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Blutgefäß

GeschichteFantasy / P18 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Philip Callahan Rachel Corrigan
22.06.2017
22.06.2017
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Gegen sieben Uhr betrat Ilse die Küche. "Oh, du bist schon wach?" fragte sie verwundert, als sie ihn am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee sitzen sah. "Nein, ich schlafe noch." Sie musste lachen. "Du siehst wirklich noch total verschlafen aus. Waren wohl ein bisschen stark die Pharisäer gestern. Also ich habe auch was da gegen den Kater ... hab ich immer." Sie grinste frech, während er ihr einen bösen Blick zuwarf. "Du begibst dich auf ziemlich glattes Eis, Ilse. Ich bin morgens nie gut gelaunt, bin noch betrunken und mein Kopf dröhnt, als würde er zerspringen und du hast den Mut ... mich zu reizen. Das traut sich nicht mal Selvi." Ilse lächelte, während sie sich auch einen Kaffee machte. "Was denkst du, bis wann ich Frühstück machen kann?" fragte sie. Ich denke bis in einer halben Stunde, da wird Luciano meistens wach und Selvi meist kurz darauf. Kurze Zeit später saßen sie alle gemeinsam am Frühstückstisch. "Ich nehme an du bleibst mit den Kindern heute hier. Du willst Ilse ja beim Dekorieren helfen. Ich muss jetzt los. Ich muss noch etwas erledigen, bevor ich mit Kat und Julien spreche wegen ihrer Pläne in ihrem Fall." Während er geredet hatte, zauberte er sein Jacket her und zog es an, dann verabschiedete er sich liebevoll von allen und verschwand. Er tauchte im Vorzimmer des Papstes wieder auf. "Buongiorno Mario." sagte der Höllenfürst höflich. Mario zuckte zusammen. "Gott - hast du mich erschreckt. Irgendwann bekomme ich noch einen Herzkasper deswegen." Belial grinste. "Nein, das lasse ich nicht zu. Ist Rodrigo schon da?" "Ja, er ist gerade gekommen. klopf einfach an und geh rein. Du bist ihm immer willkommen." grinste Mario. Belial klopfte. Nach einem "Herein." trat er ein. "Buongiorno Rodrigo." Der Papst sah überrascht auf. "Guten Morgen Lucian. Was verschafft mir denn die Ehre deines Besuches? Wenn es dich schon mal in den Vatikan zieht, dann hast du etwas auf dem Herzen." Belial ließ sich in den Stuhl fallen, der am Schreibtisch gegenüber von Rodrigo stand.
"Irgendwie siehst du ein wenig fertig aus." stellte der Papst fest. "Die Pharisäer von Ilse haben es in sich und gestern waren es ziemlich viele. Aber warum ich hier bin. Wir haben gestern über Linnea`s Taufe gesprochen und Selvi würde sie gerne noch dieses Jahr taufen lassen und der einzige der uns da vielleicht noch einen Termin gibt bist du. Und ich hätte noch eine Bitte. Selvi würde sich riesig freuen, wenn man Linnea im Markusdom in Venedig taufen könnte. Der Haken ist nur - dieser unmögliche Priester und der reichlich von sich eingenommene und bornierte Bischof dort. Er kann mich auf den Tod nicht ausstehen, was auf Gegenseitigkeit beruht. Vielleicht könntest du die Taufe übernehmen und diese im Markusdom machen?" Der Papst lächelte. "Du willst deiner Frau eine Freude machen?" Belial nickte. "Ich denke das lässt sich alles so einrichten. Was hältst du von nächsten Samstag?" Belial lächelte. "Danke Rodrigo! Wir hören voneinander." "Lucian!" rief der Papst ihm nach, als er dessen Arbeitszimmer verlassen wollte. "Wann wird denn die Kleine von Astarte und ihrem Freund getauft?" "Januar - in der St. Patrick's Cathedrale. Warum fragst du?" Rodrigo grinste. "Ich werde Philip Callaghan persönlich anrufen und ihm mitteilen, dass ich sein Töchterchen gerne gemeinsam mit deiner Kleinen im Markusdom taufen möchte." Belial grinste. Er wusste, dass Philip total begeistert sein würde, wenn Aine vom Papst persönlich getauft würde. Mit einer freundlichen Geste verabschiedete er sich und verschwand.
Er tauchte bei Ilse und seiner Frau wieder auf. "Lucifer! Hast du nicht..." Er unterbrach seine Frau, indem er ihr einen leidenschaftlichen Kuss gab. "Ich war gerade bei Rodrigo. Wenn du einverstanden bist wird Linnea nächsten Samstag im Markusdom in Venedig von Rodrigo getauft. Zusammen mit Aine." Die schöne Hexe stand einen Moment starr da. "Im Markusdom? ...Von Rodrigo?" fragte sie überrascht und überglücklich nach. Ihr Mann nickte. Sie fiel ihm um den Hals. "Danke Lucifer!" Mehr brachte sie im Moment nicht raus. Sie drückte ihren Mann ganz fest. "Das geht, ja - der Adventsgottesdienst der Kita ist erst den Samstag darauf."
Belial tauchte im Boulevard wieder auf. "Käthchen, Julien in mein Arbeitszimmer bitte!" sagte er, nachdem er allen eine freundliche Begrüßung hatte zukommen lassen. Im Arbeitszimmer setzten sie sich in die gemütliche Sitzecke. „Was ist euch in den Sinn gekommen?“ wollte der Höllenfürst wissen. Julien grinste. „So viele Gedanken mussten wir uns gar nicht machen. Der gute Senor da Silva hat uns gestern auf seiner Party selbst vorgeschwärmt was seine Vision ist: Ein geeintes – unter ihm geeintes Amerika – Süd wie Nord – und ein Harem blonder, dickbusiger Frauen, die ihn bedienen... und natürlich Geld – jede Menge Geld und Groupies und Leute die für ihn praktisch alles tun.“ Die Augen des Höllenfürsten verengten sich. „Wie soll ich das verstehen?“ „Wir waren gestern auf seiner Party und haben uns mit ihm unterhalten. Er fand sich wohl selbst recht sympathisch, wobei Kat und ich ihn einfach nur widerlich und schmierig fanden. Seine „Freundinnen“ hatten den IQ einer Scheibe Toastbrot und haben immer nur gekichert. Gekleidet in pinke Fummel die gerade mal ihre mit Silikon getunten Busen und Hinterteile bedeckt haben.“ „Ohne mein Wissen? Ohne Schutz?“ rief Belial wütend. „Nein – M und M haben das „abgesegnet“ und Camael und ein paar andere als Bodyguard mitgeschickt. Ist also safe gewesen.“
„Darüber werde ich mit den beiden noch reden! Unverantwortlich!“ „Och, Onkel Lucifer, ich bin eine Seraphim – das betonst du selbst immer gern. Was hätte passieren können?“ „Sehr viel! Vor allem weil ihr mich nicht gerufen hättet, da ihr mir den Abend nicht versauen wolltet!“ „Ach ja, gut, aber Onkel Merlin und Onkel Mike waren ständig „online“ und beide wären sofort gekommen wenn einer von uns oder einer unserer Bodyguards Hilfe gebraucht hätte!“ Belial seufzte. „Ich mache mir um euch doch einfach nur Sorgen, Käthchen.“
„Aber alles war in Ordnung, wirklich. Wir waren in Sicherheit. Und wir haben konkrete Infos was ihn reizt, diesen Ernesto.“ Mischte Julien sich ein. Belial nickte. „Ich hatte das zwar anders gemeint, aber gut. Ihr beide habt die Aufgabe gemeistert und alles ist okay. Dann wirst du jetzt mit einer blonden, großbusigen Astarte bei ihm auftauchen und ihm ein entsprechendes Angebot überbringen...  Setz dich bitte mit ihr zusammen und arbeite das mit ihr aus. Ich erwarte euch in zwei Stunden zum Bericht, Julien. Kat und ich werden noch etwas trainieren...“
Julien nickte. „Werde ich machen, Lucifer.“ Er gab Kat einen sanften Kuss auf die Wange und verschwand – nach Dublin. „Übrigens... kleine Retourkutsche für den Abend den du ja offenbar mit Selvi und Ilse ausgeklügelt hast: Samstagmorgen, Markusdom, Venedig: Taufe von Linnea. Du wirst Patentante!“ „Wie? Wer tauft die Kleine denn? Dieser unmögliche Bischof? Sag nicht, dass du gebeichtet hast und dich vorher taufen lässt?!“ Belial lachte leise. „Nein, Rodrigo nimmt die Taufe vor... und Ainé wird auch gleich getauft. So erspare ich mir diese lästige Taufe in dieser St. Patrick-Cathedral... der Lieblingskirche vom Callaghan...“ Er lächelte, als er sah, dass Kat sichtlich erstaunt war. „So, und das nächste Mal wenn ihr so einen Schwachsinn macht, will ich auch gefragt werden! Und jetzt ruf das Grimorie!“ "Ach Onkel Lucifer. Könnten wir bitte zur Abwechslung mal etwas Schwertkampf trainieren? Michael und auch der himmlische Vater sind der Meinung, dass Training mit dir sehr hilfreich ist, da du erstens - der stärkste Engel bist und zweitens den Schwertkampf perfekt beherrscht. Das hat Onkel Michael selbst so ausgedrückt." Der Höllenfürst räusperte sich. "Okay, auch gut." antwortete er und hielt dem hübschen Teenager die Hand hin. Kat ergriff sie und lächelte, als er sie liebevoll drückte. Im nächsten Moment standen die beiden im Trainingsraum des Boulevard Hausmann.
"Na dann zeig mal was du bei Michael gelernt hast!" Kat griff an und ihr Lieblingsonkel wehrte immer blitzschnell ab. Plötzlich griff er an, drängte sie an die Wand schlug ihr das Schwert aus der Hand, griff sein Schwert mit beiden Händen und legte ihr sanft die flache Seite der Klinge auf die Brust. Sie sahen einander tief in die Augen. "Lektion Eins: Schnelligkeit Käthchen. Michael hat  vergessen zu erwähnen, dass ich eine sehr gute Reaktion habe. Wundert mich eigentlich, dass ich immer noch so gut bin. Ich habe schon ewig nicht mehr mit dem Schwert trainiert und nach dem gestrigen Abend." Er ließ von seiner Patentochter ab, drehte sich um und lief wieder in die Mitte des Raumes. Plötzlich spürte er eine Klinge am Hals. "Lektion Zwei: Drehe deinem Gegner niemals den Rücken zu." sagte der Teenager. Der Fürst der Finsternis lachte und rieb sich mit der freien Hand über die Stirn, da das Lachen weh tat. "Kopfschmerzen?" fragte seine Patentochter. "Ja, ... Ilse`s Pharisäer haben es echt in sich. Na komm - trainieren wir deine Schnelligkeit. Ich greife an - du wehrst ab." Belial griff an. Kat wehrte den ersten Angriff ab, dann spürte sie seine Klinge seitlich der linken Brust. Sie seufzte. "Du reagierst wirklich sehr schnell!" Er nickte. "Ja, an deiner Schnelligkeit und deiner Reaktionsfähigkeit müssen wir noch arbeiten. Du musst lernen den nächsten Angriff deines Gegners vorauszusehen. Deine Technik ist sehr gut. Da hat mein Brüderchen gute Arbeit geleistet."
