Das Geheimnis der Krähe

von Firiel
GeschichteFamilie / P12
Ruby Rose
07.07.2017
07.07.2017
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Bevor es mit dem eigentlichen Text losgeht, an dieser Stelle ein kleines Vorwort von meiner Seite. Dieser One-Shot geistert mit schon im Kopf rum, seitdem ich die Serie (mehrmals) durchgesuchtet habe und sich in meinem Hinterkopf eine gewisse Theorie im Kopf. Ob man jetzt an dieser Stelle damit einverstanden ist oder nicht, ist mir im Grunde herzlich egal. Es können von mir aus zitausend Argumente dagegen kommen, ich werde an der Geschichte nichts deswegen ändern. Ich hab das hier hauptsächlich für mich selbst geschrieben.
Natürlich freue ich mich dennoch sehr, wenn jemand anders mal einen Blick drauf werfen will -darum lade ich es ja hoch!- und wünsche an dieser Stelle viel Spaß! :)




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Das Geheimnis der Krähe




Ruby seufzte erschöpft. Sie hatte einen langen Tag hinter sich. Nachdem Team RNJR mit Qrow endlich in Mistral angekommen waren hatten die Jugendlichen die meiste Zeit damit verbracht, das Königreich zu erkunden. Immerhin mussten sie sich irgendwie die Zeit vertreiben, bis sich Qrow erholt haben würde. In seinem momentanen Zustand konnte er sie unmöglich zum Schulleiter von Haven bringen.
Der Zustand von Rubys Onkel war aber schon um einiges besser, aber die behandelnden Ärzte verordneten nach wie vor... Bettruhe!
Dort fand Ruby ihn auch, als sie wenige Minuten später ins Zimmer kam. -tagsüber lag er über der Decke und weil es ziemlich langweilig werden konnte, hatten die Jugendlichen - vor allem aber Ruby- so lange "genervt" bis man dem Mann einen Fernseher ins Zimmer gestellt hatte. Sonst würde er vor lauter Langeweile noch etwas Dummes anstellen! Versuchen aufzustehen und herumzulaufen, zum Beispiel!
Qrow lag allerdings brav auf dem Bett, die Füße auf dem Kissen und den Kopf am Fußende und sah falschherum fern.
"Was tust du da?", fragte Ruby neugierig und stellte den Korb mit den Einkäufen, die sie allesamt auf dem Markt bekommen hatte, am Fußende des anderen Bettes ab.
Qrow zuckte mit den Schultern, wandte seinen Blick nicht von dem Agenten-Film ab, der lief und meinte:
"Versuch mich an einem Perspektivwechsel!"
Ruby kicherte und setzte sich zu Qrow ans Bett. Er sah besser aus als vor ein paar Tagen. Nicht mehr blass wie eine wandelnde Leiche und auch seine Augenringe hatten sich verzogen. Seine Wunde hatte sich mittlerweile ordentlich geschlossen und er musste seit diesem Morgen auch keinen Verband mehr tragen, sondern lediglich ein Pflaster.
"Hey, Onkel Qrow?", fragte Ruby kurze Zeit später. Bis zu diesem Moment hatten sie stillschweigend nebeneinander gesessen und den Film geguckt.
"Was gibt's, Kleines?"
"Es geht um... Meine Mum!"
"Was ist mit ihr?"
Das Mädchen sah unschlüssig zur Seite, spielte mit dem Rocksaum damit die Hände was zu tun hatten und nicht aus heiterem Himmel zu zittern anfingen, oder dergleichen. Allerdings kam Ruby auch nicht direkt zum Punkt, sondern druckste noch ein wenig herum.
"Naja, ... ich kannte sie kaum... du aber... und ihr wart in einem Team... und Dad will nie über sie reden!... könntest du nicht,... vielleicht?"
Qrow legte seiner Nichte eine Hand auf den Unterarm. Er hatte sich aufgesetzt und saß ihr nun im Schneidersitz gegenüber.
"Was willst du wissen?"
"Na...Alles! Wie war sie? Was mochte sie? Was nicht? Warum mochten sie andere? Wie war eure Zeit in Beacon?"
"Also... Allem voran... war sie genau so ein Plappermäulchen wie du!", sagte Qrow mit einem breiten Grinsen. Als Reaktion landete Rubys Faust auf seinem Oberarm. "Schon gut!", meinte er dann und kramte ein wenig in seinen Erinnerungen. Er gab es nur ungern zu, aber... es tat weh!
"Summer war ein Herz von Mensch. Genauso offenherzig wie du, liebevoll und hatte Verständnis für so gut wie jeden. Ich kann mich nicht erinnern, dass sie jemals jemandem richtig böse war. Sie liebte es zu nähen! Tatsache ist: Dein Cape und Meins, beide hat sie gemacht! Es fiel ihr sehr leicht Freundschaften zu schließen, auch mit mir..." Ein wehmütiger Gesichtsausdruck trat in Qrows Gesicht. Es war nicht so, dass er sich ungern an Summer Rose erinnerte, aber auch er vermisste sie. Ohne sie war Team STRQ unvollständig geworden und die Welt ein wenig dunkler. Alle dachten, Taiyang hätte wegen ihrem Verlust am meisten gelitten, doch das stimmte nicht... aber Raven war zu dieser Zeit schon weit fort -doch auch sie vermisste ihre Freundin- und Qrow war einfach niemals gefragt worden. Aber warum hätte man ihn auch fragen sollen, immerhin hatten er und Summer in keinem besonderen Verhältnis zueinander ge-
"Du warst in sie verliebt, oder?"
Qrow war froh, dass er gerade mal kein Glas in der Hand hielt, es wäre mit großer Sicherheit zu Boden gefallen und zerschellt!
"Wie-", die Frage bleib ihm erst einmal im Hals stecken und er räusperte sich kurz, bevor er weitermachte. "Wie kommst du denn auf sowas, Mädchen?"
Ruby zuckte nur unschlüssig mit den Schultern.
"Ich war noch nie verliebt also kann ich nur von dem Reden, was ich gesehen habe. Aber als du gerade von meiner Mutter geredet hast... Jaune guckt genauso wenn Pyrrha erwähnt wird!"
Qrow konnte nicht anders als der Kleinen innerlich Applaus zu klatschen. Ruby mochte ein Hansdampf in allen Gassen sein, doch sie bekam mehr mit als man meinen mochte.
"Also?"
"Also was?"
"Hast du meine Mum geliebt?"
"Ja!", seufzte Qrow. Nun da Ruby es von selbst ansprach konnte er es ja auch nicht mehr einfach abstreiten, oder? Das wäre ihr gegenüber nicht fair. Vorsichtig musterte er das Mädchen gegenüber. Ruby schien nicht gerade wütend zu sein -obwohl er erwartet hatte, dass sie es sein würde- sondern schien viel mehr als denke sie angestrengt über etwas nach...
"Wusste Mum, dass du sie geliebt hast?"
"Ja, wir haben darüber gesprochen, in unserem vorletzten Jahr an der Schule."
"So lange schon?"
"So lange!", bestätigte Qrow und sehnte sich einen Drink herbei. Ein solches Gespräch nüchtern zu führen grenzte schier an Folter.
"Ähm... und Mum,... hat sie... war sie auch?"
Qrow schwieg und sah Ruby fest in die Augen. Würde sie ihm denn überhaupt glauben, würde er ihr die Wahrheit sagen? Würde Ruby das denn als wahr anerkennen, was so an den Haaren herbeigezogen klang, das man schon fast darüber lachen konnte? Würde das Mädchen wirklich seine gesamte Vergangenheit in Frage stellen können, nur weil er ihr sagte, dass er und ihre Mutter sich geliebt hatten?
"..."
Ruby brachte kein Wort heraus, es schien als stecke ihr ein Brocken im Hals. So findig sie auch war, sie war immer noch ein junges Mädchen und etwas derartiges zu erfahren konnte einen schon geringfügig aus der Bahn werfen.
"Tai war zu dieser Zeit noch mit Raven zusammen, Yangs Mum, die beiden haben überhaupt nichts anderes als sich selbst mitbekommen..."
"Aber wie konnte dann.... warum war Mum dann mit ihm verheiratet als ich ein Kind war?"
Die Eine-Millionen-Lien-Frage. Warum war Summer Rose zur Zeit nach Rubys Geburts- mit Taiyang zusammen und nicht mit Qrow, wenn sie sich doch angeblich geliebt hatten?
