A Nanny's Dream

von IceK04
GeschichteAllgemein / P12
Bert Alfred Mary Poppins
09.07.2017
24.07.2017
6
19104
4
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hey!

Ich war im Mary Poppins Musical und bin nun unendlich begeistert von dieser Nanny…deshalb hier einen Teil 2!
Viel Spaß mit Kapitel 1:)

***********************************************************

~Lucy Roune~
Das kleine rothaarige Mädchen sah ihre große Schwester Luce (Lucy) etwas unsicher an. „Bist du sicher, dass wir das tun sollten?“, fragte die Kleine und Lucy nickte. „Maggie…du willst Nanny Backwoold doch auch loswerden, oder etwa nicht?!“
Die Kleine nickte schnell, „Natürlich muss Mrs Backwoold weg! Sie muss einfach. Ich hasse ihre blöden realiktischen Geschichten!“
„Realistisch, Maggie! Nicht realiktisch!“, korrigierte Lucy und stand auf, „Und jetzt los!“

~Mrs Sophie Roune~
„Bitte Mrs Backwoold! Bleiben sie…die Kinder haben nur Spaß gemacht!“, rief Mrs Roune und beschleunigte ihre Schritte hinter der Nanny her. „Ihre Kinder haben meinen besten Mantel ruiniert! Ich bezeichne das nicht als Spaß!“, keifte die Nanny Backwoold und riss die Tür auf, „Ich kündige!“
Dann verschwand sie auf der Straße, nachdem sie die Tür mit einem lauten Knall wieder zugeschlagen hatte.
Mrs Roune drehte sich auf dem Absatz herum, sodass die Absätze ihrer Schuhe auf dem teuren Parkett kratzten.
Bei dem Geräusch zuckte die Köchin Miss Pearl zusammen und sie sah Mrs Roune hinter her, als diese die Treppe hochstürzte und die Tür zum Kinderzimmer aufriss.
Auf dem Boden saßen drei Kinder. Zwei rothaarige Mädchen und ein schwarzhaariger Junge saßen auf dem Boden. „Ich kann es nicht fassen!“, rief Mrs Roune und schmiss die Tür zu, „Wie konntet ihr nur?!“ Lucy, die Älteste, verschränkte die Arme vor der Brust, „Mrs Backwoold ist doof! Sie hat John’s Mantel verwaschen…“ „Außerdem sind ihre Geschichten unfassbar doof!“, mischte Maggie sich ein.
„Und sie hat uns immer ausgeschimpft! Deshalb haben wir sie verjagt!“, sagte John nun und stand auf. „Wie die vorigen 16?!“, rief Mrs Roune außer sich, „Soll ich etwa schon wieder eine Anzeige aufgeben?! Wollt ihr das mal machen?!“
Die Kinder sahen sich an, „Gerne!“
Lucy sprang auf drehte ihre Mutter um, schob sie aus dem Zimmer und donnerte die Tür zu. Maggie sah sich zu ihren Geschwistern um.


~Maggie (Margaret) Roune~
„Und jetzt?“, fragte sie und Lucy nahm sich ein Blatt Papier vom Pult.
„Wir sammeln erstmal…wie wir sind!“, sagte sie und öffnete die Kappe ihres Füllers. Dann begann sie zu schreiben.


~Mrs Sophie Roune~
Sie öffnete die Tür zum Zimmer ihres Mannes. Peter saß an seinem Schreibtisch und las sich einige Rechnungen durch.

„Peter…Schatz? Hörst du kurz zu, Schatz?“
„Was ist Sophie?“, fragte Peter und der genervte Ton in seiner Stimme war kaum zu überhören. Die Letzte ist nun auch gegangen...ich kann nicht die ganze Welt nach dem perfekten Kindermädchen absuchen!
Wird sich nun Keine finden…was dann?“
Peter erschrak. „Was sagst du? Die Letzte ist nun auch gegangen? Diese Kinder kriegen einfach alle weg! Der Frieden dieses Hauses ist komplett zerstört! Wie können diese Monster uns nur alles abverlangen?!“
„Peter Schatz? Es wird schon wieder gut, Schatz! Wir setzen einfach eine neue Anzeige in die Zeitung…es wird sich eine finden!
„Man muss die Kinder an die nächste Nanny binden! Dann werden sie verstehen…die Nächste wird nicht einfach gehen!“
„Ja sie wird nicht einfach gehen!“, rief nun auch Sophie, „Peter Schatz? Hast du mal ein Papier Schatz? Ich schreibe jetzt die Anzeige für das nächste Kindermädchen!“
„Es wird sich eine finden!“
„Die Kinder werden sich noch binden!“

Und dann schlug die Tür auf und die Kinder rauschten rein.
„Mama? Papa? Wir haben hier eine Anzeige geschrieben…sollen wir sie vorlesen?“, fragte Lucy und ihr Vater rang die Hände.
„Hör zu!“, rief Lucy, faltete das Blatt Papier auseinander und las vor.