"Onkel Mike sagte vor zwei Tagen das Gleiche." Belial grinste. Griff erneut an und fragte: "Vor zwei Tagen? Wie geht es ihm und Maria? Hab sie schon länger nicht mehr gesehen." Kat hörte zu und versuchte sich auf ihren Gegner zu konzentrieren. "Ganz gut, soweit." Es knallte, als einer der Schutzhelme aus dem Regal zu Boden fiel. Erneut spürte sie die Klinge ihres Lieblingsonkels. "Lektion drei: ..." Er schloss für eine Sekunde die Augen, und stöhnte leise auf. "Lass dich nicht ablenken!" "Das war auch etwas fies, einfach den Helm herunterfallen zu lassen. Du wusstest, dass ich hinsehen würde." Er nickte. "Das ist nicht fies, Käthchen. Ich zeige dir nur... wo du noch an dir arbeiten musst. An deiner Technik müssen wir nicht mehr arbeiten. Hat Michael dich deshalb zu mir geschickt, um diese kleinen Schwächen noch zu trainieren?" fragte er. "Ich denke schon. Wir wissen alle, dass du..." Er lächelte. "Wenn das so ist, dann trainieren wir jetzt einmal die Woche."
Kat nickte begeistert. "Sollen wir für heute Schluß machen? Ich merke, dass es dir nicht ..." Er schüttelte den Kopf. "Ist schon gut." Kat merkte, dass er seine Selbstheilungskräfte einsetzte. "Ich denke das hilft nicht bei äußeren Einwirkungen wie Stress oder einem Kater?" Belial griff erneut an. "Nur kurzfristig, die Kopfschmerzen kehren nachher wieder. Und jetzt wird gekämpft." "Schluß für heute!" sagte der Höllenfürst nach einer weiteren Stunde, doch etwas erschöpft, da er heute morgen schon etwas angeschlagen war. "Das hat total Spaß gemacht, Onkel Lucifer. Ich freue mich schon auf unser nächstes Schwerttraining." Er griff nach ihrer Hand und zog sie an sich, umarmte sie, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und zauberte sie in die Küche des Boulevards, wo alle schon am Mittagstisch saßen. Er löste sich von ihr. "Bis später, ich bin zum Mittag bei meiner Familie auf Norderney. Ich hole dich nachher ab, dann statten wir Astarte und Philip einen Besuch ab wo auch Julien ja gerade ist, um zu erfahren wie weit die beiden sind. Und ich möchte Christian mal wieder sehen." sagte er noch zu seiner Patentochter und wandte sich mit einem ernsten Blick, dem anzusehen war, dass eine Unterhaltung stattfand, Metatron zu, bevor er verschwand.
Metatron grinste Kat nonchalant an. „Hat der Lucifer doch kein Vertrauen in deine zwei mächtigsten himmlischen Paten... ts ts ts...“ Kat lächelte. „Hat er dich gerügt? Mit mir war er auch etwas ungehalten wegen der gestrigen Party... aber wenigstens waren wir effektiv... und Asta und Julien können damit arbeiten denn Asta soll den blonden Vamp mit üppigem Vorbau spielen...“ Metatron grinste. „Und das wo sie lieber die orientalische Schönheit gibt... nun ja...  aber ich bin sicher als blonder Vamp macht sich mein Sekretär auch gut. Wobei das Philip nicht so gefallen dürfte. Etwas eifersüchtig ist er ja schon... wenn es um seine andere Hälfte geht... Vater ist übrigens schon am überlegen, ob er ihn zu einem Archai macht... Astaroth leistet als Erzengel beider Seiten – genau wie du und Julien – gute Arbeit und bisher muss er ja noch befürchten, dass Philip irgendwann stirbt... Vater will übrigens darüber mit dir reden. Du weißt, er schätzt deine noch sehr menschlich geprägte Meinung sehr.“ „Ähm... heute Nachmittag will ich mit Onkel Lucifer nach Dublin... mit Asta und Julien reden wegen der Aktion und dem Deal den die beiden sich überlegt haben... ähm...“ Metatron lachte leise. In Gedanken hörte sie ihn: „Es geht auch darum, dass er Euangelion zu einem  Exusiai erheben will. Und Cassie wird zur Seraphim erhoben... Sie... Vater meinte, das sei langsam Zeit... sie habe mich gut erzogen.“
Kat lachte. „Was wird aus Maria?“ „Zunächst wohl eine Kyriotes... je nachdem wie sie sich bewährt eventuell mehr. Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass Vater sie auch gleich zur Seraphim erhebt, denn Michael braucht eine starke Frau an seiner Seite und immerhin schafft Maria es auch unseren Griesgram Lucifer mal anständig zum Lachen zu bringen. Am besten brichst du also gleich zu Vater auf. Du weißt, er freut sich jedes Mal wenn du kommst.“ Kat seufzte. „Erstmal was essen und trinken. Auch wenn ich an sich eine Seraphim bin wenn nötig, momentan bin ich sterblich und nahezu verhungert und ausgetrocknet.“
In diesem Moment wurde sie in den Himmel gerufen – und stand unmittelbar vor Michael – und zu ihrer Überraschung der etwas verlegenen Maria, die als Kyriotes vor ihr stand. Kat grinste. „Und? Wie ist es so mit Flügeln?“ „Ungewohnt, aber echt cool. Vor allem war die Trainingsstunde mit Flammenschwertern genial. Ich habe mich gefühlt wie im Jedi-Training.“ Kat lachte. „Ja... Onkel Mike, du scheinst dich als ObiWan Kenobi gut zu machen... wobei... der Meister Yoda ist da einwandfrei Onkel Lucifer...“ Michael grinste. „Eher der Sith-Meister... wobei, ja,... zweifellos einer auf Yoda-Niveau.“  antwortete er und reichte Kat ein grünes Blatt und einen Kelch Wasser. „Damit du nicht verhungerst oder verdurstest.“ sagte er lächelnd. Kat schob mit einem innerlichen Seufzen – ihr wäre etwas von Tilly gekochtem Essen lieber gewesen als eines der Blätter von einem der Bäume des Paradieses und ihr Johannisbeersaft ebenso.
„Lasst uns gehen, Vater wartet.“ meinte Michael und zog seine Freundin und seine Patentochter mit sich. Einen Augenblick später standen sie ihm Thronsaal – zumindest etwas vergleichbarem, der sich jedoch augenblicklich veränderte und zu einem gemütlichen Wohnzimmer wurde in dem sie erwartet wurden. „Meine Kinder, kommt zu mir.“ erklang es warmherzig. Die drei setzten sich. „Katherine, ich möchte, dass du Euangelion seine Erhebung zum Exusiai verkündest und deinem Seelengefährten Julien – Juliel – die zum Seraphim. Mit Astaroth und dir sind somit drei Seraphim Erzengel oder Erzseraphim von Himmel und Hölle. Und ich möchte, dass du deinem Onkel Astaroth die freudige Botschaft überbringst, dass ich Philip Hagiel unterstelle und ihn zu einem Archai erhebe – für Astaroths treue Dienste sowohl in Lucifers als auch in meinen Diensten und für seine ausgezeichnete Arbeit für die Botschaft, die er als Metatrons Sekretär leistet.“ „Ja, Vater...“ murmelte Kat. „Ich weiß, du hast deine Differenzen mit Phillip Callaghan, Katherine, also frage ich dich: Akzeptierst du die Entscheidung, die ich traf?“ Überrascht sah die junge Seraphe zum Höchsten. „Ich habe deine Entscheidungen nicht in Frage zu stellen. Und du tust es für Onkel Astaroth und der hat es mit Sicherheit verdient, dass er sich keine Sorgen um Phillip machen muss.“ Ein leicht tadelnder Blick traf sie. „Katherine, mach deinen Frieden mit ihm. Er ist wesentlich aufgeschlossener geworden seit er das Legat in Dublin leitet und Astaroth an seiner Seite hat. Er blüht als Vater von Christian und Ainé auf.“
Kat überlegte, dann lächelte sie. „Irgendwie ja. Er ist glaube ich gar kein schlechter Vater... nur an Onkel Lucifer muss er sich gewöhnen.“ "So geh denn mit meinem Segen, Katherine-Lucia-Merina." Kat neigte den Kopf und verschwand zurück in den Boulevard.
Belial erschien in der Küche. Mathilde hielt ihm einem frischen Kaffee hin. Er lächelte die Kräuterhexe freundlich an. "Danke Tilly." sagte er freundlich und setzte sich auf den freien Platz neben seine Patentochter. "Ich dachte du bist längst fertig!" sagte er unmerkbar etwas griesgämig. "Ich musste noch in den Himmel!" Belial starrte sie fragend an. "Wieso das?" "Erfährst du gleich ich habe den Auftrag bekommen Philip und Astaroth etwas auszurichten. Aber jetzt möchte ich erst mal was essen, das Blatt und das Wasser war nicht gerade ein Mittagessen wie ich es mir vorstelle." antwortete sie und aß, fast schon gierig, weiter. "Wird Zeit, dass Michael und Maria mal wieder am Abend da sind und Maria dich mal wieder richtig zum Lachen bringt. Du bist in letzter Zeit wieder mal unausstehlich." sagte Metatron. Der Höllenfürst sagte nichts dazu. "So können wir?" fragte er, als Kat fertig war.
Kurz darauf tauchten die beiden in Philip`s Arbeitszimmer auf. Christian, der gerade an einem Tisch saß und für die Schule lernte, sprang auf und lief zu Belial um ihn zu umarmen. "Onkel Lucian! Schön dass du mal da bist. Ich bin gleich fertig. Können wir dann in die Stadt gehen? Ich habe nicht vergessen, dass ich dir noch Dublin zeigen wollte. Dieser lächelte und drückte den Jungen liebevoll. "Erst muss ich mit deinen Eltern, Kat und Julien etwas besprechen." "Aber dann gehen wir, ja?" Er nickte. "Wenn deine Eltern nichts dagegen haben." Astarte trat auf die beiden Neuankömmlinge zu. "Natürlich nicht! Hallo Lucifer, schön dich zu sehen." sagte die schöne Göttin, umarmte ihn und gab ihm einen zärtlichen Kuss auf die Wange. Er erwiderte die Umarmung. "Hallo Philip." sagte er dann. "Hallo Lucian." antwortete der Leiter des Legats. Sie zauberten sich in das große Wohnzimmer des Legats in Dublin. Kaum dass sie dort waren klopfte es an der Türe und der Butler trat ein. "Wie immer... " sagte Philip. "Bringen Sie mir bitte noch ein Glas Wasser zu meinem Kaffee." sagte Belial freundlich, ließ sich in den selben Sessel fallen, in dem er eigentlich immer saß, wenn er im Dubliner Legat war.
Mit beiden Händen fuhr er über das Gesicht, stöhnte leicht auf und massierte sich dann die Schläfen. "Sind deine Kopfschmerzen noch nicht besser?" fragte seine Patentochter. Er verneinte das mit einem Kopfschütteln. Es klopfte abermals. "Ihr Wasser Sir. Die warmen Getränke kommen gleich." sagte der Butler. Der Höllenfürst schluckte eine der Tabletten, die er  von Sariel hatte. "So was habt ihr, beide?" fragte er an Julien und Astarte gerichtet. "Darf ich bitte noch was sagen Onkel Lucifer, bevor wir anfangen?" Er nickte. "Bitte Käthchen."
