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Inevitable [Übersetzung]

von KikaKitty
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
OC (Own Character)
29.06.2017
29.06.2017
1
4.717
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29.06.2017 4.717
 
Diese Geschichte habe auf auf fanfiction.net gefunden. Und da es leider so wenige Geschichten zu Priest gibt, habe ich (natürlich mit Erlaubnis der Autorin) beschlossen sie zu übersetzen und hier hochzuladen.  Das Original könnt ihr hier  lesen. Reviews werde ich so gut möglich weitergeben.
Viel Spaß
________________

Sie bewegte ihren Fuß zum Takt der Musik, die Scud durch das Warenhaus dröhnen ließ. Sie konnte den Mann nicht ausstehen, doch sie konnte wenigstens versuchen mit seinem Musikgeschmack klar zu kommen.
Ihre Finger flogen geradezu über die Tastatur, als sie den Namen „Blade“ in die Suchmaschine eintippte. Sie scrollte durch die Ergebnisse, zufrieden damit, wie wenig die Medien mit dem Namen vertraut waren. Bei dem Gedanken, dass dem Hybriden etwas zustoßen könnte, lief es ihr kalt den Rücken hinunter.
Ohne seine Hilfe wäre sie entweder schon lange tot, oder er würde sie jagen.
Er hatte sie gelehrt, wie man den Durst beherrschen konnte, hatte ihr die Regeln erklärt.

Besorgt kaute sie auf ihrer Lippe, während Blade wieder einmal unterwegs war, Whistler zu finden.
Sie hatte ihn zwar noch nie getroffen, doch es war klar, dass der alte Mann Blade eine Menge bedeutete. Und damit bedeutete er auch eine Menge für sie. Blade gegenüber würde sie es wohl nie zugeben, doch von Zeit zu Zeit verlangte ihr Körper noch immer nach Blut. Schon der Gedanke daran ließ sie erzittern, ob aus Angst oder Verlangen, darüber war sie sich nicht im Klaren.

Mit einem Klick auf „Schließen“ verschwand das Fenster auf dem Bildschirm. Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, legte ihre Füße hoch und versuchte alles um sich herum auszublenden, während sie mit den Fingern geistesabwesend über die Klinge ihres Schwertes strich.
Irgendwie hatte sie es geschafft, Blade zu überreden, ihr eine eigene Waffe zu erlauben. Obwohl sie lieber eine Pistole hätte, hatte sie die eine Wahl, die Blade ihr gegeben hatte, ergriffen.
Sie zog einen Lappen aus ihrer Jackentasche und polierte die Klinge mit viel Sorgfalt.

Das Geräusch eines Automotors lenkte ihre Aufmerksamkeit von ihrer Waffe nach draußen. Sie stand auf und beobachtete, wie das Auto langsam durch das Tor rollte. Ohne etwas zu sagen blieb sie im Hintergrund, beobachtete wie Blade und Scud einige Worte wechselten, sah wie Blade den Kofferraum öffnete. Sie reckte ihren Hals um einen Blick auf Whistler zu erhaschen. Hätte sie es nicht besser gewusst, hätte sie gedacht, er wäre tot, doch das Klopfen in ihren Ohren war der Beweis, dass der alte Mann noch lebte.

„Hast ihn gefunden.“
Sie rollte mit den Augen, als Scud das Offensichtliche aussprach.
„Du hast ihn nicht getötet!“

„Fass mit an.“
Scuds Bewegungen waren ruckartig, als er Blade half Whistler nach oben zu bringen.
Sie folgte ihnen, neugierig Whistler endlich leibhaftig zu sehen, anstatt nur auf Fotos und anderen Dokumenten.

„Ich hab kein guten Gefühl dabei, B.“
Sie trugen ihn in einen Raum und setzten ihn auf einem Stuhl ab.
„Hör dir doch nur an, wie er atmet. Er ist schon fast tot.“
Blade hob den Kopf des älteren Mannes an und eigentlich hatte sie erwartet, Fangzähne zu sehen.
„Er hat Schmerzen. Warum erlösen wir ihn nicht und beenden sein Leid?“

„Sie haben ihn künstlich in diesem Zustand gehalten.“ Sie lehnte sich gegen den Türrahmen und beobachtete, wie Blade etwas aus einer Manteltasche zog.
„Ich gebe ihm ein schnell wirkendes, hoch dosiertes Gegengift. Wie ein Heroinsüchtiger.“ Blade steckte die Nadel in Whistlers Arm, wobei der Mann versuchte sich zu wehren und einen Schmerzenslaut ausstieß.
„Ein eiskalter Entzug in einer Nacht.“

„Die Scheiße wird nicht funktionieren, Mann. Ich sag dir, wir töten den Mistkerl jetzt sofort.“
Sie wusste, dass das die falsche Wortwahl war, noch bevor Blade ihm die leere Spritze unsanft in die Hand drückte.

