Der Bann von Akatash

KurzgeschichteRomanze, Übernatürlich / P16
Buffy Summers Spike Willow Rosenberg
30.06.2017
30.06.2017
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Der Bann von Akatash

Deliver me into my fate
If I'm alone I cannot hate
I don't deserve to have you
My smile was taken long ago
If I can change I hope I never know

Slipknot - Snuff


Unheil breitete sich heimlich in der Stadt aus. Es war eine der dunkelsten Nächte der letzten Monate und eine fremdartige Aura hatte sich in dieser schrecklichen Nacht über die Stadt gelegt. Ganz Sunnydale befand sich unter einem bösartigen Einfluss, der besonders auf Dämonen und Vampire, aber letztlich auch auf die Menschen wirkte.
In dieser Nacht gab es fünfzehnmal so viele Überfalle und fast an jeder Ecke eine Rauferei.
Das war auch die Nacht, in der sich Spike auf den Weg zu Buffy machte. Er war plötzlich SO wütend. Er wollte der Jägerin ein für alle Mal zeigen, dass sie mit ihm nicht so umspringen konnte. Er versuchte sich zu erinnern, wieso er so wütend war, aber ein roter Schleier ließ alles in seinem Kopf verschwimmen.
Über Spikes golden funkelnde Essenz, die jedem Lebewesen innewohnte, legte sich ein blutroter Schleier. Aber nur eine mächtige Hexe hätte ihn wahrnehmen können und so erreichte Spike ungehindert Buffys Haus.

"Frag mich nochmal, wieso ich dich niemals lieben kann."
Schwer hingen diese alles vernichtenden Worte im Raum. Buffy drückte sich an die die Badezimmertür, ihr war übel und eiskalt. Und - zum ersten Mal hatte sie Angst vor Spike.
Spike hingegen keuchte und seine Augen waren groß und hatten einen Ausdruck den Buffy noch nie bei ihm gesehen hatte. Er wirkte panisch und beinahe verängstigt. Das war nacktes Entsetzen was sie in seinen Augen sah.
Es gab nicht zu sagen, nichts zu tun, um es wieder ungeschehen zu machen.
Einen endlos langen Augenblick schien die Zeit stillzustehen, während Buffy und Spike sich ansahen.
Dann stürmte Spike wortlos an ihr vorbei und war verschwunden.
Buffy sackte auf den Boden und fing an zu weinen. In den letzten Wochen hatte sie Spike schmerzhaft vermisst, er beherrschte ihre Gedanken und nachts ihre Träume. Und schlagartig hatten sich alle Gedanken an ihn ins absolute Gegenteil verwandelt. Sie ekelte sich vor ihm, vor seiner Tat und gleichzeitig ekelte sie sich vor sich selbst. Hatte sie Spike nicht jedesmal während ihrer Affäre abgewiesen, wenn er mit ihr schlafen wollte. Jedesmal hatte sie ihm erst eine geknallt und dann  gewollt, dass er ihren Verstand überredete.
Aber Spike kannte sie, er hatte immer gewusst dass sie ihn eigentlich wollte, nicht wollte dass er aufhörte.
Heute war das anders gewesen und Buffy war sich sicher, dass er das gemerkt hatte.
Was seine Tat nur noch abscheulicher machte. Sie hätte schwören können, dass Spike nicht in der Lage war, ihr etwas anzutun. Sie lachte leise über sich selbst, bevor sie wieder in Tränen ausbrach. Spike hatte keine Seele. Er war ein Vampir und nicht fähig Liebe zu empfinden. Sie hatte sich die ganze Zeit etwas vorgemacht.
Sie war kurz davor gewesen ihre Beziehung zu Spike wieder aufzunehmen, ihm fast alles zu geben was er haben wollte. Das war jetzt vorbei… Und doch… weinte sie ebenfalls um das was nun nie sein würde.

Der Schock hatte Spike wieder kurzzeitig in die Realität geholt, als er sah wie Buffy sich angsterfüllt von ihm wegdrückte. Er war nicht bei Verstand gewesen, hatte unter irgendeinem Zauber gestanden, das war ihm nun klar. Der Bann unter dem er gestanden hatte, hatte sich genauso plötzlich wieder verflüchtigt und Spike war wieder ganz bei sich. Aber er war gefährlich. Er hatte sich nicht unter Kontrolle, er musste sich möglichst weit von Buffy fernhalten, bis er wieder Herr über seine Gedanken war.
Seine Gefühle über seine Tat sah man ihm nicht an. Er war ein Mann der Tat und sann nur noch darauf herauszufinden, wer sich seines Verstandes bemächtigt hatte. Denjenigen würde er in Stücke reißen, bis nichts mehr von ihm übrig blieb und dann würde alles in seiner Macht stehende tun, damit Buffy ihm verzieh. Falls sie es jemals konnte…

Willow fand die weinende Buffy auf dem Badezimmerfußboden und half ihr ins Bett.
"Wenn mir Spike jemals wieder über den Weg läuft, werde ich ihn kaltmachen" fauchte die sonst so zurückhaltende Willow.
"Das mache ich lieber selbst" sagte Buffy, fing dabei aber fast wieder an zu weinen.
"Bitte sag den anderen nichts davon "flehte Buffy Willow an "Versprich es mir."
"Aber Buffy... " sagte Willow hilflos.
"Ich werde das selbst regeln, keine Sorge Will, er wird mir nicht noch einmal zu nahe kommen."
In selben Moment hörten sie das Telefon klingen, Willow ließ Buffy kurz allein um nach unten zu gehen. Nach dem Telefonat eilte sie die Treppe wieder herauf "Buffy, Giles hat angerufen. Xander hat Ärger und in der Stadt ist auch die Hölle los und zwar überall und du sollst…." Bei diesen Worten bog sie um die Ecke.
Aber das Zimmer war leer.

Buffy musste unbedingt raus. Sie konnte den mitleidigen Blick in Willows Augen nicht ertragen. Wie hatte Spike ihr nur so etwas antun können?
Buffy stellte fest, dass sie tiefer enttäuscht war, als sie das wahrhaben wollte. Sie hatte doch immer gewusst, dass er gefährlich war, oder nicht?
Für Spike  war es immer mehr gewesen. Das hatte sie nun davon, dass sie geglaubt hatte, die Sache kontrollieren zu können.
Mitten in ihren Gedanken versunken, fand Buffy sich plötzlich in der Nähe der Innenstadt wieder. Und sah wie ein paar junge Männer sich stritten und gewalttätig werden wollten, aber das war nicht das einzige. Wie Buffy mit Schrecken feststellte, hörte sie aus mehren Richtungen Schmerzlaute und wütende Stimmen.
Sie trat zwischen die jungen Männer vor ihr und fragte sie scharf: "Was habt ihr denn für ein Problem? Geht lieber nach Hause zu euren Mamis."
Der größte der drei sah sie aggressiv an und machte sich nicht die Mühe zu antworten. Stattdessen ging er ohne Vorwarnung auf sie los und seine Kumpel taten es ihm nach. "Hey… " protestierte Buffy, während sie sich die Typen mit ein paar gezielten Schlägen vom Hals hielt.
Sie traf offenbar empfindliche Körperstellen, denn nach einem kurzen Kampf flohen alle drei auf einmal.
Buffy war verwirrt, aber im Laufschritt begab sie sich zum nächstgrößeren Pulk von Menschen jeden Alters die sich vor dem Kino gesammelt hatten. Eine merkwürdige Spannung lag in der Luft und alle dort versammelten sahen äußert wütend aus. Buffy stockte der Atem, es erinnerte sie daran wie Spike ausgesehen hatte, als er sie angriff.
Dann begannen alle gleichzeitig aufeinander einzuprügeln.
Buffy stürzte sich unmittelbar unter die Kämpfenden und versuchte sie zur Vernunft zu bringen.
"Hey Leute! Seid ihr denn alle verrückt geworden? Wieso bekämpft ihr euch alle?" aber Buffys Worte gingen im Kampfgetümmel unter und sie konnte niemanden davon abhalten sich weiter zu schlagen.
Buffy entschied, dass es höchste Zeit war ihre Freunde um Hilfe zu bitten, hier ging etwas sehr merkwürdiges vor.
Im Zauberladen angekommen, sah sie Willow und Tara am Eingang stehen und aufgeregt miteinander sprechen. Obwohl es nun schon weit nach Mitternacht war, waren alle ihre Freunde hier und schauten in die Bücher.
"Habt ihr auch mitbekommen was da draußen läuft? " fragte Buffy alarmiert.
"Ja es hat sich schon über die ganze Stadt ausgebreitet so viel wir wissen." sagte Willow.
"Was genau passiert denn da und wieso hat es auf uns keinen Effekt? " wollte Buffy an Giles gewandt wissen.
Tara antworte stattdessen "Willow und ich nehmen eine gewaltige böse Aura wahr, deswegen haben wir sofort einige Schutzzauber über uns und euch gesprochen. Aber fast hätte die Kraft unsere Abwehr überwunden, Willow musste sogar selbst noch einen stärkeren Zauber darüberlegen, aber jetzt müssten wir sicher sein."
Xander saß mit Anya am Tisch und warf ein "Von Anya wissen wir, dass es auf Dämonen besonders stark wirkt, sie hat es vor allen anderen gespürt." Bei diesen Worten rieb Xander sich über seine Wange die geprellt aussah, außerdem hatte er tiefe Kratzer am Hals.
Buffy starrte erst ihn und dann Anya entsetzt an "Du meinst Anya hat dich angegriffen?"
Anya antworte verlegen "Naja so würde ich es nicht nennen" "Ach nein Schatz, als was würdest du es denn dann bezeichnen? Du hast mir fast den Kopf abgerissen."
Buffy sah mit verzerrter Miene von Xander und Anya hinüber zu Willow. Die zuckte leicht mit den Achseln und sagte "Wir konnten bisher noch nicht identifizieren was das für eine dämonische Aura ist Buffy, aber du musst unbedingt hinaus. Alle Vampire und Dämonen scheinen heute Nacht durchzudrehen und viel angriffslustiger zu sin. Und die Straßen sind voller Menschen, die außer ihren Prügeleinen nichts mehr wahrnehmen."
Buffy straffte sich "Anya, kannst du versuchen dich in der Dämonenwelt umzuhören? Giles? Sie, Tara und Willow suchen in den Büchern nach einem ähnlichen Fall. Xander?" fragte Buffy. "Würdest du mich heute begleiten?
Überrascht sah er sie an "Ähh na aber sicher Buffy." Insgeheim freute er sich darüber, dass die anderen zu langweiligen Nachforschungen verdonnert wurden und er dagegen mit Buffy auf Patrouille gehen durfte.
"Pass auf meinen Xander auf" gab Anya Buffy noch mit auf den Weg.

Buffy und Xander verließen eilig den Zauberladen und Buffy strebte wieder dem Stadtzentrum zu. Aber entgegen ihren Vermutungen war die Innenstadt wie leergefegt. Buffy drehte sich in alle Richtungen und sah Xander verwirrt an "Wo sind die denn alle? Vor einer halben Stunde war hier noch alles voller Menschen."
Ich schlage vor, das wir uns auch die Randgebiete der Stadt ansehen, vielleicht sind sie alle auf dem Weg nach Hause.
"Das ist eine gute Idee, dann los"
Während sie eilig nebeneinanderher schritten, spürte Xander dass seine Freundin etwas auf dem Herzen hatte. "Buffy verrätst du mir jetzt wieso ich dich begleiten sollte? Ich mein, ich freu mich ja, aber meinen Schutz wirst du wohl nicht brauchen"
Buffy erwiderte einige Zeit lang nichts und Xander wollte gerade noch einmal nachfragen, da fing Buffy doch noch an zu sprechen.
"Wie war das vorhin, als Anya dich angegriffen hat?"
"Tja, also im Grunde kam Anya ins Zimmer und sah so merkwürdig aus. Als wäre sie unfassbar wütend. Und dann hatte sie diesen Ausdruck in den Augen als ob sie mir weh tun wollte und diesen Ausdruck habe ich nie zuvor gesehen"
"Und wieso hat sie aufgehört?"
"Wohl wegen meiner Reaktion. Du weißt ja, Anya hat ihre Dämonenkräfte nicht mehr, aber sie war trotzdem verflucht stark. Aber irgendwie bin ich doch zu ihr durchgedrungen und sie war so entsetzt von ihrer Tat, dass sie wieder zu sich kam." Wir riefen Giles an und Tara und Willow sprachen ihre Zauber. Dann konnte Anya uns von der dämonischen Aura erzählen."
"Na toll", stöhnte Buffy. "Dann hat also höchstwahrscheinlich eine dämonische Macht dafür gesorgt, dass…"
"Wofür gesorgt, Buff?" Fragte Xander verständnislos. "Was ist denn eigentlich los?"
Aber Buffy antworte ihm nicht darauf. "Xander, du geht zurück in den Zauberladen und sagst Willow genau das gleiche, was du mir gerade erzählt hast, verstanden?"
Xander nickt verwirrt. "Und das sie Spike mit in den Zauber einbinden soll"
Ohne ein weites Wort sprintete Buffy davon in die Nacht.

