Der Rächer kehrt zurück

von Daschwo
GeschichteSci-Fi / P16
Donald Gundel Kater Karlo Phantomias
18.07.2017
05.05.2019
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18.07.2017 3.116
 
Allerliebste Leser!

Diese Geschichte ist nichts für sanfte Seelen mit freundlichen Gemütern. Diese Geschichte wird ein ums andere Mal unseren Helden an die Grenzen seiner emotionalen Psyche bringen. Diese Geschichte IST düster!

Wenn ihr nicht lesen wollt, wie Donald Duck alias Phantomias seinen schlimmsten Albtraum durchleben muss, dann wechselt jetzt bitte in eine andere FanFiktion. Ich bin euch nicht böse, niemand wird euch dafür verurteilen. Alles ist gut.

Und wenn ihr euch jetzt denkt: "oha, was ist denn das für eine Ansage?", dann habt ihr Recht. Ich will euch nur vorwarnen.

Wer diese FanFiktion allerdings trotzdem lesen möchte, darf dies natürlich gerne tun und noch mehr freue ich mich über ein ehrliches Feedback :)

Sagt aber bitte nachher nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Viele liebe Grüße
Eure Daschwo




„Ich geh jetzt auf Streife, Trip.“ sagt er lange gähnend und macht sich mit einem Kaffee in der einen Hand und einem Beißschutz in der anderen Hand mit schweren Schritten auf einen beschwerlichen Weg die Treppenstufen hinauf nach oben.
Es ist neun Uhr, Zeit die Stadt sicher zu machen.
Unten zieht jemand grausam den Rotz im Schnabel nach oben. „Wenn du meinen Vater siehst, richte ihm schöne Grüße aus.“ murmelt ein braun gefederter Vogel mit grell violetten, stacheligen Haaren und einem defekten Zeitsegel um das Handgelenk schlecht gelaunt, nachdem er sich so geräuschvoll die Nase geputzt hat und schlägt mit geballter Faust auf den Boxsack ein, der von der Decke herunterhängt.
„Richt´ ich ihm aus, wenn ich ihn sehe.“ entgegnet Donald Duck sich streckend und hört sämtliche seiner Rippen knacksen.

Seit seine Drillinge vor zwei Monaten die Ausbildung zu waschechten Polizisten in Angriff genommen haben und deswegen das nächste Jahr über im Ausbildungscamp sein würden, dachte er eigentlich, dass es zuhause ruhiger werden würde...
Bis plötzlich ein gut doppelt so großer, brauner Vogel vor ihm in der Haustür stand, sich hektisch umsah und ihn einem misstrauischen und einem mechanischen Auge musterte.
„Ich brauche deine Hilfe, Phantomias.“ zischte der Plünderer, den Mantel tief ins Gesicht gezogen, mit einer Stimme, die genau preisgab wie unangenehm ihm diese Bitte war. „Sie jagen mich... sie haben mich alle auf den Kicker... die Zeitpiraten, die Organisation, die Zeitpolizei... ich muss untertauchen, aber mein Sohn... sie werden ihn jagen, wegen mir.“ sagte der Vogel mit einer Verletzbarkeit in der Stimme, die Donald selten bei ihm gehört hatte und die auch sofort wieder durch die übliche Kreissägen-Stimme ersetzt wurde. „Sorge für ihn als wäre er dein Sohn, ich...“ er schluckte schwer „... ich bitte dich. Bei mir wird er nicht überleben. Versprich es mir!“ fauchte der sonst so gerissene und furchtlose Pirat, der sich abermals hektisch umsah. Verwirrt brachte Donald noch eine Nicken zustande, als auch schon Schüsse fielen, die sich wie Imitationen der Pistolen dieses Zeitalters anhörten. „Ich danke dir.“ flüsterte der Plünderer noch und war verschwunden.
Als Donald damals die Schützen ausmachen wollte, waren auch diese schon verschwunden. Eine Stunde später stand ein Polizist vor ihm in der Tür, der auffällig unauffällig fragte, was der Plünderer bei ihm den wollte. Er gab sich natürlich verwirrt und unschuldig, die Zeitpolizei, die diese Herren nämlich waren, wussten seines Wissensstandes nach nicht, dass er ein Freund des Plünderers war. Und das sollte auch so bleiben. Mit unzufriedenen Mienen verzogen sich die verkleideten Zeitpolizisten, als auch schon wieder der Plünderer auftauchte und einen schlafenden Trip im Arm hatte.
„Ich hab einige Anomalien in der Zeit verursacht, das sollte diese Schnarchnasen erst einmal aufhalten.“ murmelte der große Raubvogel, der sich ungefragt an Donald vorbei in das Haus drängte und Trip aufs Sofa legte. Donald sah ihm verständnislos hinterher, als der Plünderer sehr leise und sehr sanft von seinem Sohn Abschied nahm. So leise, dass es Donald selbst nicht verstehen konnte. Der Plünderer stand wieder auf und kam schweren Schrittes auf Donald zu. „Ich vertraue dir, Phantomias. Und ich hoffe, das ist kein Fehler. Ich komme zurück sobald ich kann.“ und innerhalb von Sekunden hatte sich der Raubvogel in Luft aufgelöst und war quer durch die Zeit verschwunden. Donald starrte nur auf den Punkt wo der Plünderer verschwand und sagte gar nichts mehr.