„Eine Nach dem Anderen ging schon von hier fort…sie ließ zurück, uns Kinder an diesem Kindermädchenlosen Ort! Wir suchen nun schon wieder eine Neue…doch beachte, wir haben Ansprüche an dich!“ Da riss Maggie ihrer Schwester das Blatt aus der Hand.
Du solltest hübsch gekleidet sein…das Schimpfen fällt dir gar nicht ein!“ John sah über Maggies Schulter und las weiter. „Lies abends uns Geschichten vor, von Zeus und Jupiter mit Thor!
Lucy riss das Blatt wieder an sich, „Kauf uns leck‘re Zuckerwatten, schenk uns Lutschbonbons keine dieser schrecklich kratztenden Jacken! Spiel mit uns, erlaub uns was! Sei lustig fröhlich und hab mit uns Spaß!“
John nahm das Papier wieder in die Hand, „Und jetzt erzählen wir dir was…über uns!
Wir spielen, lachen und ärgern dich! Wir zerschneiden deine Kleider und verstecken deinen Koffer…gute Seiten haben wir nicht! Zeig uns deine und wir lachen fürchterlich!“
Maggie schnappte sich das Papier,Glaub nicht du wärest sicher hier! Lass uns in Ruh‘ dann sind wir lieb zu dir! Lieber jedenfalls als zu allen Anderen…vor dir!
Noch ein paar Bedingungen haben wir für dich:
Sei klug, sei lieb, sei friedlich und nett!
Dann gehen wir auch ohne Meckern ins Bett!“
Dann holten die drei Kinder Luft uns sagten zusammen, „Und falls du das möchtest, es dir wirklich antun…dann komm zu Lucy, Margaret und John Roune!“


~Mrs Sophie Roune~
Die Kinder standen an der Treppe und sahen zu ihnen hinunter.
„Peter?! Was sagst du denn da?!“, rief Sophie entsetzt. „Wenn die Kinder sich nicht fügen wollen, dann kommen sie auf ein Internat!“, antwortete Peter aufgebracht, „Wir finden keine Nanny mehr!“
Plötzlich krachte es und ein Schatten lag auf dem Boden.
Peter und Sophie drehten sich auf dem Absatz zu und Sophie stieß einen kleinen Schrei aus.
Da stand eine Frau. Eine mit langem schwarzen Mantel, einem hübschen Hut und einem Schirm in der Hand.
„Wer sind sie denn?!“, rief Peter erschrocken.
Die Frau lächelte entzückend, „Mary Poppins!“

~Mary Poppins~
„Wer sind sie?“, fragte Mr. Roune nochmal.
„Mary Poppins.“, sagte Mary und knöpfte sich den Mantel auf.
„Aber wer sind sie?“
Mary hatte schon einen Fuß auf die Treppe gesetzt, hielt nun aber inne, „Ich bin ihr neues Kindermädchen!“
Sie strahlte und ging schwebend die Treppe hinauf, „Ich stelle mich jetzt den Kindern vor, Mrs und Mr. Roune!“
Sie ging den schmalen Flur entlang und klopfte mit zwei Fingern an die Tür.

