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From Vengeance To Forgiveness (Sequel zu 'The Choices We Make')

von MonaGirl
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Het
Daniel Grayson Emily Thorne / Amanda Clarke Jack Porter Nolan Ross OC (Own Character) Victoria Grayson
04.07.2017
07.09.2017
43
46.865
1
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2 Reviews
Dieses Kapitel
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31.08.2017 1.027
 
Suffolk County Memorial Hospital

Charlotte hatte gerade das Krankenzimmer ihres Vaters verlassen, als sie einen Anruf auf ihrem Handy erhielt. Sie erkannte gleich, dass es Nolan war und nahm das Gespräch an und lauschte, was er ihr zu sagen hatte... “Ich bin noch im Krankenhaus”, erklärte sie auf die Frage, wo sie wäre. “Meine Mom ist noch bei meinem Vater, und Daniel...?” Sie runzelte die Stirn. “Ich weiß nicht. Er hat das Krankenzimmer schon vor einer Weile verlassen, weil er sich einen Kaffee holen wollte. Ich gehe mal in den Warteraum und schaue, ob er da ist. Will Emily ihn sprechen? Oh, okay. Wenn sie noch verhört wird, dann sage ich ihm, dass er einfach zum Polizeipräsidium fahren soll, okay? Gut. Dann bis später, Nolan!” Sie steckte das Handy zurück in ihre Tasche und machte sich auf den Weg, ihren Bruder zu suchen. Lange brauchte sie nicht dazu, denn er saß mit gesenktem Kopf im Warteraum auf einem Stuhl, in den Händen einen Becher Kaffee haltend. Vorsichtig ging sie auf ihn zu. “Daniel?”, sagte sie leise und wollte gerade seine Schulter berühren, als sein Kopf nach oben zuckte. Sie erkannte sofort, wie es in seinen Augen verdächtig glitzerte. Eindeutig Tränen, erkannte sie und empfand sofort Mitgefühl für ihn. “Nolan hat angerufen”, erklärte sie, um die bedrückende Stille zu durchbrechen. “Er und Emily sind noch auf dem Polizeirevier. Sie wird gerade verhört.” Als er nur weiterhin starr vor sich hin starrte und keinerlei Reaktion auf ihre Worte zeigte, nahm sie ihm vorsichtig den Becher aus den Händen und stellte ihn auf einen Tisch. “Daniel, hast du gehört, was ich gesagt habe?” Endlich reagierte er, indem er kurz mit dem Kopf nickte. “Du solltest bei ihr sein. Sie braucht dich jetzt.”

“Ich will sie nicht sehen.”

Sie hatte auf eine Reaktion von ihm gewartet, nur war es nicht diese. Erschrocken sah sie ihn an. “Was meinst du damit, du willst sie nicht sehen?”, wiederholte sie.

“Ich korrigiere mich...” Er hob nun den Kopf und sah sie an. “Ich ertrage es nicht, sie zu sehen.”

Allmählich dämmerte Charlotte, was der Auslöser für seine schlechte Stimmung war. “Du bist immer noch wütend auf sie, dass sie dir verschwiegen hat, dass sie in Wirklichkeit Amanda Clarke ist?”, äußerte sie ihre Vermutung.

Sein Kopf schoss hoch. “Wütend?”, stieß er unbeherrscht hervor und lachte dann höhnlich. “Wütend trifft es nicht annähernd, was ich empfinde!”

“Sie hat unserem Vater das Leben gerettet”, gab Charlotte zu bedenken. “Du solltest vielleicht ein bisschen dankbarer sein.”

“Vielleicht haben sie und ihr... Vater...” Er betonte das Wort 'Vater' in besonderer Weise...”das ganze sogar selber eingefädelt, um dann hinterher als große Retter dazustehen.” Er kniff die Augen zusammen. “Hat Mom nicht sogar einen Finderlohn versprochen, für denjenigen, der Dad findet?” Er zuckte mit den Schultern. “Der Mann war praktisch obdachlos. Vielleicht hat er seine Tochter um Hilfe gebeten, um sich auf diese Weise am Vermögen der Graysons zu bedienen.”

