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Behind blue Eyes

von Eol
GeschichteDrama, Thriller / P18 / MaleSlash
Legolas Thranduil
01.07.2017
14.11.2017
95
133.585
22
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01.07.2017 727
 
„Die Fotos sind langweilig.“
Der Mann hinter dem Schreibtisch warf den Stapel auf den Tisch und sah sein Gegenüber genervt an. „Für die ersten drei zahl ich dir jeweils 50 Dollar.“
„Was? Aber meine Miete ist fällig. Wie soll ich die bezahlen?“ Der junge Mann sprang auf und stützte sich auf die Tischplatte. „Bitte, ich flieg sonst aus meiner Wohnung.“
„Sorry, Junge, aber mehr geht nicht. Und du bekommst schon mehr, als die Fotos wirklich wert sind, weil ich deinen Dad kannte.“ Der Mann in dem Anzug und der schwarzumrandeten Brille zuckte mit den Schultern.
„Na toll. Und dafür hab ich mir die Nacht um die Ohren geschlagen.“ Der junge Mann auf der anderen Seite des Tisches ließ sich wieder auf den Stuhl fallen.
„Hör zu, du hast ein gutes Auge, deine Fotos an sich sind gut, aber niemanden interessiert es mehr, ob Kim Kadashian drei Kilo zu- oder abgenommen hat.“ Der ältere Mann lehnte sich etwas nach vorn. „Legolas, die Fotos sind gut, aber die Leute wollen etwas Aufregendes lesen, etwas, das sie eine Gänsehaut bekommen lässt, etwas, das sie aus ihrem tristen Alltag holt und ihnen eine Welt offenbart, die sie bisher nicht kannten.“
„Aber woher soll ich wissen, wo ich genau sowas finde?“ Der Jüngere der Beiden ließ den Kopf hängen. „Gib mir doch endlich eine feste Anstellung.“, sagte er leise.
„Du weißt, dass ich das momentan nicht kann.“
Ein paar Augenblicke herrschte Schweigen zwischen den Beiden, dann stand der Jüngere auf. „Ok. Trotzdem danke.“
„Lass dir von Arwen das Geld geben und dann geh in die Kantine. Sag Eowyn, dass ich dich schicke. Sie soll dir etwas zu essen zusammenpacken.“
Der Jüngere, der mittlerweile offenbar mit den Tränen kämpfte, nickte nur und verließ mit gesenktem Kopf das Büro des Chefredakteurs.

‚Was Aufregendes, was den Leuten eine Gänsehaut beschert!‘, dachte der Junge Fotograf, während er in der U-Bahn saß. Gedankenverloren starrte er auf den völlig verdreckten Boden des Abteils. Er war so schrecklich müde und wollte nur noch schlafen. Die ganze Nacht hatte er am JFK-Flughafen verbracht, hatte dank eines Bekannten sogar direkt in den Ankunftsbereich gedurft, nur um Fotos zu machen, die jetzt keiner wollte. Anschließend war er sofort in die Redaktion gefahren, nur um mit lächerlichen 150 Dollar in der Tasche wieder zu gehen.

Legolas Greenleaf war 24 Jahre alt, er hatte auf dem College Fotografie studiert und im Anschluss sofort einen Job als freier Fotograf bei einer kleinen Zeitung bekommen. Eine Festanstellung war nicht möglich, so dass er immer nur von Auftrag zu Auftrag lebte, hin und wieder verkaufte er auch ein paar Fotos an irgendwelche Klatschzeitungen, doch das Geld reichte fast immer nur gerade dazu, um die Miete für seine kleine Wohnung in Brooklyn bezahlen zu können. So hatte er sich das alles nicht vorgestellt.
Sein Vater war Thingol Greenleaf, ein berühmter Fotograf, der stets ans Limit ging, um die besten, aufregendsten Bilder machen zu können. Doch vor 6 Jahren war Thingol auf offener Straße erschossen worden und bis heute gab es keinen Hinweis, wer der Täter gewesen war. Niemand war dafür belangt worden.
Legolas hatte immer zu seinem Vater aufgesehen, hatte ihn bewundert für den Mut und den Einsatz, den er zeigte. Doch von einem Tag auf den anderen war er nicht mehr da gewesen.
Legolas‘ Mutter war vor vielen Jahren an Krebs gestorben und nachdem sein Vater erschossen worden war, war Legolas ganz plötzlich allein gewesen. Dank einer Lebensversicherung, die Thingol abgeschlossen hatte, konnte der damals achtzehnjährige Teenager sein Studium finanzieren, doch das Geld war dank der horrenden Studiengebühren schnell aufgebraucht und nun lebte er von den Fotos, die er verkaufte.  

Erschöpft ließ sich Legolas auf sein Bett fallen. Er hatte nicht einmal mehr die Kraft, sich auszuziehen. Er war einfach nur hundemüde.
Es dauerte noch ein paar Minuten, dann schlief er schließlich ein. Und er ahnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal, wie sehr sich sein Leben schon bald ändern würde.

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Hallo Ihr Lieben,
das ist der Prolog zu einer neuen Geschichte von mir. Es wird keine für mich typische Thrandolas-Lovestory, obwohl es natürlich um die Beiden gehen wird.
Ich werde hier aber erst weiterschreiben, wenn ich den Rest abgeschlossen hab.
Wenn euch der Prolog gefällt, sagt's mir. Ich verrate aber noch nicht, worum es wirklich gehen wird. :) Aber ich mag Mutmaßungen. Also haut mal raus. :D

Liebste Grüße
Eol
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