Keine zehn Minuten später kam sie auf dem Friedhof an. Vergessen war momentan alles was zwischen Spike und ihr geschehen war, in diesem Augenblick überwog die Sorge dass ihm etwas passiert sein könnte.
Niemand war ihr begegnet und sie fragte sich wo sowohl Menschen als auch Vampire und Dämonen hin sein könnten. Sie öffnete die Tür von Spikes Gruft und begann ihn zu rufen.
"Spike? SPIKE?!"
Aber die Gruft war verlassen. Buffy sah sich um, wohin könnte Spike gegangen sein? Was mochte jetzt in ihm vorgehen?
Bis zu Morgengrauen lief Buffy in der Stadt Patrouille aber konnte weder Menschen, Dämonen noch ihren Vampir entdecken, obwohl sie die Augen nach ihm aufhielt. Als es schon hell war kehrte sie zu ihren Freunden zurück.
"In der Stadt war alles ruhig, konntet ihr schon was herausfinden? Keine Ahnung wo die alle hin sind."
Willow freut sich sie zu sehen " Buffy. Wir haben Spike mit eingebunden, er dürfte also nicht mehr beeinflusst werden. Hast du ihn gefunden?"
Bevor Buffy antworten konnte fragte Xander "Spike? Wieso denn jetzt Spike? Du hast doch wohl nicht wieder was mit ihm, oder wie ist das?"
"Nein, Xander ich hab nichts mit ihm. Aber der Bann betraf ihn auch und er hat mich gestern Abend … angegriffen."
"Ach so ist das." murmelte Xander giftig "Na das passt ihm bestimmt gut in den Kram, dass es eine dämonische Aura für seine Schlechtigkeit verantwortlich machen kann."
Tara war wie immer diejenige, die versuchte zu vermitteln "Wenn Spike Buffy angegriffen hat, dann stand er sicher auch unter dem Bann. Ich glaube nicht, dass er Buffy etwas antun würde. Das hat er schließlich schon so oft bewiesen."
"Danke Tara" murmelte Buffy und ihre Ohren färbten sich zartrosa. Ja, er hatte es schon oft bewiesen, öfter als die anderen ahnten.
"Tara, du redest hier über Spike. Er hat höchstens oft bewiesen wie wichtig es ihm ist von Buffy zu bekommen was er will. Nichts anderes. Ich trau diesem Blutsauger nicht und du solltest das auch nicht." Xander verschränkte die Arme.
Willow sah Buffy beredt an, die Erleichterung eine Erklärung für Spikes Verhalten gefunden zu haben, war ihr vom Gesicht abzulesen. Dieses Gefühl war so stark, dass es sie beinahe umwarf. Was das für sie zu bedeuten hatte, damit würde sie sich später beschäftigen.
"Jetzt ist heller Tag und die Stadtbewohner sind immer noch verschwunden." lenkte Willow die Aufmerksamkeit der anderen auf sich.
"Wir müssen unbedingt herausbekommen, wo sie alle hin sind."
Giles überlegte laut "Nun, ich weiss von einigen Kulten die massenhaft Menschen entführen, aber die verbreiten keine bösartige Aura. Und die meisten Dämonen die ich kenne, sind keinstenfalls in der Lage in so einem großen Umkreis… Das würde auf jeden Fall mächtigste Kräfte erfordern…"
Giles erbleichte plötzlich "Ich muss sofort im Codex Veriantiona nachschlagen".
Anya sah ihn erstaunt an. "Das gehört doch zu den drei mächtigen schwarzen Büchern oder nicht?" Alles sahen Giles fragend an.
Giles erklärte "Ja das ist zutreffend. Die drei schwarzen Bücher sind ein Sammelsurium der finstersten und dunkelsten Mächte, ich befürchte dass in einem von ihnen was über unseren neuen Gegner drinsteht. Ich hab da so eine Vermutung. Betet, dass sie nicht zutrifft."

Spike hatte eine Gruppe von zombiehaft willenlosen Menschen raus aus der Stadt verfolgt. Der Sunnydale Wald war weitläufig und von nur wenigen Wegen durchzogen. Aber Spike konnte sie natürlich riechen. Und so folgte er ihnen bis tief in den Wald hinein, sich immer in den Schatten haltend. Erst als er an einer großen Lichtung ankam und sah dass Menschen, Vampire und Dämonen allesamt zusammen auf dem Boden lagen, kamen ihm Zweifel daran, dass er das alleine schaffen würde. Das schien etwas Großes zu sein, was sich dort anbahnte. Spike entschloss sich umzukehren und zu versuchen mit Buffy darüber zu sprechen, aber er stellte fest dass er sich trotz dieses Vorsatzes weiter auf sie Lichtung zubewegte. Sein Denken wurde immer undeutlicher und der rote Nebel kehrte zurück. Spike nahm noch wahr, dass sich an der gegenüberliegenden Seite der Lichtung eine Felswand befand, indem sich eine Höhle befand. Aber in diesem Moment sank Spike neben einer Hausfrau aus East Sunnydale und einem  gehörnten Speidämon auf die Erde und spürte nichts mehr.

"Ähh hier.. Der Erzdämon Akatash." Giles lief mit dem Buch in der Hand vor dem Tisch auf und ab.
"Alle tausend Jahre entkommt er seinem Gefängnis, wenn man ihn nicht in ein neues, heiliges Gefäß einschließt. Akatash ist ein pechschwarzer Dämon mit einem Knochenschädel als Kopf. Sein Blut fließt außerhalb seines Körpers in kleinen Rinnsalen die ihn von oben bis unten bedecken. Das ist auch der Grund wieso seine Aura so mächtig ist. Menschen, Vampire, Dämonen und alle anderen Arten von intelligenten Lebensformen werden erst gegeneinander aufgebracht und erhalten dann den sogenannten Ruf der Blutes. Das Blut von Akatash leuchtet und pulsiert über seinen Körper und ruft sich Opfer. Je mehr Menschen Akatash zu sich rufen kann, desto größer und mächtiger wird seine Aura. Bis ihm irgendwann alle Menschen und alle Dämonen auf der Welt zu Willen sind."
Während dieser Worte erbleichte nun Anya "Das ist einer der wenigen Dämonen, vor dem andere Dämonen  Angst haben. Mit Erzdämonen ist nun wirklich nicht zu spaßen. Als ich zur Dämonin gemacht wurde, war er gerade von einem Hexencoven wieder in einen großen Edelstein gesperrt worden. Aber trotzdem sprach die Dämonenwelt monatelang von nichts anderem. Er nimmt uns jeglichen Willen, es wäre so, als hätte er die ganze Welt vernichtet, obwohl wir alle noch hier sein werden."
"Und wie kann er wieder eingesperrt werden? Kann man ihn nicht ganz vernichten?" fragte Buffy.
"Nunja, er ist ein Erzdämon. Es gibt keine mir bekannte Macht, die in der Lage wäre, einen Erzdämon zu vernichten, aber das wir ihn in ein neues Gefängnis sperren muss ausreichen." Giles schien sich seiner Sache recht sicher zu sein.
"Na also, und wie machen wir das?" mischte sich jetzt auch Xander ein. Tara und Willow hatten bisher nur stumm gelauscht.
Giles nahm seine Brille ab und runzelte die Stirn. "Nun, man müsse zunächst ein geeignetes Gefäß finden. Ein so starkes Artefakt, dass es in der Lage ist den Erzdämon für tausend Jahre zu bannen. Leider besitzen wir so etwas nicht und ich wüsste nicht wie man so etwas herstellt. Da müsste ich den Rat der Wächter kontaktieren. Das betrifft sie ja auf lange Sicht genauso wie uns.
Wenn wir dann über ein geeignetes Artefakt verfügen muss eine oder mehrere mächtige Zauberkundige oder… " er blicke auf Tara und Willow  "…mächtige Hexen den Bannspruch sprechen. Allerdings ist das sehr gefährlich und … nunja… "
"Was denn, Giles?" fragte Willow ein wenig trotzig. Sie wusste, dass sie keine Magie mehr anwenden sollte aber wenn das Schicksal der Welt davon abhing würde es tun, trotz aller Gefahren.
"Es funktioniert nur mit der ältesten und grausamsten Blutmagie. Das bedeutet jemand muss mindestens die Hälfte seines Blutes dafür opfern. Und ob man das überlebt ist… nun… fraglich…"
Nach diesen Worten herrschte Stille. Alle sahen sich betroffen an.  Willow war die erste, die wieder etwas sagte "Haben wir denn eine andere Wahl?"
"Giles, Sie besorgen schnellstmöglich ein geeignetes Gefäß, Willow und Tara versucht soviel wie möglich über das Verbannungsritual herauszufinden und wie man es überstehen kann. Ich werde in Zwischenzeit versuchen rauszufinden wo sich dieser Erzdämon aufhält. Anya?"
"Jaa?" fragte sie zaghaft
"Kannst du die dämonische Aura so spüren, dass du mich zu ihrem Ursprung führen kannst?"
Anya zögerte "Ja, ich denke schon, aber kannst du nicht einen entbehrlicheren Dämon fragen?"
"An, sie braucht deine Hilfe." sagte Xander entnervt.
"Ja und? Buffy braucht immer Hilfe und während sie ständig von den Toten wiederkehrt, tun ihre Freunde das wahrscheinlich nicht, oder?" versetzte Anya bissig.
"Ich weiß, dass du Angst hast, aber ich finde Akatash nicht ohne dich. Ich wüsste nicht mal, in welcher Richtung ich suchen soll."
"Hach na gut, aber wenn der Erzdämon mich frisst, ist das alles nur deine Schuld, Xander."
"Häh, wieso denn jetzt meine?"
"Ich werde schon gut auf Anya aufpassen, sollte sie durchdrehen und mich Akatash als Opfer bringen wollen" "Ha ha, sehr lustig Buffy." sagte Xander.
Buffy und Anya machten sich auf den Weg
"Wohin müssen wir?"
"Die Energie führt auf jeden Fall vom Stadtzentrum weg." sagte Anya.  
"Dann lass uns hoffen, dass seine Energie noch  nicht zu stark ist, und wir unbeschadet wieder zu den anderen zurückkehren."

Nachdem Buffy und Anya die Spur von Akatash bis zum östlichen Wald von Sunnydale verfolgt hatten, sagte Anya "Es ist nicht mehr weit, wir würden vermutlich in weniger als zwanzig Minuten auf ihn stoßen. Ich vermute, er verbirgt sich in einer der großen Höhlen. Da sind seit jeher Menschen verschwunden, die versucht haben diese Höhlen zu erforschen." erzählte Anya.
"Dann können wir doch jetzt zurückkehren und den anderen davon berichten oder?"  
"Nein, wir müssen uns vergewissern, dass die Menschen die er zu sich gelockt hat vorerst in Sicherheit sind. Wenn er schon angefangen hat sie zu opfern, dann wird er bald zu stark um ihn wieder einzusperren."
Anya seufzte "Wollen wir hoffen, dass du weißt was du tust"
Buffy und die widerstrebende Anya fanden innerhalb von einer Stunde zu der großen Lichtung im Wald auf der Spike gestern Nacht zusammengesunken war. Aber außer sehr vielen niedergetrampelten Gräsern fanden Buffy und Anya keine Spur von den Stadtbewohnern oder irgendwelchen Dämonen aus Sunnydale. Dass die Dämonen verschwanden, dagegen hatte Buffy erstmal nichts, aber sie befürchtete das Spike ebenfalls von dem Erzdämon gefangen gehalten wurde, so wie die übrigen.
"Kannst du noch etwas spüren, An? Anya!?" Buffy drehte sich zu Anya um und erschrak. Anyas Augen waren rot und leuchtend und sie kam direkt auf Buffy zu.
Aber noch bevor Buffy reagieren konnte, ging Anya schon wie in Trance an ihr vorbei. Buffy merkte jetzt erst, dass an einer Seite der Waldlichtung eine Felswand stand und Anya ging zielstrebig darauf zu. Buffy folgte ihr und war erstaunt dass sich die Felswand plötzlich veränderte als Anya davor stand. Eine Öffnung hatte sich aufgetan und dahinter gähnte absolute Schwärze. Kaum hatte Anya den ersten Schritt hinein gemacht war sie auch schon nicht mehr zu sehen. Buffy trat ebenfalls durch die Öffnung die sogleich hinter ihnen beiden sofort wieder verschloss.
Es war sehr dunkel wo sie jetzt waren, aber ein schwacher Lichtschein war auszumachen und so konnte Buffy Anya weiter folgen.
Nach etwa zehn Metern erreichten sie eine Höhle gigantischen Ausmaßes. Und sie war über und über mit liegenden Körper bedeckt. Anya sank ebenfalls sogleich wie tot zur Erde, aber Buffy stellte fest dass alle hier Anwesenden nur betäubt waren. Sie sah Dämonen, ebenso wie Vampire und völlig normale Menschen. Anya hatte auch unter dem Schutzzauber gestanden, wieso war sie nicht immun? Oder besser, wieso war sie es?
In dem Moment als sie sich die Frage stellte hörte sie eine Stimme die von überall her zu kommen schien. "Erwählte… Ich habe deine Aura schon seit einiger Zeit gespürt."
"Hast du mich deshalb nicht in deinen Bann gezogen, so wie alle anderen? Und bist du so hässlich das du dich nicht zeigen kannst?"
"Haahahahahahah." Der Erzdämon lachte tatsächlich "Du hast es so gewollt, du sogenannte Beschützerin. Du wirst niemals wieder jemanden beschützen." und mit diesen Worten stand Akatash von einer Sekunde auf die andere direkt vor ihr. Buffy wich unwillkürlich zurück. Er sah einfach nur abscheulich aus. Er hatte nachtschwarzes Fell, durchzogen von rot leuchtenden, pulsierenden Adern, und dort wo eigentlich sein Kopf sein sollte war nichts als ein leerer Bärenschädel in dessen toten, fleckigen Augenhöhlen ein rotes Licht glomm. Er stank bestialisch und war gut doppelt so groß wie Buffy selbst. Kaum hatte er sich materialisiert hieb er schon mit seinen messerscharfen Klauen nach ihr, während sein leuchtendes Blut rötliche Schwaden abgab, die sie benommen machten.
"Du müsstest mal duschen!" Buffy konterte den Hieb und wich den scharfe Klauen aus.
"Bald wirst du wieder für tausend Jahre ein Schläfchen halten."
Der Erzdämon brüllte auf und Buffy und er lieferten sich ein blutiges Gefecht in dem Buffy letztlich die Oberhand gewann. Immer wieder hieb Buffy mit ihrem Pflock auf den Dämon ein, bis seine leuchtenden Adern merklich matter wurden.
"Du wagst es mich zu verletzen…. " spie Akatash aus. "Du weißt nicht, mit wem du dich hier anlegt, Erwählte. Du hast nicht die Macht mir zu trotzen, ich bin älter als die Welt selbst." Er packte Buffy am Hals und hob sie dicht vor seinen schaurigen Schädel. In Buffys Kopf dröhnte es, er schien in ihr Denken einzudringen. Buffy schrie auf und trat nach dem Erzdämon.
Dieser schleuderte sie auf den Boden und das rote Glimmen in seinen Augenhöhlen war nun ein gleißender Schein "Du niedere Sterbliche. Ich habe in dein Herz gesehen und du wirst angemessen dafür bestraft werden, dass du versucht hast mich zu bezwingen. Du wirst verflucht zu leiden und deine Freunde sterben zu sehen. Und du wirst nichts dagegen tun können." Mit einem Schwenk seiner Klaue erhob sich eine der am Boden liegenden Gestalten, und als Buffy noch zu verstehen versuchte was hier gerade vorging, verschwand Akatash so plötzlich wie er aufgetaucht war.
Die Gestalt kam näher und Buffy erkannte Spike.
Die Erleichterung wurde sofort von Angst ersetzt, nicht nur um sich sondern auch um Spike, als er ohne zu zögern zum Angriff überging.
"Spike" schrie Buffy ihm entgegen. "Spike, ich bin es."
Aber Spike reagierte nicht, sondern begann sie mit bösartiger Miene zu umkreisen. "Die süße Jägerin ist also hier. Ich werde dich ausweiden und dein Blut trinken."
Mit diesen Worten griff er an, Buffy konnte sich nur mit Mühe wehren. "Spike, bitte. Du stehst unter Akatashs Bann. Komm wieder zu dir, du verflixter Vampir."
"Ich bin so klar wie nie zuvor, Schätzchen. Glaubt es hält mich auf, dass ich ein paarmal mit dir unter die Laken geschlüpft bin? So gut warst du nicht."
Diese Worte trafen Buffy tief, obwohl sie wusste, dass es nicht Spike war, der da sprach. Oder vielleicht doch ein kleines bisschen? Aber vor allem machte es sie wütend. Mit mehreren gut platzierten Tritten und Schlägen hatte sie Spike schwungvoll auf den Boden geworfen. Nun kniete Buffy  auf ihm, den Pflock bereit in ihrer Hand. Spike grinste hämisch. "Auf mir magst du es am liebsten, nicht wahr, Sweetie-Pie? Ich werde es lieben dich zu töten und alle deine dummen, kleinen Freunde ebenso."
Buffy holte aus, ihr ging soviel durch den Kopf. Spike würde ihre Freunde angreifen und auch versuchen sie zu vernichten wenn er konnte und Spike war ein starker Vampir. Sie musste dem ein Ende setzten. Chip hin oder her, Spike war ein Vampir. Und sie tötete Vampire.

Spike wehrte sich nicht. Er lag einfach unter ihr und sah sie hasserfüllt an. Buffy holte aus und stoppte den Pflock nur Zentimeter vor Spikes Brust. Selbst überrascht von ihrer Unfähigkeit einen gefährlichen Spike zu töten, sah Spike sie ebenfalls verwundert an. Aber dieser Moment dauerte nur eine Sekunde. Dann stieß Spike Buffy so kraftvoll weg, dass sie einige Meter durch die Luft flog und sie kurzzeitig benommen war. Spike lief zur Öffnung in der Felswand und war verschwunden, bevor Buffy sich wieder gesammelt hatte.
"Mist" fluchte Buffy. Was war nur los? Sie musste hinter ihm her, bevor noch einer ihrer Freunde seinetwegen zu Schaden kam. Aber Buffy war froh, dass Spike nicht als Aschehäufchen hier vor ihr lag. Sehr, sehr froh.
Sie schleppte die bewusstlose Anya mit sich ins Freie und als sie sich einige hundert Meter von Akatashs Höhle entfernt hatten, kam Anya wieder zu sich und Anya sah Buffy fragend an "Keine Zeit für Erklärungen Anya, wir müssen so schnell es geht zu den anderen."
Also liefen sie los.