Das war vor einem Monat und der Plünderer ist immer noch nicht zurückgekehrt um seinen Sohn abzuholen. Donald selbst macht sich langsam Sorgen. Und Trip lässt sich zwar nichts anmerken, doch Donald ist aufgefallen, dass dieser in letzter Zeit immer fester auf einen eindrescht, wenn man ihn trainiert.
Immerhin ist er von Donalds Verwandten und Bekannten als >Austauschstudent< akzeptiert worden, und das ohne Widerworte, da Donald die passende Ausrede „Er brauche Geld“ parat hatte.
Auch Klarissa, die hübsche Reporterin, Nachrichtensprecherin und Undercover-Zeitpolizistin hatte keine Einwände, da sie zumal den Sohn des Plünderers noch nie zu Gesicht bekommen hat und ebenso nachvollziehen kann, dass Phantomias-Sein ein Vollzeitjob ist.
Und da sie sich momentan im Zeitpolizei-Außendienst befindet und offiziell im Urlaub ist, ist es Donald doppelt recht.

Donald öffnet wie immer den Kleiderschrank mit dem eingebauten Fahrstuhl und fährt in seine Phantomias-Höhle im Keller. Trip weiß schon längst, wo was ist, doch lässt er brav die Finger davon, weil er sonst ziemlichen Ärger bekommt, wie Trip sehr genau weiß.
Mit schnellen Schritten geht Donald auf seinen Kleiderschrank zu und verwandelt sich in den einzigartigen Rächer der Nacht Entenhausens, die mittlerweile schon seit Jahren im Strom-Sparprogramm seines Onkels schläft.

Ja, in Entenhausen hat sich einiges geändert, einiges ist aber auch gleich geblieben.
Mit dem Strom-Sparprogramm hat Entenhausen mittlerweile einige Millionen Taler gespart und die investiert in neue Arbeitsplätze und vor allem Hochhäuser mit zahlreichen Büros und wiederum neuen Arbeitsplätzen.
Die Innenstadt besteht hauptsächlich aus Hochhäusern, während am Stadtrand, wo Donald wohnt, vieles ziemlich gleich geblieben ist. Es sind auch viele Leute neu hergezogen, nachdem hier in Entenhausen die Arbeitswelt boomt und die Projekte der Stadtverwaltung sich jetzt auch auf neue Parkflächen und Freizeitgestaltung konzentrieren. Inzwischen ist Entenhausen eine echte Metropole.
Andere Städte wie St. Erpelsburg ziehen mittlerweile in Sachen Strom-Sparprogramm nach und versuchen so ebenso, Geld einzusparen und an anderen Stellen zu investieren.
Tja, Onkel Dagobert hatte schon immer ein Händchen für Geld und Marketing. Daran lässt sich nichts ändern. Und da er mittlerweile ein enger Vertrauter der Stadtverwaltung ist, laufen auch die Meisten der Bauprojekte über seine Firma, sehr zum Missmut Klaas Klevers.

