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Wo Licht ist, ist auch Schatten

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Glaedr OC (Own Character) Oromis
27.06.2017
24.06.2022
160
471.853
65
Alle Kapitel
944 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
06.05.2022 2.473
 
Hallo liebe Leser,
ich kann es ehrlich gesagt nicht glauben, dass es diese Woche geklappt hat. Aber leider ist die Schreibmotivation ja immer am größten, wenn man eigentlich etwas anderes machen sollte.
Ich bedanke mich bei Angvard, Yandaske Tampewats, Ijisain, Azahayo, Azanaish Ichaddosh, alexeragon, Kolliy, Phantomdrache, Athene und saphiraeragon für die Reviews.
Wie immer wünsche ich euch viel Spaß!

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Kapitel 153: Das Vertrauen eines Kindes

Oromis war gerade dabei, sein Zelt zu verlassen, als sein Kommunikationsspiegel einen hellen Ton von sich gab.
Was auch immer es ist, lass es nicht ausarten, warnte Glaedr ihn.
Ich weiß, ich weiß, wir haben zu tun. Oromis drehte sich um, beugte sich über den Spiegel und murmelte die Aktivierungsworte. Er hatte mit einem Ratsmitglied gerechnet, oder mit einem der Drachenreiter, die sich momentan auf Patrouillenflug befanden. Vielleicht sogar mit Mileny, mit der er in den letzten Tagen fast gar nicht hatte sprechen können. Er hatte garantiert nicht erwartet, dass ihm plötzlich das strenge Gesicht seines Vaters Ferlon aus dem Spiegel entgegensehen würde.
Für einen Moment war Oromis wie erstarrt, dann riss er sich sofort zusammen und setzte sich hin, sodass er seinen Vater nicht von oben herab anblickte. Bevor er das Wort ergreifen konnte, tauchte auch das Gesicht seiner Mutter Anueli auf. Ihre Augen strahlten, als sie ihn erblickte.

„Oromis, wie geht es dir?“, fragte Anueli. „Wir haben gehört, dass du im Buckel unterwegs bist, auf der Suche nach den Abtrünnigen.“
Oromis öffnete den Mund, kam aber nicht zum Antworten.
„Ist es nicht interessant, dass wir wissen, wo du dich seit nur ein paar Tagen befindest?“, fragte Ferlon. Sein Blick bohrte sich in Oromis’. „Was man nicht alles über einige Ecken erfahren kann.“
Oromis unterdrückte einen Seufzer. Jetzt wusste er, worauf das hinauslaufen würde. Eigentlich hätte er es sich denken können. Ferlon kontrollierte alles und jeden um sich herum, und seit Oromis sich von ihm losgesagt hatte, bereitete ihm nur wenig mehr Freude, als in Oromis’ Leben herumzuschnüffeln und zu versuchen, ihn in seiner Entscheidung zu beeinflussen. Es war ein Wunder, dass Ferlon nicht vor allen anderen herausgefunden hatte, was Oromis für Mileny empfand.

„Würdest du uns bitte erklären, warum du uns nicht von deiner Beziehung zu Shur’tugal* Mileny in Kenntnis gesetzt hast?“, begann Ferlon dann auch schon. Anueli warf Oromis einen entschuldigenden Blick zu, den Ferlon komplett ignorierte. „Inzwischen sind schon über zwei Wochen vergangen, seitdem du deine Beziehung öffentlich gemacht hast. Und du dachtest nicht daran, deine Eltern zu informieren?“
„Ich wüsste nicht, was ihr damit zu tun haben solltet“, erwiderte Oromis. „Soweit ich weiß, betrifft dieser Teil meines Lebens nur mich.“ Wie so vieles andere auch, auch wenn du dich noch immer einmischen willst. Egal wie sehr du scheiterst. Schon wieder beherrschte Ferlon diese ganz bestimmte Technik, Oromis mit wenigen Worten zu erzürnen. Würde jemand Anderes exakt das Gleiche sagen, hätte es längst nicht den gleichen Effekt auf ihn. Aber sein Vater…
Ruhig, sagte Glaedr bloß.
Oromis atmete tief durch und zählte bis zehn.

