Ein Wesen der Nacht

von Perona15
OneshotAllgemein / P12
Nevra OC (Own Character)
07.07.2017
07.07.2017
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Aiko´s Sicht

Schweißgebadet und unter Tränen wachte ich auf. Wieder ein Albtraum… Seitdem ich
damals fast von einem unbekannten Monster attackiert und fast gestorben bin, verfolgte es
mich bis in den Schlaf. Zum Glück kamen mir noch rechtzeitig die Jungs zur Hilfe. Jede Nacht muss ich mich immer wieder von dem Vieh umnieten lassen, nur weil ich einmal unachtsam war. Seufzend stand ich vom Bett auf und verließ mein Zimmer. Leise schlich ich raus zum Kirschblütenbaum und setzte mich unter seine rosa Blütenpracht. Ich war immer wieder auf das Neue begeistert, wie wunderschön es doch war, wenn die Sonne langsam aufging und ein atemberaubendes Farbspiel mit den Blüten dieses Baumes entfachte! Doch bis zum Sonnenaufgang sind es noch ein paar Stunden und solange will ich hier nun auch nicht hocken… Ich lehnte meinen Kopf an den Baumstamm und genoss die Stille in der Nacht. Ich mochte die Dunkelheit! Wenn ich nicht gerade draußen war, beobachtete ich von meinem Fenster aus den Sternenhimmel. Er war so viel schöner, als der der Erde. Ich war bis jetzt nur ein paar mal auf der Erde, da wir nicht oft die Möglichkeit hatten hin zugehen. Dennoch war unser nächtlicher Sternenhimmel einfach viel schöner. Es zeigte sich, wie toll es doch sein kann, wenn Licht und Dunkelheit vereint sind. ,,Auf das der Schatten ewig wehrt, denn ohne ihn ist selbst das Licht nichts wert.“, hauchte ich und betrachtete lächelnd den Mond. Ich liebe die Nacht! Aber was erwartet man von jemandem aus der Schattengarde? ,,Hattest du wieder einen Albtraum?“, ich erschrak. Erleichtert atmete ich aus, als ich sah, dass es mein bester Freund war. ,,Nevra… Erschrecke mich doch nicht immer so!“, meckerte ich, während er herzlich drüber lachte. ,,Tut mir leid. Ich kann einfach nicht anderst!“, grinste er, wodurch man gut seine spitzen Eckzähne sah und setzte sich neben mich. ,,Und um deine Frage zu beantworten, ja ich hatte einen Albtraum! Mal wieder.“, murmelte ich und senkte den Kopf. ,,Willst du drüber reden?“, hakte er nach, doch ich schüttelte den Kopf. ,,Nein, lieber nicht… Ich hoffe du kannst das verstehen..?“, meinte ich trübe.
,,Natürlich verstehe ich das. Als Kind hatte ich auch immer Albträume und wollte nie drüber
reden.“, sagte er leise und umarmte mich tröstend. Als wir uns nach ein paar Minuten lösten,
lächelte ich ihn dankend an. ,,Ich würde dich ja gerne fragen, ob du bei mir schlafen möchtest,
aber ich habe gerade Besuch.“, kratzte er sich am Hinterkopf. ,,Verstehe...“, nuschelte ich.
,,Nicht das ich dich nicht gerne bei mir im Bett hätte.“, sein Grinsen sagte alles und ich wurde
rot wie eine Tomate. Er lachte daraufhin und tätschelte mir den Kopf. ,,Lass uns wieder
schlafen gehen! Dir ist bestimmt kalt.“, sagte er und legte mir seinen Schal um. Dankend
kuschelte ich mein Gesicht rein, während er seinen Arm um mich legte und mit mir ins
Hauptquartier ging. Schon seid zwei Monaten habe ich mitbekommen, dass ich mehr für meinen
besten Freund empfand, als gedacht… Es zerriss mir immer wieder das Herz, wenn ich höre das er eine der Frauen unserer Garde oder von einer anderen Garde in seinem Bett hatte.
Ich traute mich bis jetzt auch noch nicht es ihm zu sagen, da ich angst hatte die Freundschaft geht
daran kaputt. Das wollte ich auf keinen Fall! Daher behielt ich es weiterhin für mich.
Ich bin ebenfalls ein Mitglied der Schattengarde und sozusagen die rechte Hand von Nevra.
