sie gerade beleidigt hatte. Noch immer überragte er sie um fast eine Kopflänge aber das hielt sie im Moment ganz sicher nicht ab.
„Was ich hier mache?! Gute Frage.... Ich hab ja nur deinen Bruder beruhigen dürfen, als du damals verschwunden warst um ein Duell von einem Toten zu fordern und dafür dein antiker Gegenpart hier auftauchte. Ich hab bloß Seth ein paar Sprachen und Gewohnheiten beibringen müssen, damit wir der Öffentlichkeit weismachen konnten du seist noch da! Und ich wurde ja nur von Pegasus Kontaktiert als du wieder aufgetaucht bist, weil Seth uns als einzige vertraute, denn nach seinem Auftauchen waren wir die einzigen die auch nur ein Wort von dem verstanden was er gesagt hat. Und wir sind auch nur um die halbe Welt geflogen weil es so aussieht als sei die Kacke richtig am dampfen, aber du hast recht... Was hab ich schon groß hier zu suchen, ich bin ja gar keine Hilfe, nicht wahr?!”
Das war nun schon das zweite Mal, dass Kaiba an diesem Tag von jemandem Worte um die Ohren gehauen bekam, die er von dieser Person nicht erwartet hätte. Zuerst brüllte Mokuba ihn an und nun das! Die Sekunden verstrichen während er Ishizu fassungslos musterte. Ein klitzekleiner Teil in ihm,  der der oft Dinge sagte die er nur zu gern verdrängte, musste aber feststellen dass sie ziemlich Pfeffer hatte, ihn so anzufahren. Aber den Gedanken erstickte er möglichst schnell wieder in Empörung und wandte sich ab.
' Diese Pappnasen habe ich nicht vermisst!', dachte er verbittert und gesellte sich dann zu Mokuba. Der ging ihm wenigstens nicht auf die Nerven.
Die anderen „Pappnasen”, Yugis Freunde hatten das Ganze stumm beobachtet, außer Ryou der sich noch mit Bakura unterhielt -seltsamerweise- und Atemu der aus dem Fenster starrte als gäbe es etwas sehr interessantes da draußen zu sehen. Joey schien der einzige zu sein, dem es auffiel und nach einigen Augenblicken nahm er es in die Hand und gesellte sich zu seinem Freund.
„Ey, Alter. Alles klar?” Atemu zuckte kurz zusammen, aber als er Joey erkannte, entspannte er sich kurz wieder. Ein sanftes Lächeln war kurz zu sehen, ehe seine Züge wieder ernst, nicht zu sagen bitter, wurden.
„Nicht wirklich, um ehrlich zu sein!”, gestand er. Joey, so wusste er, würde ihn zuhören und gewiss nicht für seine Gedanken verurteilen.
„Na dann, spuck's schon aus! Wo brennt es?”
„Yugi er... er war... Ich finde wir hätten etwas härter vorgehen müssen, bei der Befragung von dieser Frau, aber er hat mich kaum zu Wort kommen lassen”
Prompt hatte der Pharao eine Hand auf der Schulter, Joey hatte sie in kameradschaftlicher Manier dorthin gelegt. In gewisser Weise konnte er dessen Bedenken schon verstehen. Früher hätte Joey auch am liebsten jeden mal „ordentlich die Fresse poliert” der es gewagt hätte etwas so wertvollen von seinen Freunden zu klauen -dass er es selbst mal gemacht hatte, vergaß er ganz gern-. Aber das war einige Jahre her und auch der hitzköpfige Joey Wheeler war ein wenig zur Ruhe gekommen.
„Hör mal... du kennst Yugi! Mindestens genauso gut wie ich, wenn nicht besser. Wir wissen dass Yugi ein gutherziger Kerl ist, aber du weißt doch auch, dass Yugi niemals seine Gegner mit Samthandschuhen angefasst hat, wenn es um etwas so wichtiges ging”
„Ja, aber...”
„Vertrau ihm! Ich tu's doch auch”, meinte Joey zuversichtlich und Atemu konnte nicht anders als das Ganze milde zu belächeln. So viel Vertrauen und Zuversicht konnte man einfach nicht ignorieren.
„Du hast Recht! Danke, dass du mich wieder etwas auf den Boden gebracht hast”, erwiderte er dann und er fühlte sich in der Tat nicht einmal ansatzweise so aufgewühlt wie noch zuvor. Natürlich hatte Joey Recht. Anders als Atemu selbst hatte Yugi stets dann Barmherzigkeit gezeigt, wenn die betreffende Person sie brauchte, ganz gleich ob verdient oder nicht -was das Maß war, mit dem Atemu gemessen hätte-.