"Zunächst einmal: Deine Mum und Tai waren nicht mit einander verheiratet! Sonst hättest du nach deiner Geburt seinen Nachnamen bekommen, so wie Yang. Sie konnten auch gar nicht heiraten, weil Tail offiziell immer noch mit Raven verheiratet war. Meine Schwester war nie ein Fan der Bürokratie, weißt du? Sie ist einfach gegangen anstatt sich rechtskräftig scheiden zu lassen!"
"Also waren sie einfach >nur< zusammen?"
"..."
"Qrow?!"
"Erinnerst du dich an das, was ich über meine Gabe erzählt habe?"
"Dass du jedem angeblich Pech bringst?"
"Genau! Wie ich damals schon sagte: Nützlich im Kampf und schrecklich, wenn man bei seinen Liebsten ist!"
"..."
"Also hab ich mit Summer gesprochen. Sie wusste davon, Tai wusste es auch und Raven sowieso. Und sobald klar war, dass du unterwegs bist,... habe ich Abstand gehalten! Ich bat Tai ein Auge auf dich zu haben und hab mich vor meiner Pflicht gedrückt. Ich bat Oz um ein paar Aufträge weit weg und ging soweit weg, wie es möglich war!"
"Warum?", fragte Ruby und ihre Stimme bebte. Vor ihren Augen brach das zusammen, was sie bis eben noch als ihre Realität angenommen hatte und das was Qrow ihr da sagte war schlichtweg schmerzhaft mit anzuhören.
"Ich hatte Angst, Kleines! Angst meine Nähe könnte Rose gefährden und dich gefährden noch bevor du überhaupt geboren bist. Das hätte ihr das Herz gebrochen und meins gleich mit dazu. Ich bin fort um dich nicht zu verlieren...und kam zurück als es hieß du seist gesund und munter!"
"Also ist Dad gar nicht..."
"Sag sowas nicht!", unterbrach Qrow sie, bevor dieser schreckliche Satz sein Ende hätte finden können und legte ihr seine Hände auf die Schultern. Ruby war kurz davor vollends in Tränen auszubrechen und das wollte er nicht mit ansehen, mal abgesehen davon dass er es nicht gekonnt hätte.
"Tai ist dein Vater! Er hat dich großgezogen und er liebt dich wie seine eigene Tochter..."
"Die scheinbar nicht meine Schwester sondern meine Cousine ist!", stellte Ruby ungewohnt trocken fest und schniefte laut. Doch sie lächelte ein wenig, denn das was Qrow sagte, entsprach der Wahrheit. Sie wischte sich über die Augen und sah zu ihm hoch.
"Und scheinbar ist mein Onkel nicht mein Onkel...sondern ...mein Vater!"
"Ja!", seufzte Qrow und ließ den Kopf sinken. Was Ruby jedoch als Reaktion darauf tat, erschütterte ihn bis ins Mark. Sie legte einfach nur die Arme um ihn und drückte ihn an sich.
"Ich bin froh...", flüsterte sie und Qrow lächelte gerührt ehe er die Umarmung innig erwiderte. Ruby sah das ganz anders als man das jetzt vielleicht vermuten mochte. Auch wenn sie immer noch erschüttert darüber war, dass sie für eine ziemlich lange Zeit angelogen worden war, entschied sie für sich, dass nun einfach zwei Väter hatte. Einer der immer für sie da gewesen war und sie bei ihren ersten Schritten begleitet hatte... und einer, der sie wachsames Auges aus der Ferne beobachtete und ihren Weg in die Selbstständigkeit bewachte -und nur einschritt wenn es wirklich brannte!-

So hatte all das Chaos in den sie gerade steckten, doch sein Gutes: Es hatte Vater und Tochter wieder zusammen gebracht.



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Und das war's an dieser Stelle auch schon wieder. Es ist ziemlich kurz, das weiß ich selbst (vor allem für meine Verhältnisse!) aber es reicht durchaus, finde ich.
Wenn euch die kleine Geschichte gefallen haben sollte, dann lasst mir ruhig ein kleines Feedback da, ich würde mich sehr darüber freuen.

Ganz liebe Grüße, Firiel ^^