Charlotte konnte nicht glauben, was er da sagte. Sie wusste, dass er verletzt war, dass Emily ihm die Wahrheit verschwiegen hatte. Doch das sein Hass soweit ging, dass er ihr zutraute, die Entführung selber initiiert zu haben, hätte sie nicht gedacht. “Emily hätte da niemals mitgemacht!”, versuchte sie ihre Schwägerin in Schutz zu nehmen.

“Ach wirklich? Kennst du sie so gut, dass du das beurteilen kannst?”, stieß er sarkastisch hervor. “Ich denke nicht, nachdem du mir erzählt hast, dass du auch erst seit kurzem weißt, wer sie wirklich ist.”

“Der Name ändert nichts daran, dass ich weiß, was sie für ein Mensch ist!” Sie verschränkte ihre Arme vor dem Körper und sah ihn empört an. “Und das solltest du auch wissen, auch, wenn du jetzt gekränkt bist, dass sie gelogen hat!”

“Wer hat noch davon gewusst?”

Die Frage kam so überraschend, dass sie verwirrt blinzeln musste. “Was meinst du?”

“Wer hat noch davon gewusst, dass Emily in Wahrheit Amanda Clarke ist?”, präzisierte er seine Frage. Als sie schwieg lachte er wieder höhnisch. “Lass mich raten... Nolan natürlich und... Jack vermutlich, und ich denke ihre beste Freundin Ava wusste auch davon. Habe ich Recht?"

Charlotte spürte, wie ein Kloß in ihrem Hals wuchs. Sie nickte beklommen. “Ich musste ihr versprechen, dass ich dir nichts sage”, gestand sie leise. “Sie wusste, dass du so reagieren würdest. Deshalb wollte sie dir auch nichts davon erzählen. Sie hatte Angst, dich zu verlieren.”

Er nickte stumm und stand dann auf. “Ich fahre zum Strandhaus und packe ein paar Sachen zusammen”, erklärte er knapp und wandte sich Richtung Ausgang.

“Du willst aus dem Strandhaus ausziehen?”, stieß sie entsetzt hervor, als sie seine Absicht erkannte.

Daniel nickte. “Ich denke, Mom und Dad haben sicher nichts dagegen, wenn ich für eine Weile zurück ins Manor ziehe.” Er verzog den Mund. “Das Haus ist so groß. Sie werden mich kaum bemerken.”

“Du solltest vorher mit Emily reden!” sagte Charlotte eindringlich.

“Was soll das bringen?” Er zuckte resigniert mit den Schultern. Jegliche Wut war plötzlich verraucht. “Damit sie mir noch mehr Lügen auftischen kann?”

“Ihr seid verheiratet, Daniel! Ihr habt ein Kind zusammen!” Charlotte verlegte sich aufs Betteln. “Bitte, du kannst sie jetzt nicht einfach verlassen!”

Er fuhr sich seufzend durchs Haar. “Ich bezweifle, dass diese Ehe überhaupt legal ist, wo sie doch einen falschen Namen angegeben hat.” Er verzog verbittert den Mund. “Aber vielleicht ist das ja gar nicht so schlecht. Das erspart mir dann die Mühe, die Scheidung einzureichen.”

Bei dem Wort 'Scheidung' zuckte Charlotte erschrocken zusammen. “Du willst dich scheiden lassen?! Und was wird dann aus Julian?”, stieß sie fassungslos hervor.

“Wenn ich beweisen kann, dass sie schon vorher von Dad's Entführung gewusst hat, wird wohl kein Richter der Welt ihr noch das Sorgerecht zusprechen", sagte er kühl und ließ sie dann einfach stehen.

Wie betäubt stand sie einfach nur da und sah ihm hinterher. Sie musste Emily warnen! schoss es ihr durch den Kopf. Sie konnte nicht zulassen, dass er sich von ihr trennte, ohne ihr die Chance zu geben, sich noch einmal zu rechtfertigen. Entschlossen ging sie Richtung Ausgang mit dem Ziel, zum Polizeipräsidium zu fahren, um Emily von Daniel's Plänen zu unterrichten.
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