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Das Unglücks Haus

KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Graf Dracula Martha LuBode Dracula Mavis Dracula-Loughran
13.07.2017
13.07.2017
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Feuer! Überall war Feuer.
Schnell ging er zu seiner Frau und sagte ihr: „Geh. Ich werde versuchen mit ihnen zu reden.“ Schnell entfernte er sich von seiner geliebten und öffnete die Tür. Wütende Menschen mit Fackeln traten ihm entgegen, bedrohlich schwangen sie ihre Mistgabeln in der Luft. Er versuchte sie zu beruhigen doch sie hörten ihm nicht zu Überall waren Leute die schrien, Feuer brannte und plötzlich ertönte ein spitzer Schrei.

„Martha!“, schweißgebadet schreckte Dracula aus seinem Bett hoch. Tränen sammelten sich in seinen Augen bei der Erinnerung an seine geliebte Frau die er damals verloren hatte. Um nicht mehr an die Vergangenheit denken zu müssen machte er sich auf um sich um sein geliebtes Hotel zu kümmern. Als Dracula in die Eingangshalle trat stellte er mit einem zufriedenen lächeln fest das reges treiben herrschte. Monster und Menschen liefen herum, checkten ein oder machten es sich am Kamin gemütlich.
Dracula wollte gerade zu Jonathan gehen der hinterm Empfangstresen etwas mit einer der Zombies besprach, als ihm etwas am Umhang zupfte. Als er nach unten schaute erkannte er viele rote Locken die zu seinem Enkel Dennis, oder besser gesagt Denisowitch ( wie Dracula ihn nannte) gehörten.
„Na, mein kleiner Denisowitch?“, freudig nahm Dracula seinen kleinen Enkel auf den Arm.
„Ich werde bald sechs.“, lachte der Rotschopf glücklich.
„Das stimmt mein kleiner Denisowitch.“, lächelnd setzte er den kleinen wieder auf dem Boden ab um seine Tochter zu begrüßen die ihm grade entgegen kam.
Ohne das Dracula sie begrüßen konnte ergriff Mavis das Wort: „Pops, ich muss mit dir reden. Könnten wir das aber bitte wo anders machen? Irgendwo wo wir unter vier Augen sprechen können?“
„Aber sicher doch meine kleine Zuckerkralle.“, sagte Dracula mit seiner typischen „Mavis“ stimme, „Alles was du willst mein Sargnägelchen.“ Also gingen die beiden zu Mavis und Johnnys Privaträume um ungestört reden zu können.
„Also Pops.“, begann Mavis sobald und fing an im Raum auf und ab zu laufen, „Bald wird Dennis sechs und...“
„Aber das weiß ich doch mein kleines Spinnenbeinchen.“, unterbrach Dracula sie prompt, „Ich hab auch schon alles durchgeplant vom Kuchen bis zur Musik und die ganzen tollen Spiele. Es wird einfach ein tolles Fest, Denisowitch wird so viel Spaß haben.“
Mavis atmete hörbar au ehe sie wieder anfing zu sprechen: „Pops, Johnny und ich haben darüber geredet wie es letztes mal an seinem Geburtstag abgelaufen ist und haben uns dagegen entschieden ihn hier im Hotel zu feiern.“
„Aber mein Larvenpüpplein.“, setzte Dracula an wurde aber schnell mit einer Handbewegung seiner Tochter zum Schweigen gebracht.
„Pops.“, Mavis holte ein paar mal tief Luft ehe sie den nächsten Satz aussprach, „Ich möchte Dennis gerne unsere Heimat zeigen. Und das Haus in dem wir lebten bis Mutter...“ Draculas Augen weiteten sich geschockt und er stand starr wie eine Statur. Sein Herz begann zu schmerzen als er an seine geliebte Frau dachte. Wie könnte er jemals wieder dieses Haus betreten wo ihm das wichtigste auf der Welt genommen wurde?
„Stopp.“, dachte Dracula bei sich. Nicht das wichtigste, sondern das zweitwichtigste wurde ihm genommen. Mit Trauer in den Augen sah er zu seiner Tochter. Sie ist das wichtigste auf der Welt für ihn, und genauso hätte Martha es auch gewollt. Doch wie könnte er seiner kleinen Mavis verbieten das Haus zu sehen in dem sie geboren ist? Oder das Land das einst ihrer aller Heimat war?
Traurig senkte Dracula den Kopf zu einem Nicken: „Nun gut. Wenn dies dein Wunsch ist werde ich euch begleiten.“
„Danke Pops.“,  rief Mavis und sprang ihrem Vater um den Hals ehe sie sich auf den Weg mache um es Johnny und Dennis mitzuteilen. Das leichte lächeln das sich auf Draculas Gesicht gebildet hatte als er seine Tochter so überglücklich gesehen hatte verschwand langsam und machte dem Schmerz Platz der immer auftauchte wenn er an seine Frau dachte. Bald würde er es also wieder sehen, das verfluchte Haus das ihm sein Leben geraubt hat.


