So ist das Leben.....

GeschichteDrama, Familie / P12
OC (Own Character) Sophie Koch Sören Petersen
17.07.2017
25.11.2019
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17.07.2017 469
 
Eisiger November-Wind peitschte gegen mein Gesicht. Mittlerweile war es stockdunkel. Die Kälte kroch unter meinen Pullover und breitete sich auf meinem ganzen Körper aus. Die Gänsehaut war nicht mehr wegzubekommen, doch das war momentan mein geringstes Problem. Der Mond beleuchtete den gefrorenen Waldboden, trotz allem musste ich langsam laufen und meine Aufmerksamkeit immer wieder dem Boden widmen. Wurzeln waren bei diesem unebenen Boden leicht zu übersehen. Ich musste inzwischen tief im Wald sein. Außer meinem Atmen war nichts mehr zu hören. Das Rauschen und die hellen Scheinwerfer der Autos hatte ich lange hinter mir gelassen. Wüsste ich es nicht besser, könnte man denken ich sei das einzige Lebewesen auf diesem Planeten.

Die Orientierung hatte ich schon vor Stunden verloren. Seit der Dämmerung laufe ich nun schon immer tiefer in den Wald, ohne Ziel und ohne ein Ende in Sicht. Die Kälte hatte derweil den Krieg mit meinem Körper gewonnen und diesen komplett übernommen. Schneeflocken tänzelten vom Himmel langsam zu Boden. Ich trug nur einen Pullover und eine Jeans. Der Schnee hatte nicht vor mich zu verschonen. Nach kurzer Zeit, sah ich selber aus wie eine große Schneeflocke und  meine Klamotten waren mehr nass als trocken. Auch die Müdigkeit bahnte sich mittlerweile an und ich beschloss eine Bank aufzusuchen, auf der ich mich wenigstens ein bisschen ausruhen konnte.
Plötzlich hörte ich ein Rascheln unmittelbar hinter mir, danach knackte ein Ast. Entweder ein Tier, ein Mensch oder ich halluzinierte inzwischen. Egal was es war. Allein der Gedanke, das sich etwas oder jemand hinter mir befand, versetzte mich in Panik. Ich rannte los in Richtung Zivilisation. Die Geräusche der Autos und die Lichter der Straßenlaternen kamen immer näher. Gute 20 Meter vor mir war der Weg wieder gepflastert. Dann wurde ich zu Boden gerissen. Irgendetwas hielt meinen Fuß fest. Ich verfiel in Panik und drehte mich hektisch um. Warum ich?, dachte ich und malte mir das Schlimmste aus.

Ich entdeckte, das sich mein Fuß in eine große Baumwurzel verfangen hatte und begriff, dass ich vollkommen alleine war und es niemand auf mich abgesehen hatte, außer die Baumwurzel, aus der ich mich jetzt befreite. Meine Jeans war an den Knien aufgerissen. Sie bluteten und auch meine Hand-Innenflächen waren rot vom Blut. Mein Atem verlangsamte sich wieder.
Vorsichtig stand ich auf und lief raus aus dem Wald. Ich befand mich auf einem Parkplatz nicht weit von der Innenstadt entfernt. Dort sah ich eine Bank, die hell erleuchtet vom Licht der Straßenlaternen am Ende des geschotterten Parkplatzes stand. Die Luft war klar und sauber von all dem Schnee und dem Wind. Ich zog sie ein wie eine Droge und ließ mich vorsichtig auf der schneebedeckten Bank nieder. Ich hatte mir beide Knie und beide Hände aufgeschlagen. Tränen liefen an meinen Wangen herunter, doch ich musste weiter. Hier konnte ich nicht bleiben.
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