Inzwischen fuhr Anueli fort: „Ich weiß, dass wir unsere Differenzen in der Vergangenheit hatten, Oromis, aber die Wahl deiner Lebensgefährtin betrifft uns sehr wohl. Abgesehen von ihrer Bedeutung für Luthivíra möchten wir sie natürlich auch gerne kennen lernen.“
Anueli hatte kaum ausgesprochen, da ereiferte Ferlon sich: „Du hast endlich eine annehmbare Partnerin gefunden – nach Jahrhunderten, möchte ich betonen – und du glaubst, dass betrifft deine Mutter und mich nicht? – Nun ja, besser spät als nie. Wir erwarten dich und Mileny spätestens in einem Monat hier in Luthivíra. Sie muss offiziell dem Hof vorgestellt werden, gleichzeitig kannst auch du dich erneut wieder hier einfinden. Und außerdem wird es auch höchste Zeit für einen Erben. Als ich in deinem Alter war, warst du schon längst auf der Welt.“

Nicht einmal Glaedr hatte auf diese Tirade eine Antwort. Oromis starrte seinen Vater wortlos für einige lange Sekunden an, dann unterbrach er ohne einen weiteren Kommentar die Verbindung und verließ das Zelt.

~ ~ ~ ~ ~

Mileny hatte gerade ein Gespräch mit einem in Ilirea stationierten Drachenreiter beendet, als ihr plötzlich jemand auf die Schulter tippte. Erschrocken zuckte sie zusammen. Wann immer man Gespräche über die Kommunikationsspiegel führte, aktivierte man zeitgleich Stillezauber, damit man nicht abgelenkt wurde. Das hatte natürlich auch den Nachteil, dass man nicht mitbekam, wenn man angesprochen wurde. Hastig hob sie den Stillezauber auf.
„Beruhig’ dich, ich bin es bloß“, sagte Dut. „Junji-Elda möchte mit dir sprechen.“ Er nickte in Richtung des Arbeitszimmers ihres Vorgesetzten. Die Tür stand einen Spalt offen.
Mileny seufzte innerlich, raffte sich aber auf. Sie war bisher froh, das sie mit ihren sämtlichen Aufgaben gut vorangekommen war. Wer wusste schon, was für Arbeiten Junji ihr jetzt wieder aufs Auge drücken wollte.

Mileny klopfte an der Tür und trat ein. Junji saß an seinem Schreibtisch, ihm gegenüber sein Kommunikationsspiegel, und er lauschte aufmerksam den Worten der anderen Person.
Verwirrt runzelte Mileny für einen Moment die Stirn. Irgendwoher kannte sie diese Stimme, das konnte sie schwören.
Irgendein Elf?, riet Diamila. Ich kenne die Stimme auch.
Junji blickte auf und bemerkte Mileny, die noch immer nahe der Tür stand. „Ah, da ist sie schon“, sagte er. „Komm ruhig her, Mileny. Deine Anwesenheit wurde verlangt.“ Seine Augen glitzerten halb amüsiert, halb mitleidig, und Mileny gefiel diese Kombination überhaupt nicht. Noch weniger gefiel ihr, dass Junji aufstand und ihr bedeutete, auf seinem Stuhl Platz zu nehmen, während er ein paar Schritte zur Seite machte und so aus dem Sichtfelds des Spiegels verschwand.
Mileny ließ sich auf dem Stuhl nieder und begann eine höfliche Begrüßung, die fast – aber nur fast – ins Stocken geriet, als sie Ferlon und Anueli, Oromis’ Eltern, erkannte.

Mileny warf einen schnellen Seitenblick auf Junji, der zumindest ansatzweise so tat, als würde er nicht hinhören.
Und damit wird in ein paar Stunden auch der ganze Orden Bescheid wissen, dachte sie resigniert.
Ohne wäre es doch langweilig, gab Diamila belustigt zurück.
Für dich einfach zu sagen, du musst ja nicht mit ihnen reden, sagte Mileny finster.

