Wrong Time, Wrong Place

GeschichteFreundschaft / P6
Josef "Jupp" Schatz Klaus Taube OC (Own Character)
15.07.2017
15.07.2017
1
2843
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Titel: wrong time, wrong place
Autor: Lady Charena (Juni 2006)
Fandom: SK Kölsch

Charaktere: Jupp Schatz, Klaus Taube, OFC: Tamara
Rating: gen

Beta: T'Len
Worte: 2651

Summe: Jupp und Taube müssen eine Nacht in einem gemeinsamen Krankenhauszimmer verbringen. Im Anschluss zur Episode: „Der Aap“ (05/01).


Hintergrund: In dieser Episode schießt Klaus Taube bei einer Geldübergabe einen Erpresser an. Der Vater des Schwerletzten – genannt „Der Aap“ - lässt Taube daraufhin von seinen Männern entführen, demütigen und misshandeln und setzt so die Polizei unter Druck, um seinen Sohn freizupressen. Als der jedoch stirbt, lässt sich Jupp trotzdem auf das gefährliche Spiel eines fingierten Austausches ein, um das Leben seines Partners zu retten. Es gelingt ihnen, den Vater zu täuschen und in letzter Minute kann Jupp Taube einen Sprengstoffgürtel abnehmen, der sie beide ins Jenseits befördern sollte. Stattdessen fliegt jedoch der Krankenwagen mit dem vermeintlichen Patienten in die Luft, als der Sprengstoff gezündet wird. Daraufhin versucht der Vater die beiden zu erschießen, glücklicherweise trifft jedoch Verstärkung ein, so dass Jupp nur einen Streifschuss davon trägt.

Disclaimer: Die Rechte der in dieser Fan-Story verwendeten geschützten Namen und Figuren liegen bei den jeweiligen Inhabern. Eine Kennzeichnung unterbleibt nicht in der Absicht, damit Geld zu verdienen oder diese Inhaberrechte zu verletzen.

Tamara ist meine eigene Création de jour.



Lyrics from Maroon 5

…so call up and tell him that you will survive
good looking kid with the velvet eyes
you and me and everything’s gonna be fine…




„Bist du okay?“ Obwohl Taube selbst durchaus den Eindruck erweckte, dass er Hilfe benötigen könnte um auf den Beinen zu bleiben, streckte er die Hand aus, um Jupp hoch zu helfen.

Trotz des Protests des Notarztes hatte er sich selbst aufgemacht, nach seinem Partner zu sehen, während die Sanitäter sich um den alten Aap kümmerten. Jemand hatte ihm die Waffen abgenommen und auf die Beine geholfen.

Und irgendwie hatte er den Weg zurück nach unten in den Steinbruch geschafft, wo Jupp noch blutend auf dem Boden saß.

Jupp Schatz blinzelte gegen die Scheinwerfer an, fluchte und presste eine Hand gegen den Streifschuss am Oberschenkel, dicht über dem Knie, als er sich aufrappelte. Der Rauch des nach wie vor brennenden Krankentransporters sammelte sich auf dem Grund des Steinbruchs, und machte es ihm schwer, zu atmen. Sein Gürtel, der als improvisierte Aderpresse gedient hatte, um die Blutung zu stoppen, glitt auf den Boden.

„Schon gut, ist noch alles dran“, brummte er verlegen. „Verdammte Scheiße, kipp’ mir hier jetzt bloß nicht um, Klaus.“ Er griff hastig nach Taube und stützte ihn, als sein Kollege die Augen schloss und wankte.

Die lange Geiselhaft, die er zumeist verschnürt wie ein Weihnachtspaket verbracht hatte, holte Klaus nun heftig ein, als auch das letzte Adrenalin in seinem Blut verbraucht war. Er ließ sich von Jupp zu einem der Steine schieben, hinter denen sie Deckung gesucht hatten und setzte sich.

Er fröstelte. Taube öffnete die Augen und begann sein Hemd zuzuknöpfen – das heißt, er versuchte es, doch die meisten Knöpfe waren abgerissen worden, als sie hastig an den Sprengstoffgürtel um seinen Bauch gelangen mussten. Er verschränkte die Arme vor der Brust und zog die Schultern enger zusammen. Ihm war wirklich kalt. Als ihm sein Kollege die dicke Lederjacke um die Schultern legte, sah er dankbar zu ihm auf.