~Lucy Roune~
„Was ist, Mama?“, fragte Lucy, aber da ging die Tür auf und…da stand eine Frau. Eine mit langem schwarzen Mantel, hübschem Hut und freundlichem Lächeln, „Mein Name ist Mary Poppins und ich bin euer neues Kindermädchen!“
„Was aber wie kann das sein?! Wir haben ja nicht mal eine Anzeige geschrieben!“, rief John und sprang auf. Mary Poppins lächelte nur noch mehr, „Ach nein?“ Sie zog ein Blatt Papier hervor, „Eine Nach dem Anderen ging schon von hier fort…sie ließ zurück, uns Kinder an diesem Kindermädchenlosen Ort! Wir suchen nun schon wieder eine Neue…doch beachte, wir haben Ansprüche an dich!“ Da riss Maggie ihrer Schwester das Blatt aus der Hand.
Du solltest hübsch gekleidet sein…das Schimpfen fällt dir gar nicht ein! Ist das nicht von euch?“ Lucy starrte Poppins an. „Wir wollen kein neues Kindermädchen!“
„Ach nein?“, Mary Poppins‘ Lächeln wurde tiefer, „Wie schade! Dann fang ich mal an!“
Sie stellte die große Tasche auf den Boden und zog ein Maßband hervor.
Dann maß sie John damit, „Nun gut…Ein kluger, fieser, frecher Bengel, der gerne anderen Leuten Streiche spielt!“
John erstarrte, „Das hast du dir doch eh nur ausgedacht!“
„Ach?“, Mary Poppins hielt ihm das Maßband hin, doch bevor er alles lesen konnte, ging die Frau weiter zu Maggie und maß sie. „Ein freches, vorlautes Ding mit einer Menge fieser Ideen!“
„Sein sie doch still!“, kreischte Maggie und schlug die Hände vor Gesicht. Da strich Mary ihr über die roten Haare, „Das wird schon noch werden, Maggie!“ Dann ging sie weiter zu Lucy. „Ein fieses, freches, streitlustiges Mädchen!“ „Das ist ja mies!“, schrie Lucy und verschränkte die Arme, „Was steht denn bei dir, Mary Poppins?!!“
„Oh…bei mir?“, Mary Poppins lächelte.

Noch bevor der Wind sich dreht, da werdet ihr noch sehn. Und das nicht einmal bloß. Was immer auch noch kommt und welche Dinge auch geschehen…an mir ist alles tiptoptadellos!“

John verdrehte die Augen, „Aber was steht denn da nun?!“

Ich bin völlig ohne Fehler, mit Haut und Haar…“
Maggie starrte Mary spöttisch an, „Völlig ohne Fehler!?“
Und Mary nickte lächelnd, „Ja wirklich wahr! Bald schon entdeckt ihr was in mir steckt! Jeder Aspekt perfekt und korrekt! Ja völlig ohne Fehler, von Ort zu Ort! Wenn ich Fehler hätte, trauten die sich nicht hervor! Ich bin völlig ohne Fehler! Mit Haut und mit Haar! Adrett und freundlich, zu streng liegt mir fern! Sehr gut gebildet doch lern ich auch gern! Bin nicht zu mager und auch nicht zu dick! Und meine Schuhe sind wirklich totschick! Ich bin immer ehrlich und schlichte gern streit und damit wisst ihr alle nun Bescheid: Ja völlig ohne Fehler mit Haut und Haar. Völlig ohne Fehler so steh ich da! Von innen immer sehr interessant. Von außen ausgesprochen charmant. Völlig ohne Fehler…nichts gutes fehlt! Schnurrend wie ein Motor, soeben frisch geölt! Ich bin völlig ohne Fehler! Mit Haut und mit Haar! Mich täuschen zu wollen, das hat keinen Sinn! Da ihr jetzt gehört habt was ich bin:…“

Lucy verschränkte die Arme und ahmte Marys Haltung nach. Dann setzte sie ein gekünsteltes Lächeln auf und rief:

Völlig ohne Fehler! Hab’n wir kapiert! Völlig ohne Fehler, auch hübsch frisiert! Du bist völlig ohne Fehler! Völlig ohne Fehler! Selbstverliebt und geniert!
Ich hasse solche Leute wie dich!
Die lieb’n sich selber, doch andere nicht! Jemand wie dich schmeißen wir wieder raus! Geh endlich fort hier sonst schubsen wir dich! Es gibt so Dinge die du nicht verstehst!“
Davon wüsst ich was!“, warf Mary ein und legte den Kopf schief, „Bist du jetzt fertig,  Lucy? Ich muss noch mein Zimmer einrichten.“

~Mary Poppins~
Sie ging an der Ältesten vorbei und schnipste mit den Fingern der rechten Hand. Ihr Koffer flog ihr in die Hand und den Kindern fielen die Kinnladen herunter.
„Ein Hutständer…“, murmelte Mary und zog den silbernen Ständer aus ihrer Tasche. Es folgte eine Topfpflanze und ein Spiegel. Mary zog den Mantel aus und hängte ihn an den Ständer. „Und jetzt hört mir zu:

