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Hidden Desire

von Akumari
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Hirato Tsukumo
18.07.2017
18.07.2017
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„Willkommen zurück, baa.“ begrüßte das mechanische Schaf Tsukumo und Yogi, welche gerade von einer Mission zurückkehrten. Seit die Anzahl der Varuga stark zurück gegangen war, war Ruhe auf dem zweiten Schiff von Circus eingekehrt. Nai und Gareki begrüßten die beiden bereits im Gang, bevor sie in einem Zimmer verschwanden. „Ich gehe Hirato Bericht erstatten.“ sagte Tsukumo und Yogis Augen begannen zu strahlen. „Danke Tsukumo! Du bist die Beste!“ Während Yogi in den Gängen verschwand, lief Tsukumo zu dem Büro des Kapitäns des zweiten Schiffes, Hirato. Zögerlich klopfte sie an und trat kurz danach ein. „Die Mission ist erfolgreich abgeschlossen. Keine Reste und Anzeichen von Varuga.“ Der hochgewachsene Mann drehte sich zu dem Mädchen um und lächelte freundlich. „Gut gemacht. Würdest du bitte alle in den Wohnraum rufen? Ich habe eine Ankündigung zu machen.“ Kurz Zeit später waren alle Mitglieder des zweiten Schiffes in dem Raum mit der dreiteiligen Couch und dem Sessel versammelt. „Da ihr in letzter Zeit gute Arbeit geleistet habt, hat die Leitung von Circus beschlossen, dass ihr euch eine Auszeit von ein paar Tagen verdient habt. Deshalb wird die Crew des gesamten zweiten Schiffes sich für ein paar Tage in den heißen Quellen im Tosake-Gebirge aufhalten.“ Überrascht sahen die anderen sich an, bevor laute Freudenschreie durch das Schiff hallten. Es sollte der erste gemeinsame Urlaub von allen werden.
Einen Tag später erreichten sie ihre Unterkunft am späten Nachmittag. Es war ein kleines, hölzernes Häuschen, welches sie – abgesehen von den Vermietern – für sich hatten. Es gab zwei große Schlafsäle und die heißen Quellen waren unterteilt in ein Gemeinschaftsbad, ein Männerbad und ein Frauenbad. Die Hütte lag erhöht am Berghang, so dass man einen wundervollen Blick hinab ins Tal hatte und ein Balkon führte von Osten nach Westen am Haus entlang. „Tsukumo-chan!“ ertönte plötzlich eine laute, schrille Stimme und das kleine Mädchen wurde an den üppigen Busen von Eva gepresst. „Eva-San! Jiki-San!“ stellte Nai überrascht fest. „Was macht ihr hier?“ Die große Frau sah sich in der Gruppe um, bevor sie sich beschützend vor Tsukumo stellte. „Ich kann die süße Tsukumo doch nicht mit euch Männern alleine lassen!“ Eva war zur Zeit auf dem ersten Schiff stationiert, obwohl sie zum zweiten gehörte. Hirato lächelte und besah die Gruppe, bevor er das Häuschen betrat, wo die Vermieterin ihn auch schon freudig begrüßte. „Willkommen!“ Wie übermütige Schulkinder stürzte die kleine Gruppe in das Haus und sah sich um, während Hirato alle förmlichen Angelegenheiten mit der Vermieterin besprach. Lediglich Tsukumo war an seiner Seite geblieben. Am Abend war bereits beschlossen, dass die Männer den einen Schlafsaal bekamen und Eva mit Tsukumo den anderen nehmen würde. „Wir sollten früh ins Bett, damit wir bei der Wanderung morgen ausgeschlafen sind.“ sagte Nai mit glänzenden Augen und musterte Gareki, welcher nickend zustimmte und eine weitere Schüssel Reis aß. „Gute Nacht.“ sagte Tsukumo und verschwand dann in dem Raum, wo sie schlafen wollte, gefolgt von Eva. Der nächste Morgen war ein einziges Chaos. Verschlafen öffnete Tsukumo die Augen. Was hatte sie geweckt? Sie hörte, wie Eva sich lautstark mit Jiki um sie stritt. Mit wirren Haaren und ihrem übergestreiftem Yukata lief sie den hölzernen Flur entlang und wollte gerade um die Ecke biegen, als jemand gegen sie stieß. Das kleine Mädchen stolperte rückwärts und spürte im selben Moment einen Arm, der sich um ihre Hüfte legte. „Entschuldige, Tsukumo.“ sagte der hochgewachsene Kapitän des zweiten Schiffes und strich eine lange, platinblonde Strähne hinter Tsukumos Ohr, welche sich in ihr Gesicht verirrt hatte. „H-Hirato.“ sagte Tsukumo überfordert und schaute peinlich berührt auf ihre Füße. Sie hatte Hirato bisher immer nur in seinem perfekt geknüpften Trenchcoat mit Krawatte und Zylinder gesehen. Umso mehr ließ der Anblick, ihn ebenfalls nur in dem leichten Yukata zu sehen, sie erröten. Peinlich berührt merkte Tsukumo, dass Hirato sie noch immer festhielt. Sie wollte etwas sagen, doch in diesem Moment blitzten zwei mordlüsterne Augen hinter Hirato auf. „Nimm deine Hände von ihr, du Perversling von einem Kapitän!“ keifte Eva und Hirato wich gekonnt jedem ihrer Tritte aus, das sanfte Lächeln noch immer auf den Lippen. „Bis nachher, Tsukumo.“ flüsterte er, als er nahe an das kleine Mädchen heran kam und dann verschwand er kichernd in einem Zimmer, gefolgt von Eva. Leicht errötet und mit rasendem Herzen nahm Tsukumo am Frühstück teil, wo Jiki ihr wie immer zu nahe kam. Eva war anscheinend noch immer mit Hirato beschäftigt. Nachdem alle gefrühstückt und sich umgezogen hatten, ging es auf den lange ersehnten Ausflug. Der Weg war rechts und links von einem Mischwald flankiert, was sich sich ab einer gewissen Höhe jedoch in einen reinen Nadelwald wandelte. Eva war bereits nach der ersten Stunde völlig erschöpft, da sie immer wieder hin und her rannte, um sowohl Hirato als auch Jiki von Tsukumo fern zu halten. Bei einer kurzen Pause bemerkte Tsukumo, dass sie kein Trinken mehr hatte und auch Hirato schien dies bemerkt zu haben. „Hier, ich habe noch mehr als genug.“ sagte er und lächelte Tsukumo an, während er ihr seine Flasche reichte. „Danke.“ murmelte die Kleinere und nahm einen Schluck, was Eva für einen Moment die Fassung kostete. „Tsukumo-chan, dass kannst du nicht machen!“ Verwirrt sah das platinblonde Mädchen die Größere an und diese seufzte, sehr zur Belustigung von Hirato. Nai und Gareki waren unterdessen schon etwas vor gelaufen und kamen nun freudestrahlend zurück. „Wir haben ein Plateau gefunden, ungefähr zehn Minuten von hier. Man kann das Haus sehen und ganz viel von dem Land dahinter! Und ein kleines Bächlein fließt daneben entlang, weshalb das Plateau von Moos überzogen ist.“ erzählte Nai keuchend. Kurze Zeit später erreichte die Kleingruppe das Plateau und alle setzten sich. „Ich habe Lunchboxen gemacht.“ sagte Tsukumo. „Jeder von euch hat eine im Rucksack.“ Dankend für das Essen sahen die anderen Tsukumo an und diese lächelte, als Hirato seine Stäbchen nahm und eines seiner Takoyaki zu Tsukumo hielt. Sie öffnete den Mund und aß das Teigbällchen mit einem Lächeln. Hirato war so anders im Urlaub. „Du magst Takoyaki doch sehr gerne, nicht wahr?“ Sein Lächeln war etwas breiter als sonst. Obwohl es normalerweise nicht den Anschein machte, schien Hirato Tsukumo sehr gut zu kennen. Sofort grummelte Eva: „Was für Hintergedanken hast du?“ und reichte Tsukumo zwei ihrer Takoyaki. „Gar keine.“ antwortete Hirato und sein Gesicht veränderte sich wieder zu seinem normalen Lächeln. Dieser Ausdruck verwirrte Tsukumo, weil man nie wusste, was Hirato hinter dem Lächeln tatsächlich dachte. Seit einigen Jahren hatte Tsukumo mehr Gefühle für Hirato entwickelt, als die starke Loyalität zu ihm, doch sie verbarg diese. Sie war einfach zu kindisch für diesen ehrenhaften Mann. Eva war mittlerweile lautstark am debattieren mit Hirato, welcher genüsslich weiter aß. Dennoch musste sie sich eingestehen, dass ihr Herz jedes Mal seltsam beschleunigte, wenn Hirato ihr nahe kam. Nach der Mittagspause begann die Gruppe wieder mit ihrem Abstieg. „Das Essen war sehr lecker.“ sagte Hirato und tätschelte Tsukumos Kopf. Er hatte sie gelobt! Tsukumos Wangen färbten sich leicht rötlich und Eva verpasste Hirato einen kräftigen Hieb in die Seite. Gegen Abend hatte die Gruppe das Häuschen wieder erreicht. „Man bin ich platt.“ seufzte Yogi und ließ sich auf seinen Futon fallen. „Was haltet ihr davon, wenn wir alle zusammen ein Bad im Gemeinschaftsbad nehmen?