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Liv war demnach wieder allein... und zweifelte. Yugi Muto war es in der Tat gelungen, Schuldgefühle in der jungen Frau zu wecken.
So lange war sie davon überzeugt gewesen, dass der Weg den sie und Ylva gewählt hatten, der richtige war. Ihre Freundin und sie hatten das Drama um das Puzzle und Diva damals Live im Fernsehen mit verfolgt. Damals hieß vor fünf Jahren, als Ylva noch keine körperliche Gestalt gewesen war, sondern in ihrer Geisterform an ihrer Seite geweilt hatte. Das hatte sie stets getan, seit Liv in einem Museum ein angebliches Replikat von einem Ring aus einer Ausgrabungsstätte nahe ihrer Heimat gekauft hatte... Dumm nur, dass das kein Replikat gewesen war, sondern der echte.
Sie lächelte amüsiert, als sie auf ihre eigene, sehr erschrockene Reaktion zurückblickte, als sie sich damals den Ring angesteckt hatte und Ylva mit ihr Kontakt aufgenommen hatte. Unmittelbar nach der ersten Berührung hatte sie das getan und niemals hatte Ylva Livs Körper ohne deren Wissen oder gegen ihren Willen übernommen. Natürlich hatte es einige Zeit gedauert, bis sich die Frau und die geisterhafte Gestalt nähergekommen waren, aber anschließend hatte sich Livs Leben maßgeblich verbessert. Die beiden waren schließlich so gute Freundinnen geworden, dass Ylva nicht einmal dann von ihrer Seite hatte weichen wollen, als die Chance dazu gekommen war und als einige Zeit später Kaiba mit seinem „Sprung” ins Jenseits mehr als nur eine Anomalie ausgelöst hatte, da hatte sich Ylva auf seltsame Weise materialisiert... aber irgendwie auch nicht ganz. Es war nicht so, dass ihre Freundin nun sterblich war und wie sie das herausgefunden hatten, daran wollte sie lieber nicht denken. Bis heute zitterte Ylva, wenn ein Föhn in der Nähe war.
Seither lebten sie beide wie Schwestern und das ihren Eltern nahezubringen war ein gehöriges Stück Arbeit gewesen und wenn die wüssten, was ihre Tochter gerade tat.
Dass sie einmal an diesen Punkt kommen würden, hatte Liv niemals erwartet.
Eigentlich hatten sie die Ereignisse um das Milleniums-Puzzle nur aus reiner Neugier und wegen der offensichtlichen Parallelen verfolgt, weil Ylva bei einem ihrer -berüchtigten- Ausflüge ins Internet auf einige Theorien im Bezug auf Yugi Muto und „das seltsame Teil, dass er immer trägt” gestoßen war. Dass diese teilweise sogar wahr sein würden, damit hatte keine der beiden gerechnet, oder gar dass sie schlimmer sein könnten?
' Womöglich wäre es klüger gewesen, die Sache auf sich beruhen zu lassen', dachte Liv verbittert. Denn allein weil sie beide ihre Nasen in fremde und teilweise auch gefährliche Angelegenheiten gesteckt hatten, war sie nun hier und ihre Freundin mit einem Teil des gefährliches Artefaktes allein in der Welt unterwegs ... und auf Kaibas Abschussliste.
Hinzu kam das, was Yugi gesagt hatte. Dass womöglich noch mehr Leute zu Schaden kommen oder gar ihr Leben verlieren könnten, wenn sie das Puzzle nicht ihrem rechtmäßigen Besitzer zurückgäben. Liv wusste nicht zu sagen, was es damit auf sich haben mochte, aber seinem ernsten Tonfall nach zu urteilen, zweifelte sie nicht daran, dass er die Wahrheit sagte. Irgendetwas schlimmes musste gerade passiert sein, oder sich anbahnen, dass sie so aufgewühlt waren.
„Oh Götter, was haben wir getan?”, wisperte Liv. Inzwischen saß sie zusammengeknäult auf dem Stuhl, die Beine angewinkelt und den Kopf darauf abgelegt. Sie hatte sich anfangs heftig gegen die Schuldgefühle gewehrt, die in ihr hoch gekrochen waren. Langsam aber stetig, hervorgerufen durch das, was Yugi gesagt hatte, aber Liv war auch von Anfang an eher unschlüssig gewesen, was den Diebstahl des Puzzles anging.
Zu sagen, sie würde mit sich hadern stellte eine mehr als nur große Untertreibung dar.

Mokuba verglich gerade eine weitere Person mit der Aufnahme, die sie vom Diebstahl hatten, als auf seinem Monitor ein Icon zu leuchten begann und ein heller Ton erklang. Die anderen im Raum schreckten hoch, doch Mokuba winkte nur ab.
„Ist nur eine der Sprechanlangen.. der Raum wo unser kleine Gast ist!”, er drückte auf das Icon und Livs Gesicht erschien auf dem Monitor. Sie sah nicht gerade eben glücklich, aber fest entschlossen aus. Nur Marik sah, wie Odion sich ein wenig zur Seite lehnte, um einen besseren Blick auf den Monitor zu bekommen.
„Na, was gibt es?”, fragte Mokuba sie.
„Schick Yugi und seinen Freund noch einmal rein... Ich... Ich hab ihm was zu sagen!”
„Natürlich, einen Augenblick”, versicherte Mokuba der jungen Frau, ehe er das Fenster wieder schloss. Dann sah er sich um und entdeckte Yugi, aber in der Lage wollte er ihn lieber nicht ansprechen. Er selbst  wusste, dass man nicht gerade eben gern gestört wurde, wenn man gerade dabei war... seine Freundin zu küssen.  Stattdessen suchte sein Blick Atemu. Der war, nach seinem Gespräch mit Joey, wieder ein wenig runter gekommen, aber schien immer noch ein wenig mürrisch zu sein.
„Hey, Atemu!”
Atemu zuckte zusammen als er unerwartet seinen Namen hörte und er brauchte ein paar Sekunden bis er Mokubas Stimme erkannte und sich umdrehte. Er klang so viel älter als früher.
„Was gibt es?”
„Sie will noch mal mit euch reden!”
Noch immer sah Atemu ernst drein, doch nun wirkte er wesentlich zuversichtlicher.


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Tja, das war's wohl für die Mädels.... oder?
Wie Ylva reagiert, wenn sie erkennt, dass der ganze Plan nach hinten losgegangen ist, das erfahrt ihr natürlich erst im nächsten Kapitel, das schon so gut wie fertig ist. Vielleicht kommt es noch in diesem Jahr ;)
Ich hoffe ihr hattet Spaß beim Lesen und wer mir seine Meinung mitteilen möchte, den lade ich an dieser Stelle herzlich ein, das zu tun.

LG again

Firiel
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