Kat holte einmal tief Luft. „Okay: ich bin gerade am überlegen ob ich das etwas schwülstig mache wie Onkel Gabe das immer macht oder wie Onkel Mike das an sich hat...“ Astarte grinste. „Oh ja, das möchte ich sehen!“ Kat grinste, sah zu Philip und sagte in möglichst salbungsvollem Ton: „Ave Phillip Callaghan, unser himmlischer Vater sieht voller Gnade auf dich und dein Wirken. Er hat gesehen, was du bei seinem Diener Astaroth bewirkst und wie viel du ihm bedeutest und erweist dir die Gnade dich in den Rang eines Archai zu erheben und dich in die Reihen der Himmlischen Heerscharen aufzunehmen.“ Astarte strahlte. „Oh Liebling!“ rief sie. „Danke für die Nachricht, aber... das ist nur weil ich... weil Asta gute Arbeit leistet und ich...“ begann Phillip. „Unsinn! Du leistest selbst auch verdammt gute Arbeit als Vater von Christian und Ainé! Jetzt krieg dich ein und bete heute Abend schön dein „Dankgebet“ an Vater und gut ist!“ unterbrach Belial ihn ärgerlich. Bevor der Legatsleiter darauf antworten konnte, küsste seine Gefährtin ihn leidenschaftlich. „Ich hatte so gehofft, dass Vater dich wenigstens eine Frucht vom Baum des Lebens essen lässt, aber seine Entscheidung dich zum Archai zu erheben, oh, mein Süßer, das übertrifft alles.“ Philip räusperte sich. „Ja, nun... danke für die Mitteilung..., Katherine.“
„So und nun...“ „Moment Onkel Lucifer. Julien... da du, wie Astaroth und ich ein „Erzengel beider Seiten“ bist... und wir drei... naja, wohl ebenbürtig sein sollen, zumindest annähernd, wobei ich glaube, dass wir an Onkel Astaroth nicht so schnell rankommen, da er – denke ich mal – fast so gut ist wie Onkel Lucifer... wirst du zum Seraphim erhoben... ähm... und bevor ich es vergesse: Cassie ist Seraphim geworden und Maria Kyriotes... also wird Onkel Mike sie wohl bald endlich heiraten... zumal er keine Nephilim befürchten muss...“ fuhr Kat hastig fort.
Einen Augenblick herrschte Schweigen, dann meinte Julien: „Wow... okay... wobei ich mich als Dynameis eigentlich sehr wohl gefühlt habe... mit dem Naturgewalten manipulieren... das ist schon cool...“ „Das kannst du immer noch, Kleiner...“ meinte Astarte mit einem liebevollen Lächeln zu Philip. „Gut, wenn ihr mit dem Freuen fertig seid, was habt ihr zwei ausgearbeitet?“ Astarte warf dem Höllenfürsten einen schmollenden Blick zu. „Alter Brummbär!“ murmelte sie. Um die Mundwinkel des Höllenfürsten zuckte es. „Zimtzicke!“ neckte er. Astarte lachte glockenhell auf. „Na gut: Also ich werde ja das „Dumme Blondchen“ geben... dieser Da Silva hat es wohl nicht so mit ehelicher Treue oder Monogamie... von daher wird er es wenig verwunderlich finden, wenn Julien scheinbar genauso denkt. Und dann lässt Julien „die Katze aus dem Sack“ und kommt „zu des Pudels Kern“ indem er sich als dein Diener zu erkennen gibt und dem Drecksack folgendes bietet: Er kriegt jede Frau rum die seinem klassischen Beuteschema entspricht: sprich die mit den Kennzahlen 60 bis 90-120+-60-90 – also 60  bis 90 IQ, Oberweite 120 plus X, 60 Taille,  90 Hüfte – gegebenenfalls 90 plus.... und blond oder blondiert. Er wird mit seinen Drogen Erfolg haben – aber was wir verschweigen: Sie machen nur die süchtig, die... es verdient haben... den Rest wird es berauschen aber nicht abhängig machen. Dazu brauchen wir die himmlischen Brüder um das zu erreichen... aber ich denke das ist kein Problem. Gadreel würde ich ihm gern als potentiellen Befehlshaber seiner im Aufbau befindlichen Armee zur Seite stellen... Immerhin will er Gesamtamerika unter dem neuen Namen „Ernestoso“ für beide Kontinente einen und die Nordamerikaner und auch die Brasilianer sprachlich auf Spanisch umzuerziehen.“
„Und dann willst du diesem Irren Gadreel schicken?“ fragte Belial entsetzt. Astarte lächelte hintergründig. „Du weißt selbst wie erfinderisch er in Manipulation und Sabotage ist...“ Belial seufzte. „Gut, ein Punkt für dich – oder Juliel und dich... Was noch?“ „Nun... er will seine „Präsidentschaft über „Ernestoso“ natürlich genießen... auch wenn er sie nicht erreichen wird... aber dazu muss er Opfer bringen... er muss den Gebrauch der Schale einschränken und zu dir beten und einmal im Monat eine schwarze Messe abhalten... Je mehr stumpfsinnige Anhänger er dazu bringt dich ebenfalls anzubeten, desto länger wird er leben... allerdings... hm... Gadreel könnte natürlich dafür sorgen, dass der Ernesto nicht zu viele Anhänger findet...“
Belial schnaubte. „So größenwahnsinnig wie der Kerl ist könnte er ja sagen, wobei ich bezweifle, dass er dermaßen hohl ist, Asta... Juliel... er wird sich erstmal fast einnässen wenn ihr euch zu erkennen gebt und dann seinerseits Forderungen stellen...“ „Ja, aber das denke ich, können wir kontern... Die Frage ist nur: Wie weit dürfen wir gehen von deiner Seite aus?“ „Sehr weit, so weit wie nötig, solange es keinen von uns persönlich betrifft; sprich unsere Familien und Freunde!“ antwortete Belial ihr ernst. Die schöne Göttin neigt den Kopf. „Es wird geschehen, danke für dein Vertrauen, Lucifer.“ Der Höllenfürst nickte. „Macht euch am besten gleich auf den Weg – und ich werde mit Christian die Stadtführung machen, die er mir versprochen hat.“ Er grinste und verschwand. Kat verschwand ebenfalls, denn sie hatte keine Lust ihre Zeit allein mit Philip zu verbringen, während Lucifer mit Christian unterwegs war und Julien mit Astarte. Sie besuchte in der Zwischenzeit ihre Eltern auf Angel Island.
Belial tauchte vor Christian`s Zimmer auf, in das der Junge sich zurückgezogen hatte, als die anderen sich ins Wohnzimmer begaben. Er klopfte an die Tür. "Ja." ertönte die Stimme des Kindes. Er trat ein. "Wie weit bist du mit Lernen?" Der Junge seufzte. "Der Stoff an dieser Privatschule ist echt schwer. Ich muss noch den Abschnitt in den Kopf kriegen, wir schreiben am Montag eine Schulaufgabe, aber irgendwie kann ich mir das in den Worten wie es da steht nicht merken und unser Lehrer bringt das alles genauso kompliziert rüber." Belial griff nach dem Buch. Er betrachtete das Schulbuch. Es handelte sich um das Fach das an der Schule im Boulevard als Sachkunde unterrichtet wurde.
Belial erklärte es  ihm in kindgerechten Worten, so dass ein Grundschüler es gut verstehen konnte. "Der Junge strahlte. "Danke Onkel Lucian! Jetzt  habe ich es verstanden. Du wärst ein toller Lehrer!" Belial lächelte. "Wenn du dann fertig bist - können wir ja losziehen. Der Junge nickte eifrig. Gerade als beide die Treppe herunterkamen trat Philip in die Eingangshalle. Belial zauberte seinen schwarzen Wintermantel und den dunkelblauen Schal, den er von seiner Frau bekommen hatte herbei. "Aber bis zum Abendessen bist du zurück!" sagte Philip zu seinem Sohn. Dieser nickte. "Wann ist das?" fragte Belial  und warf einen Blick auf sein Smartphone um zu sehen wie viel Uhr es war. "Um 18 Uhr." antwortete Philip. Belial nickte und verließ  gemeinsam mit Christian das Haus. "Schade eigentlich, dass wir nicht mit deinem tollen Porsche fahren können." Sein Onkel lächelte. "Machen wir im Frühjahr oder Sommer wieder, da macht es auch mehr Spaß, wenn man offen fahren kann." "Mmmh ... also was möchtest du sehen? Eine Burg, die Bibliothek, oder das Guinness Storehouse?" Belial seufzte. "Das Guinness Storehouse kannst du mir im vorbeigehen zeigen. Für die Bibliothek sollten wir uns etwas mehr Zeit nehmen, da wir beide wissen, wie fasziniert wir von Büchern sind. Also ..." Der Junge unterbrach seinen Onkel begeistert. "Heißt das du kommst bald wieder um mit mir zusammen in die Chester Beatty Library zu gehen?"
Belial grinste. "Du weißt echt wie du es anstellst mich öfter hier her zulocken." Christian lächelte zufrieden. "Klar! Aber jetzt du... ich habe dich unterbrochen, Onkel Lucian." "Ich wollte vorschlagen, dass wir uns die Burg ansehen und wenn noch Zeit ist, dann zeigst du mit noch etwas Schönes von der Stadt." Christian nickte und rannte die letzten paar Meter zur U-Bahnstation. Sein Onkel stöhnte leise, da ihm nicht nach rennen war, folgte dem Jungen aber und hatte ihn schnell eingeholt. Im letzten Moment betraten sie die Bahn. "Zaubere dir deine Tageskarte. Denn sonst hätten wir die Bahn verpasst und hätten warten müssen." flüsterte der Junge ihm ganz leise ins Ohr. Kurz darauf kam schon der Schaffner und wollte die Karten sehen. "Wie lange fahren wir?" wollte sein Onkel wissen. "Zwanzig Minuten. Bist du müde und böse auf jemand?" fragte der Junge. "Du merkst auch alles! Ich bin heute tatsächlich etwas geschafft, was nicht zuletzt Ilse`s Schuld ist. Wobei ich wohl auch dazu beigetragen habe, ich hätte ja einfach nur aufhören können mit den Pharisäern." antwortete er  lächelnd, wurde dann aber sofort wieder ernst. "Und ich bin... na ja... etwas enttäuscht könnte man sagen. Ist schon okay, immerhin... bin ich noch ruhig. Es gab Zeiten, da hätte ich wohl etwas ungehaltener reagiert. Aber jetzt hör auf, mich auszufragen und dir Gedanken zu machen, lass uns einfach ein paar schöne Stunden zusammen verbringen." Der Junge nickte. "Wir müssen eh die nächste Station aussteigen." Belial war ziemlich beeindruckt von der Burg. Nachdem sie die Führung mitgemacht hatten, durfte sich sein Neffe in dem Souvenirladen etwas aussuchen. Anschließend spazierten sie durch die Außenanlage des Malahide Castle`s, bevor sie abermals die U-Bahn betraten. "Wie ist eigentlich die Metro in Paris? Irgendwie faszinieren mich U-Bahnhöfe." Sein Onkel lächelte.
"Mich nervt das eher - sind mir zu viele  Menschen auf einmal. Aber ja - doch Paris ist schon irgendwie... beeindruckend und schön. Und ja - wir fahren mal mit der Metro, wenn du willst." Sie stiegen aus und schlenderten vorbei am Guinness Storehouse durch einen Park, wo sie sich während des Spazierganges über alles mögliche unterhielten.
"Hast du niemand zum reden? Du bist heute stiller und nachdenklicher als sonst, wenn wir zusammen etwas machen." fragte Christian unvermittelt. Belial konnte Besorgnis in der Stimme seines Neffen hören. Er umarmte ihn freundschaftlich und zog ihn an sich. "Entschuldige. Ich weiß selbst , dass ich heute nicht gerade die beste Laune habe. Aber der einzige mit dem ich sonst über so etwas rede ist Derek, aber... es geht diesmal mit um Julien von dem ich mir eigentlich etwas mehr Verantwortung gewünscht hätte und Derek ist der Schwiegervater in spe von Julien und Metatron und Michael stecken da mit drin - klar haben sie recht, dass sie gut genug auf die beiden aufpassen können keine Frage, aber... hätte man mich nicht einfach die Pläne einweihen können?" Christian hatte aufmerksam zugehört. "Also bist du wütend und verletzt deswegen?" Er nickte. "Ja, aber das kommt denen gar nicht in den Sinn." antwortet er mit traurig. "Und ich habe diesmal irgendwie keine Lust meine Wut gegen die drei zu richten - besonders nicht gegen Julien. Was aber heißt, dass ich etwas anderes finden muss, oder ich reiße mich zusammen und unterdrücke meinen Ärger. Was sich allerdings sehr auf meine Laune auswirkt, wie du ja selbst merkst." erklärte er. "Und jetzt lass es gut sein. Da muss ich ganz alleine durch."  Er schaute seinen Onkel mitfühlend an. "Haben sie sich... entschuldigt?" "Sie haben sich nur gerechtfertigt, aber egal. Es hat wie immer Spaß gemacht mit dir und es tat richtig gut, danke Christian. Und wenn ich das nächste mal komme nehmen wir uns Zeit und gehen in die Bibliothek. Notfalls schick deine Mama um mich zu holen." zwinkerte er dem Jungen zu, bevor sie kurz vor 18 Uhr das Legat in Dublin betraten. "Das mache ich und zwar schon ganz bald, da kannst du dich drauf verlassen Onkel Lucian!" versprach ihm der kleine Junge.
"Hallo Papa, wir sind wieder da!" rief der Junge fröhlich. Philip betrat die Eingangshalle und musste sich eingestehen, dass die Ausflüge mit "Onkel Lucian"  seinem Sohn offensichtlich gut taten, denn er kam jedes Mal sehr fröhlich zurück. "Ich bringe noch schnell meine Sachen nach oben. Isst du mit uns Onkel Lucian? Unser Koch kann echt gut kochen und du musst doch eh auf Julien und Mama warten. Bitte." bat der kleine Junge. Der Höllenfürst seufzte innerlich genau wie Philip. Die beiden Männer warfen sich einen kurzen Blick zu. Schließlich nickten beide, da sie merkte wie wichtig es dem Jungen war. "Ihm liegt wohl sehr viel daran, dass wir miteinander auskommen." sagte Philip leise. "Das tun wir doch mittlerweile oder? Aber er merkt die Spannung zwischen uns. Christian ist sehr feinfühlig - er merkte sofort, dass mich gerade etwas beschäftigt. Er ist ein toller Junge! Und du... bist ein guter Vater... Respekt. Hätte ich dir ehrlich gesagt nicht zugetraut." "Danke. Willst du... trinkst du mit mir ein Glas irischen Whiskey?" Belial nickte und folgte ihm in den Salon. "Und was fangen wir jetzt mit der Zeit an, bis Astarte und Julien wieder da sind?" fragte der Höllenfürst und trank einen Schluck des Whiskeys. In diesem Moment betrat Christian wieder den Raum. "Wir könnten etwas zusammen spielen bis Mama und Julien wieder kommen. Ich hole schnell ein Spiel aus meinem Zimmer." sagte er und rannte wieder nach oben. "Gerettet." sagte Belial erleichtert. Philip nickte ebenfalls erleichtert.
Währenddessen in Chile: Julien und eine blonde Astarte mit üppigem „Vorbau“ erschienen vor dem Anwesen des Drogenbarons. „Ich komme mir so billig vor...“ murmelte die Göttin angewidert. „Ist doch nur Show – da drin kannst du alle Register ziehen und deine Flügel entfalten und alles – erstmal müssen wir ja mit da Silva reden...“
Sie wurden auch sofort zu dem erstaunten, aber doch sehr erfreut reagierenden „Patron“ gebracht, der sofort begann Astarte den Hintern zu tätscheln. Die hübsche Blondine kicherte affektiert, während sie in Juliens Gedanken murmelte: „Ich überlege gerade ob ich mich direkt übergebe oder ihm in die Familienplanung trete und ihm dann jeden Knochen einzeln breche...“ Julien musste sein Grinsen verbergen. „Da fällt dir sicher was besseres ein...“
„Julien, Amigo, was kann ich für dich tun? Und wieso hast du gestern diese nette, aber eher durchschnittliche Brünette mitgebracht und nicht gleich dieses Goldkäferchen?“ fragte da Silva mit den Augen auf Astartes tiefem Ausschnitt. Der junge Mann lächelte finster. „Die Frage ist: Was kann ich für dich tun? Mein... Gebieter hat Interesse an einem Gegenstand, der in deinem Besitz sein soll... und dafür darf ich einiges auf den Tisch legen...“ Der Mann sah ihn an, dann lächelte er. „Ah, Julien, Amigo: Ich habe Geld, ich kann mir Frauen kaufen und wahrscheinlich auch diese Schönheit hier... Ich sollte dir vielleicht lieber Geld schenken, damit du dieser Brünetten richtige Brüste machen lassen kannst und...“ „Ich glaube kaum, dass das im Sinne von Fürst Juliel, General der Hölle, Oberbefehlshaber von 4 Legionen, Gesandtem vom Herrn der Hölle, dem Botschafter Lucifers persönlich, ist. Und in meinem und Katherines sicher auch nicht!“ Mit diesen Worten verwandelte sich Astarte in Astaroth und lächelte hämisch als der Drogenbaron mit einem Aufschrei zurück sprang. „Ich bin Astaroth... oder Astarte... je nachdem... Und somit nicht mal annähernd in deinem „Beuteschema“, kleiner Sterblicher!“
Mit entsetztem Blick auf Astaroth und Julien ließ er sich in einen Sessel sinken. „Wo wir einander jetzt ausgiebig vorgestellt haben, Senor da Silva, wissen Sie sicher welchen Gegenstand unser Gebieter Lucifer haben will... Kommen wir also zum Geschäftlichen...“ sagte der junge Mann mit einem süffisanten Lächeln. „Er bietet Ihnen, dass Sie jede Frau kriegen, die Sie wollen – mit Ausnahme Angehörige des Botschaftspersonals oder der Botschafter selbst. Was allerdings nur zu Ihrem Schutz ist, denn entweder handelt es sich dabei um Engel, Dämonen oder Hexen... oder Menschen, die unter dem Schutz Lucifers oder Fürst Metatrons, des Himmlischen Botschafters stehen – und das wäre... vorsichtig gesagt: unangenehm.“
Etwa eine Stunde später trafen Julien und Astarte ein. Die schöne Göttin lächelte, als sie sah, dass die beiden Männer, die ihr am meisten bedeuten gemeinsam etwas mit ihrem Sohn machten und das sogar ganz friedlich. "Wie schön, was Kinder alles erreichen können." flüsterte sie in Juliens Gedanken. Der nickte nur. "Hallo, na das ist ja mal eine schönes Bild - dass ihr beide etwas zusammen mit Christian macht. Astarte begrüßte erst ihren Sohn, gab dann ihrem Freund einen leidenschaftlichen Kuss und begrüßte anschließend ihren höllischen Chef und Freund, mit einer Umarmung und einem freundschaftlichen  Kuss. Sie beschlossen sich beim Essen zu unterhalten. Philip hatte seinen Butler gebeten das Essen warm zu halten. Belial rief auch Kat herbei, um zu besprechen wie sie weiter vorgehen würden, nachdem Astarte und Julien Bericht erstattet hatten.
„Gut, er will also willige dumme Blondinen. Gadreel als Oberbefehlshaber hat er abgelehnt... wir haben ihm angeboten, dass er sich jemanden aussuchen darf und an sich wollte er Julien haben, doch der hat es ja geschafft, die Entscheidung zu verschieben und an mich zu verweisen. Vielleicht schicke ich ihm doch Gadreel und befehle ihm sich als irgendwer anderes vorzustellen. Notfalls soll der Typ sich jemanden aus einer Liste aussuchen und Gadreel gibt sich als derjenige aus. Er will eine Droiden- oder Klonarmee, weil es ihm anders nicht schnell genug geht... Die Droiden sind machbar... keine Seelenbindung, mit einem Schlag abstellbar – ohne dass Vater Tausende auf einen Schlag töten muss... Tja... Und lange leben – schön... das ist der zweite Vorteil von Droiden – da ist er ja auch auf euren Vorschlag mit der „Anbeter“ – je mehr desto länger – eingegangen ist. Offensichtlich habt ihr ihn wirksam eingeschüchtert. Gut gemacht!“ meinte der Höllenfürst.
„Aber ganz ehrlich, Onkel Lucifer, meinst du wirklich, dass du... ihm so viel zugestehen kannst?“ fragte Kat. „Der Kerl ist nämlich widerlich!“ Astaroth schnaubte. „Das ist noch harmlos ausgedrückt, Kat. Der Schmierlappen hatte seine Hände und Augen überall auf mir – bis ich mich verwandelt habe. Ich gehe mich auch gleich baden...“ „Ich... ich werde ihn exkommunizieren lassen!“ fauchte Philip. Belial lachte leise. „Philip, der wird nicht mehr lang genug leben!“ „Er hat Asta angefasst und betatscht!“ Astaroth küsste den Legatsleiter zärtlich. „Mein eifersüchtiger, süßer Geliebter, du bist der Einzige für mich.“ hörten alle ihn flüstern. Philip lehnte sich an ihn. „Es wird auch nicht wirklich lange dauern, bis er dafür büßt.“ beruhigte Astaroth den Geliebten.
„Und nachdem er „erreicht“ hat was er will – wobei wir 100 „Neugläubige“ pro Jahr angesetzt haben... was schwer werden könnte... bekommst du die Schale.“ Der Höllenfürst nickte Julien zu. „Gut... also wird er höchstens zwei Jahre machen, denn er wird nicht wirklich 100 neue Anhänger gewinnen die mich anbeten, wenn er eine Droidenarmee hat und Gadreel sterbliche Söldner von ihr fern hält.“ sagte er und fuhr fort: „Ich muss dann noch was mit Michael und Metatron klären und bin für heute weg. Ich verabschiede mich nur noch kurz von Christian – ach ja, bevor ich es vergesse: Samstag wird...“ „Äh... sorry wenn ich dich unterbreche... aber seine Heiligkeit hat uns bereits informiert und es ist uns eine Ehre, dass Seine Heiligkeit geruht auch unsere Tochter Ainé zu taufen.“ Unterbrach Philip hörbar stolz. In den Gedanken von Kat, Julien und dem Höllenfürsten flüsterte dagegen Astaroth: „Bla bla bla... Aber wenigstens muss ich diesen Schwafler hier in Dublin in der St. Patricks-Cathedral nicht ertragen.  Rodrigo ist ja wirklich mehr als erträglich.“
„Gut, dann sehen wir uns spätestens dann.“ Belial nickte allen kurz zu und verschwand. „Ich glaube, Schatz, wir brechen dann auch mal auf.“ meinte Julien an Kat gewandt. „Ja, klar, ich denke, Philip muss sich auch erstmal daran gewöhnen seine neuen Kräfte kennen zu lernen und Astaroth kann ihm dabei besser allein helfen.“ Sie verabschiedeten sich und tauchten in der Küche der Botschaft in Paris wieder auf. Cassandra und Maria redeten auf Belial ein.
„Was ist denn los?“ fragte Kat erstaunt. „Er will mit Mike schimpfen!“ beschwerte sich Maria. „Und mit Metatron!“ fügte Cassandra hinzu. „Wieso?“ wollte Julien wissen und sah Belial misstrauisch an. „Das ist meine Sache!“ beschied der Höllenfürst ihm. „Weil die beiden eu...“ „Ruhe! Das ist eine Sache zwischen meinen Brüdern und mir!“ unterbrach Belial seine Schwägerin, die gleichzeitig die höllische Pressechefin war. „Ach, lass sie sich notfalls prügeln, dann geht es ihnen auch besser!“ meinte Kat. Ein finsterer Blick ihres Onkels traf sie. „Julien, Kat, in mein Arbeitszimmer! Michael und Metatron warten da schon! Pronto!“ sagte er streng und verschwand. Kat und Julien sahen einander etwas überrascht an, dann folgten sie jedoch.