„Geh raus.“
Schlauerweise befolgte Scud Blades Anweisung und verließ den Raum. Auf seinem Weg nach draußen war er der Frau in der Tür einen Blick zu, der sie einen Schritt zur Seite tun ließ. Dann lehnte sie sich wieder gegen den Türrahmen und lauschte den leisen Worten, die Blade an Whistler richtete.

„Wenn noch etwas von dir übrig ist, Whistler, dann hör mir gut zu. Morgen früh werden diese Jalousien sich öffnen. Ob du geheilt bist… oder nicht.“
Sie trat aus der Tür zurück, während Blade den Raum verließ und die Metalltür verschloss.

Vorsichtig meldete sich Scud zu Wort. „Hey, Mann, ich hab nicht gemeint, dass-“
Mit einer Handbewegung ließ Blade ihn verstummen und deutete dann stumm zu seinem Arbeitsplatz.
Dann wandte er sich ihr zu und machte eine Kopfbewegung in die Richtung, in die auch Scud verschwunden war. Schnell folgte sie diesem zu ihrem eigenen Tisch.
Jedoch nicht, ohne über ihre Schulter hinweg zu beobachten, wie Blade die Treppe hinauf zu seinen Privaträumen ging.
Bevor sie sich wieder dem Computer zuwandte, glitt ihr Blick noch einmal zu der versperrten Metalltür. Das würde eine lange Nacht werden.

~*~*~*~


Am nächsten Morgen saß sie an einer der Arbeitsbänke, die Ellenbogen auf die Knie gestützt, und beobachtete wie Blade die Kammer betrat. Die Stille des Raumes machte sie nervös, lediglich Blades Schritte und die Atmung des anderen Wesens waren zu hören.
Gespannt wartete sie auf irgendeine Reaktion.
„Wie fühlst du dich?“

„Voll beschissen.“
Sie merkte er, dass sie die Luft angehalten hatte, als sie nun erleichtert ausatmete. Als Blade den alten Mann ins Badezimmer führte war sie versucht ihnen zu folgen, um ihr Gespräch mit anzuhören. Doch bei Whistlers Anblick blieb sie vorerst lieber wo sie war.

Stattdessen drehte sie sich mit ihrem Stuhl einmal im Kreis, um dann wieder zu stoppen. Gerade in diesem Augenblick zündete sich Scud eine Kippe am Schweißbrenner an und Blade und Whistler betraten den Raum.
„Whistler, schön dich kennen zu lernen, Mann. Hab schon viel von dir gehört. Ich bin Josh aber nenn mich Scud, das tut jeder.“
Bei dem Blick, den Blade und Whistler tauschten blieb sie vorerst im Hintergrund, um zu beobachten.

Scud fing an, an seinem kleinen Fernseher durch die Cartoons zu zappen, Whistler trat einen Schritt auf ihn zu.
„Sag mal, Skid-“

„Nein Mann, Scud, so wie die Rakete, Scud.“
Bei diesem dummen Spitznamen konnte sie ein Augenrollen nicht vermeiden.

„Wie auch immer. Was tust du hier?“
Scud folgte Whistlers Blick zu dem Wagen, an dem er ständig arbeitete.

„Das hier? Nur ein paar Verbesserungen.“ Er trat etwas näher zu seinem Lieblingsprojekt. „Lachgas und so’n Zeug.“

„Ach ja.“ Whistler beobachtete, wie Scud sein Auto liebevoll ansah. „Hast das ganze Ding aufgepimpt, ja?“

„Ja, mit dem ganzen Paket kommt die kleine sicher auf 300 PS.“

„Das Ding fliegt in die Luft, noch bevor du das nächste Mal das Öl wechselst.“ Whistler wandte seine Aufmerksamkeit wieder Blade zu. „Wo hast du diesen Vogel denn aufgegabelt?“

„Was zum Teufel ist dein Problem, Opa?“ Scud versetzte Whistler einen kleinen Schubser, als er an ihm vorbeiging.

„Mein Problem ist, dass ich die letzten zwei Jahre lang Blutklumpen gelutscht habe.“ Er folgte Scud, wie eine Katze, die eine Maus jagte. „Ich wache wieder auf und stelle fest, dass irgendein kleiner Pisser mit meinem Lebenswerk rumspielt!“

„Wir haben unsere ganze Operation riskiert, um deinen faltigen Arsch zu retten!“

Unsere Operation?“

„Yeah.“

„Unsere Operation? Ich habe diese Operation aufgebaut, du Wichser!“ Zornig packte er Scud an seiner Jacke, als plötzlich einer der vielen Alarme ausgelöst wurde.
Das gesamte Lagerhaus wurde in blaues Licht getaucht, die Sirene spielte verrückt auf Grund der unwillkommenen Besucher.

Obwohl das Adrenalin durch ihre Adern strömte, versuchte sie so ruhig zu bleiben wie möglich.

„Die Bewegungsmelder. Wir haben besuch, Gentlemen.“ Scud checkte das Sicherheitsnetz über seinen Computer.

„Menschlich?“

„Körpertemperatur 10°C. Schätze auf Blutsauger.“

Ein weiterer Adrenalinstoß ging durch ihren Körper, während sie sich von den anderen entfernte, um ihre Waffe zu holen.

Sie erklomm die Stufen zu ihrem Zimmer und holte ihr Schwert aus einem Spezialfach in ihrem Kleiderschrank.
Um die Angreifer zu lokalisieren, legte sie den Kopf etwas schief, doch sie konnte nichts hören.

Plötzlich hallten Schüsse durch das Lagerhaus. Sofort machte sie sich auf den Weg zurück. Zu der Stelle an der sie Scud und den alten Mann zurückgelassen hatte. Als sie dort ankam, sah sie gerade noch, wie eine dunkle Figur Whistler die Waffe aus den Händen riss, ihn zu Boden schlug und auf Scud losgehen wollte.
Um den Angreifer aufzuhalten stürzte sie sich, ohne darüber nachzudenken, auf die düstere Gestalt. Die Waffe fiel geräuschvoll zu Boden und die roten bebrillten Augen wandten sich ganz ihr zu.

Die Person zog ein Schwert, griff sie an, doch sie konnte den Stoß parieren.

„Tageslicht.“ Blades Stimme brachte wieder Leben in Scud. Sofort drückte er auf den Schalter und der ganze Raum wurde in UV-Licht getaucht.

Noch immer füllten die Geräusche aufeinandertreffender Klingen den Raum. Doch Ciara wusste, dass sie sich keinerlei Sorgen um Blade machen musste – besonders, da sie selbst noch mitten in ihrem Kampf steckte.
Wie zum Beweis traf ein schwerer Schlag ihren Körper und presste sämtliche Luft aus ihren Lungen. Der nächste Schlag traf ihren Kopf und ließ sie auf die Knie gehen. Ihre Sicht war verschwommen und alles drehte sich.
Doch ihr Gegner gab ihr nicht den Rest, sondern ließ sie am Boden kniend zurück, während er zu Blade hinüber eilte.
Obwohl ihr das Blut in den Ohren rauschte, hörte sie noch immer die Geräusche des Kampfes.

„Nyssa! Steck das Schwert weg.“

Blade und die weibliche Figur traten auseinander, blieben dennoch kampfbereit.

„Eure Leute haben zuerst geschossen. Wir sind hier, um eine Botschaft zu überbringen.“

Waffen wurden gesenkt.

„Wir repräsentieren die Regierung der Vampirnation. Sie bieten Ihnen einen Waffenstillstand an.“ Die männliche Figur ging auf ein Knie und streckte Blade eine Nachricht entgegen. „Sie möchten sich mit Ihnen treffen.“

„Scud.“ Die hellen Lichter wurden ausgeschaltet und langsam wurde Ciaras Sicht wieder besser. Eine Hand ergriff ihren Arm und half ihr auf die Beine. Sie nickte Scud dankend zu, doch er blieb in ihrer Nähe.

„Nehmt die Masken ab.“

Der Mann folgte der Anweisung zuerst und streifte sich die schwarze Maske vom Kopf.
„Ich heiße Asad. Das ist Nyssa.“

Diese nahm ihre Maske an und zeigte ihre unnatürlich blasse Haut.

„Sie waren unser gefürchtetster Feind, doch nun lauert etwas anderes auf den Straßen. Etwas Schlimmeres als ihr.“

Unwillkürlich musste Ciara lächeln. War es doch fast unmöglich sich etwas Unheimlicheres als Blade, den Daywalker, vorzustellen.

~*~*~*~


Ciara hasste es, hoch oben in der Luft zu sein, daher beruhigte es sie nicht in einem Helikopter voller Vampire zu sitzen.

„Was ist so witzig?“ fragte Scud Nyssa, während er sich eine Zigarette anzündete.

„All die Geschichten über Blade. Ehrlichgesagt bin ich enttäuscht.“

„Hast du das gehört, B? Sie ist enttäuscht.“

„Er hat viel zu schnell zugestimmt uns zu begleiten.“ Sie redete über Blade, als säße er nicht mit ihnen im Hubschrauber.

„Komm schon, B, zeig’s ihr. Bitte, bitte?“
Auf Scuds Betteln hin öffnete Blade seinen Mantel und zeigte Nyssa sein ‚kleines Geheimnis‘.

„Semtex.“

„Genug Sprengkraft, um einen ganzen Wohnblock dem Erdboden gleich zu machen.“
Als Blade seinen Mantel wieder fallen ließ schaute Nyssa scheinbar genervt aus dem Fenster des Helis.
„Immer noch enttäuscht?“
Für gewöhnlich ging Scud Ciara auf die Nerven, doch da er jetzt jemand anderen ärgerte, entlockte die Situation ihr ein Lächeln.

Bei der Landung drehte sich Ciaras Magen kurzzeitig um und als sie auf den Eingang zuging, flogen ihr sämtliche Haare ins Gesicht.
Sie blieb nahe bei ihrer Gruppe, bemerkte wie Whistler ihr einen Seitenblick zuwarf. Die zwei hatten sich noch nicht offiziell vorgestellt und ehrlich gesagt freute sie sich auch nicht besonders darauf.
„Die Wachen sehen menschlich aus, B. Wahrscheinlich Familiars.“
Ciaras Blick schweifte von dem alten Mann hinüber zu den bewaffneten Soldaten.

Sie betraten einen trist betonierten Raum; Nyssa stand vor einer elektronisch gesicherten Tür, während sie ein Passwort eingab und ihre Hand scannen ließ.
Erst jetzt öffnete sich die Tür und gab den Blick auf einen neuen abgeschlossenen Raum frei.

„Bist du dir sicher hierbei?“ Ciara beobachtete zwar die zwei Vampire vor ihr sehr genau, hörte jedoch auch die Konversation von Whistler und Blade mit.

„Und wenn ich’s nicht bin…“ Blade tippte auf den Sprengstoff unter seinem Mantel. Ciara ließ sich zurückfallen, bis sie neben Whistler stand. Blade ging zu Nyssa hinüber und überreichte ihr die Nachricht, die die Tür öffnen würde.

„Die wahre Macht des Vampirvolkes ist hier konzentriert.“
Sie gingen immer weiter durch Gänge mit antiken und üppigen Objekten an den Wänden, bis sie vor einem Mann hielte, der in einem uralten Buch las.
„Vater?“
Er hob einen Finger um ihr zu signalisieren, dass sie einen Moment warten sollten.

„Blade, die ist Lord Eli Damaskinos“, stellte Asad ihnen den Mann vor.

„Willkommen, Daywalker.“ Der Lord trat auf die Gruppe zu und nahm Nyssas Hand.
„Es heißt „Sei stolz auf deinen Feind und erfreue sich an seinem Erfolg“. In diesem Zusammenhang sollte ich Ihnen danken.“
Ciaras Aufmerksamkeit wurde auf eine Person im Anzug gelenkt, die gerade den Raum betrat. Die ganze Situation in diesem Nest missfiel ihr.

„Für was?“

„Die Eliminierung von Deacon Frost. Sie haben uns einen Gefallen getan. Karek Kounen“, brachte sich der Mann im Anzug ein. Blade schüttelte seine Hand bevor er das Tattoo an dessen Handgelenk begutachtete. Familiar.

„Sie sind ein Mensch.“

„Was ähnliches, ich bin Anwalt. Europäisches Gesundheitskonsortium.“

„Wie Sie sicher wissen ist Vampirismus… ein schreckliches Virus, übertragen durch den Speichel des Jägers.“ Die gesamte Aufmerksamkeit lag nun wieder auf Eli Damaskinos. „In 72 Stunden verbreitet es sich durch den menschlichen Blutkreislauf und kreiert neue parasitäre Organismen.“

„Wie Krebs.“ Die Worte kamen über Ciaras Lippen, bevor sie es verhindern konnte.

„Krebs mit einer Aufgabe.“ Damaskinos‘ Augen huschten zu Ciara.

Der Anwalt ging dazwischen.
„Leider entwickeln sich auch Viren weiter. Es gibt einen Neuen. Wir nennen ihn den >Reaper>. Und wie jeder gute Parasit hat er schon seinen Träger gefunden.“
Er hielt eine Disc hoch, bevor er sie in den Computer einlegte und das Video abspielte.

Alle traten näher an den Bildschirm, auf dem ein Mann zu sehen war, der voller Hass direkt in die Kamera schaute.

„Jared Nomak.“

„Geboren als Vampir, aber anormal wie Sie. Doch anders als der Rest von uns nährt er sich nicht nur von Menschen, sondern auch von Vampiren.“

„Scheint so, als täte er mir einen Gefallen.“ Bei dem Kommentar musste Blade lächeln.

„Sie verstehen nicht.“ Nyssa trat zwischen ihren Vater und Blade. „Seine vampirischen Opfer sterben nicht… sie verwandeln sich. Sie werden selbst zum Träger.“

„Ihr müsst wissen“, brachte sich Asad ins Gespräch ein: „Diese Dinger sind wie Drogensüchtige. Sie brauchen ihre tägliche Dosis. Nomak ist seit 72 Stunden da draußen. Nach unseren Schätzungen gibt es schon etwa ein Dutzend Reaper. Noch vor Ende der Woche werden es Hunderte sein. Tausende in wenigen Monaten. Und so weiter.“

„Wartet. Lasst mich das richtigstellen.“ Blade blickte zwischen den Vampiren hin und her.
„Ihr wollt, dass ich sie jage… für euch?“ Ein ungutes Gefühl durchfuhr Ciara bei Blades Worten.

„Wenn sie mit uns fertig sind, wer, denken Sie, werden ihre nächsten Opfer sein? Ihre geliebten Menschen. Niemand wird verschont.“

„Die letzten zwei Jahre lang haben wie eine kleine Kampftruppe ausgebildet… das Bloodpack. Und wir möchten, dass Sie sie anführen“, meldete sich der Anwalt wieder zu Wort.
In Blades Augen war so etwas wie Neugier zu lesen.

„2 Jahre?“

Nyssa war die erste, die antwortete.
„Wir wurden trainiert, um Sie zu jagen.“

~*~*~*~


Ciara lehnte sich gegen ein Geländer, während Blade mit Whistler und Scud sprach.

„Na, B, was hältst du davon?“

„Klingt nach ‘nem Plan.“
Bei dem Gedanken mit einer Gruppe von Vampiren zu arbeiten hatte Ciara ein ungutes Gefühl.

„Und was denkst du wirklich?“ Unbeirrt schaute Whistler Blade an.

„Sie werden uns bei der ersten Gelegenheit, die sich ihnen bietet, in den Rücken fallen.“
Ciara erinnerte sich noch sehr gut an das letzte Man, als sie sich mit Vampiren angelegt hatte. Damals war alles den Bach runtergegangen und hatte sie genau hierher geführt.

„Wir werden da doch nicht mitmachen, oder?“ Nervös kaute Scud auf seiner Lippe herum.

„Wir spielen vorerst mit.“ Blades Entscheidung stand fest, sodass sich Scud nicht traute etwas einzuwenden.
„Sie werden uns tiefer in ihre Welt führen, als wir je waren. Wir werden sehen, wie sie wirklich ticken.“

„Ich habe genug von ihrer Welt.“
Whistler entfernte sich von der Gruppe, stieg die Treppen zum Erdgeschoss hinab.
„Die pissen sich nur ein, weil sie nicht mehr an der Spitze der Nahrungskette stehen.“
Er drehte sich noch einmal zu Blade um.
„Und jetzt ziehst du die beiden mit in die Sache rein, ein Junge und ein kleines Mädchen.“
Whistler ließ die drei allein stehen. Ciara hatte das Gefühl, dass der alte Mann etwas über sie zu sagen hatte. Doch nach Whistlers Verhalten Scud gegenüber, wollte sie sich lieber von ihm fernhalten.

„Verdammt, Mann, ich mach mir wirklich Sorgen um ihn.“ Scud lehnte sich gegen das Geländer und betrachtete dabei die anderen beiden.
„Ich weiß, er ist dein Freund und all das, aber ich denke, du solltest ihn im Auge behalten. Niemand wir in einer Nacht vom Durst geheilt.“ Scud ging in die gleiche Richtung, in die auch Whistler gegangen war, und ließ Ciara und Blade in Schweigen gehüllt zurück.

Blade wandte sich nun Ciara zu. Diese hörte noch immer Scuds Worte, ‚Niemand wird in einer Nacht vom Durst geheilt‘.
Bei dem Gedanken an den Durst spürte sie ein Ziehen an den Zähnen, dennoch lag ihr Blick weiterhin auf Blade.

„Du solltest schlafen, Ciara.“ Er wartete nicht auf ihre Antwort. „Und nächstes Mal konzentrierst du dich auf deinen Kampf.“
Mit diesen Worten ließ er sie allein, die Stille des Lagerhauses war unnatürlich laut in ihren Ohren.

~*~*~*~


Ciara blieb in Scud Nähe, während sie den Blick nicht vom Bloodpack abwandte. Blade trat vor und Asad begann die zwei Gruppen bekannt zu machen.
„Blade, das ist das Bloodpack. Lighthammer, Verlaine, Priest, Snowman, Chupa und Reinhardt.“
Sehr genau betrachtete Ciara jeden der Vampire, die mit ihren speziellen Stilen in jeder Gruppe von Menschen herausstechen würden.

Einer der Vampire trat auf Blade zu, Reinhardt.
„Hey… ich und die Gang, wir haben und gefragt…“

„Wie war das?“

„Kannst du rot werden?“
Ein Kichern ging durch das Pack, doch Ciara beachtete sie nicht, denn Blade war nun in Spiellaune.

„Ah, ich weiß was los ist.“ Blade umkreiste Reinhardt.
„Ihr wurdet 2 Jahre darauf trainiert mich zu töten. Und jetzt bin ich da.“ Er blieb direkt vor dem Vampir stehen.
„Uhh, es ist so geil.“ Blade tat so, als hätte er eine Gänsehaut und wippte auf seinen Füßen herum.
„Okay, hier ist deine Chance.“ Er holte einen kleinen Silberpfahl aus seinem Mantel, das Pack zog angriffsbereit seine Waffen.
„Komm schon, worauf wartest du?“
Reinhardt warf Nyssa einen Blick zu.
„Was schaust du sie an? Musst du um Erlaubnis fragen?“
Ciara wollte einschreiten, doch mit festem Griff schloss sich eine Hand um ihren Arm und hielt sie so zurück. Whistler.
„Vielleicht brauchst du bloß einen Anreiz. Okay, ich helfe dir.“ Er wirbelte den Pfahl vor Reinhardts Gesicht herum, bevor er ihm eine Ohrfeige verpasste.
„Was ist? Warst du zu langsam? Ok, ich geb dir noch ‘ne Chance.“

„Tu es, Reinhardt! Tu es!“ Die Vampirin namens Verlaine veranlasste Ciara fast erneut dazwischen zu gehen.

„Na komm schon. Oder brauchst du ‘ne Anleitung?“ Blade stichelte immer weiter, während die Gruppe Reinhardt lautstark anfeuerte.

„Mach endlich, verdammt nochmal! Na los!“

„Töte das Arschloch!“
Ciaras Aufmerksamkeit lag nun auf den zwei Männern, die am lautesten zu hören waren. Priest und Chupa.
Die Aggression in ihren Stimmen überraschte sie zwar nicht, doch es kamen nur Zweifel an dieser ‚Mission‘ auf.

Endlich setzte sich Reinhardt in Bewegung, doch auch Blade reagierte schnell. Er nahm den Vampir in den Schwitzkasten und befestigte einen kleinen Empfänger an dessen Hinterkopf.
„Nun hast du eine kleine Sprengkapsel an deinem Hinterkopf. Silbernitrat, geht sofort hoch, wenn jemand daran rumspielt. Den Zünder habe ich immer bei mir. Und wenn du mich nur einmal falsch anguckst…“ Er schubste Reinhardt grob von sich.
„Von jetzt an arbeiten wir als Einheit. Ihr kriegt eure Anweisungen von mir.“
Blade warf Reinhardt einen vielsagenden Blick zu. „Irgendwelche Fragen?“
Das Bloodpack wurde still, sodass sich Blade Nyssa zuwandte.
„Wenn wir den Jäger fangen wollen, sollten wir mit der Beute anfangen. Wir überwachen alle Plätze, an denen Vampire sich treffen. Blutbänke, Safehäuser. Je mehr Vampire, desto besser. Also… wo fangen wir an?“
Der Daywalker freute sich, wie ein Junge an Weihnachten.

„Das Haus des Schmerzes.“
Bei diesem dramatischen Namen zog Ciara ihre Augenbrauen nach oben.
Vampire wählten wirklich realistische Namen.

~*~*~*~


Ciara konnte den aufziehenden Sturm spüren. Sie stand neben Whistler, während Blade und Nyssa den Eingang vom Haus des Schmerzes betrachteten.

„Komm bloß nicht auf dumme Ideen, Kleine.“

Auf Whistlers Warnung hin rollte sie mit den Augen und folgte dann seinem Blick zu Priest und Chupa, die Ciara anstarrten, als wäre sie ein Stück Fleisch.

„.38er, .45er und 9mm.“

Ciara warf einen Blick  auf die Kiste voller Waffen.

„Gefüllt mit Silbernitrat und Knoblauchextrakt. Diese Hochgeschwindigkeitswaffe beschleunigt den Silberpfahl auf 6.000 Fuß pro Sekunde. Da ihr Saugern kein Sonnenlicht vertragt, haben wir die Lichter der Waffen mit UV-Filtern versehen.“ Scud richtete das Licht auf Priest und lächelte, als dieser nicht in Flammen aufging.
„Los geht’s.“
Whistler und die Einheit gingen auf das Haus des Schmerzes zu, Ciara blieb nahe bei Blade.

„Die merken sofort, dass ihr keine von uns seid.“ Chupa schob sich an ihnen vorbei, seine Augen wanderten zwischen Ciara und Whistler hin und her.

„Das ist mir scheißegal“, keifte Whistler zurück.

„Nein, er hat Recht.“ Blades Einwurf ließ Whistler auf seinem Weg zum Eingang stoppen. „Wieso beziehst du nicht Stellung auf einem der Dächer? Als Rückendeckung.“

„Was ist mit dem Mädchen?“ Whistler deutete mit einem Nicken in Ciaras Richtung.

„Sie wird reinpassen.“
Eine Welle der Freude überkam Ciara bei dem Gedanken mit in das Haus des Schmerzes zu gehen.

„Das Bloodpack gibt jetzt die Kommandos, huh?“ Whistler drehte auf dem Absatz um und ließ die anderen zwei allein.

„Bleib vorsichtig und bau keine Scheiße.“ Ciara starrte Blade an, der sie gefährlich anblickte und so warnte, nicht allzu sehr aufzufallen. Und so folgte sie dicht hinter Blade dem Bloodpack. Chupa öffnete die Luke im Boden  und sie stiegen die Treppen in den Club hinab.

Während sie weiterhin direkt hinter Blade lief, stellten sich ihre Nackenhaare auf. Sie warf einen Blick hinter sich und traf mit ihrem den Blick von Priest, der ihr Blut zum Kochen brachte.

„Sie stehen an der Schwelle zu unserer Welt. Sie werden Dinge sehen,… die ihnen fremd erscheinen. Denken Sie immer daran, warum Sie hier sind.“
Nyssa lenkte Ciaras Aufmerksamkeit wieder auf das, was vor ihnen lag.

„Wir haben’s nicht vergessen.“
Auf Blades Worte hin öffnete sich die Tür und gab den Blick auf eine lange Halle frei, in der auf unzähligen Tischen Waffen und andere Instrumente ausgelegt waren.

„Wonach genau suchen wir hier drin?“
Priests Stimme erfüllte den Raum, direkt gefolgt von Reinhardts.

„Nach allem, was verdächtig aussieht.“

Die nächste Tür  öffnete sich vor ihnen. Laute Musik drang an Ciaras Ohren und der Geruch von Blut ließ sie erstarren.
„Sie wollen mich wohl verarschen.“
Ciara folgte Blade in den Club und versuchte alles in sich aufzunehmen.
„Ciara!“
Schnell machte sie sich auf in die Richtung, in die Blade gedeutet hatte.

Sie kam nur langsam vorwärts, durch die vielen tanzenden Körper. Und die wirren Lichter machten die ganze Szenerie surreal. Wieder erfüllte der Geruch von Blut ihre Nase, benebelte ihre Sinne. Zu ihrer Rechten nährte sich ein Vampir von einem Familiar. Sie leckte sich die trockenen Lippen und ihr Magen drehte sich beim Gedanken an all das Blut, das in der Luft lag.

„Sieh sie an, die Hälfte dieser Bastarde haben nicht mal reines Blut.“
Ciara riss ihren Blick von dem Anblick los, als sie Priests Stimme in unmittelbarer Nähe hörte. Er blickte sie zwischen den trinkenden Vampiren hindurch an.
Ciara trat einen Schritt zurück, drehte sich um - und rannte direkt in Chupa. Sie glaubte ihn lächeln zu sehen, als er weiter durch den Club wanderte.
Priest stand plötzlich direkt hinter ihr.
„Du bist anders.“
Ihr Herzschlag beschleunigte sich, als sie seinen Atem in ihrem Nacken spüren konnte.
„Du bist kein Mensch. Du riechst viel süßer.“

Mit einem Mal hallten Schüsse durch den Club, die Stimmen von Reinhardt und Chupa kamen aus ihrem Earpiece. Ciara tat ein paar Schritte, bis sie den Reaper sehen konnte, der vor den zwei bewaffneten Vampiren floh.
Ein Schuss hinter ihr ließ sie herumfahren. Ihr Blick wanderte zu Priest, als ihm von einem anderen Reaper die Waffe aus der Hand gerissen wurde.

„Sie greifen uns an! Es sind drei. Vielleicht auch mehr“, alarmierte Asad alle über Funk.