“ fragte er hoffnungsvoll in die Runde und die Männer stimmten nickend zu. „Niemals!“ Evas Einspruch wurde noch deutlicher, als sie Tsukumo packte und in das Frauenbad schob. „Perverslinge!“ zischte sie und sah alle nochmal durchdringend an. Tsukumo war bereits in die heiße Quelle gestiegen und genoss das Wasser. „Eva-San! Du bist so schön! Ich will wie du werden!“ lachte Tsukumo. Es war ein seltener Anblick und die Männer, welche die Frauen hören konnten, beneideten Eva dafür. Nach einer halben Stunde musste Tsukumo aus dem Wasser, da ihr etwas schwindelig war. „Ich komme bald nach, okay?“ sagte Eva und warf ihr einen imaginären Kuss zu. Tsukumo nickte und lief zurück zu ihrem Schlafsaal, als sie Hirato bemerkte. Er schien auch gerade aus der heißen Quelle gekommen zu sein. „Komm mal mit, Tsukumo.“ sagte er sanft und sie folgte ihm nickend. Er führte sie durch das Häuschen hinaus auf den Balkon an der Südseite. Von den Wiesen vor dem Haus stiegen tausende Glühwürmchen gen Himmel und erleuchteten die Welt mit ihrem Licht. „Das ist wunderschön.“ murmelte Tsukumo und ihre Augen leuchteten, als sie in Hiratos blau-violette Augen sah. Genau wie du. Diese Worte dachte der hochgewachsene Mann, doch er brachte sie nicht über die Lippen. Die stille, zarte Dame vor ihm. Er hatte Tsukumo kennengelernt, als er achtzehn war. Sie war damals sieben gewesen und ein verstoßenes Kind. Auf einer Party ihrer Familie hatte er sie damals ermutigt, ihren eigenen Weg zu gehen. Und so war sie zu Circus gekommen. Langsam näherte er sich Tsukumo und seine Hand ruhte an ihrer Wange. Sanft streichelte sein Daumen die weiche Haut, welche sich leicht rötlich gefärbt hatte. Gerade als sich Hirato hinab beugte und sein Gesicht nahe Tsukumos war, räusperte sich jemand geräuschvoll. Sofort sah Tsukumo beschämt weg und Hirato stellte sich aufrecht hin und versteifte sich. „E-Eva.“ sagte Tsukumo und konnte der schönen Frau nicht in die Augen sehen. Das war sicherlich die Hitze der warmen Quelle gewesen, weshalb Hirato so seltsam agierte. „Schlaft gut.“ sagte der Dunkelhaarige mit einem leisen Seufzen und Eva sah Tsukumo besorgt an. Die spielerisch übertriebene Attitüde des Tages hatte sie abgelegt. „Du liebst ihn, nicht wahr?“ So ernst und besorgt wie sie jetzt redete, wirkte sie wahrlich reif und erwachsen. Tsukumo spürte, wie ihr eine Träne die Wange herunter lief. Und dann noch eine. Schließlich umarmte sie Eva und vergrub ihr Gesicht in Evas Brust. „Lass es raus.“ sanft strich Eva über Tsukumos Kopf. „Ich...Ich dürfte es nicht. Ich bin viel zu kindisch für ihn. E-Er...“ Die letzten Worte lagen Tsukumo schwer im Hals. „Er verdient eine Frau wie dich, Eva. Stark, hübsch, intelligent.“ Ein leises Kichern von Eva verwirrte Tsukumo. „Du bist so ein Idiot. Die Frau, die du eben beschrieben hast, bist du. Du bist eine Kämpferin von Circus, du bist bildhübsch und kennst Strategien und kannst Pläne schnell erstellen und ändern. Tsukumo...“ Eva hob den Kopf der Kleineren an und sah ihr direkt in die Augen. „Du machst dich selber schlecht. Sei überzeugt von dem, was du hast. Ich muss es nicht mögen, dass du auf ihn stehst und ich werde ihn weiterhin mit all meiner Kraft von dir fern halten. Aber ich werde immer für dich da sein, egal was geschieht. Du bist wie eine kleine Schwester für mich.“ Wieder fing Tsukumo an zu weinen, doch diesmal waren es Freudentränen. Sie hatte in Eva eine Schwester gefunden – Ja in Circus eine Familie. Etwas, das sie die ersten sieben Jahre ihres
Lebens nie gehabt hatte. Und zum ersten Mal war sie überzeugt davon, dass ihre Gefühle kein Hindernis waren. Hirato hatte sie jedes Mal gerettet, wenn sie in Gefahr gewesen war. Eva hatte ihr erzählt, wie wild er geworden war, als er hörte, dass man sie entführt hatte und wie panisch er nach ihr gesucht hatte. „Er hat dich auch sehr gerne.“ sagte Eva und schob Tsukumo langsam in Richtung des Schlafsaals.
 
 
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