Es wurde schon dunkel, aber Spike dürfte trotzdem noch um einiges langsamer voran kommen als sie. Alle ihre Freunde waren im Laden versammelt und allen schien es gut zu gehen.
"Buffy" rief Willow aus, als sie eintraten. "Was ist mit euch passiert?" Man sah deutlich die Spuren des Kampfes und Anya ließ sich entkräftet auf einen der Stühle sinken "So ein Menschendasein ist doch nichts für Weicheier." ächzte sie.
"Buffy, was ist da mit mir geschehen? Ich hatte ganz entsetzliche Bilder im Kopf, schreckliche Albträume davon, wie ich Menschen zerreiße, versklave und dem Erzdämon diene."
"Du bist ohnmächtig geworden, so wie alle anderen die unter seinem Einfluss standen." sagte Buffy knapp.
"Leute, wir haben ein Problem."
Buffy wartete, bis ihr alle zuhörten. "Dieser Akatash hat Spike in sein Werkzeug verwandelt. Er wird jeden von euch töten, den er sieht. Ich hab mit ihm gekämpft, aber…" Jetzt stockte sie.
"Häh? Hat er dich etwa besiegt? Du bist doch wohl stärker als der Blondschopf?" fragte Xander verächtlich.
"Das ist keine ganz unberechtigte Frage." ließ sich nun Giles vernehmen. Buffy fühlte sich in die Defensive gedrängt, aber ihre Ehrlichkeit siegte.
"Nein, ich konnte ihn überwältigen, aber ich konnte ihn doch nicht einfach so pfählen. Immerhin steht er unter einem Bann und kann im Grunde nichts dafür."
"Buffy, sag mal spinnst du? Auch ohne Bann würde Spike Menschen angreifen, wenn er nicht diesen dämlichen Chip im Schädel hätte. Hat der Erzdämon dich etwa auch erwischt? " Xander war wütend.
"Ich glaube nicht, dass Spike wirklich böse ist, das hätte ich gemerkt." tönte Dawn.
"Du solltest überhaupt nicht hier sein und schlafen solltest du auch." sagte Buffy streng.
"Aber Buffy, du hast nicht wirklich vor Spike etwas anzutun, oder? fragte Dawn flehentlich.
"Du hast uns lieber alle in Gefahr gebracht, weil du Spike nicht töten konntest, obwohl er ein seelenloser Vampir ist?" fasste Willow entsetzt zusammen. "Ich wusste ja dass da mal was mit ihm lief, aber du wirst doch wohl nicht vergessen haben, wer oder was Spike ist? Oder wie ich dich im Badezimmer gefunden hab?"
Jetzt wurde Buffy doch wütend "Ich werde nicht einfach so Spike pfählen, ohne zu versuchen ihn zu retten. Er hat uns in der Vergangenheit sehr geholfen, er war für Dawn da als ich tot war. Ist Spike für mich ein Vampir wie alle anderen auch? Nein, er ist mehr, auch wenn ihr ihn vielleicht nicht mögt, ist das noch kein Grund ihn einfach so kaltzumachen. Jeden von euch würde ich versuchen zu retten."
"Buffy…" sagte Tara hilflos und sah Buffy mitfühlend an. Allen hatte es die Sprache verschlagen.
Giles fing sich schnell wieder "Dann müssen wir versuchen Akatash so schnell wie nur möglich wieder zu verbannen. Dann besteht die Möglichkeit, dass Spike wieder…. hmmm… ganz der Alte wird."
Xander giftete noch mal "Wieso wirkt eigentlich der Chip nicht? Er greift doch jetzt Menschen an oder nicht?"
"Die Magie eines Erzdämon dürfte weitaus stärker sein, als ein menschengemachter Chip, Xander. Wir müssen davon ausgehen, dass Spike sehr gefährlich ist." erklärte Giles milde.
"Der Rat der Wächter hat mich auf das Siegel von Musantai hingewiesen, welches sich in meinem Besitz befindet. Dieses müsste stark genug sein, den Geist des Erzdämons gefangen zu halten."
"Worauf warten wir dann noch?" fragte Buffy.
Es war stockfinstere Nacht, als sich Buffy und ihre Freunde wieder auf den Weg zur Höhle des Erzdämons machten.

Sie hofften alle gut genug vorbereitet zu sein, aber Buffy war nicht ganz bei der Sache. Sie dachte an Spike und hoffte, er würde ihnen gleich nicht im Wege stehen, sie hatte keine Ahnung was sie dann tun konnte.
Willow und Tara hatten alle Mühe den Schutzzauber aufrecht zu halten, je näher sie dem Zentrum der dämonischen Aura kamen.
"Und du bist dir auch wirklich sicher, Tara?" fragte Buffy.
"Es muss so herum sein. Willow ist weitaus mächtiger als ich und sie muss Akatash einsperren und sein Gefängnis versiegeln. Ich würde es allein nicht schaffen."
"Aber es ist so gefährlich, Liebste" meinte Willow mit ängstlicher Miene. "Es kann sein dass du dabei stirbst"
"Ich werde nicht sterben Willow. Ihr passt ja alle auf mich auf."
Tara gab Willow einen kurzen, aber gefühlvollen Kuss und legte sich auf den Boden vor dem Eingang der Höhle.
Willow setzte sich mit dem Codex Veriantiona neben sie. Giles und Xander nahmen Dawn schützend in ihre Mitte. Da sie alle hier anwesend waren und Spike irgendwo herumlief und womöglich eine Gefahr für Dawn darstellte, hatten sie es für klüger gehalten, sie mitzunehmen. Dawn war das natürlich nur recht.
"Die Blutmagie ist eng verbunden mit dem Licht des Mondes. In der Höhle kann es nicht gelingen. Buffy, du musst dafür sorgen dass Akatash dir ins Freie folgt. Hast du den Dolch der Ketari? Mit ihm sollte es dir möglich sein Akatash zu verwunden."
"Darf ich den danach behalten?" fragte Buffy bewundernd. Der Dolch war etwas größer und länger als ein üblicher Dolch und besaß eine schwach grün leuchtende Klinge. Der Griff war aus Silber und die Waffe fühlte sich lebendig in ihrer Hand an.
"Ähh nein sicherlich nicht, der Dolch ist ein mächtiges Artefakt das sich nur im Besitz von Gelehrten und naja Wächtern befinden sollte, außer es ist unumgänglich, dass jemand ihn benutzt."
"Schade." meinte Buffy.
"Vergiss nicht, dass nur Blutmagie die Quelle seiner Kraft ist und man sollte sie nur sehr vorsichtig einsetzen."
"Jaja ist gut Giles, Sie kriegen ihn ja wieder." Buffy verdrehte die Augen. "Wann kann es denn losgehen?"
"Tara, bist du bereit?" fragte Giles angespannt.
Anstatt zu antworten, hielt Tara Buffy ihren nackten Unterarm hin. Buffy zögerte kurz, blickte Tara in die Augen und murmelte "Wir werden es schaffen."
Tara nickte und sogleich hob Buffy den Dolch und schnitt eine tiefe Wunde in Taras Arm. Wenn es ihr nicht rechtzeitig gelang, Akatash zu Willow zu bringen, würde Tara verbluten. Se musste sich beeilen. Ohne ein weiteres Wort stürmte Buffy in die Höhle, während Willow und die anderen sich wappneten.

