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Zwielicht

von BloodyInk
GeschichteÜbernatürlich / P18 / Gen
Daniel "Danny" Fenton / Danny Phantom Vladimir "Vlad" Masters / Vlad Plasmius
09.07.2017
11.02.2018
6
11.920
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Dieses Kapitel
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09.07.2017 1.593
 
Prolog



Bloß ein Traum … ein schrecklich er Traum ..
„Nein!“
Die blutroten Augen, die messerscharfen Fangzähne, der Gestank nach Blut, die Schreie und die Finsternis die ihn mitriss, erbarmungslos, kalt und dann ... still …
~Danny~
Schweißgebadet schreckt er auf, sitzt mit einem mal aufrecht, sein Herz rast, spürt es bis in seine Schläfen pumpen. Seine Atemzüge, kurz, flach, viel zu schnell, eine Benommenheit breitet sich aus, lässt ihn beinahe wieder in die Finsternis sinken. Er schüttelt sich, führt eine Hand an seinen Kopf als könnte er sein Bewusstsein mit zittrigen Fingern greifen, halten.
Nur langsam wird sein Blick klar.
„Wo ..“ er blinzelt „wo bin ich. Was ist passiert?“
Mit seinem Bewusstsein kehren auch seine Sinne zurück. Ein beißender Gestank kriecht in seine Nase, vermischt mit dem Geruch von modrig nassem Holz, so widerlich das er das Gefühl hat, sich übergeben zu müssen.
Er drückt seinen Unterarm vor die Nase, hofft den Gestank zu überdecken. Erfolglos.

Er sitzt auf einer harten Matratze, ein Bett, in einer Holzhütte, mitten im Wald. Die Holzhütte, die seine Freundin für einen Ausflug ausgesucht hatte. Eine Woche, weit weg von zu Hause, den Eltern, allem. Eine Woche nur für sie, bevor sie nach den Sommerferien auf verschiedene Universitäten gehen werden.
Licht fällt gebrochen vom dichten Blätterdach rund um die Hütte durch verhangene Fenster. In dicken Lichtstrahlen flimmert der Staub, der jedes Möbel und jede freie Fläche in der Hütte bedeckt, als wäre sie seit Jahrzehnten unbewohnt. Nur langsam hebt er die Beine aus dem Bett. Sein ganzer Körper schmerzt, mit jeder Bewegung. Er will aufstehen, doch eine weitere Welle der Benommenheit zerrt in zurück ins Bett.
„Paulina ...“ murmelt er, sieht sich um. Er ist allein.