Ich bin völlig ohne Fehler!
Und wenn ich wieder fort geh seid ihr genau wie ich! Ihr seid völlig ohne Fehler. Völlig ohne Fehler!
Ja dann seid ihr völlig ohne Fehler….mit Haut und mit Haar!“

Dann öffnete Mary die Tür und nahm drei Mäntel entgegen, die sie den Kindern entgegen streckte.
„Was soll das werden?!“, keifte Lucy und schmiss ihren Mantel aufs Bett. „Wir spielen ein Spiel. Aber wenn du nicht willst, dann musst du den Mantel halt hier lassen!“, erklärte Mary und schnipste abermals mit dem Finger. Lucys Mantel flog in den Schrank und dieser klappte erst auf und dann zu. Lucy rannte zu dem Schrank und versuchte diesen aufzuziehen, aber es klappte nicht. „Was hast du gemacht, Poppins?!“, schrie Lucy wütend und versetzte dem Schrank einen Tritt. „Hey!“, meinte Mary erzürnt und stemmte die schlanken Hände in die Hüften, „Der Schrank kann nichts dafür, dass du den Mantel nicht anziehen wolltest! Entschuldige dich, Lucy!“ Lucy trat noch fester nach dem Schrank, „Der hat eh keine Gefühle!“, erklärte sie fies grinsend. „Nun ja…wollen wir mal sehen! Kommt jetzt Kinder.

~Bert~
Bert saß auf einer der Bänke und sah auf die Marktstraße in der reges Treiben herrschte. Durch die Menge bahnte sich eine Frau mit drei Kindern im Schlepptau den Weg durch die Menge. An ihrem rechten Arm hing ein Schirm und sie hatte einen Hut auf der Hochsteckfrisur sitzen. Wie konnte sie nur so schnell wieder herkommen? Sie hatte die Banks doch erst vor einem Monat verlassen. Aber das war sie. Ihr dunkler Mantel, die Schuhe, aber vor allem…der Schatten. Bert sprang auf und er wäre fast über seine Kaminbürsten gefallen. Die Frau kam näher und als sie Bert entdeckte stahl sich ein Lächeln auf ihre Lippen. „Mary Poppins!“, sagte Bert und sie lächelte herzlich, bis Bert ganz warm ums Herz wurde. „Hallo Bert.“, antwortete Mary und eines der Kinder, ein kleines rothaariges Mädchen, trat vor, „Hallo Bert! Kennst du sie?! Wir mögen sie nicht!“ Da zog Bert die Augenbrauen hoch und sah Mary an, „Was redest du denn da, Maggie? Wie kann man sie nicht mögen? Sie ist einfach…“ Da trat Lucy vor Mary, „Völlig ohne Fehler?! Bitte! Wenn ich das nochmal höre dann springe ich aus dem Fenster!“ Berts Augenbrauen berührten nun fast seinen Haaransatz, „…wunderbar. Sie ist einfach wunderbar!“
Marys Mundwinkel sanken etwas nach unten. „Bert!“, sagte sie wütend. John grinste spöttisch, „Nur weil du sie so sehr magst, heißt das nicht, dass alle sie so sehr mögen! Sonst wäre sie ja nur noch von Liebhabern umgeben und dann…!“ Jetzt zog Mary die wohlgeformten Augenbrauen hoch. „John…du hast wirklich eine sehr gute Menschenkenntnis!“, sagte sie und nahm den Jungen,  der aussah als würde er Mary am liebsten auf die Hand spucken, „Wir müssen weiter. Ich denke wir werden Bert noch öfters wiedersehen.“
Bert zog den Hut vom Kopf und lächelte, „Auf bald, Mary Poppins!“ „Wir sehen uns sehr bald, Bert.“, Mary sah die Kinder an.
„Und spielen ein dämliches Spiel?! Vielleicht ja: einkaufen?!“, fauchte Lucy und Mary sah überlegend aus, „Gar keine schlechte Idee!“

