Die Detektei des Mick St. John

GeschichteKrimi, Romanze / P16
Beth Turner Coraline Duvall Josef Kostan Mick St. John
01.07.2017
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Mein Name ist Mick St. John, ich bin Privatdetektiv und mehr oder minder das, was man am Leben nennt. Machen wir's kurz: Ich bin ein Vampir. Ein Untoter, dessen Existenz sich am besten mit einem Wort beschreiben lässt: Chaos.
Da ist Joseph Kostan, mein bester Freund, der die beachtliche Menge an Leichen, die er wöchentlich produziert, am liebsten in Teergruben verschwinden lässt, Guillermo, der Pathologe meines Vertrauens, und Dealer mit A-positiv, und meine Exfrau Coraline Duvall. Nun, technisch gesehen wäre sie wohl noch meine Frau, aber ich bin nie in den Genuss gekommen, uns eine Doppelkühltruhe zu kaufen. Nicht, weil ich nicht auf eiskalten Sex stehen würde, sondern, weil sie mein Verderben ist.
Ich liebe sie, keine Frage, ich liebe sie so sehr, dass es mir den Verstand raubt, aber sie ist das, was ich am ehesten mit „ein Ungeheuer“ betiteln würde: Einst dachte ich, ich hätte sie getötet – einst, als sie ein Kind entführte, um mir die Familie zu geben, die ich niemals haben würde. Nun, und so trat Beth Turner in mein Leben. Heute ist sie zivile Ermittlerin der Staatsanwaltschaft, und einst war sie, was ich brauchte, um mich von Coraline loszusagen. Würden diese unschuldigen Augen in mir das Monster sehen, das ich bin, könnte ich es wohl nicht ertragen.  Heute ist Beth eine erwachsene Frau, und ich denke, man kann behaupten, wir sind ein Paar.
Coraline wurde von ihrem Bruder entführt – ein so alter Vampir, dass selbst Joseph es für eine Dummheit hält, ihn zu verfolgen. Sie hatte etwas gestohlen, eine Droge, die uns temporär wieder menschlich machen kann – die größte Verführung, die mir seit langem untergekommen ist. Aber ich musste lernen, dass ich die, die mir alles  bedeutet, dass ich meine Beth nur beschützen kann, wenn ich ein Teil der Welt bleibe, die die größte Bedrohung für sie ist. Einer Welt, die sich nun jedoch in dezenten Schwierigkeiten befindet.

„Uns zu lieben bedeutet uns beim Sterben zuzusehen.“ Die Worte hatten sich ihr eingebrannt, und wollten sie nicht mehr loslassen, nun, da Mick wieder gegangen war. Ihm zur Liebe hatte sie die Sache beenden wollen. Sich selbst zur Liebe. Diese Beziehung war Wahnsinn, aber was war das schon, wenn man nach Jahren endlich sein Zuhause gefunden zu haben schien? Eine Art stiller Euphorie brannte in ihr, Optimismus. Sie würde der Sache eine Chance geben. Und doch – irgendwo in ihrem Hinterkopf nagte der Gedanke, wie wenig sie in seinem Leben bedeuten mochte, ein kurzer Augenblick, der nur Schmerz nach sich ziehen würde, und wie würde es für sie sein, zu altern, während er der gleiche blieb? Konnte sie das?
Aber darüber nachzudenken führte zu nichts. Nicht jetzt. Und für den Moment wollte sie einfach nur Leben, genießen, was ihr beschieden war, denn täte sie es nicht, sie würde es für immer bereuen.

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Ich fürchte, mir ist passiert, was vielen passiert ist. Die erste Staffel Moonlight wurde zur Sucht, und das Ende wirft so viele Fragen und ganz nebenbei großartige Vorlagen für eine ganze Hand voll Plotsträngen auf, dass ich es nicht wirklich auf sich beruhen lassen will.
Hier also sowas wie eine zweite Staffel für alle, denen es ähnlich geht. Wollt ihr das hier haben? Wollt ihr, dass ich es fortsetze? Ab drei Zustimmungen tue ichs. ^-^
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