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No Time for Tears Today

GeschichteAllgemein / P18 / MaleSlash
10.07.2017
14.08.2017
4
4.853
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13.08.2017 1.538
 
„Trink! Trink! Trink! Trink!“
Scheinbar ohne auch nur einen einzigen Tropfen zu verschütten leerte Herc das letzte Shot Glas und warf es, wie dessen Vorgänger, jubelnd gegen die Wand.
„Hercules Mulligan!“
Alex lachte und stimmte in die anfeuernden Rufe mit ein als die nächsten Gläser gefüllt und zu seinem Freund geschoben wurden.
Niemand auf dieser Party war noch nüchtern.
Nicht einmal Alex, was ihn selbst wohl an meisten überraschte.
Aber irgendwie hatte er Gefallen an der Situation gefunden.
Oder an den betrunkenen Mädchen.
Oder an dem Gefühl dazuzugehören.
Mit einem Becher Was-Auch-Immer in der Hand torkelte er in Richtung Küche, wohin sich Laf und ein paar andere zurückgezogen hatten.
Der Franzose rollte gerade einen 100 Dollar Schein zu einer Röhre zusammen und schien ihn gar nicht zu bemerken.
„Sorry Franky“, grinste er als er das grüne Papier über eine ordentliche Linie weißen Pulvers hielt.
Alex brauchte eine Weile um zuerkennen, was sein Freund da trieb, aber dann bekam er große Augen.
„Bestes Zeug, klasse Qualität!“, erklärte Lee währenddessen den anderen und zog noch ein paar Päckchen aus seiner Tasche. „Und für den Preis unschlagbar!“
Neugierig beobachtete Alex die Gruppe bis ihn warme Hände, die sich um seinen Schultern legten, davon ablenkten.
„Hey Alex“, flüsterte eine ihm wohl bekannte Stimme ins Ohr, die den Angesprochenen erschaudern ließ.
Marias Hände strichen sanft seine Arme entlang und eine klaute ihm dabei seinen Becher, während sie mit einer katzenartigen Geschmeidigkeit um ihn herumstrich.
„Lust hochzugehen?“, fragte sie und sah ihn dabei mit ihren großen braunen Augen so verführerisch an, dass seine Hose bereits aus Vorfreude zu spannen begann.
Ihre freie Hand fuhr den Rand seines Gürtels nach und sie bis sich leicht auf die Lippen, als sie die wachsende Beule bemerkte.
„Ich hab dich vermisst“, schnurrte sie, ließ ihre Hand dabei noch etwas tiefer gleiten und über den rauen Jeansstoff streichen.
„Ich dich auch“, hauchte Alex fast gegen seinen Willen, aber Maria war eine dieser Personen, denen man einfach nicht widerstehen konnte, oder wollte ...
Vollkommen paralysiert ließ er sich von ihr hinter sich herziehen und fand sich schließlich in einem zerwühltem Doppelbett wieder.
Offenbar waren sie heute Abend nicht die ersten, die sich etwas zurückgezogen hatten, aber das hätte ihn auch gewundert.
Während Alex noch seinen Gedanken nachhing begann Maria bereits ihn und sich selbst auszuziehen und die lästigen Kleidungsstücke achtlos auf den Boden zuwerfen und so fand er sich nur wenige Augenblicke später halb hart zwischen ihren Beinen wieder.
In seinem Kopf drehte sich alles, aber Maria wusste genau, was sie zu tun hatte.
Zwischen neckenden Küssen und rhythmischen Bewegungen wurde sich auch Alex seiner Aufgabe schnell wieder bewusst und in einem unachtsamen Moment der Dunkelhaarigen drehte er den Spieß um.
Grob drückte er sie auf alle Viere und drang von hinten hart in sie ein.
Stöhnend bäumte sich Maria unter ihm auf, aber Alex riss sie an den Haaren zurück und stieß immer fester in sie.
„Wie in den alten Zeiten“, dachte er, während seine harten Stöße Maria sich ihm stöhnend entgegen drängen ließen.