~Maggie Roune~
„Wir spielen einkaufen?!“, rief Maggie und starrte das Kindermädchen an, „Einkaufen?!“
Mary Poppins lächelte, „Richtig Maggie. Wir spielen einkaufen.“
John riss an Marys Ärmel. „Aber einkaufen ist kein Spiel, Mary Poppins!“, schnappte er und Mary drehte sich zu ihm um.
„Es kommt immer darauf an, wie man die Dinge sieht.“, sagte sie und Maggie schnaubte.
„Ich sehe die Dinge, wie ich sie sehen kann!“, rief sie. „Öffne die Augen, Maggie! Dann siehst du wie wundervoll das Einkaufen ist.“, sagte Mary Poppins und drehte sich zu ihr um, „Guck her!“
Sie schnipste einmal mit dem Finger und plötzlich flogen Äpfel, Möhren, Kartoffeln, Salatköpfe und Erbsen auf Mary Poppins zu und fielen in ihre Tasche. „Mary Poppins.“, sagte jemand und zog den Hut vor der Nanny. „Hallo Piper.“, sagte Mary und lächelte. „Du kennst ihn?!“, fragte John und Maggies Mund stand auf. „Natürlich kenne ich ihn.“, sagte Mary und schnipste noch mal mit den Fingern. Ein paar Münzen flogen in Richtung des Standes und Piper nickte Mary zu. „Schön dass du hier bist. Aber sieh dich vor! Diese Kinder sind mit allen Wassern gewaschen!“, sagte Piper und Maggie schnappte nach Luft.
„Ein Glück, dass ich es auch bin. Mit allen Wassern gewaschen, Piper.“, Mary deutete fast unauffällig auf ihren Schirm. Maggie sah es trotzdem.
„Was ist mit deinem Schirm?“, fragte sie und Mary lächelte. Das erfahrt ihr spätestens wenn der Wind sich dreht.“
Maggie lief hinter Mary Poppins her, „Was soll das heißen?!“
„Warte es ab.“, antwortete sie, „Wir gehen jetzt zu Mrs Corry.“
„Wer ist Mrs Corry?“, fragte John von hinten.
„Sei nicht so ungeduldig!“, rief Mary und ging weiter. Aufrecht und schnell durch Gassen und Straßen, bis sie vor einem kleinen Haus standen.
„Was wollen wir hier?!“, fragte John.
„Wir kaufen ein.“, antwortete Mary Poppins und öffnete die Tür.
Dahinter herrschte reges Treiben. Viele bunt gekleidete Menschen standen da und unterhielten sich.

~Mary Poppins~
Mary steuerte zielstrebig auf die Theke zu und eine junge Frau, die ein hübsches, orangenes Kleid trug. Mrs Corry.
„Mary Poppins!“, strahlte Mrs Corry und stützte sich auf die Ellenbogen, „Was brauchen sie?“
„Ich hätte gerne 70 Gramm Buchstaben und 20 Gramm Konversation.“
Die Kinder starrten sie an.
„Man kann doch keine Buchstaben und Konversationen kaufen! Du bist doch albern!“, fauchte Lucy und verschränkte die Arme.
Mrs Corry war gerade unter der Theke verschwunden und tauchte jetzt wieder darunter hervor. Sie trug zwei große Gläser bei sich. Sie wog es ab und legte sie vor Mary auf den Tresen. „Lucy, John, Margaret? Versucht doch mal ein paar Worte zu bilden.“
Maggie überlegte kurz, „Brot. Rot. Tor. Mehr find ich nicht!“
„Pflanzen. Lanze…“, sagte John und Lucy grinste fies.
„Ich sehe: selbstverliebt. Komisch. Spielt langweilige Spiele…kurz gesagt: Mary Poppins!“
Die Kundschaft keuchte entsetzt.
„Soll ich dir sagen, was ich sehe?“, fragte Mary und musterte das Mädchen kurz, „Ich sehe: Wir sollten jetzt gehen. Es gibt Dinge, die sich nicht zurück nehmen lassen und deren Folgen schwer wiegen!“

~Mrs Sophie Roune~
Sophie saß mit ihrem Mann am Tisch und spießte gerade ein Stück gefüllten Truthahn auf, den Miss Pearl gekocht hatte, als plötzlich die Tür aufsprang und die neue Nanny kam herein. Die Kinder liefen ihr hinter her. „Mrs Poppins…“, begann Peter aber das Kindermädchen unterbrach ihn.
„Mary Poppins. Nicht Mrs und nicht Miss, Mr. Roune.“
„In Ordnung. Nun…Mary Poppins. Was haben sie denn den ganzen Tag mit den Kindern gemacht?“, fragte Peter und Mary Poppins zog eine Augenbraue hoch.
„Wir waren einkaufen!“, erklärte sie und öffnete ihre große Tasche. Sie zog Äpfel, Möhren, Kartoffeln, Salatköpfe und Erbsen hervor und legte sie auf den Tisch.
Maggie trat vor, „Und wir haben bei Mrs Corry Buchstaben und…“
Da trat Lucy ihr vor das Schienbein und sie verstummte.