Shur’tugal Mileny, es ist eine Freude, wieder mit Euch zu sprechen“, begann Anueli auch schon. „Wir hatten lange nicht die Möglichkeit dazu. Das letzte Mal dürften wir uns gesehen haben, als Ihr uns gemeinsam mit unserem Sohn besucht habt, nicht wahr?“
„Allerdings“, bestätigte Mileny höflich. „Das ist viel zu lange her.“ Sie beobachtete Ferlon aus dem Augenwinkel. Er starrte sie die ganze Zeit schweigend an, was ein nicht geringes Maß an Nervosität bei Mileny verursachte.
„Wie ist es Euch in letzter Zeit ergangen?“, fragte Anueli.
„Ich habe keinen Grund zur Beschwerde“, sagte Mileny. „Natürlich verlangt die Arbeit Diamila und mir einiges ab, aber das ist eine Herausforderung, der wir uns gerne stellen.“ Sie fragte sich, wann sie sich das letzte Mal so unwohl gefühlt hatte. Und wo bei Eragon Oromis war, wenn man ihn denn mal brauchte. So hatte sie sich ihr erstes Gespräch als seine Freundin mit seinen Eltern eigentlich nicht vorgestellt.
Anueli neigte sich ein bisschen nach vorne, ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen. „Ich schlage vor, dass wir die formellen Anreden weglassen. Wie wir hörten, sind sie seit kurzer Zeit sowieso nicht mehr notwendig.“
„Wie Ihr wünscht“, erwiderte Mileny sofort. Ihr fiel ihr eigener Fehler auf, aber sie korrigierte ihn nicht. Anueli und Ferlon mochten sie duzen, aber bis sie so weit war, sich dabei wohl zu fühlen, würde wohl noch einige Zeit vergehen.

„Wie kann ich Euch behilflich sein?“ Mileny richtete die Frage eher an Ferlon, dessen Blick ihr langsam auf die Nerven ging.
Trotzdem war es Anueli, die ihr antwortete. „Nun, als Oromis’ Gefährtin gehörst du jetzt wohl oder übel zur Familie.“
Obwohl sie das ‚wohl oder übel‘ als Scherz meinte, kam das für Mileny durchaus der Wahrheit nahe. Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Junji sich ein Grinsen verbiss.
„Wir würden dich natürlich gerne besser kennen lernen“, fuhr Anueli fort. „Immerhin scheinst du seit einiger Zeit ein Teil von Oromis’ Leben zu sein, auch wenn er uns bisher nicht darüber informiert hat.“
Aus gutem Grund, dachte Mileny. Laut sagte sie: „Es würde mich freuen, Eure nähere Bekanntschaft zu machen, leider ist gerade jetzt die Zeit etwas knapp bemessen. Ich bin mir sicher, dass Ihr über Galbatorix Bescheid wisst.“

„Der Orden wird nicht zusammenbrechen, wenn du für zwei Wochen nicht da bist“, ergriff Ferlon zum ersten Mal das Wort. „Besonders über Dagshelgr** dürfte das doch kein Problem sein, oder etwa nicht?“
„Leider kann ich das nicht einfach so entscheiden, meine Pflichten-“
„Meister Junji“, unterbrach Ferlon sie.
Mileny klappte hilflos den Mund zu, während Junji hinter sie trat.
„Es ist doch sicher kein Problem, Mileny über Dagshelgr zu erübrigen, oder etwa doch?“ Ferlons Tonfall ließ keinen Zweifel daran, dass es auf diese Frage nur eine Antwort gab.
Mileny konnte schwören, Junjis belustigten Blick im Nacken zu spüren, als er sagte: „Das ist überhaupt kein Problem. Mileny, für diese Zeit bist du von deinen Pflichten freigestellt.“
„Dann werden wir Oromis, Glaedr, Diamila und dich wohl bald in Luthivíra sehen“, wandte Ferlon sich wieder Mileny zu.
Mileny hustete unangenehm berührt. „Ich bin mir nicht sicher, inwiefern Oromis-“
„Er wird dafür Zeit erübrigen“, unterbrach Ferlon sie wieder. „Genauso wenig wie du ist er der einzige Drachenreiter des Ordens. Er wird nichts dagegen haben, mal wieder Dagshelgr in seiner Heimatstadt zu verbringen.“
Mileny war sich ziemlich sicher, dass Oromis das anders sah, aber sie hütete ihr Zunge.

