Sinister

von MrsT3xx
GeschichteDrama, Tragödie / P16
Anokata Gin und Wodka "Männer in Schwarz" Shiho Miyano / Ai Haibara Vermouth
07.07.2017
15.05.2020
24
33.338
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08.07.2017 855
 

2 FALL AWAY



Manche Dinge sind unmöglich. Sie können einfach nicht sein und es gibt keine Logische Erklärung warum das, was doch eigentlich ausgeschlossen ist, plötzlich der Wahrheit entsprechen soll. Es gibt keine objektive Realität, dessen war sich Gin bewusst. Realität ist ein Konstrukt was jeder Mensch für sich selbst zusammenstellt. Gefüllt mit dem Wissen und Glauben das sich jeden Tag durch, mitunter winzig kleine Begebenheiten und meinst kaum merklich verändert. Manchmal aber wird die Realität mit so abstrusen Daten erschüttert, dass das was bis gestern noch unmöglich war, plötzlich zu deiner Realität geworden ist.


Vodka stand unschlüssig in Gins Büro. Gehen? Bleiben? Schweigen? Reden? Doch noch während der rundliche Mann seine nächste Handlung weise abwog, brach Gin das Schweigen. „Kann das wirklich möglich sein? Könnte sie eine Tochter haben?“ Gin fragte nicht direkt nach Vodka´s Meinung, er fragte mehr in den Raum hinein. Dennoch tat er es in einer Vertrautheit und vor allem Offenheit die Gin sehr selten an den Tag legte. Die male als er es tat, konnte Vodka an 2Händen abzählen. Trotz der Stimmung in der Gin sich gerade befand und die scheinbar jegliche Aggressivität verloren hatte, blieb Vodka vorsichtig. Er kannte seinen Partner zu gut und wusste wie schnell sich Gin´s Laune komplett umschlagen konnte.

„Du hast Korn gehört. Möglich wäre es durchaus. Zu zutrauen ist ihr alles. Sie hat Mord schon immer als falsch angesehen, daher hätte sie wahrscheinlich auch nicht abgetrieben.“  fing Vodka langsam an und fügte aber schnell noch „also sollte an der Sache überhaupt etwas dran sein!“ an. Stille war alles was Gin erwiderte.

Nach einer endlos wirkenden Pause suchte er auf seinem Laptop nach Bourbon´s Akte über Mori und klickte stielsicher alle Fotos durch. Die Kleine war seit dem Mori beschattet wurde, regalmäßig mit drauf. Könnte sie seine Tochter sein? Versteckte Sherry das Kind bei ihm? Sherry hatte doch nicht wirklich was mit so einem Spinner?!

„Ich habe die Geburtsurkunde“ durschnitt Vodka Gin´s Gedanken. Er hatte sich seiner Seitz über sein Smartphone genauer durch Bourbon´s Akte gelesen und schnell auch eine Akte über die Kleine gefunden. „Ihr Name ist Ai Haibara, sie ist 7Jahre alt. Ihre Eltern und Großeltern, also laut Geburtsurkunde, sind nach Steuernummer zu identifizieren. Jemand hat sich sogar die Mühe gemacht, für alle Schulabschlüsse und Todesurkunden anzufertigen. Allerdings tauchen ihre Urgroßeltern schon nirgends wo mehr auf. Laut den Totenscheinen sind Eltern, sowie Großeltern bereits verstorben. Interessanter weiße wurden ihre Überreste in einem Krematorium verbrannt, welches fast 2Jahre vor den angeblichen Verbrennungen schloss. Irgendetwas stimmt mit dem Kind definitiv nicht. Hier hat sich jemand Mühe gegeben. Perfekt ist allerdings anders.“.

„Sie hätte solche stümperhaften Fehler niemals gemacht. Was für mich doch stark dagegen Spricht, dass es ihre Tochter sein soll. Es ergibt auch keinen Sinn, dass sie sie in Tokio versteckt. Jedes andere Land wäre Sinnvoller, wenn sie schon so viel Riskiert.“ Gin schüttelt kaum merklich seinen Kopf, ergänzt dann aber selber „oder sie hatte Hilfe von einem Stümper, dem sie vertraut hat.“. Gin massierte sich die Schläfen, wehrend Vodka erneut das Wort ergriff „wenn es ihr Kind sein sollte. Das Kind 7Jahre alt ist...dann…ist..“.

Bevor er zu Ende war, pingte Gin´s Handy. Eine SMS vom Boss. Schlagartig veränderte Gin sein ganzes Wesen. Die Vertrautheit, die Offenheit, die vergangen 10 Minuten schien es nie gegeben zu haben. Ohne ein weiteres Kommentar ging Gin aus seinem Büro und lief zielsicher zu Anokata.

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Es gibt selten Momente wo Gin den gleichen Respekt, der sich von Angst kaum noch unterscheiden lässt, gegenüber dem Boss empfindet wie die meisten aus der Organisation. Wenn es um Sherry und somit um sein Versagen geht, ist seine Selbstachtung kaum noch messbar. Das Schlimmste war, dass Anokata vollkommen Recht hatte. Gin war nicht in der Lage Sherry zur Vernunft zu bringen. Er war nicht in der Lage sie bis heute zur Rechenschaft zu ziehen und offensichtlich war er auch früher schon nicht so sehr Herr der Lage wie er dachte…

Nun hatte Sherry erneut dafür gesorgt, dass Gin wie ein dummer, kleiner Schuljunge vorm Boss stand und gehorsam darauf wartet, dass Anokata sein Urteil fallen wird. „Mein Alter Freund…“ begann dieser endlich, wobei seine freundliche Wortwahl im vollkommenen Gegensatz zu seinem Gesichtsausdruck stand „ich übertrage es dir, deine Tochter nach Hause zu holen. Sollte Sie dein Blut sein, überstelle ich sie deiner Verantwortung. Vielleicht bist du ja diesmal in der Lage diese Wertvollen Gene zu beherrschen. Sei dir jedenfalls bewusst, mein lieber Alter Freund, dass du nicht mehr allzu viele Chancen haben wirst. Ich hoffe wir verstehen uns?“. „Natürlich“ Antwortet Gin kurz, knapp und vollkommen Emotionslos.

Gin hatte noch nicht mal richtig seine Wohnungstür von innen geschlossen, als Bilder der Vergangenheit mit so einer Intensität und Deutlichkeit wie schon lange nicht mehr über ihm zusammen brachen.

Sherry wie sie ihn schüchtern anlächelt.
Sherry wie sie über seine Nackte Haut fährt.
Sherry wie sie seine frischen Wunden versorgt, die mittlerweile längst zu tiefen Narben verwuchert sind.
Sherry wie sie ihn anhimmelt.
Sherry wie sie weint.
Sherry wie sie ihn Hass erfüllt anschreit.
Sherry wie sie ihn vollkommen entsetz und voller Angst anstarrt.  

Seine kleine Sherry…  
 

danke für´s lesen ^^
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