Aufgeschreckt durch die Schüsse rannten die Vampire durch den Club, schrien und machten es Ciara so schwer Priest zu erreichen, als der Reaper ihn anhob und durch das große Fenster hinter der Bar warf.
Sie hob ihre Pistole, um einen Schuss abzugeben, doch die panischen Vampire ließen ihr keine freie Schussbahn.

Der Reaper sprang selbst durch das Fenster, entschwand ihrem Sichtfeld.
„Die Silberkugeln wirken nicht. Verschwendet keine Munition!“ Reinhardts Stimme war über die gesamte Tanzfläche zu hören.

Zeitgleich mit Asad erreichte Ciara den Gang hinter der Bar. Dieser schlug dem Reaper seine Faust ins Gesicht, wurde dann jedoch selbst unsanft durch den halben Flur geschleudert. Dann wandte sich der Reaper wieder Priest zu und hob ihn vom Boden auf.
Der Reaper stand mit dem Rücken zu Ciara, sodass sie sich ihm unbemerkt nähern konnte. Der gegen die Wand gepresste Vampir konnte nichts tun, als ihm ein Handgelenk gebrochen wurde.

„Wenn ihr angegriffen werdet, nehmt die UV-Strahler. Nehmt das UV-Licht, das halten die nicht aus.“
Scuds Stimme hallte aus dem Funkgerät.
Ciara klappte den UV-Filter ihrer Waffe weg und richtete den Lichtstrahl auf den Rücken des Reapers, just in dem Moment, als Priest Kopf gegen die Betonwand schlug.

Dem Reaper entwich ein schrecklicher Schrei und er ließ den anderen Vampir wie einen Sack Kartoffeln zu Boden fallen, sodass Ciara aufpassen musste, mit dem Licht nur den Reaper zu treffen.
Doch die Kreatur lief schreiend direkt auf Ciara zu, ihr Herz sank ihr in die Hose, als ihr Rücken gegen die Wand schlug. Durch die Wucht des Aufpralls entglitt ihr die Waffe.
Der Reaper umklammerte ihre Kehle und drückte sie so weiter gegen die Wand.

Sie ballte ihre Hand zu einer Faust und schlug der Kreatur in den Magen, doch als einzige Reaktion bohrten sich seine Finger weiter in ihr Fleisch.
Ihre Augen weiteten sich, als sie sah, wie sich das Gesicht des Angreifers veränderte. Sein Kiefer teilte sich und irgendetwas Zungenähnliches schlängelte sich aus seinem Maul.

Genauso schnell wie all das geschehen war, erzitterte die ‘Zunge‘, als der Kreatur ein Schrei entwich und sie sich in Asche auflöste.
Weißes Licht fiel auf sie und es dauerte einige Sekunden, bis sie die Silhouetten von Chupa und Asad ausmachen konnte, beide hatten ihre Waffen erhoben.
„Alles ok?“ fragte Asad, während Chupa ohne Zeit zu verschwenden zu Priest eilte.

„Priest? Stirb uns hier nicht weg, Mann.“
Besorgt zog Chupa Priest Körper auf seinen Schoß. „Komm schon.“

„Mit Priest geht’s zu Ende“, berichtete Asad dem Team. „Die Sonne geht auf. Sie stehen allein, Blade.“
Chupas Griff um Priest sterbenden Körper wurde fester, als Ciara auf sie zuging. Sie zog ihr Messer, während sie sich zu ihnen kniete.

„Wage es nicht.“
Sie ignorierte Chupas Warnung und legte die Klinge an ihr Handgelenk. Mit einer raschen Bewegung schnitt sie sich ins Fleisch und legte ihren Arm dann an Priests Lippen.
Sie wartete auf den Schmerz des Bisses, doch er kam nicht. Ciara tauschte einen Blick mit Chupa, bevor sie ihr Blut direkt in den Mund des bewusstlosen Vampires tropfen ließ.

Angst erfüllte sie, bis seine Zunge mit einem Mal über die offene Wunde fuhr. Als sich seine Zähne endlich in ihre Haut bohrten, musste Ciara auf keuchen und auch ihre eigenen Fangzähne schmerzten, während sie versuchte ruhig zu bleiben. Priest griff mit beiden Händen nach ihrem Arm und presste ihr Handgelenk weiter gegen seine Lippen.

„Priest.“ Seine Lider flatterten, als sie seinen Namen aussprach.
Mit einem Stöhnen stellte Ciara fest, dass sie schreckliche Kopfschmerzen bekam. Auch sorgte der enorme Blutverlust dafür, dass ihr schwindelig wurde.
Schließlich ließ Priest von ihr ab und erwiderte ihren Blick.
Die Wunden an seinem Kopf schlossen sich wieder. Ein Seufzen entwich ihr und langsam wurde alles um sie herum schwarz.
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