Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Das Geisterkind

von Rielli
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Anthony Lockwood Der Schädelgeist George Cubbins Lucy Carlyle OC (Own Character) Qill Kipps
27.06.2017
25.12.2020
17
20.286
5
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
27.06.2017 652
 
"Daneben, Lucy."
"Ach ECHT?!", fauchte ich und warf eine weitere Salzbombe nach dem Wiedergänger. "Du brauchst nicht alles zu kommentieren, Schädel!"
"Du wirfst aber trotzdem wie ein Mädchen."
"Ich bin ja auch eins."
"Bist du dir sicher? Mädchen bewegen sich doch eigenlich graziöser..."
"Klappe!", brüllte ich und wich einem Schwall Ektoplasma aus, der sich über den Boden ergoss. Lockwood tauchte in dem Nebel auf, der sich durch das erste Stockwerk des Internats zog. "Lucy, bitte verschieb deine Unterhaltung mit dem Schädel auf später. Wir haben zu tun."
Ich funkelte ihn wütend an, dennoch hielt ich den Mund. Er hatte schließlich Recht. Lockwood hatte immer Recht. Ich ignorierte die grinsende Fratze in dem Geisterglas und konzentrierte mich wieder darauf nicht umgebracht zu werden.
Der Geist des Internats war sehr alt und somit sehr mächtig. Als der Auftrag bei Lockwood&Co. reingeschneit war, hatten wir davon jedoch noch nichts gewusst und auch im Nachhinein wurde uns nichts von den Ausmaßen, die wir nun zu spüren bekamen erzählt.
Ich schrie auf, als neben mir der Holzboden schplitterte und ein Funkenhagel auf mich hinunter prasselte. Fluchend duckte ich mich darunter hinweg und spähte durch den Rauch hindurch nach dem Depp, der die Büchse griechisches Feuer geworfen hatte.
"GEORGE! SEH ICH VIELLEICHT WIE EIN GEIST AUS?!"
"Oh, DU warst das Lucy. Entschuldige, durch den Nebel sahst du ihr ähnlich..."
"Die ist kopflos! Wie kann man da was verwechseln?!"
"Ruhe!", rief Lockwood. "Euer Gezanke scheucht sie nur noch mehr auf."
Sofort schwiegen George und ich. Denn Lockwood sagte die Wahrheit: Vor uns schob sich eine dunkle Frauengestalt aus dem Boden, die sich bis zur Decke empor hob. Aus dem blutigen Halsstumpf quoll Ektoplasma wie dicke Blutstropfen hervor. Die Hände waren lang und knochig und streckten sich begierig nach uns aus. Je näher diese Klauen kamen, desdo mehr stieg in mir das Bedürfnis wegzurennen, doch ich konnte mich nicht von der Stelle rühre. Die Geisterstarre hatte mich befallen.
"LUCY!", rief Lockwood und durchtrennte mit seiner Degenklinge einen Geisterfinger, der beinahe mein Gesicht berührt hätte. Das rüttelte mich wach und ich nahm die Beine in die Hand. Gerade noch rechtzeitig, denn keine Sekunde später bohrte sich die Hand in die Wand, vor der ich bis eben noch gestanden hatte.
"Verdammt!", fluchte Lockwood. "Wo ist die Quelle?! George, du meintest doch, es wäre dieses gammelige Klassenbuch!"
"Es hätte es sein müssen!", erwiderte George gereizt und putzte den Staub von seiner Brille.
"Was meinst du mit  'hätte'?", fragte ich misstrauisch. George zögerte kurz, dann hielt er ein Silbernetz hoch, in welches er das entsprechende Klassenbuch gewickelt hatte.
"Es ist definitiv das von damals, aber... es funktioniert nicht. Ich wüsste aber von keiner anderen Quelle!"
Lockwood stand wie vom Donner gerührt da. Keiner sagte etwas und reagierte nicht mal, als neben uns ein Lehrerpult zu Bruch ging.
"Rückzug", meinte Lockwood schließlich tonlos.
Ich wirbelte herum und starrte ihn fassngslos an. "WIE bitte?"
"Rückzug!", rief Lockwood und machte kehrt zur Zimmertür. "Ohne Quelle, haben wir nicht den Hauch einer Chance!"
George folgte ihm, doch ich zögerte. Erst als weitere Tische und Schränke zu Bruch gingen, drehte auch ich mich zum Ausgang und rannte darauf zu. Doch an der Tür bliebich noch einmal stehen und sah zurück.
Ich riss die Augen auf, kniff sie zu und öffnete sie wieder. Nein... ich musste mich getäuscht haben...
Ein riesiger Schrank schoss auf mich zu und ich stürzte aus dem Raum und warf die Tür hinter mir ins Schloss. Schwer atmend lehnte ich mich dagegen und dachte an das Bild, das mir meine Augen vorgegaukelt hatten. Ein blasses Kind, in mitten von Rauch und herumwirbelnder Möbel...
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast