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Streiflichter - Nagron

von Isaria
DrabbleFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Agron Duro Nasir
07.07.2017
07.10.2017
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Neue Nachbarn


Vor dem Haus hielt ein großer Möbelwagen und gleich darauf war im Treppenhaus eine Geschäftigkeit zu hören und zu sehen. Mit großen Augen standen Agron und sein kleiner Bruder Duro vor ihrer Wohnungstür im zweiten Stock und beobachteten die Einzugsarbeiten ihrer neuen Nachbarn. Es machte ihnen Spaß die Möbel und die vielen Kartons zu zählen und auf einer Liste einzutragen. Plötzlich rannte ein Junge die Treppe herauf, der einen großen Teddy hinter sich herschleifte. Er war klein und schmal, hatte eine etwas dunklere Haut als sie, lange schwarze Haare, die bis zu seinen Schultern fielen und große braune Augen. Als er die beiden Jungs sah, blieb er sofort stehen und presste den Teddy fest an sich. Duro lachte. „Der Teddy ist ja größer als du. Soll ich dir vielleicht tragen helfen?“ Der Junge schüttelte schweigend den Kopf. Agron versetzte seinem Bruder einen Klaps gegen den Hinterkopf. „Mein Bruder ist nur neidisch, weil sein Teddy schon so alt ist und ihm ein Ohr fehlt.“ „Mein anderer Teddy hat nur ein Auge. Den hier hat mir meine Tante geschenkt, er soll auf mich aufpassen, wenn ich schlecht träume.“ „Wenn ich schlecht träume, krieche ich zu meinem Bruder ins Bett.“ „Ich habe keinen großen Bruder und auch keine Schwester.“ „Du hast es gut, da brauchst du deine Sachen mit niemandem zu teilen.“, meinte Duro und bekam den nächsten Klaps von Agron. „Aber du hast jemanden zum Spielen und zum Spaß haben. Kann ich nicht auch euer Bruder sein?“ Agron lachte. „Nein aber wir können Freunde sein, wenn du magst.“ „Oh ja, dann können wir morgen zusammen Ball spielen?“ „Ja, abgemacht. Ich bin Agron und mein Bruder heißt Duro.“ „Ich bin Nasir.“






Nach dem Training


Die Sonne war bereits am Sinken, als Spartacus den Abbruch des Training befahl. Langsam und mit schmerzenden Armen hockte sich Nasir in seinem Quartier an die Wand gelehnt hin und schloss für einen Moment die Augen. Seine Arme und Beine waren mit blauen Flecken übersät, ein Umstand, den er so noch nie in seinem bisherigen Leben gekannt hatte. Dieser verdammte Agron hatte ihn bis zur Erschöpfung trainiert, hart und unnachgiebig, wenn auch mit einem breiten Grinsen im Gesicht und aufmunternden Worten. „Nasir, bist du hier? Ich habe dir einen Becher Wasser und etwas Brot und Obst gebracht.“ Bei diesen Worten sah jener langsam auf und sah Agron vor sich stehen. „Hier, kleiner Mann, dein Abendmahl. Heute warst du besser als gestern.“ Der Sprechende hockte sich neben ihn und schob ihm den Teller vor die Füße. „Besser sagst du? Heute habe ich noch mehr Blessuren auf meinem Körper als gestern.“, presste Nasir hervor. „Noch ein zwei Tage und du wirst mir Flecken beibringen.“ Über diese Bemerkung konnte jener nur den Kopf schütteln. „Ich bin aber kein verdammter Soldat.“ „In deinem Herzen schon, du musst nur noch deinen Kopf überzeugen. Du bist mutig, klug und du denkst erst nach bevor du handelst.“ „Im Gegensatz zu dir, nicht wahr?“ „Wer behauptet das?“ „Crixus.“ „Verdammter Gallier.“




Bonbons für Nasir


Jeden zweiten Freitag brachte Agrons Vater seinen beiden Söhnen eine große Tüte mit gemischten Bonbons mit. Eifrig rannte Agron in sein Zimmer und fing an seine Bonbons zu sortieren. Die Toffees mit Karamell, die Lakritz und Brausebonbons legte er in eine andere Tüte und verknotete sie. Und wie an jedem zweiten Freitagabend lief er in den Garten und spielte dort Fußball. Wobei nach einem kräftigen Schuss der Ball in den Nachbargarten flog und unter Nasirs Fenster liegen blieb. Mit unschuldigem Blick klingelte er am Tor und die Mutter von Nasir gestattete ihm wie an jedem zweiten Freitag seinen Ball zu holen. Sich noch einmal umschauend, schob Agron das Fenster ein Stück weiter auf und warf die Tüte mit den Bonbons auf Nasirs Bett. Keine zwei Stunden später sah Agron wie Nasir mit großen leuchtenden Augen in seinem Zimmer stand und sich ein Toffee in den Mund schob.