Sie es doch mal so, wir bekommen mehr Urlaub, wollte Diamila sie aufmuntern.
Sicher, dass das entspannend wird?, gab Mileny zurück.
Es ist deine Entscheidung, von wem du dich aus der Ruhe bringen lässt.
Oromis’ Eltern erscheinen mir tatsächlich ganz gute Kandidaten dafür.

Mileny lächelte und verabschiedete Anueli und Ferlon nach einigen weiteren Floskeln, dann lehnte sie sich mit einem lautlosen Seufzer im Stuhl zurück.
Hinter sich hörte sie Junji leise lachen. „Dir ist bewusst, dass du gerade deiner Aufgabe als Diplomatin nicht gerecht wirst?“
„Ich weiß“, murmelte Mileny.
„Sieh’ es als Übung an. Es wird Zeit, dass du Bekanntschaften machst und Beziehungen knüpfst. Und dafür wirst du in Luthivíra die perfekte Grundlage haben“, sagte Junji. „Jeder wird dich kennen lernen wollen. Ich erwarte positive Berichte nach deiner Rückkehr.“

Siehst du?, fragte Mileny trocken. Was hattest du noch einmal von Urlaub gesagt?
Vergiss es einfach, grummelte Diamila. Ich sage gar nichts mehr.

~ ~ ~ ~ ~

„Denkst du nicht, dass etwas ganz Schlimmes passiert sein muss?“, fragte Shafna.
Eadgar zuckte mit den Schultern. „Was kann schon passiert sein, dass den Orden in so eine Aufregung versetzt? Das ist immerhin der Orden der Drachenreiter.“
Galbatorix drehte sich zu dem Geschwisterpaar um. „Worüber redet ihr beide denn?“
„Wir haben gehört, dass ganz viele Drachenreiter im Buckel sind“, erwiderte Shafna mit glänzenden Augen. „Denkt Ihr, dass dann auch die ganzen Drachen da sind? Sicher schon, kein Drachenreiter geht ohne seinen Drachen irgendwo hin. Das sieht sicher richtig toll aus, mit den glänzenden Schuppen und den riesigen Flügeln…“ Sie biss in ihr süßes Brötchen, das Galbatorix schon für sie und ihren Bruder bereitgestellt hatte, und starrte sehnsüchtig in die Ferne.
„Was ist der Buckel?“, fragte Rert. Er starrte wie hypnotisiert Shafnas Brötchen an, als könnte er allein mit seiner Willenskraft dafür sorgen, dass ein Stück davon abbrach und ihm in den Mund schwebte.
„Ein riesiges Gebirge“, erwiderte Galbatorix. „Er trennt das Inland Alagaësias vom Abendmeer. Die Berge sind so hoch, dass selbst im Sommer der Schnee auf den Gipfeln liegen bleibt und nicht schmilzt.“
Rert riss seinen Blick von Shafnas Brötchen los. „Wart Ihr da schon mal?“, fragte er mit großen Augen.
Bei dieser Frage blitzten vor Galbatorix’ innerem Auge Erinnerungen auf. Bilder von Jarnunvösk, von Expeditionen, von Dalmyar, Meraxes, Janus und Jorinth. Von Urgals. Von Durza.
Er schüttelte diese Schatten ab und erwiderte: „Schon zwei oder drei Mal.“