Die Hütte hat bloß ein Zimmer. Grade groß genug für eine kleine Kochnische, ein Esstisch, ein Bett, ein Sofa und ein kleiner Kamin. Fließendes, jedoch kaltes Wasser kommt aus einem Tank unter der Hütte, der einen Teil des Wassers einer nahegelegenen Quelle abfängt. Strom gibt es keinen. Der Herd muss mit Gas betrieben werden. In einem kleinen Anbau befinden sich Toilette und eine improvisierte Dusche.
Eine Uhr haben sie keine. Auch keine Handys. Bloß eine Landkarte und eine halbe stunde Fußweg entfernt der Wagen, mit dem sie gekommen sind.
„Sie ist sicher duschen“ murmelt er und wagt einen weiteren versuch vom Bett aufzustehen. Auf der spüle stehen zwei leere Flaschen Wein, sowie zwei Gläser in denen ein kleiner Rest der dunkelroten Flüssigkeit bereits eingetrocknet ist. Danny schiebt die Kopfschmerzen und die Alpträume auf den Alkohol. Eine plausible Erklärung.
Auch das er nackt ist, verwundert ihn nicht weiter. Er sucht Shorts, Jeans und ein T-shirt aus dem Koffer, zieht sich an und taumelt noch etwas unsicher und von dem unerklärlichen schmerzen in Armen und  Beine gebremst in Richtung 'Küche'.
Der säuerliche Gestank scheint in jeder Ecke zu kleben. Ihn kann er sich nicht erklären. Versucht ihn zu verdrängen.
Er hockt sich vor ihren Vorratsschrank, wühlt in den mitgebrachten Lebensmitteln nach etwas, das sich für ein Frühstück eignen könnte.
Das Brot, verschimmelt, die Milch sauer, der O-saft vergoren und die Eier traut er sich gar nicht erst aufzuschlagen.
„Warum sind alle Sachen verschimmelt?“
Von draußen hört er ein knackendes Geräusch, wie ein Ast der zerbricht.
„Paulina?“
Durch die Fenster kann er niemanden sehen.
Er geht zur Tür. Irgendetwas jedoch hält ihn zurück. Zerrt an ihm, weg von der Tür, als sollte er sie nicht öffnen.
Nur zögerlich legt er dennoch eine Hand auf den griff und öffnet sie.
Die Luft draußen ist feucht und warm.
Die Sonne hat noch nicht ihren höchsten Stand erreicht und die Bäume schirmen das meiste Sonnenlicht ab, dennoch hält Danny sich eine Hand vor die Augen, bis er sich an die Helligkeit gewöhnt hat.
„Paulina? Schatz, bist du hier draußen?“
Er folgt den morschen Treppen die Veranda herab, dann dem Kiesweg um die Hütte bis zu dem kleinen Anbau. Vorsichtig klopft er, doch schon mit dem ersten Schlag öffnet sich die quietschende Tür.
„Paulina?“
Leer.
Langsam wird Danny nervös. Sie würde doch nicht gehen ohne ihm Bescheid zu sagen? Was ist letzte Nacht vorgefallen? Hatten sie Streit?
Er läuft zurück in die Hütte, sucht nach etwas, irgendetwas, das er übersehen haben könnte.
Eine Nachricht, ein Hinweis.
Nichts.
Wieder fängt sein Herz an zu rasen. Bilder in seinem Kopf. Bilder aus seinem Traum und wieder die Schreie. Ihre Schreie. Etwas hält ihn fest, zerrt an seinen Handgelenken, wie eine Kette. Er kann ihr nicht folgen, ihr nicht helfen. Sie rennt weg, stolpert immer wieder, sieht nicht zurück. Wovon?
~Aahh Nein! Bleibt weg von mir!~
„Nein ..“
Er stolpert ein paar Schritte rückwärts, wieder steigt die Benommenheit in ihm auf, dann dreht er sich um, fällt beinahe die Tür hinaus.
„Paulina!“
Wieder die kleine Veranda hinab, doch diesmal in eine andere Richtung.
Seine Schritte werden immer schneller, im hektischer auch sein Atem.
Immer wieder stolpert er über Wurzeln und Äste, rutscht über nasses Moos, fällt, steht wieder auf, rennt weiter.
„PAULINA!“
Seine Angst wird immer größer. Was um alles in der Welt ist passiert?
~Danny!~
Ihre Stimme.
~Aahhh!~
„Paulina! Wo - „
Etwas greift nach ihm, hält ihn fest. Er stolpert, doch diesmal kann er sich nicht fangen.
Er fällt.
Er ist bloß noch wenige Meter entfernt von der Lichtung auf dessen anderer Seite sie geparkt haben.
Schwer atmend rappel er sich auf, dreht sich um. Eine Wurzel hat seinen Fuß gepackt. Er greift danach, will sie lösen doch erstarrt.
„Blut … „ murmelt er mit entsetzen.
Mit weiten Augen starrt er auf seine Hände, seine Arme, sein Shirt bis zum Bauch, getränkt in Blut.