Der Höllenfürst stand mit dem Rücken zur Fensterfront, die Arme vor der Brust verschränkt da. Kats zwei anwesenden himmlischen Paten saßen in zwei Sesseln. „Setzten!“ befahl Belial. Die zwei Jugendlichen gehorchten. Michael zog Kat zu sich und der Sessel wurde zum Zweisitzer, ebenso handelte Metatron bei Julien. „Ihr könnt zusammenrücken wie ihr wollt, ich bin über euer aller Verhalten wirklich wütend!“ sagte Belial leise, aber dadurch um so ernst zunehmender. „Ach komm, wieso das? Wir können locker auf die Kinder aufpassen – abgesehen davon, dass sie ihre Kräfte haben!“ sagte Metatron. „Ich habe den beiden einen Auftrag erteilt – einen Auftrag der von mir als Herrn der Hölle kam und in den ihr euch eingemischt habt, Michael, Metatron. Und du, Julien, hast mich übergangen indem du mich nicht über den Besuch dieser Party mit Kat informiert hast! Das werte ich als Vertrauensbruch!“ fuhr Belial ihn an. „Aber du warst mit Selvi und den Kindern auf Norderney und...“ „Und trotzdem, Katherine! Metatron war in den Auftrag von mir bis zu dem Zeitpunkt nicht involviert! Das nächste Mal fragt ihr bei mir um Erlaubnis, nicht bei den anderen, wenn ich euch einen Auftrag gebe! Wenn ihr bei Vater angefragt hättet – nun gut, aber der hätte mich informiert oder euch gesagt, dass ich in diesem Fall zuständig bin. Haben wir uns verstanden?“ Kat und Julien sahen einander an, dann nickten sie. „Entschuldige bitte, Lucifer...“ murmelte der junge Student. Die Miene des Höllenfürsten wurde sanfter als sein Blick auf Kat fiel, doch unergründlich als er zu Julien sah.. „Für's erste... gut, dann geht bitte, ich möchte hier noch ein paar Flügel rupfen!“
"Meine Federn sind tabu, sonst rupfe ich dir deine auch aus!" sagte Michael lachend. Lucifer lachte nicht er sah ihn nur kühl an. "Ich könnte mich mit jedem von euch prügeln - so könnte ich wenigstens zweimal meinen Ärger abreagieren!" antwortete er gereizt. "Wisst ihr eigentlich wie es sich anfühlt, wenn man... übergangen wird. Ihr wisst dass ich euch vertraue, was das beschützen von Kat und Julien angeht - aber ich hätte erwartet dass dieses Vorgehen zumindest mit mir besprochen wird. Und es war Kat`s und Julien`s Fall. Ich wollte wissen, was sie alleine können. Und Julien - er hat mich schon enttäuscht, dass er einfach eigenmächtig auf eine Party geht und auch schon vorher... Gut, davon könnt ihr nichts wissen, ich will es auch nicht, weil es euch wahrscheinlich weniger ausmacht als mir... und jemand anderem, egal. Vielleicht sind die beiden ja auch noch nicht so weit, aber sie haben ja auch noch Zeit - Kat will eh erst ihre Schule fertigmachen und dann studieren." Metatron und Michael sahen sich an und wussten, dass sie den gleichen Gedanken hatten. Beide merkten, dass die Ruhe, die ihr ältester Bruder ihnen gegenüber an den Tag legte, gefährlich war und würde er seinen Ärger nicht bald loswerden, würde er früher oder später die Beherrschung verlieren und wieder extrem gereizt und schlecht gelaunt sein.
"Was würde dir helfen, deinen Ärger loszuwerden? Mich verprügeln, oder eine Entschuldigung? Wenn es dir hilft dann komm mit in den Trainingsraum und lass deinen Frust ab. Wäre ja nicht das erste mal von dir fertiggemacht zu werden." sagte Metatron plötzlich. "Du bietest mir ernsthaft an, dich zu verprügeln?" "Wenn es dazu beiträgt dass deine Laune wieder erträglicher wird." antwortete der himmlische Botschafter.  "Würde ich dich mittlerweile nicht so mögen dann würde ich dein Angebot annehmen, kleiner Bruder. Aber ich habe keine Lust dich zu verprügeln. Außerdem würdest du mich heute sogar fertig machen, da ich körperlich nicht ganz fit bin und ich heute keine Energie mehr habe um mit starken Gegnern zu kämpfen. Na ja immerhin hat Julien sich entschuldigt." Bevor einer der drei noch etwas sagen konnte hörten alle drei Cassandras Stimme. "Hey Jungs, wie wäre es heute mit einem netten Abend im Boulevard? Maria und ich haben schon mit Selvi und den Raynes aus San Fransisco geredet. Sie kommen auch. Und Lucifer, lass die Köpfe unserer Männer drauf. Und seid ihr auch dabei?" "Müssen wir ja wenn unsere Frauen auch teilnehmen, wenn wir keinen Ärger riskieren wollen!" antwortete der Höllenfürst. Die anderen beiden Engel nickten zustimmend. Cassandra kicherte. "Schön, dass dir auch mal was Angst macht, Lucifer." "Ich wäre vorsichtig! Du magst zwar jetzt eine Seraphim sein, aber dich und deinen Mann stecke ich locker in die Tasche wenn ich ärgerlich werde!" knurrte der Höllenfürst. Seine Schwägerin lachte. "Dazu magst du mich viel zu gern - und denk daran, Großer, ich bin deine Presse- und PR-Chefin. Bis gleich."
"Ich weiß nicht wie es dir geht, Lucifer, aber ich würde gern mal testen ob ich noch gegen dich standhalten kann... einigermaßen jedenfalls... ohne Heerscharen..." meinte Michael versonnen. Belial lächelte finster. "Können wir gern probieren... länger als eine Stunde brauche ich nicht um dich zu Maria kriechen zu lassen..." Michael grinste nonchalant. "Ach, wenn du das Echo von Maria verträgst... Übrigens... wir haben hin und her überlegt... und na ja... sie hat meinen Antrag angenommen und wir wussten nicht so richtig wie und so... und dann haben Carsten - der Landesbischof von Württemberg, Marias "alter Chef" und Hartwin Roderich Boch - der Erzbischof von Berlin - uns den Vorschlag gemacht, dass sie uns gemeinsam trauen... in Berlin... Aber einen Termin haben wir noch nicht festgemacht. So - und nun schauen wir mal, ob ich es nicht doch schaffe dir den Hintern zu versohlen, Bruderherz..." Wie auf ein Stichwort verschwanden beide in den Trainingsraum, während Metatron in der Küche erschien und sich über den mentalen Pfad erkundigte: "Soll ich die Damen erstmal beruhigen oder braucht ihr einen Schiedsrichter?" Belial lachte finster. "Schiedsrichter? Glaubst du wirklich ich kämpfe fair wenn unser Musterknabe eine Tracht Prügel will?" "Nun gut, dann beruhige ich mal Selvi und Maria... soll ich denen erzählen, dass du Mike Walzerstunden gibst?" Ein Lachen des Himmlischen Generals war die Antwort. "Das glaubt mein Liebling dir nie - und Selvi wird dir die Geschichte mit ihrem Mann als Tanzlehrer auch nicht abnehmen."
Michael zauberte sich sein Schwert herbei. "Schwertkampf - der Kampf mit meiner liebsten Waffe. Komm schon Bruderherz, her mit deinem Schwert ich weiß dass du auch ein eigenes hast. Oder dachtest du wir kämpfen mit den Übungsdingern?" Eine Sekunde später hatte der Höllenfürst sein Schwert in der Hand. "Das habe ich nicht anders erwartet. Zeig was du drauf hast Kleiner." forderte Lucifer ihn auf und setzte seine Selbsheilungskräfte ein, während er sprach um nicht geschwächt in den Kampf zu starten.
Michael griff an und schaffte es mit guter Technik seinen Bruder an die Wand zu drängen, jedoch konnte Lucifer ausweichen, bevor ihn Michaels Schwert traf, zuckte jedoch zusammen, als an der rechten Seite einen brennenden Schmerz verspürte. Michaels Schwert hatte ihn noch mit der Spitze erwischt. Wütend über den Schmerz schlug er seinem Bruder das Schwert aus der Hand und wandte Magie an. Er schleuderte Michael durch den Trainignsraum. Der Erzengel stöhnte kurz auf und rappelte sich wieder hoch. "So viel Wut wegen einem kleinen Ritzer?" sagte dieser ruhig. "Kleiner Ritzer ist gut, das Ding ist fast dreißig Zentimeter lang und brennt wie Feuer!"fauchte er, heilte sich und stand im nächsten Moment vor Michael. "Ich bin unbewaffnet Lucifer, nicht gerade... " "Dein Problem!" knurrte der Höllenfürst. Michael duckte sich als sein Bruder ausholte, wandte Magie an, um sein Schwert herbeizuzaubern. Dann lieferten sie sich ein paar Minuten einen Kampf der technisch perfekt war - von beiden Seiten. Würden sie so weiterkämpfen, wäre klar, dass kein Sieger aus dem Kampf hervorgehen würde. Plötzlich rutschte Michael aus und stürzte zu Boden. Belial hielt ihm das Schwert an die Kehle. Er fuhr nach rechts und ritzte mit der Spitze seiner Klinge, in den Oberarm seines Gegeners. "Warum stöhnst du denn? Ist doch nur ein kleiner Ritzer?" sagte er spöttisch, als Michael vor Schmerz leicht stöhnte. "Okay - hast recht. Es brennt wie Feuer. Und du spielst unfair!" Belial grinste diabolisch. "Hast du echt erwartet, dass der Fürst der Hölle fair kämpft?" fragte er lachend. "Vielleicht hatte ich es gehofft." antwortete Michael.
Er erhob sich und setzte seine Selbstheilung ein bevor er erneut angriff. "Wie oft kämpfst du? Mit dem Schwert?" fragte Michael. "Nicht so oft, ich hatte ja schon lange keinen ebenbürtigen Gegner mehr zum Üben im Schwertkampf." antwortete der gefallene Engel. "Dafür bist du echt gut, abgesehen von deinen unfairen Spielchen." Belial lächelte. "Danke Brüderchen! Würde ich fair kämpfen, wäre ich nicht der Höllenfürst und außerdem würden unsere Frauen dann vergeblich warten, da wir im Schwertkampf beide sehr gut sind." Belial wehrte die Angriffe seines Bruders geschickt ab und wurde immer aggressiver, bis er seinen Bruder schließlich in die Ecke gedrängt hatte. "Du Mistkerl!" sagte Michael, als er an der Wand gefangen war nachdem eine Art von Ranken herauswuchsen und ihn fesselten. Der Höllenfürst nahm ihm sein Schwert aus der Hand. "Besiegt! Wenn auch unfair, aber bei Vaters bravem Söhnchen eine Leichtigkeit!" sagte er spöttisch. "Gehen wir zu unseren Frauen, bevor sie noch sauer werden, dass wir sie so lange warten lassen, wo sie doch einen gemütlichen Abend geplant haben." Sagte Belial leise und schnippt mit den Fingern, so dass die Ranken verschwanden und Michael wieder frei war. "Bist du immer noch böse Lucifer?" fragte der Erzengel. "Ich war nie böse. Ich bin viel mehr enttäuscht und fühle mich von euch dreien hintergangen. Das ist verletztend - erst Kat - dann Julien und ihr. Was glaubt ihr, dass ich keine Gefühle habe, was das angeht? Und das macht mich traurig und wütend." "Das war nicht meine Absicht Lucifer. Bitte entschuldige. Wir haben nicht soweit gedacht." Belial drehte sich um und lächelte. "Danke Michael. Und jetzt lass uns wieder zu den anderen gehen."