„Ich kann doch einen warmen Bruder nicht frieren lassen.“ Jupp grinste ihn aus einem mit Dreck verschmierten Gesicht an. „Mann, ich hab schon fast nicht mehr dran geglaubt, dich noch mal wieder zu sehen. Ich glaub’ fast, du hättest mir gefehlt.“

Klaus lachte rau und schüttelte den Kopf. Er wollte etwas erwidern, doch die Ankunft von Haupt, Gabi, einem Notarzt, der entschlossen war, sich nicht noch einmal von einem sturen Polizisten seinen Job erklären zu lassen und zwei Sanitätern mit einer Trage verhinderte eine Antwort.

Jupp wimmelte den Sanitäter ab, der sich sein Bein ansehen wollte und wies auf Taube. „Frauen und Kinder immer zuerst.“

Haupt warf ihm kopfschüttelnd einen strengen Blick zu, konnte jedoch seine Erleichterung nicht verhehlen, seine beiden Kommissare einigermaßen unversehrt und unzweifelhaft lebendig vor sich zu sehen.

„Was ist mit dem alten Aap?“, fragte Jupp heiser.

„Am Leben und sicher verstaut“, versicherte Haupt. „Und jetzt lassen Sie sich gefälligst Ihr Bein versorgen, Hauptkommissar Schatz – das ist ein Befehl!“

„Das ist doch nur ein Kratzer“, protestierte Jupp – obwohl es höllisch wehtat. Auch mit „nur“ einer Fleischwunde über Sand und Kies in Deckung zu kriechen war beileibe kein Abendspaziergang gewesen. Er stützte sich auf Dino, der wie aus dem Nichts plötzlich hinter ihm aufgetaucht war und sah zu, wie Taube auf eine Tragbahre verfrachtet und weggebracht wurde.

Erst dann sackte er schwer gegen Dino, als der Blutverlust die Nacht um ihn wieder dunkel werden ließ.


* * *


„Hier sind die Schlüssel. Meine Schlafanzüge sind in der linken Schublade.“

„Keine Panik, ich werd’ schon alles finden.“ Dino klang etwas gestresst – und übermüdet. „Bin dann weg.“ Eine Tür fiel zu.

Jupp grinste und schlug die Augen auf, als er die Stimme seines jungen Kollegen vernahm.

„Ich will mich morgen endlich wieder ordentlich anziehen können“, beharrte Klaus Taube irgendwo in einer anderen Ecke des Raumes.

Jupp sah sich um, dann an sich herunter. Er steckte in einem Krankenhausnachthemd und als er die Decke lüftete, sah er den Verband um sein Bein. Der Schmerz war weg, aber die Medikamente machten ihn definitiv leicht wirr im Kopf. Er ließ sich wieder in die Kissen sinken. „Verdammt ist das toll, den guten alten Taube über seine Klamotten jammern zu hören“, sagte er zur Zimmerdecke.

Es dauerte einen Moment, dann erschien Taube in seinem Blickfeld. Er trug das gleiche unkleidsame Outfit wie Jupp. „Na, wieder zurück unter den Lebenden, Schatz?“, meinte Klaus ironisch.

Jupp grinste. „Verdammt, wenn ich den erwische, der mich in ein Kleid gesteckt hat“, flachste er. „Komm’ mir ja nicht auf falsche Gedanken, Täubchen.“

Klaus schüttelte den Kopf. Etwas unsicher auf den Beinen zog er einen Stuhl näher zu Jupps Bett und setzte sich. „Hey“, seine Stimme klang ernst und ein wenig rau. „Ich hatte noch gar keine Gelegenheit, dir zu danken. Du hast mir das Leben gerettet.“

Jupp machte eine abwehrende Geste. „Nu’ mal keine Fisimatenten“, brummte er. „Werd’ mir hier nicht rührselig. Außerdem, wenn du den alten Aap nicht erwischt hättest, bräuchte ich mir jetzt um mein Outfit keine Sorgen mehr machen. Wir sind quitt.“ Er blinzelte wieder. „Wieso sind wir hier?“, fragte er dann.

„Anweisung vom Arzt. Wir müssen beiden zur Beobachtung bis morgen Mittag bleiben.“ Klaus stand auf, hielt sich an dem Stuhl fest und legte sich wieder in sein eigenes Bett.

„In einem Zimmer?“, fragte Jupp und gähnte. Was immer da mit der Infusion in seinen Arm tropfte, es machte ihn hundemüde.

„Hast du neuerdings Angst, allein mit mir in einem Raum zu sein?“, entgegnete Taube sarkastisch, doch auch er klang erschöpft.

Jupp murmelte etwas. „Was sollte das mit Dino?“, fragte er dann, etwas verständlicher.

„Ich habe den Anzug in den Müll geworfen. Wenn du denkst, dass es witzig ist, sich nach einem Tritt in die Nierengegend wie ein Dreijähriger in die Hosen zu pinkeln und die ganze Nacht so auf einem Stuhl gefesselt herumzusitzen, bist du falsch gewickelt!“ Er drehte den Kopf zur Seite, doch Jupp schlief bereits, sein Mund stand noch offen, als wäre er mitten im Versuch zu antworten weg gedämmert.

Klaus löschte das Licht. „Gute Nacht, Schatz“, sagte er leise und grinste.


* * *


Eine unbestimmte Zeit später schreckte Taube aus dem Schlaf hoch. Atemlos und mit rasendem Herzen setzte er sich auf, machte Licht.

In seinem Alptraum war zuerst der Mann aufgetaucht, der ihn zusammengeschlagen und entführt hatte, doch plötzlich hatten sich seine Züge in die des alten Aap verzerrt, wie er auf dem Boden lag, die Hand mit der Waffe gegen die klaffende Bauchwunde gepresst.

Einen Moment orientierungslos, sah er sich um. Er hatte noch den Geschmack des Rauchs im Mund, das Knistern des Feuers des brennenden Krankenwagens im Ohr.

Doch langsam verschwanden mit den Alptraumbildern auch die anderen Erinnerungen und statt Rauch war da nur noch der penetrante Geruch nach Desinfektionsmittel. Und statt des Knistern überhitzten Metalls ertönte Jupps unmelodisches Schnarchen.

Obwohl er die Müdigkeit in allen Knochen spürte, wusste Klaus, dass er nicht wieder einschlafen würde können.

Natürlich hätte er die Nachtschwester rufen und um ein Medikament bitten können, doch er wollte keine weiteren Träume riskieren. Er ließ das Nachtlicht brennen und durchquerte das Zimmer, wo Jupps Jacke noch immer über die Lehne eines Plastikstuhls hing.

Neben Feuerzeug, Tabak und Zigarettenpapier fand er in den Taschen auch ein paar auf Vorrat gedrehte Zigaretten. Ein bisschen zerdrückt sahen sie zwar aus, aber er fühlte sich im Moment nicht wählerisch. Sie würden ausreichen, den schlechten Geschmack aus seinem Mund zu vertreiben. Er steckte sie in die Tasche seines Morgenmantels und verließ leise das Zimmer.

Der Flur war kalt, leer und nur notdürftig beleuchtet. Klaus ging ihn langsam entlang, immer damit rechnend, dass ihn eine Schwester erwischte, bis er bei den Treppen auf eine Wartenische für Besucher traf. Jemand hatte das Fenster geöffnet und er lehnte sich gegen die Fensterbank und zündete sich eine von Jupps Zigaretten an. Die kalte Nachtluft brannte auf seiner Haut und der Rauch kratzte ihm in der Kehle, die noch immer viel zu trocken schien.

Jemand räusperte sich neben ihm und Klaus schreckte zusammen. Schuldbewusst wandte er sich um und erwartete von einer Krankenschwester ins Bett zurückgescheucht zu werden.

Doch neben ihm tauchte aus dem Halbdunkel ein Mädchen auf, ein Teenager mit Krücken und einem bis zum Knie eingegipsten rechten Bein. Auf ihrem weißen Nachthemd grinste ihn ein knallgelber Smiley mit Augenklappe frech an.