Phantomias schnallt sich noch die Waffen Düsentrieb´scher Herstellung an die Rüstung und öffnet die versteckte Falltür zur Garage. Der Motor brummt kaum hörbar auf, als er den Zündschlüssel dreht und aus der geöffneten Garage fährt. Diese ewige Dunkelheit hat eben immer noch sein Gutes.
Seit Gundel im grünen Glibber gefangen ist und die Panzerknacker ein neues Leben begonnen haben, ist es in Entenhausen nicht weniger ruhig. Wie heißt es so schön? Wo ein Kopf der Hydra abgeschnitten wird, kommen zwei neue nach? So verhält es sich auch mit den Verbrechern. Auch wenn mittlerweile der Plünderer sein Freund ist, die Evorianer darf man dennoch nicht übersehen. Seit diese wieder auf die Erde aufmerksam geworden sind, herrscht an manchen Stellen pures Chaos. Glücklicherweise kümmert sich Xhadoom mit sehr blutigem Ehrgeiz um die Eroberer. Sie hat es immer noch nicht verarbeitet, was ihren Leuten angetan wurde. Und Phantomias ist sich nicht so sicher, ob sie den Verlust ihrer Familie und Freunde jemals akzeptieren wird.
Auch die Organisation darf nicht vergessen werden, die regelmäßig versucht bestimmte Kunstwerke aus Privatsammlungen zu stehlen. Und die üblichen Verbrecher schwirren auch noch herum... nein, einem Phantomias geht nie die Arbeit aus.
Was ihn eher beunruhigt, ist die Tatsache, dass er mittlerweile eine Stunde durch das nächtliche Entenhausen fährt, ohne einen einzigen Verbrecher zu finden. Wie auch schon die letzten Nächte... Entnervt schaltet er den Polizeifunk ein, etwas das er sehr selten macht. Prompt hört er etwas interessantes: „Einbruch beim Juwelier in Quackstraße 12! Ich wiederhole! Einbruch beim Juwelier in Quackstraße 12!“ sagt eine aufgeregte Stimme. „Na bitte.“ murmelt Phantomias und schaltet in den siebten Gang seines geliebten 313, den Gang mit dem er über die Dächer abhebt.

„Na sieh mal einer an! Kater Karlo! Lange nicht mehr gesehen!“ flüstert der unsichtbare Phantomias sich selbst zu, schaltet den Motor in der dunklen Gasse aus und beobachtet, wie ein dicker, aber keineswegs unmuskulöser Kater mit einer großen, prall gefüllten Tasche aus dem zerschlagenen Fenster tritt, sich auffällig umsieht, die Glassplitter aus dem schwarzen Kostüm wischt und sich aus dem Staub machen will.
Er hat es anscheinend genau durchgeplant. Bis der Alarm losgeht, der Polizei Bescheid gibt, der Polizeifunk die Ansage macht und ein Polizist ankommt, hat er maximal fünfzehn Minuten, bis dieser kommen würde. Da ein Phantomias, der zufällig mal Polizeifunk hört, wesentlich schneller ist als ein gewöhnlicher Polizist, hat sich der alte Kater leider etwas verschätzt.
Gefährlich wirkend will die Ente gerade aus dem Schatten treten und seine Pistole auf Kater Karlo richten, als über ihm ein greller, lauter Schrei die Nacht erfüllt...