„Was zum .. Blut??“ hört er sich brabbeln doch erkennt die Stimme kaum als seine. Eine Pfütze in der er gelandet war ist ebenso dunkelrot gefärbt.
Es klebte überall, auf seiner Haut, seinen Haaren und sein säuerlicher Gestank, der ihm seit dem aufwachen in der Nase haftet, war nun nicht mehr zu leugnen.
Blut.
In der Hütte hatte es schon den ganzen morgen nach Blut gestunken!
Er kann es nicht zurück halten, übergibt sich. Zu groß ist der ekel.
Wieder verschwimmt sein Blick, wieder kann er es nur grade so abwenden in Ohnmacht zu fallen.
„Paulina ...“ flüstert er, reißt die Augen wieder auf.
Sein Herz beginnt immer schneller zu schlagen. Panisch versucht er sich aus dem Griff der Wurzel zu befreien, sich aufzurichten, doch das schmierige Blut an seinen Sohlen reißt ihn ein weiteres Mal zu Boden. Wieder flackern die Szenen aus seinem Traum vor ihm auf. Schreie in seinem Kopf. Er schließt die Augen, versucht sich zu fokussieren, seinen Atem mit wenigen, tiefen Zügen zu beruhigen als er plötzlich zwischen den Gestank des Blutes noch einen anderen Geruch wahrnimmt. Einen, den er nur zu gut kennt.
„Paulina!“
Unwillkürlich beginnt er in der Luft zu schnuppern.
Noch bevor er darüber nachdenken kann, wie seltsam das eigentlich ist, fängt er ihren Duft ein weiteres Mal ein. Er läuft los, folgt der Spur des süßes Parfums fast blind durch das Unterholz, vorbei an der Lichtung und doch in Richtung ihres Wagens.
Warum ist sie diesen Umweg gelaufen?
Je näher er kommt umso stärker wird was ihn hier her gelockt hat, doch immer mehr vermischt es sich auch mit Benzin. Seine Schritte werden wieder schneller. Er verliert sich so sehr in der süßlichen Wolke, dass er kaum mehr einen Gedanken daran verliert auf seine Füße zu achten, stolpert jedoch nicht einmal. Mit gezielten Schritten hat er in kurzer Zeit die kleine Park-bucht an der Straße erreicht. Mehr ein Feldweg, der zur Straße führt. Und zwischen den Blättern und Sträuchern kann er schon von weitem die grell pinke Farbe von Paulina's Auto erkennen.
„Paulina!“ ruft er erneut, verzweifelt, schon fast hoffnungslos auf eine Antwort.
Seine Nase verrät ihm immer deutlicher, das sie hier gewesen sein musste. Doch beruhigt ihn das nur wenig.
Als er an der Park-bucht ankommt, wird ihm klar warum.
„Paulina? Sch- Schatz Bist du hier?“
Mit vorsichtigen Schritten geht er um das Fahrzeug herum. Die Scheiben sind eingeschlagen, die Fahrertür steht offen, Paulina's Schlüssel, mit dem kleinen Pinguinanhänger, den er ihr zum Valentinstag geschenkt hat, steckt im Zündschloss. In der Motorhaube klafft ein riesiges Loch, das innere des Motors darunter zerfetzt, das Benzin steht in einer schillernden Pfütze unter dem Tank.
„Was ist hier passiert?“
Den pinken Lack um den Griff der Fahrertür zerreißen große Kratzer, wie von einer wilden Bestie. Auch der Sitz hat etwas abbekommen, als hätte das Monster versucht den Fahrer aus dem Wagen zu zerren. Grausige Szenen laufen wie Filmfetzen vor seinen Augen ab.
Ein Windstoß raschelt durch die Blätter, trägt etwas mit sich, der Danny bis eben verborgen war.
„Nghh..“
Ein Gestank der ihm die Tränen in die Augen schießen lässt. Die Sonne die hier am Waldrand ungehindert die Luft erwärmt, verstärkt den schweren, faulig-süßlichen Geruch unbarmherzig. Er dreht sich in die Richtung aus der der Wind kam.
Ein kleiner Bachlauf, der das meiste der verräterischen Fährte mit sich gespült hat.
Diesmal ist es kein Blut und alles in Danny wehrt sich dagegen seiner Nase zu folgen.
Der Bachlauf macht eine kleine Kurve, Danny ist gezwungen dem restlichen weg durch das kalte Wasser zu folgen. Einer kleiner Hang und ein dicker Baum versperren ihm die Sicht auf das, was er bereits den ganzen Weg hier her befürchtet hat. Er erstarrt, kann keinen Schritt mehr tun.
Lange, schwarze Haare treiben im leise plätschernden Lauf des Wassers.
In der Luft hängt schwer der Gestank von Blut und .. Tot.


~*o*~


Und ab hier bist Du dran! Lass mich wissen, wies Dir gefallen hat :D

xoxo Lilly <3
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