Wachablösung


Es herrschte Stille im Tempel um diese Stunde. Alle schliefen, alle außer Nasir und Donar. Sie standen auf der Tempelmauer und wachten über den Schlaf der Männer und Frauen ihrer Gemeinschaft. Die Nacht war recht kühl und Nasir zog sich Agrons Mantel ein Stück fester um seinen Leib. Der Gedanke an ihn und an seine neuen Freunde ließ ihn in der Dunkelheit ausharren und die Müdigkeit aus seinen Gedanken vertreiben. Wache in der Nacht zu stehen war eine besondere Herausforderung für ihn und zugleich ein Vertrauensbeweis von Spartacus in seine Person. Leise Schritte durchbrachen die Stille und achtsam wandte Nasir sofort seine Aufmerksamkeit auf die sich nähernde Person. Doch schon entspannte er sich wieder als er Agron erkannte. „Geh zu Bett Nasir. Ich übernehme die nächste Wache. Ich habe unser Lager für dich warmgehalten. Beeil dich lieber, bevor sie in der Kühle der Nacht verschwindet.“ „Es ist sehr ruhig heute Nacht, keine Römer zu sehen und auch sonst kein Feind.“ „Gut zu wissen und jetzt geh zu Bett.“ Sie teilten einen Kuss und dann lief Nasir in den Tempel und Agron nahm seinen Platz auf der Mauer ein und auch Donar wurde kurz darauf von Lugo abgelöst.




Erster Schultag


Den ersten Tag nach den Sommerferien mochte Agron besonders. Wer würde dieses Mal als neuer Schüler vorgestellt werden? Er war inzwischen fünfzehn und hatte immer noch keine Freundin, so wie seine anderen Freunde in seiner Klasse. Bislang hatte er noch kein Mädchen getroffen, das ihm wirklich gefallen hätte um es nach einem Date zu fragen. Vielleicht war ja heute der Tag, an dem sich das ändern würde. Es wurden zwei neue Schüler vorgestellt. Die fünfzehnjährige Amira und ihr dreizehnjähriger Bruder Nasir Keri. Mit großen Augen sah Agron ihn an und war von dem Aussehen des Bruders regelrecht fasziniert. Nasir besaß alles, was er sich erträumte und schon nach wenigen Sekunden plante er ein Treffen mit ihm. Seine Schwester würde in seine Klasse gehen, es musste doch einen Weg geben über sie an Nasir heranzukommen.




Kurze Rast

Sie hatten ihr Lager an einem kleinen See aufgeschlagen und Spartacus mahnte zur Vorsicht und zum baldigen Aufbruch in den nächsten fünf Stunden. In Windeseile hatte Nasir für sich und Agron Sorge getragen und nun suchte er nach einer günstigen Stelle am Seeufer, um dort unbeachtet von den anderen ihrer Gemeinschaft im kühlen Wasser baden zu gehen. Im letzten Moment sah Agron, wie Nasir hinter einem Gebüsch verschwand und gleich darauf hörte er Wasser plätschern. Langsam folgte er dem geliebten Freund und winkte ihm schließlich vom Ufer aus zu. Nasir lachte ihm zu, tat noch gute drei Schritte und mit einem unterdrückten Aufschrei war Nasir unter der Wasseroberfläche verschwunden. „Nasir!“ Ein Schrei und dann war Agron im Wasser und begann panisch nach ihm zu suchen. Dabei geriet er an die gleiche Stelle und ging ebenfalls unter. Doch schon im nächsten Moment wurde er von Nasir gepackt und zurück ins Flache gezerrt. „Verdammt Nasir! Ich dachte schon du wärst ertrunken.“ „Vergebung, der Boden unter meinen Füßen war auf einmal nicht mehr da aber ich kann mich ganz gut über Wasser halten.“ „Wegen dir habe ich ganz vergessen mich erst einmal auszuziehen und diese verdammte Rüstung hat mich sofort nach unten gezogen.“ „Dann befreie dich jetzt wenigstens von ihr, damit wir zusammen schwimmen können.“ Für die nächste halbe Stunde gehörte ihnen der See allein und sie genossen jede einzelne Minute davon.