Zwei Wochen später was es soweit. Dracula, Mavis, Dennis, Jonathan, Frankenstein, Wayde, die Mumie und der unsichtbare Mann standen mit Rucksäcken vor einem großen Reisebus den Mavis und Johnny sich für die Fahrt geliehen hatten.
Es waren schon einige Tage vergangen und sie haben in Draculas schon viele schöne Orte gesehen. Dracula hatte Dennis gezeigt wo er früher mit seinen Freunden Leute erschreckt hat, Frankenstein hat gezeigt wo er gewohnt hat und der unsichtbare Mann hat den Ort gezeigt wo ihm zum ersten mal auffiel das er unsichtbar war. Alles in allem war es ein schöner Ausflug bisher und auch Dracula hatte sehr viel Spaß, doch währen sie unterwegs zum nächsten Ort waren verfiel er immer mehr ins schweigen und starte mit traurigen Blick aus dem Fenster.
Dennis bekam natürlich die traurige Stimmung seines Opas mit und versuchte ihn aufzuheitern: „Opa Dracu, bla bla bla.“ Alle im Bus mussten lachen da sie wussten das Dracula es hasste das alle immer sagten er würde „bla bla bla“ sagen.
Doch Dracula der dem kleinen nicht richtig zugehört hatte tätschelte traurig dessen Kopf und murmelte dem Fenster immer noch zugewandt: „Genau Denisowitch.“ Alles wurde schlagartig still, wenn Dracula selbst da nichts zu sagte musste es ihm echt schlecht gehen. Dennis lief traurig zu seiner Mutter die ihn sofort auf den Arm nahm und den Rest der Fahrt blieb alles ruhig.
„Wir sind da.“, rief Jonathan in die stille hinein und brach somit das schweigen.
„Endlich.“, schrien die Mumie und Frankenstein zugleich und versuchten sich gleichzeitig aus der kleinen Tür des Busses zu quetschen. Nach einem kräftigen Tritt seitens Wayde standen nun alle im freien und Bewunderten das leicht zerfallenen Herrenhaus das vor ihnen stand.
Schlagartig kamen in Draculas Kopf die Bilder von der Nacht in der seine Martha starb wieder hoch und eine Träne rollte ihm über die blassen Wangen.
„Pops, ist alles okay?“, fragte Mavis ihren Vater die natürlich die Träne bemerkt hatte.
„Selbstverständlich. Ich habe nur etwas im Auge.“, sagte Dracula mit gekünstelt fröhlicher Stimme und beugte sich schnell weg; „Geht schon mal rein ich komme gleich nach wenn ich es aus meinem Auge entfernt habe.“ Mavis wollte gerade was erwidern, doch der Werwolf Wayde deutete ihr mit einem Kopfschütteln an das sie es lieber lassen sollte.
Als alle im Haus verschwunden waren richtete Dracula sich wieder auf und schaute zum Haus. Er konnte es einfach nicht betreten. Zu viele Erinnerungen an Martha waren in diesem Haus. Somit setzte sich Dracula wieder in den Bus und versuchte seine Gedanken woanders hin zu lenken.

