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No Time for Tears Today

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
10.07.2017
14.08.2017
4
4.853
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14.08.2017 1.127
 
Am nächsten Morgen erwachte Alex mit einem schummrigen Gefühl.
Sein Kopf pochte furchtbar und sein gesamter Körper fühlte sich schwer und träge an.
Müde drehte er sich auf die Seite, erwartete allgemeines Chaos und war umso überraschter, als er einen ihm völlig unbekannten und vor allem aufgeräumten Teppichboden vorfand.
Verwirrt setze er sich auf, fuhr sich durch die zerzausten Haare und sah sich um.
Wo zur Hölle war er?
Nach einigen von Kopfschmerzen durchsetzen Sekunden begann die Erinnerung an die letzte Nacht zurückzukehren.
Alex griff sich an die Stirn.
Hatte er sich gestern wirklich mit Jefferson angefreundet?
Ungläubig schüttelte er den Kopf.
Er musste so schnell wie möglich hier weg!
Langsam, aber für seinen derzeitigen Zustand noch immer viel zu schnell, schwang sich Alex aus dem Bett.
Er musste hier weg, bevor Jefferson zurückkam!
So schnell es ihm möglich war packte er seine Sachen und verließ das Zimmer, blieb aber vor der Tür sofort wieder stehen – wo musste er eigentlich hin?
Verzweifelt versuchte er sein Gehirn dazu zubringen sich an den Weg zur Haustür zu erinnern, aber Navigation war noch nie seine Stärke gewesen.
Dann also auf gut Glück, aber ohne die vielen Menschen kam ihm das Haus so unglaublich groß vor!
Rechts, links … die Treppe runter?
Alex konnte sich gar nicht daran erinnern, eine Treppe hochgegangen zu sein, aber andererseits erinnerte er sich auch so an fast nichts mehr.
Auf halbem Weg nach unten ließen ihn Fußschritte auf seiner Flucht innehalten.
Vorsichtig versuchte er um die Ecke zusehen, hielt die Luft dabei an, aber Jefferson, der im Wohnzimmer auf der Couch saß, schien ihn noch nicht bemerkt zu haben.
Abwartend beobachtete Alex den anderen, der sich gähnend ein ausgeleiertes lila T-Shirt über den Kopf zog und sich dann durch die wirren Locken wuschelte.
„Genug gesehen?“, knurrte eine fremde Stimme genervt, was Alex angespannt herumwirbeln ließ.
„Madison?“, fragte er überrascht. „Was machst du denn hier?“
„Das selbe könnte ich dich fragen“, gab der Größere immer noch genervt zurück und lief ins Wohnzimmer. „Dein Gast ist wach.“
Jefferson sah auf. „Ah, guten Morgen, Hamilton“, grinste er. „Gut geschlafen in meinem Bett?“
Alex wurde rot und verschränkte die Arme abwehrend vor der Brust: „Du hättest mich auch wecken können.“
„Hätte ich, aber -“, der Dunkelhaarige brach ab und sah zu Madison, der ungeduldig von einem Fuß auf den anderen trat. „Wir sollten wohl besser anfangen aufzuräumen.“
Anfangen?“, entfuhr es dem anderen. „Ich hab mich schon um alles gekümmert! Außer ums Wohnzimmer, das du blockiert hast.“
„Oh, sorry … hab ich wirklich so lange geschlafen?“, fragte Jefferson verlegen. „Dann lass mich wenigstens Frühstück machen.“
„FRÜHSTÜCK?!“, kam es ungläubig von seinem Freund zurück.
„Mittagessen?“, versuchte Jefferson es nochmal.
„Besser“, meinte Madison daraufhin nur und verschwand Richtung Küche, während der andere gespielt genervt die Augen verdrehte.
„Willst du auch mitessen?“, fragte Jefferson dann an Alex gewandt und erhob sich von der Couch.
Eigentlich wollte der Kleinere ablehnen und noch immer so schnell wie möglich das Weite suchen, aber ein lautes und unverkennbares Knurren seines Magens hielt ihn davon ab.
„Eine Kleinigkeit vielleicht“, meinte er leise und ließ während des Antwortens seinen Blick über die nackten Beine seines Gegenübers gleiten.
Der hob erstaunt eine Braue: „Man könnte meinen, der Alkohol macht dich umgänglicher.“
„Träum weiter, Jefferson“, grummelte Alex und fuhr sich erneut durch die Haare. „Wie spät ist es eigentlich?“
Der Dunkelhaarige griff nach seinem Handy. „Gleich halb zwei“, antwortete er wenig überrascht, warf seinem Gast aber einen verwirrten Blick zu, als der genervt zu stöhnen begann.