Sie lehnte sich neben ihm an die Wand, legte die Krücken auf den Boden und deutete auf die Zigarette in seiner Hand. „Kann ich auch eine haben?“

„Bist du nicht zu jung zum Rauchen?“, fragte Klaus skeptisch, reichte ihr jedoch eine Zigarette und gab ihr Feuer.

Sie blickte ihn mit der ganzen herausfordernden Verachtung an, zu der ein Teenager gegenüber Erwachsenen in der Lage waren und zuckte dann mit den Schultern. Mit einem Seufzen strich sie sich über ihre zerstrubbelten, kurzen blonden Haar. „Ich bin Tamara“, sagte sie zu starrte geradeaus, auf die nackte Wand gegenüber der Nische. „Die Nachtschwester hat mich schon zweimal beim Rauchen erwischt, und meine Zigaretten konfisziert. Meine Mutter bringt mir morgen neue.“

„Aha“, erwiderte Klaus höflich, aber uninteressiert. Er hatte keine Lust, sich zu unterhalten.

Sie sah ihn von der Seite an, schien vor allem seinen Kopf genau zu studieren. „Warum sind Sie hier? Chemo?“

„Wieso...? Nein.“ Klaus strich sich über den kahl-rasierten Kopf, spürte die Stoppeln und Schnittwunden, die der Typ mit dem stumpfen, altmodischen Rasierapparat hinterlassen hatte. Von Jupp wusste er inzwischen, dass der alte Aap seine Haare in einen Karton verpackt ans Präsidium schicken ließ, zusammen mit der Botschaft: „Noch ist die Taube am Leben.“ Melodramatisch bis zum geht-nicht-mehr. „Nein, ich hatte einen Unfall.“

„Mit ner Schere?“ Tamara lachte überraschend rau. Aber vielleicht lag das auch nur am Rauchen. „Hey, ich hatte auch einen Unfall.“ Sie beugte sich vor, klopfte mit den Fingerknöcheln gegen den Gips an ihrem Bein. „So ein Irrer hat mich über den Haufen gefahren. Auf dem Heimweg von der Disko. Es waren zwei, sie sind ein Rennen gefahren und haben mich übersehen. Der eine konnte ausweichen und säbelte nur ne Reihe Mülltonnen um. Aber mich hat der andere voll erwischt. Der Doc meint, ich hätte riesiges Glück gehabt, weil ich in einem Gebüsch gelandet bin. Sonst wäre nicht nur das Bein dran gewesen.“ Sie grinste und drückte ihre Zigarette auf dem Fensterbrett aus. Zahllose Brandflecken zeugten davon, dass sie durchaus nicht die Erste war. Dann warf sie den Stummel aus dem Fenster. „Scheißglück. Scheißpech. Wie man’s nimmt. Wrong time, wrong place.“

Klaus beugte sich vor und drückte seine Zigarette in einem Aschenbecher aus, der auf dem kleinen Tischchen neben den Besucherstühlen stand. Dabei glitt der Ärmel seines Morgenmantels zurück und die Spuren der Fesseln wurde sichtbar.

„War das auch ein Unfall, ja?“, fragte Tamara.

Taube zuckte mit den Schultern. „Ich bin... Polizist. Vor drei Tagen habe ich während eines Einsatzes auf einen Mann geschossen.“ Er lehnte sich zurück, schloss die Augen. Es würde ohnehin morgen früh ausführlich in allen Zeitungen stehen. „Ich dachte, er wäre bewaffnet und würde auf mich und meine Kollegen schießen. Aber das war ein Irrtum. Er hatte nur... er hatte nur einen Schlüsselanhänger in der Hand, einen faustgroßen Affenkopf. Von weitem sah es wie der Griff einer Waffe aus, die er aus der Tasche zog. Ich musste schießen, ich hatte keine andere Wahl.“

„Ist er gestorben?“ Tamara hatte sich das Feuerzeug vom Fensterbrett geschnappt und ließ die Flamme aufblitzen.