Da ich Valkyon´s Halbschwester bin, habe ich hüftlange, weiße Haare, dafür aber orange-rote Augen. Valkyon und ich wissen Beide nicht was wir für eine Faery Art sind, da wir unsere Eltern nicht kennen und Waisen sind. Da ich aber nicht so schnell aufgebe, versuche ich bei Gelegenheit etwas über uns und unsere Eltern zu erfahren. An meinem Zimmer angekommen, blieben wir stehen. ,,Nacht. Versuch noch ein wenig zu schlafen. Darfst bis Morgen auch meinen Schal behalten. Ich weiß doch wie sehr du ihn magst.“, meinte er, konnte ihn aber dennoch innerlich grinsen spüren. ,,Danke und gute Nacht.“, sagte ich leise und er gab mir noch einen Stirnkuss, bevor er in sein Zimmer ging. Seufzend betrat ich mein Zimmer und legte mich in mein Bett. Nevra seinen Schal habe ich auf meinen Nachttisch gelegt. Leider konnte ich dennoch nicht wirklich einschlafen und somit blieb ich den Rest der Nacht wach.


Am Morgen klopfte es an meiner Tür und Ezarel trat ein. ,,He du Schlafmütze, aufstehen!
Du kamst letztens schon zu unseren gemeinsamen Frühstück zu spät!“, meinte er und
zog mir die Decke weg. ,,Hey! Du hast deine eigene Decke! Komm mit der klar und gib mir
meine wieder!“, fuhr ich ihn schmollend an. ,,Ich brauch deine Decke nicht. Die riecht zu
sehr nach dir und da würde ich in der Nacht das kotzen kriegen.“, grinste er und ließ sie auf mein
Sofa fallen. ,,Ezarel, nett wie immer.“, seufzte ich und stand auf. ,,Wer hat gesagt das ich nett bin?“,
fragte er mich. ,,Stimmt… Dieses Wort ist in deinem Wortschatz nicht vorhanden!“, murmelte ich,
dennoch verstand er es und er fing mal wieder an zu grinsen. ,,Genauso wie dir der Gegenstand
Haarbürste unbekannt ist!“, sagte er und zeigte auf meine zerzausten Haare. Grummelnd lief
ich in mein Bad und machte mich dort fertig. Ich duschte ausgiebig und zog mich dann an.
Ich trug ein lila Kleid, was oben eng anliegt und unten weit ausfiel. An der Taille war ein schwarzes
Band, dass hinten eine Schleife hatte. Dazu schwarze Ballerina´s und fertig. Wie erwartet hat
Ezarel nicht extra auf mich gewartet und war schon weg. Mies gelaunt ging ich in die Speisehalle
und setzte mich an den Tisch, wo die Jungs saßen. ,,Morgen Aiko. Gut geschlafen?“, fragte mich
mein Bruder, während er sein Brötchen aß. ,,Valkyon du siehst doch, dass sie nie besser geschlafen
hat. Diese Augenringe, diese Motivation!“, merkte Ezarel an und versuchte sein Schauspiel so
gut wie möglich hin zulegen. Beim Essen versuchte ich Ezarel mit meinen Blicken zu erdolchen.
Ich mag Ezarel ja wirklich sehr gern und habe auch nichts gegen seinen Humor, aber manchmal
geht er mir echt gegen den Strich! ,,Vergiss es! Er wird nicht tot umfallen, dass habe ich auch
schon versucht.“, seufzte Valkyon. Mir fiel gerade auf, dass Nevra garnicht da war.
,,Wo ist Nevra?“, hakte ich nach und sah mich um. ,,Als ich an sein Zimmer klopfte, war er gerade
„anderweitig“ beschäftigt. Daher bin ich mit dem schlimmsten Kopfkino weggegangen.“,
angewidert verzog Ezarel das Gesicht. Daran zu denken, dass Nevra sich wahrscheinlich noch
mit seinem gestrigen Betthäschen vergnügte, wenn nicht sogar mit einer Neuen, dann bekam ich
einen erneuten Stich ins Herz. ,,Ich gehe ein wenig meine Beine vertreten...“, meinte ich und
machte mich auf den Weg zur Bibliothek. ,,Oh, hallo Aiko! Womit kann ich dir denn diesmal
helfen?“, fragte Ykhar mich lächelnd, während sie versuchte die Unordnung auf ihrem Tisch zu
beseitigen. ,,Ich wollte fragen, ob du mir vielleicht das zweite Band der vierten Staffel von
Warrior Cats geben kannst?“, hakte ich nach und sie schien überrascht. ,,Bist du mit dem
Anderen etwa schon fertig? Derweil habe ich es dir erst Gestern gegeben. Du scheinst Bücher über Katzen sehr zu mögen.“, verwundert sah sie mich an. ,,Ich hatte nichts zu tun, daher konnte ich inruhe das Buch lesen.“, sagte ich kratzte mich verlegen an der Wange. Ich half ihr noch beim aufräumen ihres Schreibtisches, ehe sie in den Regalen nach meinem Buch suchte. Sie stand auf einer Leiter. Gerade wollte sie eine Stufe höher und plötzlich fiel sie. Ich versuchte sie aufzufangen, doch hinterher lagen wir Beide auf dem Boden und fingen lauthals an zu lachen. Nachdem wir
uns beruhigten, standen wir auf und sie übergab mir das Buch. Dankend, lächelnd nahm ich es
an und machte mich auf den Weg in mein Zimmer. Auf den Weg dorthin, bekam ich mit wie
eine Frau aus Nevra´s Zimmer kam. Sie hatte blonde, schulterlange Haare und smaragdgrüne
Augen. Sie trug nur ein Nachthemd, wo man leider alles durchsehen konnte.
Grinsend kam sie mir entgegen und hielt vor mir an. ,,Was willst du?“, fragte ich genervt und
sah sie abwartend an. ,,Ich wette du würdest gerne mit mir den Platz tauschen, nicht?“,
sagte sie. ,,Wieso sollte ich? Du bist nur ein Spielzeug für ihn, also tu nicht so, als wärst du
etwas Besonderes, nur weil du mit ihm in die Kiste gestiegen bist! Er war immerhin schon
mit 80% der Frauen des Hauptquartiers im Bett. Also sieh zu das du Land gewinnst und geh mir nicht auf die Nerven!“, keifte ich sie an und ließ sie mit einem offenen Mund dort stehen. Vor meinem Zimmer sah ich Nevra stehen. Och ne! ,,Was?“, meine Stimmung war absolut im Keller.
,,Wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden?“, fragte er belustigt, doch ich fand es nicht wirklich komisch. ,,Lass mich raten. Du mit einem Flittchen?“, meine schlechte Laune war nicht zu über hören. Er seufzte. ,,Ich hab dir nichts getan, also wieso bist du sauer?“, hakte er nach und betrachtete mich mit hochgezogener Augenbraue. ,,Denk nach!“, fuhr ich ihn an und ging. Grummelnd betrat ich mein Zimmer und setzte mich auf mein Sofa. Endlich konnte ich mich wieder in meine eigene kleine Welt vertiefen! Ich las eine ganze Weile, bis ich auf Seite 247 war. Ab da schloss ich das Buch wieder und legte es auf den Tisch. Es war schon Nachmittag! Also habe ich das Mittagessen verpasst… Na toll! Karuto kann mich schon kaum leiden, da wird er mir garantiert
nichts zu essen geben, wenn keine Essenszeit ist. ,,Der soll sich gefälligst mal was anziehen!
Ich bin kurz davor blind zu werden!“, seufzte ich gereizt. Wenn ich nichts zu essen
bekam, war ich immer mies gelaunt und selbst Ezarel traute sich nicht, mir einen seiner
Sprüche an den Kopf zu knallen, wenn ich in dieser Phase war. Besser so! Ich verließ mein Zimmer
und ging zum Garten der Musik, wo ich auf Karenn und Alajea traf. ,,Hey, ihr zwei!“,
rief ich und versuchte mir ein Lächeln aufzuzwingen. Beide tauschten gemeinsam Blicke aus und
sahen mich dann an. ,,Mal wieder das Mittagessen verpasst, huh?“, fragten sie im Chor und ich
konnte mir ein schmunzeln nicht verkneifen. ,,Ihr kennt mich einfach zu gut...“, kicherte ich.
Wir ließen uns auf dem Gras nieder und tauchten unsere Füße ins Wasser.
,,Da fällt mir ein, die Jungs haben mich gefragt ob wir mit ihnen nachher baden gehen wollen. Habt ihr Lust?“, hakte Karenn nach und Alajea schüttelte sofort den Kopf. Diskutieren würde bei ihr nichts nützen. Bei ihrer Vergangenheit ist das auch kein Wunder. Sie meidet jeden großen See und vor allem das Meer. Einmal hatten wir es versucht, doch sie war plötzlich abwesend und sprach irgendwas mit Blut im Meer. Seitdem versuchen wir es nicht mehr. Daher seufzte Karenn und sah nun mich abwartend an. Ich überlegte. Das heißt ich würde Nevra treffen und zur Zeit habe ich absolut keine Lust ihn zu sehen. Allerdings wollte ich Karenn nicht alleine mit den Jungs gehen lassen, also gab ich mich geschlagen und stimmte zu. ,,Super! Das wird ein Spaß!“, quiekte sie und klatschte freudig in die Hände. ,,Ich geh dann mal. Ich habe Mery noch versprochen mit ihm Käfer zu suchen. Bist später.“, sagte ich und lief zum Tor, wo Mery schon auf mich wartete. ,,Huhu, Aiko! Hab dich schon vermisst.“, schmollte er und rannte mir in die Arme. ,,Ich hab dich auch vermisst. Wie geht es deiner Mutter?“, fragte ich ihn. ,,Besser, dank Ewelein! Sie meinte das meine Mami sich zu sehr angestrengt hat und braucht deshalb etwas ruhe um sich zu erholen.“, erzählte er. ,,Sie schafft das schon. Immerhin ist sie eine starke Frau.“, lächelte ich. ,,Aber nicht so stark wie du!“, grinste er. Ich schmunzelte. Ich liebte ihn wie meinen kleinen Bruder! ,,Und dein Gefährte ist auch noch da?“, fragte ich ihn und er nickte eifrig. ,,Ja! Als ich gegangen bin hat er geschlafen.“, erklärte er. ,,Gut, lass uns gehen!“, meinte ich und verließ mit ihm das Hauptquartier. Auf der großen Wiese blieben wir stehen. ,,Bereit?“, hakte ich nach und er sah mich kichernd an. Er konnte es anscheinend kaum erwarten. Sofort rannte ich über die komplette Wiese. Ab und zu sprang ich auch. Jedes mal wenn ich das machte, flogen die Käfer Richtung Himmel und Mery versuchte sich einen oder mehrere davon zu schnappen. Nach einer Weile spielten wir fangen und er versuchte mich zu erwischen. ,,Ich krieg dich noch!“, rief er mir lachend hinterher und plötzlich hörte ich ihn schreien. Geschockt drehte ich mich um und sah das er anscheinend ein Loch in der Erde übersehen hat. Ich versuchte ihn in der Dunkelheit auszumachen. Als ich ihn fand, streckte ich meinen Arm aus und zog ihn wieder nach oben. Weinend vergrub er sein Gesicht in meiner Halsbeuge. ,,Keine Sorge! Ich bringe dich zu Ewelein!“, meinte ich und rannte mit Mery in den Armen zur Krankenstation. Dort angekommen, bemerkte sie uns sofort. Ich setzte ihn auf einen Stuhl und Ewelein begann ihn zu untersuchen. ,,Sein linkes Bein ist verstaucht und er hat eine Beule in der Nähe der rechten Schläfe. Das war knapp!“, erklärte sie und ich atmete erleichtert aus. ,,Wäre es direkt die Schläfe gewesen, hätte es tödlich ausgehen können!“, sagte sie und machte ein Pflaster auf die Beule. Ich nahm Mery in die Arme, als sie fertig war und sah ihn lächelnd an.
,,Alles ok?“, hakte ich nach und er nickte. ,,Ja. Es tut nur noch ein bisschen weh...“, murmelte er.
Ewelein gab ihm noch eine Salbe und eine kleine Gehhilfe, damit er besseren halt hatte und
wir verließen dann sofort die Krankenstation. Ich brachte den Kleinen noch nach Hause und
klärte seine Mutter auf, bevor ich mich verabschiedete und zum Abendessen in die Speisehalle
ging. Wie immer setzte ich mich zu den Jungs. Ich schaufelte mir sofort das Essen rein.
,,Tischmanieren sind dir anscheinend auch fremd geworden.“, meinte Ezarel und sah mir grinsend
zu. Nevra blieb still. Er wusste das ich immer noch sauer auf ihn bin. Die Frage ist, ob er weiß
warum?! ,,Wenn du deinen Honig im Mund und nicht im Gesicht haben willst, bist du lieber still!“,
keifte ich Ezarel an. ,,Oh, hast wohl kein Mittagessen bekommen? Dann lass ich es lieber. Ich weiß ja, wie weit du gehen kannst.“, schmunzelte er und ich aß zufrieden mein Essen weiter.
Fertig mit allem, lief ich in mein Zimmer und las dort mein Buch weiter.


Als ich auf die Uhr schaute, war es bereits 17 Uhr und ich beschloss mir im Bad mein Bikini
drunter zu ziehen. Er war blau. Das Oberteil war trägerlos und hatte in der Mitte einen
silbernen Ring. Ich hörte es an der Tür klopfen und machte sie eilig auf. Karenn stand allzeit
bereit vor meiner Tür und lächelte mich an. ,,Können wir?“, fragte sie mich und ich nickte.
Schnell schnappte ich mir meine gepackten Sachen und wir liefen zusammen zum Strand.
Dort warteten die Jungs schon und wanken uns zu. Am Strand lag eine Decke mit ein paar
“Mitternachtssnacks“ und Getränken. ,,Und? Deine Laune besser geworden?“, hakte Ezarel mit
seinem typischen Grinsen nach. ,,Klar.“, lächelte ich herausfordernd. Das wird definitiv lustig
heute. ,,Wie geht’s dir?“, fragte Nevra mich. ,,Super.“, schnaubte ich und setzte mich auf die
Decke. Er sah etwas betrübt aus, ich darf nicht nachgeben. Ich war einfach nur
verletzt und irgendwo ist auch eine Grenze! Und das mich eines seiner Flittchen dumm macht,
ist echt die Krönung! Wir aßen von den Snacks und unterhielten uns nebenbei.
Durch meine Zeit zum lesen vorhin, ist meine Stimmung etwas gestiegen und konnte mich
deswegen auch herzlich über Ezarel seine Sprüche amüsieren. ,,Wollen wir endlich baden gehen?“,
fragte Karenn aufgeregt. Die Jungs hatten noch keine Lust, weswegen ich und Karenn entschieden
trotzdem schonmal vorzugehen. Vorher erzählte mir Valkyon noch, dass sich mein Gefährte mal
wieder in sein Zimmer geschlichen hat, um seinen zu sehen. Unsere Gefährten hatten sich echt
gern und spielten so oft es gingen zusammen. ,,Dieser Schlingel.“, schmunzelte ich und stand
anschließend auf. Ich zog mir meine Klamotten, bis auf den Bikini aus und wartete bis Karenn
fertig war. Währenddessen starrten mich die Jungs nur an, außer Valkyon versteht sich.
Selbst Ezarel hat es die Sprache verschlagen mich in Bikini zu sehen. ,,Mach den Mund zu.
Die Mandeln werden kalt!“, lachte ich. Nevra ignorierte ich. Als Karenn endlich fertig war,
rannten wir ins Wasser und veranstalteten eine Wasserschlacht. Die Jungs sahen uns nur
schmunzelnd zu. Sie tauchte mich gerade unter und als ich wieder hochkam, grinste sie mich
frech an. ,,Na warte!“, rief ich und stürzte mich auf sie. Mit voller Kraft drückte ich sie unter
Wasser. Hustend kam sie hoch. ,,Wasser in die Nase bekommen.“, schnaubte sie.
Lachend hielt ich mir den Bauch. Wasser in die Nase zu bekommen, ist nicht gerade angenehm.
Dennoch lustig bei Anderen. Mit ihrer Beschäftigung fertig, ließen wir uns auf dem Rücken im
Wasser treiben und schlossen die Augen. Nachts im Meer baden war schon was feines!
Wir unterhielten uns über alle möglichen Dinge, bis sie auf ein bestimmtes Thema stieß.
,,Wieso bist du so zu Nev?“, fragte sie mich. Ja, sie wusste über alles bescheid… Alles!
,,Eines seiner Bettgeschichten hat versucht mich dumm zu machen. Ich kann es schon nicht
leiden, wenn er mit einer Anderen im Bett ist! Da muss mich nicht noch eine seiner Tussi´s
ankeifen!“, meckerte ich und sie seufzte. ,,Verstehe, und das verletzt dich!“, sagte sie und ich
nickte. ,,Ja...“, murmelte ich. Zugegeben, dass es mir ebenfalls das Herz zerreißt, wenn Nevra
so betrübt ist, weil ich ihn ignoriere, aber wenn ich nachgebe, dann… ,,Mhm...“.
