☾ Mikadzuki no kokoro

von Donoma
GeschichteDrama, Familie / P12
Inu-Yasha Kagome OC (Own Character) Sesshoumaru Shippou Touran
08.07.2017
02.12.2019
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Hinter den kämpfenden Reihen, als wolle sie alleine ihnen in den Rücken fallen, stand eine Person. Unter Umhang und Kapuze war sie nicht zu erkennen – und ganz allein war sie auch nicht. Um sie herum scharten sich sechs… Nekomata? Aber sie sahen seltsam aus, die Katzentiere. Bei allen Nekomata, die man bisher einmal gesehen hatte, wurde das cremefarbene Fell von schwarzen Abzeichen geziert. Davon war bei diesen hier nichts zu sehen. Dafür zeigten sich an ihrem ganzen Körper silberne Spuren, wie Narben oder hervortretende Adern. Ein gruseliger Anblick, selbst bei den kleinen Tierchen.
Kôga und Ayame und inzwischen auch ein paar andere, die auf den vermummten Neuankömmling aufmerksam geworden waren, kniffen die Augen zusammen. Wer oder was war das?
Die Person unter der Kapuze ließ einen abschätzigen Laut hören, wirkte unzufrieden, dass man sie entdeckt hatte. Hatte sie vorgehabt, komplett aus dem Hinterhalt anzugreifen? Allein?
Nekomata galten durchaus als kampfgewandte Wesen, gerade jene, die bei den Taijiya ausgebildet wurden, aber was sollten sechs von ihnen in einem Dämonenkrieg anrichten?
Außerdem ließen sich Nekomata nichts befehlen.
In diesem Moment schnippte die unbekannte Person mit den Fingern, gleichzeitig sprang sie hoch und zurück – verschwand spurlos. Zugleich, als handelten sie eben doch auf unwiderruflichen Befehl, verwandelten sich die sechs Nekomata in ihre großen Formen. Die eigenartigen, silbernen Linien traten nun noch breiter und deutlicher hervor, wanden sich sogar über ihre Säbelzähne. Und tief in den großen, roten Augen leuchtete es, bösartig, giftig.
Und sie griffen an.

══ ☾══


Yuudai stieß vor, sein Maul, die mächtigen Giftzähne ergriffen den Gegner, der sich ihm entgegenstellte, einen Wolfsdämon in diesem Falle. Auf dessen Seite ich eigentlich kämpfen würde…, dachte er dabei. Aber er kannte das Kriegshandwerk zu gut. Und er hatte keine andere Wahl. Als ihn zwei andere Wölfe angingen, ließ er den Ersten los und richtete sich zu voller Größe auf. Eine imposante Geste, aber so war auch gut erkennbar, wie mitgenommen seine Rüstung, wie verletzt sein Körper darunter war. Er hatte es wohl nur dem Gift in seinem eigenen Körper zu verdanken, dass die sich fortsetzende Zerstörung, die Bakusaigas Macht darstellte, sich nicht gänzlich durch ihn hindurch gefressen hatte. Yuudai kannte die Macht des Insignienschwertes des Inu no Taishô noch sehr gut vom Kampf gegen den Höllenwolf und dessen Oni und er war annähernd voll getroffen worden, am Morgen. Noch war er kampffähig, aber bereits erschöpfter, als es gut war.
Idai und Puraido, seine Schwiegersöhne, hielten sich immernoch in seiner Nähe auf. Sie unterstützten ihn allerdings nicht, fochten ihre eigenen Kämpfe – nichts was weiter auffallen würde. Jedenfalls dann nicht, wenn es da nicht diese Auseinandersetzung bei Nacht gegeben hätte.

Rückblick
Yuudai wusste, wen er suchen musste, als er den Fürstenrat verließ und seinem übergelaufenen Heer folgte. Er wusste, wer hierfür verantwortlich war, auch wenn er nie damit gerechnet hätte, dass es geschehen würde. Seine Schwiegersöhne waren Großmäuler, schon immer gewesen, aber dass sie derart dumm waren…
„Was soll das bedeuten?“, fragte er ohne weitere Vorwarnung, als er die beiden erreichte. Nur einer, Idai, wandte sich zu ihm um. „Oh, hör mal… er fragt, was das zu bedeuten hat…“, höhnte er.
Yuudai richtete sich zu der ganzen Größe auf, die er in menschenähnlicher Gestalt besaß. „Hört auf mit diesem Unsinn und beordert die Krieger wieder zurück! Sofort!“, verlangte er scharf.
Da kam Idai ihm entgegen. „Und… warum sollten wir?“
„Weil ich noch immer dein Herr bin, Idiot!“
„Mein Herr? Und wenn ich anderer Meinung bin, was dann?“
Das war… das war Meuterei! Hochverrat! Yuudai war für einen Moment fassungslos und fand sich auf einmal zwischen den beiden Jüngeren wieder.
„Ihr werdet nicht einen Krieger zurückbefehlen, sonst könnt Ihr Eurem Sohn von Weitem Lebewohl sagen!“, drohte Idai von hinten.
Óyoroko! Mein Sohn! Doch Yuudai besann sich, musterte den vor ihm stehenden Schwiegersohn kühl. „Wie solltet ihr beide von hier aus Verfügungsgewalt über meinen Sohn haben?“
„Ihr vergesst unsere Gefährtinnen…“, sprach Puraido nun zum ersten Mal.
Yuudai schnappte nach Luft. Seine Töchter!? „Òyoroko ist ihr Bruder!“
„Er ist das Hindernis auf ihrem Weg zur Fürstin, mit dem niemand mehr gerechnet hat, Alter!“, korrigierte Puraido respektlos.
Der Schlangenfürst nahm seine Selbstbeherrschung zusammen und ließ den Blick zwischen den beiden Jüngeren hin und herwandern. „Wer von euch beiden wird denn dann an seiner statt…“ Süffisant ließ er den Satz in der Luft hängen. Idai und Puraido wechselten einen Blick und grinsten einander an. „Das klären wir… später...“
Im Duell, soviel war klar. Sie wollte also nicht nur mitten im Krieg den Fürsten stürzen, sondern gleich danach möglicherweise auch noch einen Bürgerkrieg entfachen – und das alles gestützt auf den Mord an einem Dämonenkind, das man mit einem vierjährigen Menschen vergleichen konnte! Abschaum! Warum hatte er nicht früher durchschaut, dass seine Schwiegersöhne so dachten? Warum hatten sie nie gezeigt, dass es sie so nach der Macht dürstete?
Weil sie es nicht nötig gehabt hatten, solange es den Erbprinzen nicht gegeben hatte, begriff Yuudai dann. Òyoroko war erst vor gut zwanzig Jahren geboren worden und niemand, nicht einmal er und seine Gefährtin hatten wirklich mehr damit gerechnet. Schließlich waren die Töchter weitaus älter.
Die letzten zwanzig Jahre hatten seine Schwiegersöhne – und die Töchter anscheinend auch – an ihrem Plan gefeilt… und nun die Chance zur Umsetzung gesehen.
Sie hatten gut gewählt… Yuudai wusste, im Augenblick waren ihm die Hände gebunden. Wollte er seinen Sohn und Erbprinzen am Leben wissen, musste er sich der Erpressung beugen… und entgegen seiner Überzeugung ebenfalls die Seiten wechseln.

Rückblick Ende


Für diese Schmach war der Treffer von Sesshômarus Klinge wohl die richtige Vergeltung gewesen. Yuudai hatte auch nicht einmal wirklich den Versuch gemacht, auszuweichen. Aber auch wenn seine Rüstung nurmehr wertloses Altmetall war und ihm die Schmerzen zunehmend an die Substanz gingen… musste er kämpfen. Für seinen Sohn.
So lenkte er diesmal Gift in seine Zähne, die gelblich zu leuchten begannen, als er erneut vorstieß und die drei Wolfdämonen vor seiner Nase auseinandertrieb.

══ ☾══


Nur Minuten, nachdem die sechs Nekomata ins Kriegsgetümmel eingegriffen hatten, entfaltete ihre Anwesenheit ihren Effekt. Es konnte nur an ihnen liegen – bloß wie?
Krieger brachen zusammen, wanden sich unter Schmerzen am Boden, kampfunfähig, die Schwächeren unter ihnen bald reglos.