Der Einsatz


Immer wenn sich Agron und Nasir auf dem Schulgelände begegneten, bemerkte Agron die heimlichen Blicke, die ihm Nasir zuwarf und doch schweigend seinen Weg fortsetzte. Und dann fasste sich Agron endlich ein Herz und machte den ersten Schritt. Er stiftete zwei seiner Freunde an Nasir anzurempeln, damit ihm die Bücher aus der Hand auf den Boden fielen. Schnell hatte Agron das Notizbuch genommen und schwenkte es triumphierend über seinem Kopf. Ungehalten bat ihn Nasir um die Herausgabe des dünnen Buches aber Agron grinste nur. „Was bekomme ich dafür?“ Nasir seufzte. „An was denkst du dabei? Willst du etwas von meiner Schwester haben?“ Agron wusste sofort, was der andere meinte. Nasirs Schwester war das hübscheste Mädchen auf der ganzen Schule und mindestens vier von Agrons Freunden hatten Nasir um Hilfe gebeten und jeder von ihnen war bei dem Mädchen abgeblitzt. „Nein, deine Schwester interessiert mich nicht aber ihr Bruder schon eher. Du siehst mir nach und deine Augen zeigen mir genau, was du von mir denkst und von mir willst. Du bekommst dein Buch zurück, wenn du mit mir zusammen ein Eis essen gehst.“ Nasir errötete. „Ein Eis? Einverstanden.“ Agron lächelte und hielt ihm das Buch hin aber Nasir schüttelte den Kopf. „Der Inhalt des Buches ist mehr wert als ein Eis. Ich warte auf einen größeren Einsatz.“ Maßlos erstaunt blieb Agron allein zurück und schlug neugierig das Buch auf.




Kühle Nächte


Die kleine Villa war eingenommen und Agron suchte in ihren Mauern nach dem Komfort, der Wärme und einen guten Platz für ihr Nachtlager versprach. In einer der vielen Vorratskammern wurde er fündig und schleppte vier Decken und zwei Kissen in ihre zugewiesene kleine Kammer. Dazu frisches Wasser, etwas Brot, gepökeltes Fleisch und etwas Obst. Bei dem Anblick gingen Nasir schier die Augen über und nach dem Essen ließ er sich widerstandslos in eine der Decken wickeln, bevor sich Agron zu ihm legte und eine weitere über sie beide zog. Nasir lächelte und fühlte, wie ihm immer wärmer wurde. Sie lagen noch keine vier Minuten, da zerrte Nasir sich schon die Decke vom Körper, trotz Agrons Protest. „Der Herbst hat begonnen, mein Herz. Die Nächte werden immer kühler und du sollst es doch warm und behaglich haben.“ Nasir schenkte ihm einen Kuss und drängte sich an ihn. „Ich brauche nur die Wärme deines Körpers und die Hitze deiner Liebe, um mich sicher und geborgen zu fühlen. Mit dir an meiner Seite fürchte ich keinen Sturm und keinen Schnee.“



Zirkus in der Stadt


Ein kleiner Wanderzirkus hatte in ihrer kleinen Stadt Halt gemacht. Auf dem Heimweg von der Schule sahen Agron und Nasir das große Plakat an der Litfaßsäule und lasen es mit großen Augen durch. „Ohh, übermorgen ist die erste Vorstellung. Die haben bestimmt Pferde und vielleicht sogar einen Elefanten dabei. Wollen wir da mal hingehen und nachsehen?“ Mit diesem Vorschlag war Nasir sofort einverstanden und statt nach Hause zu laufen, machten sie sich nun auf dem Weg zu dem kleinen Platz, an dem der Zirkus stehen sollte. Zu Agrons Enttäuschung fanden sie dort weder Pferde noch einen Elefanten vor, sondern sieben Ponys und vier gefleckte Ziegen. Nasir war begeistert und fragte um Erlaubnis die Tiere streicheln zu dürfen. Die Zirkusleute hatten nichts dagegen und freudig liefen die Jungs zu den Ziegen und durften sie sogar füttern. „Zu meinem Geburtstag wünsche ich mir auch eine Ziege, eine ganz kleine und der bringe ich dann auch Kunststücke bei.“, meinte Nasir. Agron hielt dagegen. „Ich hätte lieber ein Pony, als eine Ziege.“