,,Hey, Karenn!“, schrie Valkyon. Neugierig sahen wir ihn an. ,,Es ist schon spät und dunkel! Ezarel und ich gehen jetzt!“, schrie er und Karenn war nicht wirklich begeistert. ,,Schade… Na schön. Nacht!“, rief sie ihnen hinter her und lief zurück an den Strand. Ich wollte noch im Wasser bleiben, also tauchte ich ne Weile. Ab und zu bekam ich mit, wie sie in meine Richtung sahen und bekam ein ungutes Gefühl. Plötzlich stand Karenn auf. ,,Ich muss noch schnell etwas erledigen! Dauert auch nicht lange!“, meinte sie und verschwand. ,,Diese...“, fluchte ich. Nun waren ich und Nevra alleine hier. Grummelnd legte ich mich in den Sand und schloss die Augen. Eine Weile war es still, bis ich plötzlich hoch genommen wurde. ,,He!“, protestierte ich und versuchte mich von Nevra wegzudrücken. ,,Vergiss es! Ich will das du mir jetzt sagst, wieso du verdammt nochmal sauer auf mich bist!“, sagte er laut und ließ mich, als wir tief genug im Wasser waren, fallen. Empört über diese Aktion sah ich ihn an. ,,Ich bin dir keine Erklärung schuldig!“, brummte ich und wandte den Blick ab. ,,Und wie du das bist! Ich wüsste nicht was ich dir getan habe?!“, wurde er laut und nun war ich wütend. Das reichte! Egal ob die Freundschaft jetzt kaputt gehen würde, ich werde alle Karten auf den Tisch legen! ,,Das ist nicht dein ernst?! Jeden einzelnen Tag hast du eine Andere in deinem Bett und “vergnügst“ dich herzlich mit ihnen! Dennoch siehst du mich mit diesen Lächeln an, was mein Herz so schnell schlagen lässt und tust als ob es das normalste der Welt wäre! Weißt du eigentlich wie sehr es mich verletzt daran zu denken, dass du immer wieder mit irgendwelchen Frauen dein Vergnügen hast?!“, schrie ich ihn an. ,,Wie bitte?! Du hast mir nicht dem geringsten
vorzuschreiben, mit wem ich mich vergnüge und mit wem nicht!“, schrie er nun ebenfalls.
,,Denkst du es verletzt mich grundlos oder was?!“, fragte ich laut. ,,Weiß ich doch nicht!
Sehe ich aus, als ob ich Gedanken lesen kann?!“, brüllte er und ich zuckte erschrocken zusammen.
Wenn er so laut war, bekam man schon Angst. ,,Soll ich dir sagen, wieso?“, meine Stimme war nun
leiser, fast nicht da. Trotzdem verstand er mich. ,,Weil ich dich verdammt noch mal liebe!
Ich kann einfach nicht hinsehen, wie du mit jeder Frau in die Kiste steigst! Es ist wie ein Stich ins
Herz, von einer Nadel! Klein und dennoch schmerzhaft...“, ich fing an zu weinen.
Endlich… Endlich habe ich es gesagt! Alles, was mir schon lange auf der Seele brannte…
,,Was?“, er klang geschockt und verwundert zu gleich. ,,Ja...Ich will nicht einfach nur deine beste Freundin sein… Ich will mehr als das sein!“, ich weinte noch mehr als vorher.
Er würde ablehnen, da war ich mir sicher. Ich senkte den Kopf… Konnte ihm nicht länger in die
Augen schauen… Plötzlich umarmte er mich und ich erwiderte diese zögernd. Als er sich von mir
löste, zwang er mich in sein Auge zu schauen, (das Andere wird ja leider verdeckt XD) indem er mit seiner linken Hand mein Kinn anhob. Ich verlor mich in seinen grauen Seelenspiegel…Unsere Nasenspitzen berührten sich bereits, als er die letzten Zentimeter überwand und mich küsste. Ich war… sprachlos. Erst nach einer Weile erwiderte ich den Kuss. Er war erst sanft und federleicht. Dann wurde er immer leidenschaftlicher. Seine Lippen waren so weich. Leider lösten wir uns wegen Luftmangel. Lächelnd sahen wir uns in die Augen. ,,Ich habe gedacht das dieses Gefühl
wieder verschwinden würde. Deswegen habe ich weiter mit anderen Frauen geschlafen. Doch
seit dem du mich ignorierst, hat es klick bei mir gemacht. Ich liebe dich, Aiko!“, sagte er.