„ZWO, EINS, RISIKO!!!!!“

Verwirrt und erschrocken sehen beide nach oben, Kater Karlo und Phantomias. Gleich kommt die nächste Aussage: „Ich bin der Schrecken, der die Nacht durchflattert! Ich bin der Edelstein, der dich im Schuh drückt! Ich bin Darkwing Duck!“ brüllt es von oben herab und eine größere, komplett in violett gekleidete Ente kommt aus der Luft gesegelt und fliegt mit den Füßen voran in Richtung Kater Karlo, welcher mit voller Wucht getroffen wird und gegen die ausgeschaltete Laterne fliegt. Auch ein Kater Karlo mit Nachtsichtbrille hat dieses violette Etwas nicht kommen sehen, ebenso wenig wie ein wesentlich besser ausgerüsteter Phantomias. Kater Karlo sinkt benommen zusammen und der Unbekannte kommt elegant auf den Füßen auf. Ein leises Surren ertönt und das Seil eines Enterhakens verschwindet wieder in einer überdimensionierten Pistole...
Ente, der hat aber alte Geräte!
„Im Namen des Gesetzes nehme ich dich...“ beginnt der Unbekannte...
„Halt mal... das war meiner!“ plustert Phantomias sich auf und kommt mit wütenden Schritten aus dem Schatten heraus. „Wie meinen?“ der Unbekannte dreht sich ernsthaft überrascht um und sucht den Sprecher.
Phantomias stellt sich erst neben den Zweite-Klasse-Rächer hin und schaltet dann per Knopfdruck den Unsichtbarkeits-Mechanismus seiner Rüstung aus. „Das war meiner! Den wollte ich mir schnappen!“ faucht Phantomias wütend und der ominöse Darkwing Duck zuckt so sehr zusammen, dass er gut um die Hälfte kleiner wird. „Verfluchte Ente, wie bei allen Enten... was?!“ keucht der scheinbar etwas ältere Kerl und starrt seinen Gegenspieler verwirrt an.
„Ich sag´s nicht noch einmal! Ich werde Kater Karlo jetzt fesseln und mitnehmen, ist das klar?“ faucht Phantomias wütend. Jetzt wird ihm klar, warum er bisher keinen Verbrecher gefunden hat und überhaupt die letzten Tage so wenige!
„Wer sagt dass der Ihnen gehört! Ich hab ihn gerade platt gemacht, nicht Sie! Ich, der Bulldozer, der jeden Verbrecher platt macht!“ plustert Darkwing Duck sich nun ebenfalls auf. Das leise Stöhnen hinter ihnen überhören beide.
„Und wer sind Sie überhaupt?“ meint Darkwing Duck auf Phantomias herabschauend. „Jemand, der keine Sprüche klopft!“ knurrt Phantomias und zielt nun mit seiner Pistole auf Darkwing „Der Kater da gehört mir! Sie haben sowieso schon genug für diese Nacht eingesammelt!“ brummt er eiskalt. „Das glauben auch nur Sie! Ich habe den Kater zuerst gesehen!“ grollt Darkwing zurück und zielt nun ebenfalls mit der überdimensionierten Pistole auf Phantomias.
Keiner der beiden bemerkt die leisen Schritte, die sich von den kostümierten Rächern entfernen.
„Ich war zuerst da! Und damit basta!“ belfert der Rächer Entenhausens zurück „Diese Stadt gehört den Phantomen!“ knurrt er und denkt dabei an Phantomime und sich selbst. „Den Phantomen! Was für ein alberner Name ist das!“ lästert Darkwing Duck herablassend. „Ein besserer als Darkwing Duck, der Schrecker der Nachtflattern!“ verhunzt Phantomias den Namen seines neuen Gespielers. Und dieser wird erst recht böse...
„Sag mal was bildest du dir eigentlich ein? Das ich hier zum Spaß stehe? Dass ich freiwillig jeden Abend versuche, die Stadt sicher zu halten?“ sagt Darkwing Duck immer lauter werdend und pfeffert Phantomias mit der bloßen Faust eine auf den Schnabel. „Das ist mein Job!“ brüllt Phantomias zurück, steckt die Pistole weg und setzt zum Gegenschlag an.
Unbemerkt von beiden werden die Polizeisirenen lauter.
„Das ist mir WURST!“ brüllt Darkwing Duck Spucke versprühend zurück und blockt einen weiteren Schlag seitens Phantomias geschickt ab „Das ist kein Ein-Mann-Beruf!“ fügt er noch wesentlich lauter hinzu. „Ich hab genug Mitstreiter! Da brauch ich nicht auch noch einen Verbrecher-stehlenden lila-farbenen alten Mann!“ Phantomias lässt die Klingen seiner Handschuhe ausfahren und schlägt so in Richtung Darkwing Duck aus.