Sie tauchten in der Küche des Boulevards wieder auf Lucifer setzte sich wortlos an seinen Platz neben Selvi, gab ihr einen sehr leidenschaftlichen Kuss. "Die Kinder sind bereits im Bett. " sagte Selvaggia leise. Ihr Mann nickte, sagte aber immer noch nichts. "Sorry Lucifer." hörte er Metatrons Stimme in seinem Kopf. Belial nickte. nur für Metatron merkbar. "Danke Tilly!" sagte er, als diese ihm einen Kaffee hinstellte. Die anderen merkten, dass er die Entschuldigungen akzeptierte und auch schätze, was aber seine Laune im Moment trotzdem nicht erheblich besserte.
Ein wenig skeptisch sah Maria ihren Verlobten an. „Du siehst etwas mitgenommen aus, Michael...“ meinte sie fragend und warf einen Blick zu Belial und dann zu Metatron, der sich angestrengt auf die Salzstange zu konzentrieren schien. „Dürfte ich fragen, welche Art Tanz Lucifer dir beigebracht hat?“ Um Michaels und Belials Mundwinkel zuckte es. „Höllischer Schwerttanz... ich glaube das trifft es...“ murmelte der Höllenfürst und wandte sich an seinen Botschafterkollegen: „Ich hab dir doch gleich gesagt, dass du hier keinen Schwachsinn erzählen musst, sondern hättest sagen können, dass Papas Mustersöhnchen eine Tracht Prügel wollte.“ Michael lachte leise. „Wenn du nicht unfair gekämpft hättest, Großer, dann hättest du Prügel bezogen!“ Belial zuckte mit den Schultern. „Ich bin der Teufel, ich darf das...“
Maria kniff die Augen zusammen. „Und Michael hat eine Teufel an seiner Seite!“ Belial zog eine Augenbraue hoch. „Na und?“ fragte er gedehnt und wartete ab, wie die Pastorin reagieren würde. „Ich habe in der Jugendnationalmannschaft gefochten – Florett! Also wenn du willst, zeig ich dir gerne...“ „Maria, du weißt nicht...“ begann Michael, während Belial diabolisch grinsend meinte: „Jederzeit, Teufelchen... jetzt gleich?“ Bevor Metatron oder Michael es verhindern konnten, hatte Belial die zierliche Pastorin ergriffen und war mit ihr in den Übungsraum verschwunden.
„So, wie man ein Flammenschwert ruft weißt du sicher, oder?“ fragte der Höllenfürst ein wenig spöttisch als er sah, dass die Frau sich nach Waffen umsah. „Ähm... nein?“ Theatralisch seufzend trat Belial hinter sie, beugte sich zu ihr hinab und ergriff ihre Hand. „Visualisiere es und dann befiehl den Elementen sich zu einem Flammenschwert zu formen und in deiner Hand zu erscheinen.“ „Wie soll das aussehen? Wie ein Jedi-Lichtschwert?“ fragte sie zweifelnd. „Es kann jede Form haben – die eines Jedi-Lichtschwertes, aber es kann auch wie ein Samurai-Schwert ausschauen, wie ein Breitschwert, was dein Schatz bevorzugt, auch wie ein Krummsäbel... ganz egal – nur mit einer Klinge aus Feuer.“ Mit seiner Hilfe gelang es Maria und in ihrer Hand erschien ein Schwert aus Feuer. „So, nun zeig mal wie gut du fechten kannst...“ meinte der Höllenfürst hörbar belustigt und ließ angesichts der einem Florett gleichenden Klinge eine ebensolche flammende Klinge in seiner Hand erscheinen. „Dann lass mal schauen, ob du angegeben hast, Teufelchen, oder ob du wirklich gut bist...“ reizte er sie verbal und tippte mit seiner Waffe spielerisch ihre an.
Beherzt begann die junge Frau ihn anzugreifen. Belial gelang es mühelos jeden Angriff mit spielerischer Leichtigkeit abzuwehren, nicht jedoch ohne Respekt für die – nach menschlichen Maßstäben – recht gute Kampftechnik und Fintenreiche seiner Gegnerin zu empfinden. Nach einer halben Stunde schwitzte die junge Frau. Belial schlug mit einem schnellen Schlag ihr Florett zur Seite. „Kontrolliere deine Körpertemperatur, Maria, dann kommst du nicht ins Schwitzen – oder ist das Angstschweiß?“ fragte er spöttisch. „Träum weiter! Ich glaube, wenn du fair kämpfen würdest, würdest du bei Michael ins Schwitzen kommen!“ keuchte sie. Belial lachte leise. „Du bist ziemlich kriegerisch für eine Pastorin, Teufelchen...“ meinte er nah an ihrem Ohr. Mit einem fiesen Lächeln hakte sie ein Bein in seine Kniekehlen, überraschte ihn damit und brachte ihn zu Fall. Sie rollte sich ab, erwischte ihre Klinge und hielt sie Belial an die Kehle. Verblüfft blickte der Höllenfürst sie an. „Angstschweiß? Wieso?“ fragte sie spöttisch. „Alle Achtung, Teufelchen... ganz schön hinterhältige Tricks hast du da auf Lager... bring die bloß nicht deinem Zukünftigen bei, sonst besiege ich ihn wirklich nur noch mit Magie.“ sagte er grinsend. „Und erinnere mich daran, dass ich dich und Mike nie gemeinsam ärgerlich mache...“
Maria nahm die Klinge weg und ließ sie verschwinden. „Tut mir leid, Lucifer, ich... ich hoffe, ich habe dir nicht weh getan...“ murmelte sie. Belial grinste. „Hast du mich winseln oder vor Schmerz aufschreien oder wimmern gehört?“ frage er . „N...nein?“ „Na also!“ Er erhob sich und mit einem schnellen Griff legte er sie über sein Knie. „Ich könnte dir jetzt eine Tracht Prügel verpassen... Wenn ich bei dir unfair kämpfen würde, Kleines.“ sagte er belustigt, entließ sie dann jedoch aus dem Griff und klopfte ihr sanft auf den Rücken. „Danke für den inspirierenden Kampf, Teufelchen. Wir werden das in Zukunft öfter mal wiederholen damit du besser wirst und lass dir von deinem Mike auch ein wenig Unterricht geben, denn an sich ist er ziemlich gut... wenn auch zu anständig. Wenn du ihm ein paar schmutzige Tricks beibringst macht das nächste Kräftemessen mit ihm noch mehr Spaß...“
Sie sah sich um. „Wieso ist er nicht da? Ich meine... normalerweise lässt er mich nicht aus den Augen... Und er hat schließlich viele davon...“ sie grinste. Belial hob eine Augenbraue. „Wie ich auch – wenn ich will... Aber was meinst du wieso dein Schatz nicht da ist?“  Sie sah ihn aufmerksam an, dann antwortete sie: „Du hast einen Sperrzauber verhängt. Er kann nicht reinkommen. Er kann diesen Raum nicht betreten?“ „Korrekt. Wobei er draußen bereits wie ein gefangener Tiger vor der Tür auf und ab geht. Und daher sollten wir uns wieder in der Küche blicken lassen ehe er noch Metatron um Hilfe bittet um mich fertig zu machen weil er glaubt ich massakriere dich.“
"Habt ihr jetzt den armen Michael vor der Türe des Trainingsraumes stehen lassen?" fragte Metatron grinsend. "Michael!" rief Maria. Sofort erschien der Erzengel und umarmte die Pastorin. "Geht es dir gut meine Süße?" fragte er besorgt. Sie nickte. "Natürlich, das war sogar richtig nett!" antwortete sie. Er drehte sich zu Lucifer um, der hinter ihm stand und gab diesem ein kräftigen Stoß. Da der Höllenfürst nicht damit gerechnet hatte verlor er das Gleichgewicht und fiel zu Boden. Michael stellte seinen Fuß auf dessen Bauch um ihn am Aufstehen zu hindern. "Was fällt dir ein... gegen meine zukünftige Frau zu kämpfen! Du bist ihr mehr als nur überlegen! Und mich auch noch auszusperren!" fauchte Michael wütend. "Michael!" rief Maria. Metatron griff beruhigend nach ihrem Arm. "Lass die beiden ihren Kampf austragen. Die brauchen das, Michael muss Lucifer erst kennen lernen, wie ich ihn mittlerweile kenne und außerdem... ist die Lage zwischen Lucifer und Michael was anderes, da Michael es war, durch den er gefallen ist, beziehungsweise der ihm auf Vaters Befehl mit Hilfe der himmlischen Heerscharen damals... "den Ausgang gezeigt hat" um es mal salopp auszudrücken." hörte sie die Stimme ihres zukünftigen Schwagers.
Lucifer griff Michaels Fuß um sich zu befreien. Er brachte Michael zu Fall und drückte ihn fest auf den Boden. Der Erzengel hatte kräftemäßig keine Chance sich aus Lucifer`s Griff zu befreien. "Jetzt hör mir mal zu Brüderchen! Du solltest wissen, dass ich fies bin... und manchmal auch hinterhältig! Aber ich... bin... nicht... böse! Ich würde Maria nie verletzten, wie keinen anderen hier. Ich habe noch nicht mal unfair gekämpft gerade... das hat deine zukünftige Frau allerdings schon getan, kannst da noch einiges von ihr lernen, Kleiner. Du kennst mich nicht im geringsten Brüderchen, wenn du ernsthaft geglaubt hast ... ich würde bei Maria meine vollen Kräfte einsetzen oder unfair spielen, wie ich es vorher bei dir tat." sagte er barsch. Es war aber auch Traurigkeit in seiner Stimme zu hören. Allen war klar, dass der Höllenfürst verletzt war, dass Michael offensichtlich so über ihn dachte. Lucifer ließ von ihm ab, erhob sich und setzte sich schweigend an den Tisch und trank seinen Kaffee.
Während Michael sich ebenfalls neben seine Frau setzte, die gegenüber von Lucifer saß und er somit auch. Maria blickte kurz in die blauen Augen des Höllenfürsten und erkannte Traurigkeit darin. Sie hatte schon immer die Fähigkeit gehabt, Gefühle an Hand von Blicken zu erkennen. >Wird Zeit ihn etwas aufzuheitern< dachte die Pastorin. Lucifer trank einen weiteren Schluck und starrte fast gedankenverloren in seine Kaffeetasse, während Selvi das Wort ergriff. Ilse die neben Maria saß fiel die Traurigkeit und Wut an ihrem neuen Sohn auch auf. Sie blickte etwas betroffen zu Boden. Irgendwie tat es ihr weh ihn so zu sehen. "Ach übrigens da Linnea und Aine jetzt zusammen in Venedig getauft werden, seid ihr anschließend alle zu einer Feier in unseren Palazzo in Venedig eingeladen."
Sie nickten erfreut. "Soll ich etwas vorbereiten, Essen oder..." fragte Mathilde ihre Freundin. "Nein danke, das ist nett von dir Tilly, aber das macht Anna zusammen mit anderem Personal, das wir für diesen Tag angestellt haben. Du bist Gast und brauchst an diesem Tag nicht in der Küche zu stehen, oder jemanden zu bedienen." Die Küchenhexe nickte. "Ich dachte nur weil ich ja eigentlich noch immer in Lucifers Dienst stehe und das..." Sie wurde von ihrem Herrn unterbrochen. "Hör auf Tilly - offiziel seid ihr mir lebenslang verpflichtet. Sicher bist du nach wie vor für die Personen und ihr Wohlergehen im Boulevard verantwortlich - aber in gelockertem Maße. Aus meiner Sicht ist deine Schuld längst verbüßt. Nur würde ich dich aus meinem Dienst entlassen, müsste ich dich theoretisch in die Hölle zurückschicken, was ich niemals tun würde. Praktisch sieht das natürlich anders aus... immerhin bist du inzwischen meine Schwägerin." Er zwinkerte ihr zu. Mathilde lächelte dankbar.
Maria hatte nur zum Teil hingehört, da sie gerade am überlegen war, wie sie den Höllenfürsten, in dem sie auch einen Freund sah, aufheitern konnte. Sie zerbrach sich den Kopf. Bei der ersten Begegnung hatte sie den Höllenfürsten mit ihrer Antwort überrumpelt. Sie hatte gemerkt, dass das verbale Geplänkel und auch der Kampf mit ihr ihm Spaß gemacht hatte.  Mit einem Lächeln wandte sie sich an ihren Verlobten: „Michael, agapi mou, Lucifer hat geraten, dass du mir Kampfunterricht geben sollst – und ich zeige dir den einen oder anderen schmutzigen Trick... denn dein Bruder ist zu Boden gegangen...“ Ungläubig sah der Heerführer der himmlischen Heerscharen seinen Bruder an. Belial schnaubte leise. „Ich hab dir doch gesagt, dass du ihm die Tricks nicht beibringen sollst, kleine Plaudertasche.“ Maria grinste. „Aber du hattest sichtlich Spaß, auch wenn ich dir ohne meine kleinen hinterhältigen Tricks nie und nimmer das Wasser reichen könnte...“ Belial lächelte. „Ach Teufelchen, du wirst mich wahrscheinlich immer amüsieren... Auch wenn du es sicher auch in Zukunft nur sehr selten schaffen wirst mich zum Lachen zu bringen, du wirst immer einen großen Platz in meinem Herzen haben, als zukünftige Schwägerin und liebe Freundin."
Michael grinste. „Das ist mal interessant, dass meine Zukünftige dich umgehauen hat... und das nicht zum ersten mal... wenn auch zu Anfang sozusagen etwas anders...“ Er wandte sich an Maria: „Kardio mou, ich bin schon ganz gespannt, deine schmutzigen Tricks zu lernen.“ Belial schnaubte leise. „Bloß nicht, Maria! Papas Musterknabe kommt sonst auf falsche Gedanken und das wollen wir doch wohl nicht.“ Wandte er sich an die junge Pastorin. Maria grinste. „Wieso nicht? Dann macht dir das doch in Zukunft viel mehr Spaß dich mit Michael zu messen, oder nicht, Lucifer?“
"Weil wir grad beim Thema sind. Wie wäre es wenn ihr beide mich mal zusammen trainiert? Ihr kämpft gegeneinander und ich schaue mir mal Angriff und Verteidigung genau an. So lernt man doch auch, oder? Und anschließend kämpfe ich gegen jeden von euch einzeln und der Andere schaut zu und kann mir Tipps geben?" Michael und Lucifer sahen sie nachdenklich an. "Sie hat recht Lucifer. Wenn du fair kämpfst, dann kann sie von uns beiden wirklich noch etwas lernen." sagte der Erzengel. Der gefallene Engel nickte nachdenklich. "Am Mittwoch dann nach dem Mittagessen zum Training!" sagte der Höllenfürst an Michael gerichtet. Er nahm den letzten großen Schluck seines Kaffees und wandte sich dann Julien. "Wann hast du denn mal einen Nachmittag Uni-Frei? Denn du wirst jetzt auch anfangen mit mir zu trainieren! Denn immerhin bist du jetzt auch ein Seraph, beider Seiten wie Kat - was heißt dass du ebenso trainieren musst wie sie." "Dienstag, habe ich nur bis Mittag." Lucifer nickte. "Dann Dienstag, nach dem Mittagessen!" antwortete er dem jungen Mann. Maria grinste. „Wunderbar... ich werde mir eure Übungsstunde anschauen. Vielleicht kann Julien noch was von mir lernen und ist dir dann nicht komplett hilflos ausgeliefert...“ Belial lächelte. „Teufelchen du hast keine Chance gegen mich und du weißt das auch!“ Die Pastorin streckte ihm die Zunge raus. „Ich hab dich auf die Bretter geschickt, Lucifer – eben weil ich ein kleines Teufelchen bin.“ Um die Mundwinkel des Höllenfürsten zuckte es. „Na, ein kleines ist offenbar die Untertreibung des Jahrhunderts – und du nimmst den Mund ganz schön voll, Teufelchen!“ Maria grinste. „Ich habe dich aber zum Schmunzeln gebracht! Ich habe genau gesehen, wie deine Mundwinkel gezuckt haben!“ Belial seufzte theatralisch. „Ja, hast du.“ gab er zu. „Auch wenn du mich nicht zum Lachen gebracht hast, Maria, die Wortgeplänkel mit dir sind sehr amüsant.“
Die Pastorin seufzte. „Verdammt, was bringt dich mal wieder ernsthaft zum Lachen? Muss ich hier erst meine Pfarrer- und Pastorenwitze ausgraben?“ Belial blickte sie verblüfft an. „Pfarrer- und Pastorenwitze? Sowas kennst du?“ Maria lächelte ironisch. „Was glaubst du denn? Blondinnen kennen sämtliche Blondinnenwitze, Ärzte sämtliche Arztwitze und Pastoren halt sämtliche Witze über Geistliche.“ In diesem Moment kam von der Tür der Küche ein entsetztes Aufkeuchen. „Das stimmt doch gar nicht!“ rief Philip Callaghan. Astaroth ließ seine Hand liebevoll auf seinen Hintern klatschen, dann sagte er laut und sinnlich: „Glaub’s ruhig, die Maria hat es faustdick hinter den Ohren. Pastor Bentes Lieblingsliedchen hat sie sehr treffend als „Nassrasierer-Lied“ betitelt.“ „Das ist aber empörend unsere Berufsgruppe so in den Schmutz zu ziehen!“ beschwerte sich der Leiter des Legates in Dublin. „Mein Süßer, das ist nicht mehr deine Berufsgruppe. Du bist kein spießiger Pfarrer mehr, sondern mein kleiner süßer Liebling...“ Belial lächelte finster. „Oh ja... bitte erzähl mal einen...“ meint er mit einem süffisanten Grinsen in Philips Richtung. Maria, nein, ich erzähle auch keine Engelwitze!“ meinte Michael ein wenig frustriert. Die Pastorin sah ihren Verlobten verblüfft an. „Na ja... so direkt nicht... aber... "Und von nun an, mein Engel, werde ich dich auf Händen tragen", flüstert der frisch vermählte Bräutigam seiner jungen Braut verliebt ins Ohr. "Um Himmels willen", entfährt es ihr, "hast du etwa dein Mercedes-Cabrio verkauft?"“   Belial gähnte demonstrativ. „Das ist kein Engelwitz, Teufelchen, das ist langweilig. Ich will einen der Pfaffenwitze hören...“ „Na ja... vielleicht hat Philip ja recht... irgendwie...“ begann Maria ein wenig beklommen.“ „Na komm, erst Hoffnung machen und dann kneifen, das ist nicht fair!“ unterbrach Belial sie spöttisch.
Maria seufzte, dann begann sie: „Eine Frau fliegt von der Schweiz nach Venezuela. Neben ihr im Flugzeug sitzt ein Pfarrer. "Vater," sagt sie irgendwann etwas verschämt, "darf ich Sie um einen Gefallen bitten?" "Gerne, wenn ich helfen kann, meine Tochter." "Also wissen Sie, ich habe mir einen sehr teuren und ganz besonders guten Rasierapparat für Damen gekauft, der ist aber noch ganz neu und jetzt fürchte ich, dass ich beim Zoll schon zu viel anzugeben habe. Könnten Sie ihn vielleicht unter ihrer Soutane verstecken?" "Das kann ich schon, meine Tochter, das Problem ist nur: Ich kann nicht lügen." Na ja, denkt sich die Frau, irgendwie wird das schon klappen, und sie gibt ihm den Rasierer. Am Flugplatz fragt der Zollbeamte den Pfarrer, ob er etwas zu deklarieren hat. "Vom Kopf bis zur Mitte nichts zu deklarieren," versichert der Pfarrer leutselig. Etwas irritiert fragt der Zollbeamte: "Und von der Mitte abwärts?" "Da unten," sagt der Pfarrer, "habe ich ein Gerät für Damen, das noch nie benutzt wurde."
"Nett!" sagte Lucifer, lachte kurz auf und warf einen Blick zu Philip. Dieser verzog keine Miene - er wirkte lediglich etwas traurig. "Solche Witze sind fies, Maria. Du kannst gut Witze darüber reißen, denn du bist ja evangelische Pastorin." antwortete der ehemalige katholische Priester traurig. Astaroth nahm ihn tröstend in den Arm. "Maria hat das bestimmt nicht böse gemeint, mein Liebling." sagte er beruhigend und warf der Pastorin einen Blick zu. Diese nickte. "Nein sicher nicht, Philip. Pastorenwitze sind wohl nicht gerade angebracht. Und so richtig gelacht hat Lucifer auch nicht. Dann muss ich mir weiter den Kopf zerbrechen, wie ich ihn mal wieder herzhaft zum Lachen bringe." "Ja, das wäre schön. Ich habe Lucian noch nie richtig Lachen hören. Nur so wie eben, meistens lächelst du ja nur." sagte Ilse und lächelte ihren Wahlsohn liebevoll an. Dieser erwiderte ihr Lächeln, so wie ihre Aussage ebenfalls mit einem freundlichen Lächeln. Astaroth zwinkerte Maria belustigt zu und flüsterte - allerdings hörbar - Philip ins Ohr: "Aber dein "Gerät für Damen" weiß ich immer sehr zu schätzen." Philip errötete. "Asta... bitte hör auf!" murmelte er.
Hagiel betrat die Küche mit drei Flaschen Rotwein aus dem Keller des Boulevards. "Wenn er alle ist  - es gibt noch ganz viel Nachschub im Keller. Ein paar der Frauen erhoben sich und holten Gläser für alle. Für Rachel und Cassandra gab es weinähnlichen Traubensaft.
"Du solltest besser auch den Traubensaft trinken, Catherine." sagte Lucifer ruhig und blickte lächelnd in ihre und Sariels Richtung. Catherine sah ihn verwirrt an. Sariel der sofort verstanden hatte, sah ihn aus einer Mischung von Staunen und Freude an. Sofort legte er die Hand auf den Bauch seiner Frau. Durch seine Fähigkeiten, als heilender Engel spürte er es jetzt. "Oh meine... Süße... wir werden Eltern!" "Was?" fragte die hübsche Hebamme. "Ich... warum... weiß ich das nicht? Und du? Woher weiß... Lucian?" stotterte sie sehr überrascht und sah jetzt den Höllenfürst fragend an. "Du vergisst meine Liebe, dass ich der mächtigste der Engel bin. Ich habe jede Menge Fähigkeiten und... ich habe schon einige Schwangerschaften der Frauen in der Boulevard-Familie mitbekommen. Da erkennt man die Anzeichen." antwortete er grinsend.
„Unser Said wird sich so freuen, Sariel. Tiamo.“ flüsterte Catherine ergriffen. Der Leiter der Chirurgie der Gemelli-Klinik in Rom lächelte. „Si, er wird sich sehr freuen. Er hat ja schon ganz begeistert bei der Geburt von Hagiels und Tillys Drillingen gefragt, wann er Geschwister bekommt. Und da er nächste Woche Geburtstag hat... haben wir wohl noch ein sehr schönes Extrageschenk für ihn...“ Liebevoll zog er seine Frau in seine Arme als die anderen Anwesenden sie beglückwünschten.