Sie war so warm und eng … er konnte es nicht mehr zurückhalten, aber als es ihn überkam und sich mit einem kehligen Schrei in ihr ergoss, war es nicht ihr Name, der in seinem Kopf herumspukte.
Maria unter ihm riss noch ein letztes mal den Kopf hoch, presste sich fest an ihn als plötzlich die Tür aufging.
„John“, keuchte Alex, der seinen Freund erschrocken ansah.
„Kannst du nicht anklopfen?!“, fauchte Maria wütend, machte allerdings keine Anstalten sich zu bedecken, ganz im Gegenteil - wollüstig bewegte sie sich unter Alex, der noch immer in ihr war.
„Könnt ihr nicht abschließen?“, entgegnete John genervt und sah angewidert weg, obwohl man ihm sein Interesse deutlich ansah.
Maria leckte sich über die Lippen, aber Alex hatte sich in seinem Leben vermutlich noch nie so geschämt.
„Ich denke, ich geh dann mal“, meinte John dann nach einigen Sekunden und sah Alex dabei unverwandt an. „Man sieht sich.“
„Oh mein Gott, was hat er denn?“, fragte Maria nachdem der andere verschwunden war und verdrehte genervt die Augen, aber Alex ging nicht darauf ein.
Stattdessen zog er sich so schnell wie möglich an und floh aus dem Zimmer.
Johns Blick ging ihm nicht aus dem Kopf.
Er hatte so unglaublich enttäuscht gewirkt ...
Plötzlich war Alex die laute Musik einfach zu viel.
Verzweifelt sah er sich nach einem ruhigerem Ort um, aber sämtliche andere Zimmer waren besetzt.
Langsam stieg Panik in ihm auf.
Der Lärm, die vielen Menschen, der Gestank von Schweiß und Alkohol … in seinem Kopf drehte sich alles und er hatte das Gefühl, sich übergeben zu müssen.
Panisch griff er nach der nächsten Türklinke und betete, dass es dahinter ruhiger wäre.
Stille umhüllte ihn als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel.
Erleichtert und erschöpft glitt er an der kühlen Wand hinab und umklammerte seine Knie.
Endlich etwas Stille.
Endlich etwas …
Sein Blick erstarrte.
„Hamilton?“, einige Sekunden lang herrschte ein eigenartiges Schweigen, während Jefferson ihn einfach nur überrascht ansah. „Alles okay?“
Sofort rappelte sich Alex wieder auf.
Jeffersons Zimmer war vollkommen abgedunkelt, nur der Schein seines Bildschirms spendete etwas Licht und beleuchtete so sein Gesicht.
„Hamilton?“, versuchte der es erneut.
Alex betrachtete den anderen irritiert. „Was machst du hier?“, fragte er.
„Das ist mein Haus? Ich wohne hier?“, gab der Dunkelhaarige etwas verwirrt zurück.
„Ja, aber wieso bist du nicht auf der Party?“, hakte Alex nach, während sich sein Kopf allmählich wieder beruhigte.
„Nur weil die Party hier stattfindet heißt das nicht, dass ich auch eingeladen bin.“
Schweigen.
„Ich dachte, du und Lafayette währt Freunde“, meinte Alex dann nach einer kleinen Pause.
Der Größere zuckte mit den Schultern. „Schon“, gab er zu. „Aber ihr seid ihm nun mal wichtiger.“
Alex wusste nicht, was er darauf antworten sollte, also sagte er zur Abwechslung einmal Garnichts.
„Willst du was trinken?“, Jefferson wartete nicht auf eine Antwort sondern griff sofort unter seinen Schreibtisch, öffnete einen Mini-Kühlschrank, den der Kleinere erst jetzt bemerkte, und warf ihm eine Dose Cola zu. „Du siehst aus, als würdest du irgendwas ohne Alkohol gebrauchen können.“
„Danke“, ratlos drehte Alex das kühle Aluminium in den Händen.
Er wusste nicht so recht, was er von alledem halten sollte.
