Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Blutsbrüder - The Hammer Has Fallen

Kurzbeschreibung
SongficDrama, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Captain John "Soap" MacTavish Captain John Price
10.07.2017
10.07.2017
1
1.263
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
10.07.2017 1.263
 
Disclaimer:
- HEAVY SPOILERWARNUNG für Modern Warfare 3
- Alle Dialoge in der realen Welt sind original aus Modern Warfare 3, nicht meine Eigenkreation
- Triggerwarning weil wegen heulen und Lied und FUCK, WARUM SOAP!
- Liedtext: The Hammer Has Fallen von Sabaton
- Das Lied handelt übrigens von den letzten Gedanken eines sterbenden Menschen, also fand ich, passt das ganz schön... gut
_________________________________________________

„Here I am standing, darkness all around
think of past
taking my last breath
the air is cold as ice.“

Makarovs Stimme hallte noch in seinen Ohren nach. „Captain Price… die Hölle erwartet Sie. Yuri, mein Freund… du hättest nicht kommen sollen.“ Er erinnerte sich verschwommen, wie ihn der Blitz der Erkenntnis traf. Sie waren verraten worden, verraten, von dem, dem er vertraut hatte. Mit den Worten „RAUS! Sofort!“ hatte er Yuri aus aus dem zerstörten Kirchturm gestoßen und war selbst hinterher gesprungen, bevor sie von den versteckten Bomben hatten zerrissen werden können. Die Detonation hatte ihn heiß erwischt und auf den Gerüst unter ihm geworfen. Er war mit dem Rücken auf die Planken gekracht und nur zu gut erinnerte er sich an den stechenden Schmerz, der sich in ihm ausgebreitet hatte. Der Boden kam plötzlich rasend näher.

„No one close to hear my voice
Did not leave me with a choice
Heaven will you wait for me?“

„Sieh mich an! Du packst das!“ Von weit weg kamen Prices Worte. Der Schmerz breitet sich immer weiter aus. Er wusste, seine Wirbelsäule war fragmentiert, der Schmerz war nahezu unerträglich, er machte ihn schwach, traumatisierte ihn, nahm ihm den Willen und so sank er in den blutroten Nebel hinab. Als Yuri ihn auf die Beine hievte, riss er ihn aus dem Teich des Wohlbefindens. Soap wusste auf einmal eines ganz sicher: Er musste Price vor Yuri warnen. „Yuri… Makarov… Er sagte...“, brachte er hervor, doch sein alter Freund war schon vorangelaufen. Mit Yuris Hilfe – welch Ironie! - schleppte er sich vorwärts. Kugeln pfiffen durch die Luft, doch es kam ihm wie ein gleichmäßiges, beruhigendes Brummen vor, dass einlud, einfach die Augen zu schließen und sich zurück in den blutroten Nebel sinken zu lassen.

„Will I find a way, will I find a place
Will you let me go in peace
Will I find a way to the other side?“


Aus der Ferne bemerkte er, wie Yuri ihn stützte und durch die Straße führte, vorbei an Explosionen, Kugelhagel und Rauch. Price. Das war sein einziger Antrieb, der einzige Grund, sich noch einmal selbst aus dem blutroten Nebelteich des Wohlbefindens zu erheben. Der Schmerz war nun nicht mehr zentral, er hatte keinen Ursprung mehr, er war gleichzeitig überall und nirgends.  Seine Beine bewegten sich nicht mehr, er hatte das Gefühl zu schweben. Yuri zog ihn halb über einen Platz, dann wurde er plötzlich warm. Sie waren in einem Haus, plötzlich merke er auch, wie ihn neue Kraft erfüllte. Als betäube die Wärme den Schmerz, so wie die Freundschaft die Einsamkeit, so wie die Liebe den Hass. Yuri lehnte ihn gegen irgendwo dagegen. Noch immer beflügelt protestierte Soap gegen jede weitere schonende Behandlung „Flick mich einfach zusammen. Ich muss weiterkämpfen.“ Price ignorierte das, gab Yuri seine Waffe und hob nun seinerseits Soap auf. „Los.“, befahl er. „Wir müssen… Nikolai… holen Sie uns raus!“, brachte er über die Lippen, dann sprudelte der Nebel unheilvoll über die Ausläufer des Gebirges. Soap wollte sich von ihm abwenden und rennen, aber er konnte nicht. Seine Füße trugen ihn nicht. Plötzlich verdunkelte sich der Himmel. Als er noch ober sah, erkannte er riesige Quellwolken, die sich mit rasanter Geschwindigkeit näherten. „Price...“, wollte er sagen, aber da riss die Wolkendecke auf und gleißendes Licht strahlte auf ihn herab. Als er wieder sehen konnte, lag er auf dem Rücken auf einer Brücke. Er wusste, er kannte diese Brücke, aber ihm fiel nicht ein, woher. Granaten explodierten um ihn herum, die Druckwellen schwappten sanft gegen ihn wie die seichten Wellen am Strand.
Wasser umschwappte ihn zärtlich. Als er den Kopf hob, sah er in der Ferne, am Horizont, hinter all dem unendlichen Wasser, Hereford. Nebel umwaberte das SAS-HQ, die untergehende Sonne warf ein gelbes Licht auf die Szenerie. Das Wasser reflektierte es, sodass die Welt zu brennen schien. Eine Gestalt stand im weit entfernten Nebel und winkte ihm aufgeregt zu. Wortfezen erreichten ihn, aber er konnte sie nicht verstehen. Er wusste, er kannte diese Gestalt, Gaz winkte weiterhin. Gaz!, durchfuhr es ihn. Er raufte sich auf die Füße. Er musste zu seinem Freund gelangen. Die Brücke schwankte, einzelne Eindrücke der realen Welt prasselten auf ihn ein.
Price war bei ihm, stützte ihn. Sie wurden beschossen, Granaten explodierten. Yuri war auch noch da. Soap versuchte es erneut, musste seinen Freund noch immer warnen, aber kein Laut kam über seine Lippen.