Kazuya, von einem seiner ‚Artgenossen‘ überrascht, wich im letzten Augenblick in die Luft aus und bewahrte Sayuri auf seinem Rücken damit vor einem Biss in die Schulter. Das war knapp gewesen! Er spürte, dass Sayuri sich im Sitzen drehte und Ashai-Ha’s Angriff losschickte, wohl gegen die fremde Nekomata, aber auch wenn ein wütendes Fauchen zeigte, dass sie getroffen hatte, dürfte das wohl kaum gereicht haben. In der vergangenen Nacht war Sayuri menschlich gewesen, das hieß, sie war jetzt voller Elan – und aus für Kazuya durchaus nachvollziehbaren Gründen auch von einem neuen Ingrimm beseelt, der ihr zusätzlich Kraft verlieh. Dennoch… die eigenartigen, silbernen Nekomata hatten sich als äußerst widerstandsfähig gezeigt – und so gut im Ausweichen, als seien sie ausgebildet bei den Taijiya. Kazuya, der das von Mutter, Vater und Schwestern kannte, konnte es gut einschätzen, war sich aber auch vollkommen sicher, dass die Taijiya bestimmt nicht Schuld waren am Auftauchen dieser Wesen.

Erstens deswegen nicht, weil die Taijiya zu klug waren, um sich in einen Dämonenkrieg einzumischen.
Zweitens deswegen nicht, weil sie, besonders Aijin Takara, die nicht nur in direkter Linie von Sango abstammte, sondern auch das von ihr ausgehandelte Treue-Fragment trug, Sesshômaru verpflichtet waren.
Und drittens nicht, weil es längst die Runde gemacht hätte, wenigstens bis zu seiner Familie und ihm, dass es diese Nekomata mit der silbernen Zeichnung gab. Kazuya aber hatte nie etwas von ihnen gehört und bisher nie eine gesehen. Außerdem schien mit der Zeichnung noch anderes einher zu gehen. Die Folgen der durch die silbernen Nekomata beigebrachten Verletzungen waren heftig… sicher lagen schon fünfzig Krieger am Boden, alle jedoch augenscheinlich nur leicht verletzt.

Auf Sayuris Zeichen hin kam Kazuya auf den Boden, zeigte die Zähne gegen einen der seltsamen Artgenossen, der knapp Ashai-Ha’s Klinge auswich. „Tetsu no Ame!“, schickte Sayuri den Angriff hinterher, aber die Nekomata wich aus – und stürzte sich auf jemand anderen.
Kazuya blieb einen Moment stehen, neben dem vorherigen Opfer, von dem sie die Nekomata vertrieben hatten. Es war ein junger Krieger… Vogeldämon hätte Kazuya geraten, wenn man ihn gefragt hätte. Ausnahmsweise war er auch recht stark erwischt worden, eine tiefe Wunde hatten die Säbelzähne in seinen Oberschenkel gerissen, aber dass er nun in die Knie brach, konnte kaum daran liegen. Ein Dämonenkrieger konnte so eine Wunde in wenigen Stunden heilen und hätte sich nur zurückziehen müssen; das Schmerzempfinden war geringer, als es die verzerrte Miene des jungen Kriegers verriet.
Auch Sayuri war darauf aufmerksam geworden. „Was machen diese Viecher hier bloß?“
Kazuya, der ja zumindest im Aussehen diesen ‚Viechern‘ ähnelte, raunzte etwas ungehalten, spürte Sayuris tätschelnde Hand am Ohr – und erstarrte auf einmal.
Diese Aura!
Wo kam sie her? Von dem Verletzten?
Kazuya sah hinab zu dem Krieger und dessen Wunde und erkannte ein schwärzliches Schimmern inmitten des Blutes.
Was war das? Und warum fühlte es sich an, wie die eigenartige, diffuse Aura, die er gespürt hatte, als man Madara und ihm in Gefangenschaft zu Fressen gegeben hatte?
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