„Nehmen Sie die Hände hoch! Keine Bewegung!“ ruft plötzlich eine mit Megafon verstärkte Polizisten-Stimme dazwischen und Autotüren werden eilig auf- und zugeschlagen. Doch ein Phantomias denkt gar nicht erst daran, die Hände zu heben, ebenso wenig wie ein Darkwing Duck. „Das hier ist MEINE Stadt! Hier vermöbelt nur einer Verbrecher!“ brüllt Phantomias gerade, als er plötzlich von hinten von mehreren Polizisten gepackt und von Darkwing Duck weggezerrt wird. „Das denkst auch nur DU!“ brüllt Darkwing Duck zurück, der im selben Moment von Polizisten gepackt wird. „Hände hoch! Oder wir sehen uns gezwungen, Sie beide einzusperren!“ knurrt ein rabenschwarzer Polizist mit ungewöhnlich feindselig funkelnden Augen.
Darkwing Duck wird ebenfalls weggezerrt. „Wo ist der Einbrecher?“ fragt ein anderer Polizist verwirrt. „Den habe ich gefangen!“ sagt Darkwing Duck sofort herrisch. „Und wo ist er dann?“ fragt der Polizist noch verwirrter. „Ähm...“ macht der lila gekleidete, Schlapphut-tragende, ältere Herr überrascht.
„Wir nehmen Sie beide mit auf die Wache, aufgrund von Ruhestörung und Beihilfe eines Einbrechers zur Flucht.“ sagt der rabenschwarze Polizist kalt und nickt seinen Kollegen zu. Phantomias hört es klicken und spürt im nächsten Moment die schweren Handschellen, die seine Hände hinter den Rücken fesseln. „Seid ihr wahnsinnig geworden?!“ keucht er entsetzt. Man hat ihn noch nie als Phantomias eingesperrt! Noch nie!
Auch sein Gegenspieler, Darkwing Duck, scheint entrüstet, als der Polizist mit den Handschellen auf ihn zugeht. „Nein. Wir sind nicht wahnsinnig geworden. Aber es ist an der Zeit, dass die Stadt wieder von denen bewacht wird, deren Job es ist... nämlich der Polizei. Entenhausen kann keine Selbstjustiz dieser Art mehr dulden, wenn dabei den eigentlichen Verbrechern geholfen wird.“ sagt ein anderer Polizist schulterzuckend. Phantomias starrt die Polizisten mit leicht geöffneten Schnabel an. Das meinen die doch wohl nicht ernst?
„Nix da! Den Schrecken, der die Nacht durchflattert, fängt man nicht ein wie ein müdes Glühwürmchen!“ knurrt der ältere Herr, als der Polizist mit den Handschellen ihm immer näher kommt. Mit einem heftigen Kopfstoß nach hinten befreit sich die Ente und wirft eine Rauchbombe. Als der lilafarbene Rauch wieder verschwunden ist, ist auch Darkwing Duck in den Straßen Entenhausens verschwunden. „Verdammtes Heldengeschwür.“ knurrt der rabenschwarze Polizist schlecht gelaunt „Willst du auch einen Fluchtversuch starten, Phantomias? Oder kommst du fast freiwillig mit auf´s Revier?“ fragt er an Phantomias gewandt. Dieser, umringt von Polizisten, gibt klein bei. Lange werden die ihn sowieso nicht halten können.

„Um ehrlich zu sein, ich bin ein Riesen-Fan von Ihnen.“ sagt der Polizist, der mit Phantomias zusammen hinten im abgetrennten Bereich des Autos sitzt, um selbigen an möglichen Fluchtversuchen zu hindern. Vorne sitzen der Helden-hassende rabenschwarze Polizist und ein weiterer, der Darkwing fesseln wollte. „Freut mich.“ meint Phantomias leicht grinsend. Wer freut sich nicht über ein Lob? „Und ich hab mich schon immer gefragt, wer hinter der Maske stecken könnte...“ murmelt der Polizist andeutend. Daraufhin stöhnt Phantomias leise. Das hatte er noch gar nicht bedacht! Die werden ihn bestimmt zwingen, die Maske abzunehmen! Das darf er nicht zulassen! „Eine Ente! Sieht man das nicht!“ grummelt er und versucht währenddessen, seine Handgelenke auszukugeln, um aus den Fesseln herauszukommen „Eine Ente wie jede andere.“ sagt er, um das etwas lautere Knacken seines Handgelenks zu übertönen. „Von wegen! Jemanden wie Sie gibt es nur einmal!“ widerspricht der Polizist. Gut, anscheinend hat er nichts gehört.
Phantomias fädelt vorsichtig seine ausgekugelte Hand aus der Fessel und kugelt sie dann wieder ein. „Aber ich hatte einen Vorgänger... und ich bin mir sicher, nach mir wird auch jemand kommen.“entgegnet Phantomias, abermals um das Knacksen zu übertönen.
„Echt? Sie hatten einen Vorgänger?!“ staunt der Polizist überrascht, als Phantomias auch schon mit der Panzerfaust die Autotür aus den Angeln schleudert und sich raus auf die Straße wirft. Dann schlittert er über den dunklen Asphalt und bleibt knapp vor einem nutzlosen Laternenpfahl liegen. Phu! Glück gehabt! Einen Laternenpfahl ins Gesicht zu bekommen, ist ungesund! Wie die ganze Aktion eigentlich... keine Zeit verplempern! Er muss weg von hier! Phantomias verscheucht seine Gedanken, richtet sich ächzend auf und streckt sich einmal durch. Dank der Rüstung hat er nicht mehr davon getragen als ein Paar Schrammen. Es knackst wieder einmal hörbar, als sich die Rippen und die Wirbelsäule wieder an ihre Plätze bewegen, doch dieses Mal wird es übertönt von einem Auto, das hastig rückwärts fährt, um den Fliehenden einzuholen.
„Nicht mit mir!“ zischt Phantomias unbeugsam und verschwindet in der nächsten, stockfinsteren Gasse und von dort aus in Richtung Großstadtdschungel. Gleichzeitig drückt er einen Knopf um so seinen geliebten 313 herbeizurufen. Währenddessen schlägt er sich zu Fuß durch die Straßen der Nacht Entenhausens. Er will seinem Auto entgegenlaufen, möglichst ohne noch einmal von der Polizei eingesammelt zu werden.
Minuten später brummt auch schon der leise Motor seines 313 vor ihm. Was würde er nur ohne dieses Auto machen?, denkt er sich seufzend und steigt ein. Ab nach Hause ins Bett! Er hat genug für heute!

„Bist du immer noch wach?“
Donald Duck starrt wenig überrascht und dennoch überrascht Trip an, der in aller Seelenruhe die halbe Nacht durch gezockt hat. „Morgen ist keine Schule.“ meint der schulterzuckend und spielt seelenruhig weiter. „Na und? Der Hausputz macht sich nicht von alleine! Ab ins Bett mit dir!“ knurrt Donald mit einem Tonfall, bei dem man definitiv nicht widersprechen sollte. Trip seufzt sehr lange und sehr laut, schaltet die Konsole aus und schlurft an Donald vorbei die Treppe hoch.
„Schlurfen ist ungesund. Du wirst gehört, wenn du dich weiterhin so an deine Ziele heranschleichen möchtest.“ bemerkt Donald, geht Trip hinterher und hört zufrieden, wie dieser die Füße vom Boden aufhebt und kaum hörbar wieder absetzt. Wenn er will, kann dieser Junge sich an alles heranschleichen, auch wenn dieses Etwas noch so gut hört. „Wie war es eigentlich?“ fragt Trip seinen... sagen wir mal Ausbilder. „Beschissen.“ meint dieser nur und damit ist alles gesagt. „Aha. Na dann gute Nacht.“ entgegnet Trip und verschwindet in das ehemalige Zimmer der Drillinge, das er nun geerbt hat für die Zeit, die er hier ist.
„Gute Nacht.“ sagt auch Donald und geht in sein Zimmer.

„Kater Karlo hier. Heute Nacht ist mir die Zielperson begegnet. Aber nicht nur diese. Anscheinend treibt seit Neuestem auch ein weiterer Held sein Unwesen in dieser Stadt. Over.“
Kater Karlo sieht sich noch einmal kurz in der dunklen Gasse um, entdeckt glücklicherweise keine Rächer der Nacht und zerstört dann das Wegwerf-Handy, indem er es gegen die nächste Mauer wirft.
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