„Ich muss los“, erklärte Alex.
Der andere legte fragend den Kopf schief: „Du musst los?“
„Ich muss los.“
„Klingt, als müsstest du los.“
Eine Sekunde lang sah Alex den anderen einfach nur sprachlos an, schüttelte dann den Kopf und konnte sich ein leises Auflachen nicht verkneifen.
Natürlich würde er es niemals zugeben, aber irgendwie begann er Jefferson zu mögen.
Kaum, dass ihm das bewusst wurde, breitete sich ein Gefühl der Übelkeit in seinem Magen aus.
Er mochte Jefferson.
Prompt stand er auf, was ihm einen weiteren verwirrten Blick des anderen einbrachte.
„Ich muss los.“
„Das hast du schon mal gesagt“, Jefferson hob eine Braue. „Soll James dich nachhause fahren?“
„Ohh nein, da lauf ich lieber“, schnaubte Alex abwehrend.
Langsam wog Jefferson den Kopf hin und her. „Verständlich“, gab er dann etwas widerwillig zu und brachte seinen Gast währenddessen zur Tür.
„Mach's gut, Jefferson“, mit einer kleinen winkenden Handbewegung wandte sich Alex zum Gehen.
„Thomas“, entgegnete der andere, woraufhin sich der Kleinere noch einmal zu ihm umdrehte und ihm einen irritierten Blick zuwarf.
„Was?“, fragte er.
„Nenn' mich Thomas“, wiederholte der Dunkelhaarige mit eine kaum merklichem Lächeln.
„Du hast doch 'nen Schaden“, Alex verzog das Gesicht. „Wieso sollten wir jetzt damit anfangen, uns beim Vornamen zu nennen?“
„Ich weiß es nicht, Alexander“, grinste der Größere. „Sag du's mir.“
„Alex“, der Sprechende verdrehte die Augen.
„Was?“, fragte dieses mal Jefferson.
„Wenn wir damit jetzt wirklich anfangen müssen, dann nenn' mich wenigstens Alex und nicht Alexander.“
Thomas begann zu strahlen: „Gut, wir sehen uns dann wohl Montag in der Schule, Alex.“
„Hoffentlich nicht und hör auf damit!“, warnend besah Alex den anderen. „Ich bereue es jetzt schon.“
Daraufhin wandte er sich endgültig ab, vergrub die Hände in den Hosentaschen.
„Pah, was bildet der sich eigentlich ein?“, grummelte er abwesend, während er die fremde Straße entlang lief. „Vornamen … “
Nach ca. einhundert Metern blieb er aber doch noch einmal kurz stehen und blickte über die Schulter zurück.
Thomas stand noch immer in der Tür, die Arme abwartend vor der Brust verschränkt und ein breites, unverkennbares Grinsen im Gesicht.
Alex wurde rot, drehte sich schnell wieder weg und rannte nun beinahe den Gehweg hinab.
Was zur Hölle war eigentlich los mit ihm?!
„Alex!“, der Angesprochene blieb wie angewurzelt stehen, sah sich verwirrt um.
„Alex, komm her, mein Junge!“
Langsam begann er sich im Kreis zudrehen.
Thomas' Haus war hinter der letzten Biegung verschwunden und ihm kam auch kein weiteres bekannt vor – wer rief also nach ihm?
„Alexander!“
Alex begann die Situation zu analysieren.
Die Stimme war weiblich und kam aus einem Garten zu seiner Linken, aber er hatte noch immer keine Ahnung, wem diese Stimme gehörte.
„Na komm schon her!“
Zögernd sah er nach links und rechts, während er die Straße überquerte.
„Da bist du ja! Na, mein Kleiner?“
„Mein Kleiner?“, verwirrt stellte er sich auf die Zehenspitzen, um über die nächstbeste Hecke sehen zu können und spähte in den dahinterliegenden Garten.
Ein freundlich aussehende Frau beugte sich gerade über einen roten, etwas rundlichen Kater, als sie Alex entdeckte.
„Kann ich dir helfen?“, fragte sie höflich und hob das Tier auf ihren Arm.
„Nein, Entschuldigung. Ich dachte, jemand hätte nach mir gerufen, Mrs. … “, suchend fiel sein Blick auf den Briefkasten und erstarrte dort. „Washington.
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