Es war noch finsterer in der Höhle als tagsüber und immer noch lagen Menschen und Dämonen auf dem Boden verstreut. Buffy überlegte sich, wie sie Akatash dazu bringen könnte, sich ihr zu zeigen.
"Dein magischer Bann hat überhaupt nichts bewirkt, du Möchtegern-Erzdämon. Flüche sind wohl nicht so deine Stärke, was? Weder Ich noch meine Freunde sind tot. Komm doch raus, wenn du dich traust."
Kaum hatte sie diese Worte gesprochen, tauchte Akatash erneut völlig unvermittelt vor ihr auf.
"Ahhhh du Sterbliche, natürlich hast du diesen unwürdigen Vampir nicht töten können. Ich habe es in deinem Herzen gesehen und ich sehe auch deine Zukunft. Nur weil sich mein Fluch noch nicht erfüllt hat, bist du noch lange nicht gerettet. Dieser Vampir wird alle deine Freunde töten, und ganz am Schluss auch dich. Es gibt nur eine einzige Möglichkeit ihn von dem Bann zu befreien. Ich muss es tun. Sag deinen nichtswürdigen Menschenfreunden, dass sie verschwinden sollen, dann nehme ich den Bann von ihm."
"Das hättest du wohl gern, du Scheusal." Buffy wollte zum Angriff mit dem Dolch ansetzen, doch Akatash kam ihr zuvor. Seine Klaue berührte ihre Stirn und Bilder durchfluteten ihren Kopf.
Sie sah Spike, wie er Menschen tötete. Sah sich selbst, wie sie ihn davon abzuhalten versuchte. Es nicht schaffte. Und sah sich selbst in Spikes Armen sterben, während er ihr das Blut aus dem Körper saugte.
"Nein" flüsterte Buffy entsetzt. "Nein, das kann nicht wahr sein…"
"Was tust du nun, Erwählte? Du kannst wählen mich einzusperren, aber dann wird dein Geliebter dich und alle deine Freunde vernichten. Oder du kannst mich in Ruhe lassen und ich nehme den Bann von ihm."
"Ich werde Spike töten, wenn ich muss" sagte Buffy hart. "Ich weiß, dass ich es kann, ich habe so etwas schon einmal getan. Das wird mich nicht aufhalten. " sagte Buffy aber ihre Stimme klang nicht einmal für sie selbst überzeugend. Würde sie erneut den Mann den sie…. liebte, töten können so wie einst Angel?
Der Erzdämon war wahrlich ein gleichwertiger Gegner, Buffy  war gefangen in ihrem Dilemma.
"Nein..." schnarrte Akatash "Du wirst es nicht können. Der Schmerz würde dich zerreißen. Du wirst ihn nicht töten können und damit ist dein Schicksal besiegelt. Und das deiner Freunde auch."
Buffy war wie gelähmt. Aber ihr Jägerinneninstinkt begann sich zu regen. Akatash hatte vor die ganze Welt zu versklaven. Das musste sie verhindern. Auch wenn sie es vielleicht nicht über sich brächte Spike zu töten, so wäre ihr Tod und der Tod ihrer Freunde immer noch das kleine Übel. Plötzlich sehr klar im Kopf hob Buffy den Ketari-Dolch, der hell aufleuchtete und hieb ihn mitten in eine der leeren Augenhöhlen des Erzdämons.
Er schrie laut auf und das Blut das über seinen Körper floss färbte sich so dunkelrot, dass es beinahe schwarz aussah.
Buffy setzt ohne zu zögern einige Tritte und Schläge hinterher. Akatash taumelte und Buffy riss ihn trotz seiner gewaltigen Größe mit sich. Noch lange nicht besiegt, aber deutlich geschwächt hieb der Erzdämon mit seiner Klaue nach dem Hals der Jägerin, traf aber stattdessen ihre Wange.
Ein Rinnsal aus Blut ergoss sich über Buffys Gesicht, aber sie ließ sich nicht beirren. Sie zerrte Akatash aus dem Gang ins Freie, wo Willow mit Blutroten Haaren und schwarzen Augen einen Meter über dem Boden schwebte und gebadet in Taras Blut anfing den Bannspruch zu sprechen. Ihr ganzer Körper strahlte eine so mächtige Energie aus, dass sie körperlich spürbar war.
"Verflucht seid ihr alle. Der Bann wird bestehen für die nächsten tausend Jahre." brüllte Akatash und dann war es urplötzlich vorbei. Von dem Erzdämon war nichts mehr zu sehen und das Amulett lag ganz unschuldig dort, wo eben noch der Dämon gestanden hatte.
Willow fiel hart zu Boden und stöhnte Xander und Giles stürzen sofort zu Tara, die still und bleich in einer Blutlache lag.
Buffy sah nach ob Willow etwas fehlte, aber sie schien nur erschöpft zu sein. Ihre Haare hatte auch wieder ihre normale kupferrote Färbung angenommen.
"Ist es vorbei?" fragte Willow schwach. "Wie geht es Tara?"
Anya war es, die Willow antwortete "Tara ist schwach, aber sie lebt. Wir müssen sie sofort in ein Krankenhaus schaffen."
"Buffy ist mit dir alles in Ordnung?" Giles sah zu ihr hinüber,  aber Buffy winkte ab.
"Mir geht’s gut Giles. Hier ist Ihr Dolch."
Nun nicht mehr leuchtend, legte Buffy den Dolch neben Giles.
"Ich muss Spike suchen, Akatash hat mir gesagt, dass der Bann nicht aufgehoben wird, wenn er eingeschlossen wird. Ihr müsst euch um Willow, Tara und alle anderen in der Höhle kümmern, während ich mich auf die Suche nach Spike mache."
Giles nahm vorsichtig das Siegel in die Hand. Es war mit Messingschnörkeln versehen und sah ganz gewöhnlich aus, wenn man vom Stein in der Mitte absah. Er war tiefschwarz und mit leuchtend roten Linien durchzogen. Buffy schauderte bei diesem Anblick.
"In London wird das Siegel gut aufgehoben sein, ich werde mich bald auf den Weg machen Nun geh Buffy. Hoffentlich hat Akatash gelogen. Sei bitte vorsichtig."
Buffy nickte ihm und den anderen zu und verließ die Lichtung in Richtung Stadt. Wo mochte Spike sein? Wenn er wirklich noch unter dem Bannspruch stand, würde er nach ihr suchen. Der Friedhof! Dort würde sie zuerst nach ihm suchen.