~Lucy Roune~
„Ich fand es aber toll!“, sagte Maggie als die Tür sich schloss und da wirbelte Lucy zu ihrer kleinen Schwester herum. „Du fällst schon jetzt auf ihre doofen Tricks rein!“, rief sie und zog sich die Stiefel aus, „Wir fangen jetzt an mit Phase eins!“
John sprang freudig auf, „Darf ich mir was ausdenken?“
Seine große Schwester nickte, „Aber sei bitte schön fies!“

~Mary Poppins~
Sie ging auf die Tür zu und klopfte sanft an. Sofort wurde sie geöffnet.
„Was ist Mary Poppins?!“, fragte Lucy und Mary merkte, wie die Tür etwas gegen sie gedrückt wurde.
„Lucy öffne bitte die Tür ganz. Ich habe schließlich angeklopft und ihr habt ja nichts vor mir zu verbergen!“, Mary lächelte strahlend.
„Du bist in diesem Zimmer aber nicht erwünscht, Poppins!“, keifte Lucy und versuchte die Tür zuzuschmeißen, aber stattdessen ging sie weiter auf. „Das ist aber schade. Ich komme jedoch trotzdem herein!“, sagte Mary und sah sich um. Da lag ein Mantel auf dem Boden. Ein roter Mantel. Ihr roter Mantel. Er war zerschnitten.
„Oh!“, sagte Mary und ihr Lächeln verzog sich etwas, „Na Lucy? Ihr hattet also doch etwas vor mir zu verbergen. Und dann auch noch mein bester Mantel!“
Sie blieb stehen und klatschte in bester Mary Poppins Manier in die Hände.
„Sagte ich schon, dass auf einen Streich immer eine Rache von mir folgt?“, fragte sie und schnipste mit dem Finger, während sie gleichzeitig mit dem Fuß aufstampfte. Ihr Mantel war wieder heile und sie ging zu dem Schrank mit den Mänteln der Kinder. Die Schranktür klappte auf und gab den Blick auf zerschnittene Mäntel frei. „Das bleibt jetzt so, bis ihr euch bei mir entschuldigt.“, sagte Mary und drehte sich auf dem Absatz herum.
Als erstes trat Maggie vor und Mary musste lächeln. Das Mädchen war zwar von Ideen, die nicht gerade so freundlich waren, erfüllt aber sie war doch die Liebste von allen.
„Entschuldigung, Mary Poppins!“, sagte sie leise und trat noch einen Schritt auf Mary Poppins zu. Und dann passierte etwas, was Mary nicht gedacht hatte.
Maggie umarmte sie sanft. Sie ging Mary nur gerade so bis zu der Taille und Mary strich dem Mädchen über die roten Haare.
Mary schnipste mit dem Finger und Maggies Mantel war wieder heile.
„Was tust du denn da?!“, fragte Lucy erzürnt und riss Maggie weg, „Wir entschuldigen uns nie bei irgendwelchen doofen Kindermädchen!“
„Ja aber…“, Maggie sah etwas beschämt aus, „Mary Poppins ist anders als die anderen!“
Mary lächelte, „Richtig Maggie. Ich bin Anders.“
Mary sah sich um, nahm ihren Mantel hoch, hängte ihn sich über den Arm. Dann ging sie zur Tür.
„Ihr solltet heute früh schlafen. Morgen spielen wir ein neues Spiel!“
Die Tür ging auf und Mary ging hindurch.
Dann setzte sie sich auf das Treppengeländer und rutschte es hinunter. Mrs Roune erstarrte, als sie das sah.
„Mrs Roune…ich möchte ihnen noch etwas zu meinen Arbeitszeiten erzählen.“, sagte Mary und lächelte, „Jeden Dienstag Nachmittag habe ich frei und sonst bin ich immer hier!“
Mrs Roune nickte mechanisch, „Sicher. Gute Nacht, Mary Poppins!“
Mary nickte, „Gute Nacht Mrs Roune!“
Review schreiben