Wieder begann ich zu weinen. Diesmal waren es Freudentränen. Lächelnd wischte er die
Tränen weg und küsste mich wieder. Er bat um Einlass und ein heißer Zungenkampf entstand, den
keiner verlieren wollte. Er erkundete meine Mundhöhle und stupste spielerisch meine Zunge an.
Ich genoss diese Nähe zu ihm und schlang meine Arme um seinen Nacken, während er seine um
meine Taille schlang und mich näher zu sich ran zog. Es fühlte sich wie ein Feuerwerk an, was in mir entfachte. Ich hatte Schmetterlinge im Bauch. Wohlig seufzte ich und merkte wie Nevra in den Kuss hinein grinste. Minuten vergingen und ich wünschte der Moment würde nie enden!
Doch leider machte uns der Luftmangel einen Strich durch die Rechnung. Auf dem Weg zum Strand, bekamen wir mit, dass dort die Jungs mit Karenn standen und uns grinsend ansahen. Diese…! ,,Sie haben alles gesehen.“, schmunzelte Nevra und ich lief rot an. ,,Hättest du ihr nicht die Zunge in den Hals stecken können, wenn ich nicht anwesend bin?“, fragte Ezarel. Mal wieder versuchte ich ihn mit meinen Blicken zu erdolchen. ,,Gib es auf...“, lachte Valkyon. Irgendwann! ,,Wieso seid ihr überhaupt hier? Ich dachte ihr wolltet schlafen gehen?“, hakte ich nach und verschränkte die Arme vor der Brust. ,,Wir haben auch schon geschlafen, nur kam Karenn in unsere Zimmer und “schmiss“ uns wortwörtlich aus dem Bett!“, meckerte Ezarel. ,,Armer Ezarel… Hast deinen Schönheitsschlaf nicht bekommen.“, sagte ich gespielt mitleidig. ,,Ja, den könntest du aber dringender gebrauchen.“, grinste er. ,,Genauso wie du ne Denkschelle gebrauchen könntest! Vielleicht prügelst du dir so mehr Verstand ein!“, meinte ich und fing nun ebenfalls an zu grinsen. Die Anderen betrachteten unser Schauspiel amüsiert. ,,Lasst uns zurück gehen.“, schlug Nevra vor und die Anderen nickten. Auf den Weg zurück erklärten wir den Anderen wie es dazu kam, dass wir nun zusammen waren. Gesehen haben sie zwar alles, aber dennoch nicht gehört. Karenn meinte ja, dass sie es von ihrem Zimmer aus beobachtet hat. Von dort aus konnte man perfekt den Strand sehen. ,,Aber bitte sagt mir bescheid, wenn ich das nächste mal lieber nicht in eins eurer Zimmer kommen soll, sonst bekomme ich noch Albträume davon!“, meinte Ezarel und kassierte einen wütenden Blick von mir. Die Anderen lachten nur. Nevra begleitete mich in mein Zimmer. ,,Wie wäre es, wenn ich heute Nacht bei dir schlafe?“, hakte er nach und ich wollte mir nicht wirklich vorstellen was er gerade denkt. Aber das war nun mal typisch… ,,Gerne. Ich geh mich noch schnell duschen und dann komm ich.“, sagte ich und bevor er noch was antworten konnte, verschwand ich im Bad. Dort duschte ich mich und zog mir mein Schlafzeug an. Schnell Haare föhnen und fertig kam ich aus dem Bad. Nevra lag bereits im Bett und starrte an die Decke. Leise schlich ich mich an. ,,Du vergisst, dass ich dich dennoch höre.“, meinte er und ihm entwich ein Lachen, als er sah, dass ich mich hinter meinem Sessel versteckte. ,,Hätte ja klappen können.“, lachte ich und legte mich ebenfalls ins Bett. Seufzend kuschelte ich mich an ihn und er zog mich in eine Umarmung. ,,Dein Schal liegt übrigens auf meinem Nachttisch.“, nuschelte ich. ,,Ich weiß...“, wohlig seufzend schloss er die Augen und gab mir vorher noch einen Kuss. Ich schlief schnell ein und hatte seit langem eine Albtraum freie Nacht…
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