Maria sah zu Philip, der immer noch etwas verschnupft aussah. Sie ging zu ihm. „Hey, Pfarrerwitze funktionieren meist besser als Pastorenwitze weil es in der katholischen Kirche noch Ohrenbeichte im Beichtstuhl und den Zölibat gibt. Nichts für ungut. Der momentane Papst und die Erzbischöfe von Berlin und an sich auch von Köln sind voll in Ordnung, genau wie der hiesige, Juliens Onkel und Sie an sich auch...“
Belials Iphone klingelte. Überrascht nahm er ab. „Hallo Mario?“ fragte er und grinste. „Ah, du bist es – ohne deinen Sekretär, Rodrigo. Was gibt es?“ Er hörte einen Moment zu, dann sagte er: „Natürlich. Ich hole dich...“ „Lass mal, ich mach schon...“ meinte Julien und nickte Belial zu, da er wusste, wie unwohl sich der Höllenfürst im Vatikan fühlte. „...lasse dich von Julien abholen. Bis gleich.“ Er nickte Julien zu und der junge Mann verschwand um gleich darauf mit dem Kirchenoberhaupt wieder in der Küche zu erscheinen. „Willkommen in Paris!“ begrüßte Belial ihn. „Was führt dich her?“ Der Papst seufzte. „Ein Schreiben aus Chile. Eine Schwester Frederica hat mich informiert, dass ein Drogenbaron prahlt er habe einen Pakt mit dir geschlossen... Und zwar einen, der ihre... Gelübde gefährdet. Nach männlicher Betrachtungsweise ist sie nämlich sehr attraktiv...“ „Merde!“ fluchte Julien und sah zu Astaroth, während Philip entsetzt wirkte. „Heiliger Vater... eine Frau...“ Der Papst lachte auf. „Mr. Callaghan, ich bin ein Mann, zwar nicht mehr so jung und knackig wie Sie, aber ich bin nicht scheintot! Ich habe durchaus ein Auge für weibliche Schönheit.“ „Ach, mein Liebling ist nur etwas verstimmt, weil die Maria einen Pfarrerwitz erzählte, der halt nur wegen des Zölibates und der Einhaltung wirkt.“ Rodrigo lachte. „Ja, das kann ja auch immer mal wieder zu Missverständnissen führen. Aber ich habe noch einen schönen Papstwitz: Der Papst geht zum ersten mal mit seiner Kurie in die Sauna – außerhalb des Vatikans. Er ist ganz begeistert wie entspannend das doch ist. Nach dem Schwitzen wendet er sich einem seiner Kardinäle zu: "Das ist ja so entspannend hier. Diese Sauna gefällt mir, das sollten wir öfter machen. Lasst uns morgen wieder in die Sauna gehen." Der Kardinal wird hochrot: "Das geht nicht, heiliger Vater!" "Warum denn nicht?" „Morgen ist hier gemischte Sauna." „Ach die paar Protestanten stören mich nicht." Der ist doch nett – und die Pastorenfraktion kriegt auch was ab.“
Er zwinkerte Maria zu die kicherte. „Kennen Sie den schon: Pamela Anderson ist zur Audienz beim Papst. Als sie sich gerade vor ihn hinkniet, passiert das Malheur, der Träger ihres BHs reißt und und gibt einen tiefen Einblick frei. Der Papst murmelt ganz brüskiert: "Oh Gott! Oh Gott!" Kommt eine Stimme von oben: "Na endlich rufst du mich mal, wenn es was zu gucken gibt."“ konterte sie. Der Papst grinste. „Der ist auch gut – den muss ich morgen Mario erzählen.“
Philip Callaghan sah völlig entsetzt von Maria zum Kirchenoberhaupt und zurück zu Maria. „Was hätte ich, wenn ich Viagra nähme?“ fragte der Papst. Irritiert zuckte die Pastorin mit den Schulter, doch Michael murmelte neben ihr lächelnd: „Heiliges Kanonenrohr.“ Der Papst nickte lachend. Maria grinste. „Ich habe auch noch einen guten – und keine Angst, der ist echt ohne sexuelle Anspielungen“ sagte sie mit einem Blick zu Philip. „Der Kölner Kardinal stirbt. Er vermacht seinen Papagei dem Papst. Dieser Papagei hatte die Angewohnheit, jeden Tag in der Früh, wenn der Kardinal ins Zimmer kam, zu sagen: "Guten Morgen, Eminenz." Wie sein Käfig nun im Arbeitszimmer des Papstes steht, macht er genau das gleiche. Jeden Morgen: "Guten Morgen, Eminenz." Der ganze Vatikan ist entrüstet, dass der Papagei nicht "Guten Morgen, Eure Heiligkeit" sagt. Sie probieren alles Mögliche, um dem Papagei den neuen Spruch beizubringen - vergebens. Schließlich meint ein Berater des Papstes: "Weißt Du was, morgen in der Früh gehst Du in vollem Ornat mit Mitra, Hirtenstab, prunkvollem Meßgewand et cetera ins Arbeitszimmer, dann ist der Papagei sicher so voller Ehrfurcht, dass ihm gar nichts anderes übrigbleibt, als "Heiligkeit" zu sagen. Gesagt, getan, am nächsten Morgen schleppt sich der Papst vollbehangen mit kirchlichem Prunkornat ins Arbeitszimmer. Der Papagei scheint zuerst etwas verwirrt zu sein. Dann ruft er: "Kölle Alaaf, Kölle Alaaf!"“ Der Papst lachte schallend. „Der Berater, das würde so zu Mario passen und ich glaube der Kölner Oberhirte hat wirklich einen Papagei – wobei der allerdings nur sowas wie „Lora ist lieb“ sagt.“ Belial begann zu lachen. „Ich stelle mir gerade vor, dass man bei dem Loralein doch sprachlich nachhelfen könnte...“
„Welchen Witz haben Sie denn erzählt, Señora Teufel, um damit Mr. Callaghan etwas prüde reagieren zu lassen?“ fragte der Papst Maria interessiert. „Ähm...“ Maria wand sich. Mit einem Lächeln wiederholte Michael den Witz. Der Papst grinste. „Okay, da hätte ich schon gelogen... bevor ich damals den Beruf des Pfarrers ergriff, habe ich durchaus mein „Gerät“ benutzt... Ist an sich auch gut so, sollte jeder machen um sich wirklich am Ende sicher zu sein, dass es der richtige Weg für ihn ist.“ Philip Callaghan fiel sichtlich die Kinnlade hinunter. „Und ich weiß, Mr. Callaghan, dass Sie ebenfalls... na ja... gut, ich akzeptiere aber mal, dass Sie da wohl etwas verklemmter sind.“ Philip errötete und wollte die Küche verlassen, doch Astaroth zog ihn in die Arme. „Keine Sorge, da arbeiten wir dran.“ sagte er schmunzelnd, „Auch im Interesse unserer Kinder.“ Philip seufzte. „Du bist meistens unmöglich, ich weiß manchmal gar nicht wieso ich dich so liebe.“ Astaroth grinste. „Weil ich dir gut tue, mein Engel – und du mir auch.“
Die anderen Anwesenden lächelten.  Belial räusperte sich. „Also, zurück zum Problem: An sich gilt: Die Frauen müssen dem Beuteschema entsprechen und diese Schwester Frederica müsste demnach sehr attraktiv sein – aber als studierte Theologin die an der Gregoriana war dürfte sie viel zu klug sein, also nicht das Beuteschema von diesem da Silva...“ Julien sah nachdenklich zu Philip. „Was wäre, wenn Schwester Frederica unter den Schutz der Botschaft gestellt wird? Philip... würdest du die Aufgabe vielleicht übernehmen? Als ehemaliger Priester bist du mit ihr auf einer Wellenlänge... und wenn sie weiß, dass du mit Asta zusammen bist und ihre Gelübde akzeptierst... ihr habt wenigstens ein Gesprächsthema...“ Philip zog eine Augenbraue hoch. „Du studierst auch Theologie, bist jung genug um ihr nicht gefährlich zu werden, mit Katherine zusammen und kannst als Seraph besser...“ murmelte er.
Astaroth küsste ihn sanft. „Liebling, lass uns zusammen gehen. Wenn du mit mir – als Astarte - da auftauchst sehe ich keine Probleme und Christian und Aine lernen so auch gleich andere Länder und Kulturen kennen. Wir informieren diese Schwester Frederica erstmal kurz, dass sie unter dem Schutz der Botschaft steht und eventuell bringen wir sie mit. Dann kann sie Samstag bei Aines und Linneas Taufe in Venedig dabei sein. Und sie wäre in Sicherheit.“  
„Die Lösung ist prima, Asta, Philip. Laut Pastor Bente soll die Schwester eine kluge und weltoffene Frau sein.“ „Na ja... wenn sie ihrem Studienfreund geschrieben hat, der Protestant ist...“ meinte der Papst grinsend. Der Höllenfürst lächelte. „Ich wundere mich immer noch wie ein Mann wie du Papst werden konnte...“ Der Papst lachte. „Ach, Kirche muss jung werden und weltoffen. Und an Pierre und seinem Kollegen Boch siehst du, dass sie es doch auch wird. Ich versuche schon sukzessive die konservativen, verknöcherten in weniger... Kontakte und Verständnis erfordernde Positionen zu versetzen. Den Erzbischof von Venedig werde ich wohl in den Vatikan berufen...  Ich glaube, es wird Mario gut tun, wenn er als Erzbischof Verantwortung übernehmen muss... Bischof ist er ja an sich, auch wenn die bescheidene Seele es nie raushängen lässt... Ich war mir bisher nur nicht sicher welche Erzdiözese für ihn ideal ist... aber inzwischen bin ich es... immerhin kennt ihr euch, schätzt euch und Selvaggia und du, ihr lebt in Venedig. Bei eurem nächsten Kind dürfte es dann keine Hindernisse geben wenn ihr es im Markusdom taufen lassen wollt.“
Selvaggia errötete. „Nun... also an sich dauert das wohl noch etwas... aber vielleicht das Kind von Derek und Rachel... wenn das nicht wieder Seine Eminenz Kardinal Bryce macht – in San Francisco.“ Kat lächelte. „Ich glaube, meine Eltern fänden das interessant. Und mein Bruder oder meine Schwester hätte mit Michael Bryce auch einen humorigen Paten. Dad und der Kardinal arbeiten ganz gut zusammen und treffen sich ab und an mal auf ein Gläschen Wein.“ Der Papst lächelte. „Sehr schön. Also ich würde Mario die Botschaft morgen mitteilen lassen und würde euch dann bitten... zu seiner Amtseinführung zu kommen.“ Belial lächelte etwas gequält. „Und das wo ich so gerne in Kirchen bin... aber gut, ich schätze den Mario und immerhin wird er ja der Patenonkel von Linnéa. Wir werden kommen. Wobei das ja auch noch etwas dauert. Erstmal musst du diesen Hetzer absetzen und Mario ernennen.“ „Ich lasse euch eine Einladung zukommen wenn es soweit ist."
„Na gut, dann machen Philip und ich uns auf den Weg nach Chile und holen diese Frederica. Ich denke, wo sie sich wegen Metatron und dir und Hagiel an ihren Freund aus Studienzeiten gewandt hat... hat sie verdient euch und uns alle auch zu treffen... Was meint ihr?“ „Einverstanden – bringt sie mit.“ sagte Hagiel und nickte Mathilde zu, die dem Papst ein Weinglas reichte, während Astaroth mit Philip verschwand.
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