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Der Weg eines Magiers

KurzgeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P16
OC (Own Character)
26.06.2017
30.06.2017
6
8.382
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26.06.2017 754
 
Kälte. Eine feuchte Kälte durchfährt ihn, bis in die Knochen. Das Training zehrt an seinen Kräften, doch wenn er heute mit vollem Magen schlafen will, dann muss er diese Disziplin schaffen.
Seit er zurück denken kann, wird Erich von diesem komischen alten Mann in der Kunst der Magie unterrichtet. Er lehrt ihn alles was er kennt, den Nahkampf, die Runen, ihre Bedeutung und Wirkung und das fühlen der magischen Energien. Alles anstrengend und Zeitaufwändig, doch Zeit hatte er schon immer genug gehabt. Seine Mutter, Gott hab sie Seelig, verschied nachdem sie ihm das Leben schenkte! Gerade erst geboren wurde er von einem Bekannten seiner Mutter nach Irland gebracht. Man übergab ihn dem ‚zahnlosen Hund‘ einem Magier, der einmal als mächtigster Magier Irlands bekannt war!
Er schnauft sehr und hinterlässt dabei immer eine große Wolke. Auch wenn der Herbst in Irland, dank des Golfstroms, etwas milder ist, als wo anders, der kalte Nebel und die niedrigen Temperaturen setzen ihm ungemein zu! Für einen Neunjährigen ist dieses Wetter sehr anstrengend, besonders, da er nur recht einfach gekleidet ist.
Die letzte Herausforderung; er muss die steile Küstenwand hochklettern und dort einen Runenstein bergen, der dort vor langer Zeit versteckt wurde. Die Wand ist allerdings sehr rutschig und die Kälte tut ihr übriges.
Schon am Anfang tun ihm seine Finger weh, doch der Schmerz wird schon nach einiger Zeit so untragbar, dass er nicht mehr anders konnte, zurückzuckt und von der Wand runterfällt! Mit mehreren aufgeschürften Wunden liegt Erich auf dem Kiesstrand. Tränen stehen in seinem Gesicht und er will losheulen. Jedoch hindert ein kleines Wesen ihn daran es zu tun. Er wischt sich die Tränen aus dem Gesicht und starrt in den Himmel. Es ist ein schwarzer Vogel; ein Rabe vielleicht? Nein, irgendetwas will ihn das nicht glauben lassen. Hingerissen von diesem Wesen, beißt er die Zähne zusammen und versucht es noch einmal. Jede Muskelfaser quält ihn, doch er lässt nicht locker und klettert verbissen die Wand hoch.
Mit Blut an den Händen und Tränen in den Augen, erklimmt Erich die letzte Hürde und erreicht somit das obere Ende der Wand. Erschöpft aber auch stolz ruht er sich nun aus. Plötzlich fällt ihm der Vogel ein, den er unten gesehen hat. Er richtet sich auf und sucht den Himmel ab, doch da war nichts; nichts, gar nichts! Verwundert sucht er nach weiteren Hinweisen, ob er vielleicht gelandet ist, doch da ist nichts, keine Geräusch, kein flattern, null. Nur der Wind weht sanft und Grillen zirpen.
Mit großen Schmerzen erhebt er sich nochmal und geht langsam in das nahe Buschwerk. Die Sonne geht bald wieder unter. Er muss den Runenstein vorher finden, ansonsten kann er die Nacht nicht überleben. Der Stein soll eine Rune besitzen, die die Vitalität stärkt; ohne ihn hat er nicht mehr die Kraft um nach Hause zurückzukehren.
Doch dieser Tag ist nicht heute. Er findet den Hain mit den Steinformationen! Darin befindet sich ein Stein, der einem Podest gleicht und darauf liegt der Runenstein! Mit dem letzten bisschen Kraft nimmt er den Stein an sich. Sofort wirkt seine Macht und gibt ihm Kraft und Gesundheit. So schnell er kann läuft Erich zurück zu seinem Meister.
Die Hütte, in der Erich und sein Meister leben ist recht bescheiden. Ein einfaches Haus ohne irgendetwas besonderen. Dennoch ist es gut beschützt, da der ‚zahnlose Hund‘ viele Runen um das Gelände herum verteilt hat, um es zu schützen. Jeder Angreifer erfährt unsägliche Schmerzen, sobald er hindurchschreitet! Für Erich jedoch ist es ungefährlich, da er in diesen Zauber eingewoben wurde.
„Meister. Ich bin zurück.“ Etwas enttäuscht aber auch zufrieden blickt sein Meister zu ihm: „Du bist spät; schlecht. Nun, aber du hast es geschafft. Sehr gut.“ Sein Meister erhebt sich und geleitet ihn zu seinem Bett. „Gib mir den Stein.“ Etwas zögernd aber doch gehorchend übergibt er ihm den Stein. Als dies geschah, fiel Erich in sein Bett. Erschöpft und voller Schmerz fallen ihm die Augen zu. Sein Meister nimmt die Decke und hüllt ihn ein. „Ein guter Bursche. Er wird groß werden. Jedoch muss er noch eine große Hürde bestehen.
Welch trauriges Schicksal. Ein Junge, verstoßen von seiner Familie gegen die er auch noch kämpfen muss, um das Recht zu haben, leben zu dürfen. Traurig, doch auch notwendig. Er wird dadurch etwas erlangen, was anderen verwehrt bleibt. Dafür will ich beten. Daran will ich glauben.“
Er löscht das Licht und geht selbst zu Bett. Heute will er ihn ausruhen lassen, doch sein Training wird ab morgen noch härter! Er muss ihn strenger unterrichten, wenn er überleben soll!
 
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