Währenddessen schritt die kleine Gruppe an Monstern mit Johnny staunend durch das große Haus. Doch während sie alles anschauten bemerkten sie nicht wie Dennis alleine die knarzende Treppe zur oberen Etage hinauf ging. Er betrat ein Zimmer das komplett dunkel war, in er Ecke stand ein Babybett mit einem kleinen Mobile aus Fledermäusen drüber und auf dem Boden vor dem Bett lag ein kleiner Teddybär mit Fledermausflügeln und Vampir zähnen. Langsam näherte sich Dennis dem Teddybären, bemerkte aber nicht das sich hinter ihm etwas materialisierte. Ein Geist stand hinter ihm und streckte die blassen Finger nach ihm aus.
Den anderen war Mittlerweile Dennis verschwinden aufgefallen und alle suchten verzweifelt nach ihm. Johnny und Mavis kamen schließlich auf die Idee in den oberen Stockwerken nach ihm zu suchen und erklommen die Treppe, doch als sie den Raum mit Dennis betraten blieben sie abrupt stehen.

Währenddessen saß Dracula immer noch draußen im Bus und wippte ungeduldig mit dem Fuß. Konnten die nicht endlich kommen? Er wollte schleunigst hier weg um nicht mehr an Martha erinnert zu werden. Plötzlich ertönte ein schriller Schrei.
„Mavis!“, rief Dracula und flog so schnell wie er konnte zu seiner Tochter um sie zu beschützen. Egal wer es war der sie bedrohte er würde es büßen. In diesem Haus wurde ihm schon seine Frau genommen, er würde niemals zulassen das sie ihm nun auch noch seine Tochter raubten.
Doch als er das Zimmer mit Mavis erreicht blieb er schlagartig stehen. Mavis stand in der Ecke neben der Tür und drückte sich weinend an Johnny. Dennis der nicht verstand warum seine Mutter weinte stand in der anderen Ecke des Raumes bei einer Baby wiege und drückte einen Teddybären an sich. Doch zwischen ihnen stand eine geisterhafte Gestalt von der Dracula dachte sie nie wieder sehen zu können.
Mittlerweile waren auch die anderen im Zimmer angekommen und blieben ebenfalls plötzlich stehen. Nach einer gefühlten Ewigkeit trat Dracula einen Schritt auf die Geisterfrau vor ihm zu.
„Martha?“, flüsterte er mit tränen erstickter Stimmte und kam dem Geist seiner Geliebten immer näher.
„Vlad.“, flüsterte jene leise traute sich aber nicht auf ihren einzten Ehemann zu zu gehen. Er war ihre einzige Liebe, ihr Zing doch er konnte sie niemals so lieben wie sie nun war, als ein Geist. Niemals wollte sie Abscheu ihr gegenüber in seinen Augen sehen, weshalb sie all die Jahre hier geblieben war getrennt von all denen die sie liebte. Sie hatte die Hoffnung er würde nie wieder her kommen, doch nun stand er hier vor ihr und sah sie mit Tränen in den Augen an.
„Martha.“, begann Dracula wieder zu sprechen, „All die Jahre dachte ich du wärst für immer fort.“
„Es wäre besser wenn du es immer noch dächtest.“, antworte sie ihm mit Tränen erstickter Stimme.
„Aber wieso Martha?“, Draculas Herz begann bei den harten Worten seiner Frau zu schmerzen. All die Jahre hatte er sie vermisst und um sie getrauert, und sie wollte ihn nun nicht sehen? Sie wollte das er dachte sie wäre fort für immer, obwohl sie doch hier war. Wieso? Liebte sie ihn nicht mehr?
„Ich liebe dich.“, flüsterte er ihr zu und wollte ihre Geisterwange berühren doch sie wich ihm aus.
„Damals hast du mich geliebt, als ich noch ein Vampir war. Aber du wirst mich niemals lieben lernen so wie ich jetzt bin, als Geist.“
Dracula senkte seinen Arm und schaute seine Frau an: „Da hast du recht, das werde ich niemals lernen.“
Diese Worte aus dem Mund ihres geliebten trafen Martha tief ins Herz. Weinend drehte sie ihrem Mann den Rücken zu.
Vorsichtig griff Dracula nach den zitternden Schultern seiner Frau und drehte sie zu sich um. Martha senkte ihren Kopf, da sie nicht ertragen konnte ihm in die Augen zu sehen. Doch Dracula legte seinen Finger unter ihr Kinn und drückte ihr Gesicht langsam hoch bis sie ihm in die Augen sah.
„Ich werde es niemals lernen weil ich es nicht mehr lernen muss. Ich liebe dich bereits von ganzem Herzen. Martha, du warst und bleibst für immer mein Zing, egal in welcher Gestalt. Selbst wenn du unsichtbar, ein Werwolf oder gar ein Mensch wärst würde ich dich immer noch lieben.“
Überglücklich viel Martha ihrem Mann um den Hals: „Ich liebe dich Vlad.“
Lange standen die beiden glücklich wiedervereinten in ihrer Umarmung bis Dennis an Draculas Hosenbein zupfte.
„Martha, darf ich dir deinen Enkel Denisowitch vorstellen?“, Dracula nahm den kleinen hoch und überreichte ihn seiner Frau die ihn glücklich in die Arme schloss und auch Dennis strahlte vor freute seine Oma wieder zu haben.
„Das wichtigste hätte ich beinahe vergessen.“, rügte sich Dracula selbst ehe er seine kleine Mavis an ihrer Hand zu sich zog, „Das Martha ist unsere kleine Mavis.“ Gerührt vom Anblick ihrer einst verlorenen Tochter schluchzte Martha auf und strich Mavis eine Strähne hinters Ohr.
„Du bist so wunderschön.“, flüsterte Martha. Mavis die sich endlich aus ihrer starre gelöst hatte viel nun ihrer Mutter weinend in die Arme. Dracula seufzte glücklich, nun waren die wichtigsten Menschen in seinem Leben wieder an seiner Seite. Glücklich umarmte er die drei und nach einer weile kamen die anderen auch dazu. So standen sie da wie ein heulendes Wollknäuel zusammen gedrückt ehe Dracula sich aufrichtete.
„Das war es jetzt Schluss mit dem gekuschel.“, sagte Dracula in leicht saurem Tonfall zu den anderen ehe er Marthas Hand ergriff, „Komm mit Martha. Ich muss dir so viel erzählen und so viel zeigen, lasst uns sofort nach hause fahren.“

So verließen nun alle das Haus doch im Türrahmen der Haustür blieb Dracula noch einmal stehen.
„Alles okay bei dir Vlad?“, fragte seine Frau ihn liebevoll.
„Ich musste nur dran denken wie oft ich dieses Haus verflucht habe weil es dich mir weggenommen hat und es doch all die Jahre über dich und unsere Liebe gewacht hat. Ein Wunder das es noch steht so alt wie es mittlerweile ist.“
Martha küsst ihren Mann als sie sein trauriges Gesicht sieht: „Du musst nicht mehr traurig sein. Ich bin nun bei dir und werde nie wieder weg gehen.“
Dracula erwiderte lächelnd: „Und ich werde dich und unsere ganze Familie beschützen. Ich liebe dich Martha, solange ich lebe.“
„Und darüber hinaus?“
„Und darüber hinaus. Es wird für mich immer nur dich geben.“
Glücklich machten sich die beiden Hand in Hand auf den Weg zu ihrer Familie die bereits alle im Bus saßen.
Als sie weg fuhren schaute Dracula ein letztes mal auf sein altes Haus.
„Du hast ausgedient alter Freund. Ich danke dir.“, flüsterte er ehe er sich glücklich seiner Martha zuwandte.
Und mit einem letzten knarzen brach das Haus zusammen. Es hatte seine Arbeit getan und zwei liebende wieder vereint. Für heute,, für morgen und für alle Ewigkeit.




Ende
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