Buffy ging an den ersten Gräbern vorbei aber es schien ihr, als sei sie heute Nacht völlig allein hier auf dem Friedhof. Nichts war zu hören, nicht einmal die Nachtvögel gaben einen Laut von sich. Spikes Gruft kam in Sicht und Buffy überlegte noch, ob sie hineingehen sollte, da trat Spike schon aus der Tür.
"Jägerin" sagte er gedehnt. "Sehnst du dich mal wieder nach einem heißen Vampir-Ritt? Du warst schon immer total naiv. Ein dummes Flittchen das sich von Vampiren antörnen lässt. Ich hab mit dir gespielt, aber nun habe ich dazu keine Lust mehr. Jetzt wirst du sterben."
"Spike..." Buffy war fest entschlossen ihn aufzuhalten, sollte er den Bann nicht abschütteln können. "Spike, du stehst unter einem Zauber. Das bist nicht du, ich bedeute dir etwas. Du hast gesagt, du liebst mich."
"Dumme Jägerin." schalt Spike dämonisch. "Hast du wirklich geglaubt, du, die heilige Buffy, könntest sogar in einem seelenlosen Monster Liebe erwecken? Ich weiß nicht mal, was das ist! Das einzige was ich will, ist dich aufschlitzen und austrinken." Er leckte sich über die Lippen und dann stürmte er auf Buffy los.
Seine scharfen Zähne funkelten bedrohlich, während er versuchte ihren Hals zu packen, aber Buffy warf sich blitzschnell herum und ging Spikes Hieb ins Leere. Er stürzte sich sofort wieder auf sie, während Buffy sich wehrte. Er schlug sie ins Gesicht, so dass Buffy beinahe ohnmächtig wurde. Trotzdem griff sie nicht an, sondern versuchte nur sich zu verteidigen.
"Spike!" rief Buffy nachdrücklich "Spike, hör auf, du tust mir weh." Als Antwort darauf schlug Spike ihr rechts und links in Gesicht und Schmerz explodierte in Buffys Kopf. Spike zwang sie in die Knie und Buffy nahm wahr, dass dies genau die Szene war die sie in der Höhle des Erzdämons gesehen hatte. "Spike..." sagte Buffy kraftlos. "Du willst mich nicht töten."
Buffy lag nun auf dem Boden und Spike kniete über ihr. Es war dieselbe Pose wie in Akatashs Höhle nur umgekehrt. Spike hielt ihre Arme fest und fletsche die Zähne.
"Spike, du liebst mich, du kannst mich nicht töten. Genauso wenig wie ich dich töten konnte. Weil du mich liebst… " Buffy wusste, dass es stimmte. In genau diesem Moment verließ sie jede Furcht.
"Du kannst mir nicht weh tun und du wirst mir nicht wehtun."
Buffy ließ jede Gegenwehr fallen und lieferte sich ihm komplett aus.
Einige Sekunden lang geschah nichts, dann spürte sie regelrecht den Moment als der Bann brach. Sie hatte sich geweigert, weiter gegen Spike anzukämpfen und hatte in das Gute in ihm vertraut. Das nahm dem Fluch die Kraft und Spike kam wieder zu sich.
"Buffy" sagte er erschrocken. Sofort ließ er ihre Hände los und sprang auf, aber als er ihr seine Hand hinhielt, damit sie ebenfalls aufstehen konnte, ergriff sie sie ohne zu zögern.
"Ich hab dagegen angekämpft, Buffy. Die schrecklichen Dinge die ich getan habe… die ich gesagt habe…"
"Das warst nicht du, Spike. Das war Akatashs Einfluss und nun ist er wieder sicher in einem neuen Gefängnis."
"Aber ich wollte dich töten, verflucht, ich wollte es und hätte es fast getan. Verfluchte Hölle, wieso hast du mich nicht einfach zu Vampirstaub gemacht? Du hast dich nicht mal gewehrt."
"Ich… ich hab einfach gewusst, dass du mich nicht wirklich verletzen würdest. Ich glaube, ich habe endlich verstanden, dass du wirklich Gefühle für mich hast. Seele oder nicht." antworte Buffy leise.
"Und darauf hast du dein Leben verwettet? Bist du verrückt?" Spike sah sie an, als wäre sie nicht ganz dicht.
"Es hat doch funktioniert, oder nicht? Außerdem hatte Akatash recht. Ich wäre nicht fähig gewesen, nochmal den Mann umzubringen, den ich liebe. Nicht mal für die Rettung der Welt. Ich finde Wiederholungen nämlich blöd."
Buffy starrte ihn halb herausfordernd, halb abwartend an.
"Dann hab ich mir das diesmal nicht eingebildet? Du stehst auf den Untoten Blutsauger?"
"Ich dachte Vampire haben gute Ohren." witzelte Buffy.
Sie ging auf ihn zu und flüsterte nah an seinem Ohr "Die Gefahr ist vorüber und deine Gruft ist ganz in der Nähe…"
Spike küsste sie hart, hob sie in einer fließenden Bewegung hoch und trug sie über die Schwelle seiner Gruft…

ENDE
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