„Nicht sofort. Er kam in dieses Krankenhaus und lag im Koma.“ Klaus seufzte und legte den Kopf gegen die kühle Wand. „Sein Vater hat mich entführen und festhalten lassen, um mich gegen seinen Sohn auszutauschen. Er hat ein Überfallkommando auf meine Kollegen losgeschickt, aber ihnen ist zum Glück nichts passiert. Währenddessen hatten ein paar Schläger ihren Spaß mit mir und anschließend steckten sie mich in einen stillgelegten Lastenaufzug. Später sollte ich dann gegen diesen Mann, den ich angeschossen hatte, ausgetauscht werden. Aber der war inzwischen gestorben, das wusste nur keiner, das Krankenhaus hat es auf Anweisung der Polizei geheimgehalten.“

„Ach, deshalb wimmelte es die letzten Tage hier so von Bullen und Presse.“

„Ja. Deshalb.“ Klaus schob die klammen Hände in die Taschen seines Morgenmantels. Ihm war wieder kalt, so kalt wie im Steinbruch, mit dem Sprengstoffgürtel um den Bauch. „Mein Kollege brachte die Leiche in einem Krankenwagen in einen Steinbruch, er tat so, als würde der Mann noch leben. Ich wurde auch in den Steinbruch gebracht, mit einem Sprengstoffgürtel um den Bauch. Sie hatten vor, uns nach dem Austausch alle beide in die Luft zu sprengen. Aber Jupp schaffte es, mir das Ding abzumachen und es loszuwerden, bevor der Sprengstoff gezündet wurde. Aber dafür flog der Krankenwagen in die Luft und mein Kollege wurde angeschossen.“

Tamara räusperte sich und holte Klaus – der ihre Anwesenheit fast vergessen hatte – damit zurück in die Gegenwart. „Und der Typ, den Sie angeschossen haben, der der gestorben ist... was hatte er getan?“

„Er hat einen Politiker erpresst. Und vermutlich war er zuvor schon an anderen Erpressungen und an mindestens einem Mord beteiligt.“ Plötzlich war Klaus so müde, dass er gegen die Wand gelehnt hätte einschlafen können. Er verspürte keine Lust mehr, sich zu unterhalten.

„Dann war er also nicht zufällig dort. Nicht zur falschen Zeit am falschen Ort. Er war kein unschuldiges Opfer, sondern kannte das Risiko.“ Es klickte leise, als Tamara das Feuerzeug wieder auf die Fensterbank legte.

Dann war es still. Nach einer Weile öffnete Klaus die Augen. Er wandte sich dem Mädchen zu. „Du willst wohl Psychologie studieren, wenn du erwach...“ Neben ihm stand niemand. „Tamara?“

Er sah sich um, aber außer ihm war niemand in der Nische oder auf dem Flur. Irgendwo hörte er das leise Geräusch von Schritten, einer Tür die sich schloss. Er musste kurz weg genickt sein, vielleicht eine Nachwirkung der Medikamente und Tamara war in ihr Bett zurückgekehrt. Er steckte das Feuerzeug ein, die beiden restlichen Zigaretten dagegen waren verschwunden. Klaus grinste müde. Zumindest hatte er sich diese Unterhaltung also nicht eingebildet.

Er gähnte und machte sich auf den Weg zurück. Es war an der Zeit, zu schlafen und die Alpträume hinter sich zu lassen.

Als er die Tür öffnete, begrüßte ihn Jupps lautstarkes Schnarchen und Klaus lachte leise. Vorausgesetzt, der Lärm hielt ihn nicht wach. Er legte seinen Morgenmantel über das Bettende und hatte die Decke noch nicht ganz hochgezogen, als das Schnarchen verstummte.

Jupp wälzte sich auf die andere Seite und blinzelte ihn schlaftrunken an. „Mach’ das verdammte Licht aus“, knurrte er und zog die Decke bis über den Kopf hoch. „Und wo hast du gesteckt?“

„Ich war nur eine rauchen“, sagte Klaus. „Und... nachdenken.“

Statt einer Antwort kam neuerliches Schnarchen vom Bett nebenan. Klaus grinste und machte es sich bequem.

Bald darauf schlief er ebenfalls. Und dieses Mal ohne Träume.


Ende
Review schreiben