Rert begann, mit offenen Augen zu träumen. Wer wusste schon, was er sich ausmalte. Der Junge war erst sieben, vermutlich flog er gerade in Gedanken über die schneebedeckten Gipfel. Shafna beschäftigte sich weiterhin mit ihrem Brötchen. Hatte sie erst einmal etwas Süßes in der Hand, könnte neben ihr ein Gebäude explodieren und sie würde trotzdem weiter essen. Sie war neun, zwei Jahre jünger als ihr Bruder Eadgar. Wo diese drei waren, konnte auch der Rest der Bande nicht weit sein. Aldos, ein zehnjähriger Junge, und Shafnas beste Freundin Kerwa lungerten vermutlich in der Nähe herum. Im Gegensatz zu Shafna, Eadgar und Rert schienen sie Galbatorix noch nicht wirklich zu trauen. Eines musste man Aldos und Kerwa lassen, sie hatten ein gutes Gespür. Aber auch ihr Misstrauen würde sich früher oder später durch ihren leeren Magen verdrängen lassen. Galbatorix musste nur warten.
Als er Eadgar und Shafna vor einer Woche kennengelernt hatten, hatte er nicht erwartet, sie so bald wiederzusehen. Aber schon am Tag danach waren sie wieder auf dem Marktplatz aufgetaucht, zuerst nur Eadgar. Er hatte von Galbatorix erneut einen Laib Brot bekommen. Am Tag darauf war auch Shafna erschienen, die nur so lange schüchtern war, bis sich ein süßes Brötchen aus Galbatorix’ Beutel stibitzen konnte. Rert war als nächstes erschienen, er vergötterte Eadgar förmlich. Und Aldos und Kerwa – nun, da brauchte Galbatorix nur abzuwarten.

„Die Drachenreiter jagen einen bösen Drachenreiter“, flüsterte Rert Galbatorix zu. Seine Augen glänzten. „Einen, der ganz viele schreckliche Sachen gemacht hat.“
„Die Leute sagen, dass sogar eine Drachenleiche gefunden wurde“, warf Eadgar ein. Er griff nach einem Seitenblick auf Galbatorix nach einer Birne und biss genüsslich hinein.
Galbatorix sah Rert an. „Woher weißt du, dass der Drachenreiter böse ist? Was hat er getan? Hat er den Drachen getötet?“
„Die Drachenreiter sagen, dass er ganz grausam ist“, sagte Rert. „Da hat er sicher auch den Drachen…“ Der Junge erschauderte.
„Man sollte solche Informationen niemals einfach hinnehmen und als wahr annehmen, wenn man nicht genau Bescheid weiß“, belehrte Galbatorix Rert. „Man sollte so etwas überprüfen, bevor man es einfach weitererzählt. So entstehen unwahre Gerüchte.“
„Das zu überprüfen geht ja eher schlecht“, sagte Eadgar. „Wie wollen wir das denn anstellen?“
„Wir könnten zu den Drachenreiterquartieren gehen“, meldete Shafna sich zu Wort. Ihr Brötchen hatte sie verputzt. „Und wir könnten dort um Reste bitten. Vielleicht erzählen die Mägde uns ja etwas!“
An Rerts aufgeregtem Blick sah Galbatorix, wie aufregend er diesen Vorschlag fand, und auch Eadgar schien nicht abgeneigt zu sein.

„Ihr wollt lauschen?“, fragte Galbatorix mit strenger Miene.
Die Kinder beugten unter seinem Blick hastig die Köpfe und sahen so nicht das Lächeln, dass Galbatorix’ Mundwinkel umspielte.
„Seid vorsichtig“, erbarmte er sich ihrer. „Und wenn ihr dort wart, erzählt ihr mir dann, was ihr gehört habt? Immerhin muss ich auch wissen, ob es wahr ist, nicht dass ich vielleicht Lügen weitererzähle.“
„Kriege ich dann auch ein süßes Brötchen?“, fragte Rert.
„Ich will zwei!“, rief Shafna aus.
Galbatorix lachte. „Ich kaufe sie sofort.“
Das Jauchzen der Kinder war Musik in seinen Ohren.
So unbedarft verschenkten sie ihr Vertrauen und ihre Loyalität an den Erstbesten, der ihnen Essen kaufte.

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* Shur’tugal = Drachenreiter
** Dagsheglr = Frühlingsfest der Elfen
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