Neue Erfahrungen


Lautes Geschrei aus dem Stall weckte Nasir und er stand hastig auf und wollte das einfache Nachtlager verlassen aber auch Agron war von dem störenden Geräusch geweckt worden. „Was ist das?“, fragte er schlaftrunken. „Eine der Ziegen bekommt wohl ihr Junges und ich werde besser einmal nachsehen.“ Agron versuchte ihn zurück an seine Seite zu ziehen. „Sie braucht dazu keine fremde Hilfe.“ „Agron, die Ziege schreit nicht zum Vergnügen. Vielleicht liegt ihr Baby falsch im Leib und dann werden wir außer dem Jungen auch das Muttertier verlieren.“ „Es ist doch nur eine Ziege, mein Herz.“ „Wäre sie dein Besitz, würdest du anders sprechen.“ Notgedrungen folgte Agron dem anderen in den Stall und zusammen halfen sie dem Jungen auf die Welt. Hinterher sahen sie sich erschöpft aber glücklich an. Das Junge war das schönste Zicklein, das Agron je gesehen hatte. „Wäre sie mein Besitz, würde ich sie keinen Moment mehr aus den Augen lassen.“ „Bringe doch Spartacus deine Bitte zu Gehör, vielleicht lässt er sie dir ja.“ „Ich bin kein Schäfer, Nasir, sondern ein Krieger.“ „Irgendwann wirst du nur noch ein Mann sein und wer weiß, womit wir dann zurechtkommen müssen.“, erwiderte Nasir lächelnd und gab Agron einen Kuss.




Camping


In den Sommerferien luden Nasirs Eltern Agron und Duro zu einem Campingausflug übers Wochenende ein. Die beiden Zelte waren groß genug, so daß die Jungs bequem darin Platz fanden. Sie waren zu einem Waldsee gefahren und unter der Anleitung von Nasirs Vater bauten die drei ihr Zelt allein auf. Als es endlich stand, trugen sie ihre Ausrüstung hinein und machten es sich danach so richtig gemütlich. Der See lag geschützt, bot viel Platz um in ihm zu schwimmen und sogar zu angeln. Während Duro auf der einen Seite sein Glück mit den Fischen versuchte, waren Agron und Nasir an einer anderen Stelle ins Wasser gegangen und veranstalteten dort voller Übermut eine Wasserschlacht. Irgendwann hörten sie Duro lauthals schreien, sie würden die Fische verscheuchen aber dass fanden sie nur lustig, lachten ihn zunächst aus, doch dann liefen sie ans Ufer und legten sich dort nebeneinander ins Gras und beobachteten die vorbeiziehenden Wolken und dabei hielten sie sich an den Händen und waren glücklich und vermissten nichts und niemanden.




Kriegsbeute


Der Erkundungstrupp kehrte ohne Nasir zurück und Agron sah dies mit einem unguten Gefühl. Entweder war Nasir freiwillig zurückgeblieben und seine Aufgabe war vollendet oder die verdammten Römer hatten sein geliebtes Herz in Ketten geschlagen. Die dritte Möglichkeit schob er ganz weit von sich weg. Diese Mission hatte Spartacus in Nasirs Hände gelegt, wenn auch gegen Agrons Wort. Lugo klang zuversichtlich und zu zehnt machten sie sich auf den Weg, um Nasir beizustehen. Am Ziel angekommen, herrschte eine seltsame Stille und schnell rannten sie, um den Grund dafür zu erfahren. Das kleine römische Lager bestand aus einem guten Dutzend Zelte und in allen lagen schlafende römische Soldaten. Agron befahl sie zu binden und im größten Zelt stieß er endlich auf Nasir, der dort seelenruhig auf ihn zu warten schien. Erleichtert sank Agron vor ihm auf die Knie, umschlang seinen schmalen Körper und legte seinen Kopf in den Schoß des vor ihm sitzenden geliebten Mannes. Lachend strichen Nasirs Finger durch seine Haare. „Der Plan ist für uns aufgegangen. Das Lager gehört uns. Behalten wir dieses Zelt für uns, mein Agron?“ Der sah sich kaum um. „Eine angemessene Beute, dank deiner gesammelten Kräuter.“




Hausaufgaben


Die Themenwoche stand bevor und diesmal stand das römische Reich im Mittelpunkt. Jede Klassenstufe hatte einen anderen Schwerpunkt zugeteilt bekommen. Während Agrons Klasse einen Akt aus dem Stück „Julius Cäsar“ von Shakespeare aufführen sollte, arbeiteten Duro und Nasir an Referaten. Duro hatte sich für römische Kultur entschieden aber Nasir fand die Ereignisse um den Spartacusaufstand viel spannender. Er besorgte sich an Material, was er ergattern konnte und steckte mit seiner Begeisterung sogar Duro an. Sie arbeiteten bei Duro zu Hause und hin und wieder half ihnen Agron mit einem Rat, während er selbst an seiner kleinen Rolle als Brutus übte. „Ich möchte zu gern wissen, wie Spartacus wirklich gewesen ist. Was hat ihn wohl dazu gebracht alle diese Menschen zu vereinen und gegen Rom in einen dreijährigen Krieg zu führen? Warum haben die nie seine Leiche gefunden? Vielleicht wurden doch nicht alle von den Römern getötet und ein paar haben ihn vor dem Zugriff seiner Feinde bewahren können. Agron, was meinst du?“ Der lächelte und legte Nasir eine Hand auf die Schulter. „Du stellst viele Fragen. Ich weiß nur eins. Spartacus war ein besonderer Mann und in meinen Augen ist er ein Held.“



Hunger

Die Vorräte gingen zur Neige und die wenigen essbaren Dinge hier auf dem Vesuvius vermochten nicht einmal ansatzweise ihren Hunger zu besänftigen. Sie befanden sich hier oben in einer misslichen Lage auch wenn sie strategisch überlegen zu sein schienen. Sie mussten durchhalten und darauf vertrauen, dass Spartacus noch ein Weg zu ihrer Rettung einfallen würde. Mit knurrendem Magen wickelte sich Nasir in seine Decke und versuchte zu schlafen. Irgendwann spürte er eine Bewegung an seiner Seite und drehte sich in die Richtung und gleich darauf wurde er unsanft geweckt. Er öffnete die Augen und mit einem breiten Lächeln schüttete Agron ihm etwas in die Hand. „Beeren, mein Herz. Langsam kauen und immer nur eine nehmen.“ „Woher hast du die?“ „Gefunden unterhalb eines Felsvorsprungs.“ „Du hast dir auch welche genommen?“ Die Antwort war nur ein Nicken und ein sanfter Kuss auf seinen Mund. „Genügend, mach dir keine Gedanken.“, versuchte er zu versichern, wenn auch mit keinem großen Erfolg. Nasirs Augen weiteten sich und er gab dem anderen die Hälfte der Beeren zurück.




Party


Die Stimmung war ausgelassen auf der kleinen Party, die Agrons Eltern zu seinem Geburtstag ausgerichtet hatten. Er hatte seine engsten Freunde einladen dürfen und er freute sich besonders Nasir hier zu wissen. Es gab ein Büfett mit verschiedenen kalten Salaten und kleinen warmen Speisen, wie Würstchen, Frikadellen und Kartoffelspalten. Da alle noch minderjährig waren, gab es zwar keinen Alkohol aber dafür mehrere andere Getränke. Selbstgemachte Säfte, eine Fruchtbowle und einen Eistee, den Nasirs Mutter zubereitet hatte. Sie feierten im Garten und und die aufgestellte Musikanlage verbreitete zusätzlich gute Laune und lud zum Tanzen ein. Zu vorgerückter Stunde saß Nasir auf der kleinen Gartenbank und beobachtete das Treiben um sich herum mit einem Glas Eistee als sich plötzlich Agron zu ihm setzte und ihm einen Teller mit gemischtem Obst anbot. Nasir lächelte und nahm sich von den Beeren. „Warum bist du hier und nicht bei den anderen?“, fragte ihn Agron leise. „Ich habe auf dich gewartet, da du mir ein Geheimnis versprochen hattest.“ Jetzt nickte Agron, beugte sich zu ihm hinüber und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange. „Lass mich dein Freund sein, der dem du sein Herz gestohlen hast.“ Nasirs Augen weiteten sich und er gab Agron den Kuss auf dessen Lippen zurück.





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