Auch Thomas schien unschlüssig, öffnete schlussendlich aber seine Cola und nahm einen Schluck, dann wandte er sich wieder seinem PC zu.
„Was machst du da?“, fragte Alex, der immer noch an der Tür stand.
„Ich beende diese Party“, kam es kurz zurück, ehe die Musik durch wütendes Aufstöhnen und laute Rufe ersetzt wurde.
„Laf, was ist mit der Musik los?!“, hörte man deutlich Hercs Stimme durch die Tür.
„Das bedeutet, dass wir gehen! Los Leute, die Party ist zu Ende!“, antwortete der Franzose lautstark und schien die anderen nach draußen zu treiben.
Überrascht drehte sich Alex zu Thomas um: „Das warst du?“
„Ist nicht besonders schwer“, winkte der ab, dann klopfte es an der Tür.
„Komm rein“, rief Thomas, woraufhin Lafayette das Zimmer betrat.
„Wir sind dann mal wieder weg“, meinte der bevor er Alex entdeckte. „Alter, wir haben dich den ganzen Abend gesucht!“
„Mir gings nicht so gut“, antwortete der Kleinere. „Ich wollte nur etwas Ruhe.“
Misstrauisch sah der Franzose zwischen seinen beiden Freunden hin und her.
„Gut. Wir gehen. Jetzt.“, seine Stimme ließ keinen Widerspruch zu, aber Alex war niemand, der gerne Befehle entgegennahm.
„Ich bleib noch 'n bisschen“, entgegnete er deshalb und öffnete endlich auch seine eigene Cola mit einem Zischen. „Ich finde auch alleine nachhause.“
Der Größere verdrehte nur genervt die Augen und ging, schloss die Tür mit einem lauten Knall.
„Du bist also so eine Art böses Computer-Genie?“, meinte Alex dann beiläufig und wandte sich wieder Thomas zu.
„Übertreib nicht", lachte der. „Wenn man weiß, wies geht, gibt es nichts leichteres.“
„Ich hoffe es stört dich nicht, wenn ich noch etwas bleibe?“, fragte Alex dann leicht verspätet, obwohl er trotz der Cola eine gewisse Müdigkeit verspürte.
„Nein, kein Problem“, erwiderte der andere und tippte wieder auf seiner Tastatur herum.
Unentschlossen ließ Alex seinen Blick durch Thomas' Zimmer schweifen.
An den Wänden hingen irgendwelche Poster, die er im Halbdunkeln nicht identifizieren konnte, ein schmales Bett stand zu seiner Rechten, der Schreibtisch geradeaus am Fenster und ein großer Schrank zu seiner Linken.
„Was hast du eigentlich angestellt?“, fragte Thomas plötzlich ohne sich von seinem PC abzuwenden.
„Was meinst du?“
Der andere drehte sich zu Alex um, richtete seinen Blick auf den hellen Verband um seinen Unterarm: „Willst du darüber reden, oder war das bloß deine 'Katze'?“
Stille.
„Gut, dann nicht“, damit wandte sich Thomas wieder ab. „Reden wird eh vollkommen überbewertet, merk dir das, Hamilton.“
„Das sagt mir Aaron auch immer“, war das einzige, was Alex herausbrachte bevor er wieder in Schweigen verfiel.
„Jaja, 'Talk less. Smile more.', kenn ich“, bestätigte Thomas. „Tu mir 'nen Gefallen und setz dich endlich, du machst mich nervös.“
Zögernd ließ sich der Kleinere daraufhin auf dem Bett nieder und beobachtete den anderen.
Das Klacken der Tastatur war wahnsinnig einschläfernd und langsam, aber sicher sank er in sich zusammen.
Immer krampfhafter versuchte Alex gegen die Müdigkeit anzukämpfen, blinzelte und hob immer wieder den Kopf, aber schlussendlich konnte er diesen Kampf nicht gewinnen – seine Augen fielen zu und er versank in einer traumlosen Dunkelheit.
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