„Now I ask again
will yout hear my cries
then you will realise why, oh why
I must find a way to the other side.“

Unter Wasser verstärkte sich der Eindruck, die Welt würde brennen. Als sein Kopf aus den Wellen trat, spürte er die Hitze, die vom Wasser ausging und das angenehme Kribbeln der untergehenden Sonne. Hereford war nicht mehr weit weg und so begann er zu schwimmen.  Je näher er der Basis kam, desto schwächer wurde sein Körper. Er biss die Zähne zusammen und strengte sich noch mehr an. Dann erreichte er schließlich den Strand und erhob sich zitternd aus dem plötzlich eiskalten Wasser. Jetzt erkannte er, dass Gaz nicht alleine war. Andere standen halb im Nebel verborgen, der Dunst verbat jeden Licht den Eintritt in die Basis. Gaz kam ihm entgegengelaufen. Er ging einen Schritt auf seinen alten Freund und Kameraden zu, als er plötzlich aus der Welt gerissen wurde.

„Will I find a way, will I find a place,
Will you let me go in peace?
Leave behind those dark days
Now I ask again, will you hear my cries?“

Price beugte sich über ihn, seine Augen waren gerötet, er war dreckig und verstaubt, ein paar Schürfwunden bluteten. „SANITÄTER!“, brüllte er sich über die Schulter und als er sich wieder umdrehte, wusste Soap, dass es seine einzige Chance war, seinen Freund, Kameraden und Lehrmeister zu warnen. „Price… Yuri...“ Der andere schüttelte den Kopf, sagte etwas von ausruhen und wandte sich ab. Soap spürte, wie er dieser Welt entglitt und klammerte sich verzweifelt an ihr fest.
Gaz stand wieder vor ihm, schrie auf ihn ein, Griff ihn an der Weste, schüttelte ihn, aber Soap konnte nichts verstehen, wollte auch nicht verstehen. Er hatte keine Zeit, er musste Price warnen, seine Aufgabe war noch nicht getan.
Endlich atmete er wieder. „PRICE.“ seine eigenen Stimme klang von viel zu weit weg. Er musste es zu Ende bringen. „Du… musst… wissen...“ Er nahm noch einmal alle Kraft zusammen und starrte seinem Freund beschwörend in die Augen. „Makarov… kennt… Yuri...“ Die Erkenntnis blitze in Price Augen auf und Soap wusste, dass alles gut werden würde. Sein Herz wurde leicht. Eine Hand griff nach ihm und entriss ihn endgültig dieser Welt.

"Hear them whisper calling out my name
The sentence is set, the hammer has fallen
I have paid the price
Sad to realize too late
Death was meant to be my fate
All this pain will follow me"

Gaz erwartet ihn am Eingang zu Hereford. Auf der anderen Seite sah Soap viele vertraute Gesichter. Roach, Ghost, Griggs, Kamarov, Wallcroft, Griffen und so viele andere.
Gaz grinste ihn an. „Keine Sorge, Price wird auch kommen. Aber bis dahin gönnen wir uns eine schönes kühles Bierchen und eine entspannte Auszeit.“ Damit traten sie durch das Tor. Langsam verschwand die Sonne am Horizont und die Welt hörte auf zu brennen.
Review schreiben
 
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast