Der Fehler von damals

GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
Akaashi Keiji Bokuto Koutarou OC (Own Character)
19.06.2017
27.08.2019
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Yahoooo!
Liebe Grüße aus dem Urlaub! Die Luft tut verdammt gut, endlich ist mein Hirn mal wieder etwas freier. Nach dem ewigen Stress konnte ich mich endlich mal wieder aufraffen und möchte dieses Jahr eine neue FF beginnen. Das fällt mir jetzt leichter, als mich wieder in eine alte FF reinzufinden. (was nicht heißen soll, dass ich bei ihnen nicht mehr weiter schreiben werde.)

Ich hoffe, sie gefällt euch =)

Gruß Hina

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Kapitel 1: Mochizuki



Seit das ehemalige Ass Bokuto Koutarou nicht mehr auf der Fukuroudani-High war, war es einfach nicht mehr so wie damals. Diesen Gedanken hatte Akaashi jedes Mal, wenn sie ihr Training absolvierten.
Bokuto war vor ein paar Wochen von der Schule gegangen, wie alle anderen Drittklässler auch. Onaga und er waren die Letzten, die vom alten Team über geblieben waren und die Managerin Suzumeda. Ansonsten bestand das Team aus mehreren neuen Erstklässlern, die neugierig auf das legendäre Fukuroudani-Team waren.
Und darunter gab es den einen und anderen, der wirklich Talent besaß und sich gut weiterentwickeln könnte. Wie dieser Mochizuki Isamu zum Beispiel.
Der Rothaarige war eine ziemliche Nervensäge und sehr aufdringlich und Akaashi wünschte sich des Öfteren, dass er einfach verschwinden würde, aber die Chancen standen nicht schlecht, dass er eines Tages mal ein sehr guter Spiker werden könnte.
Mochizuki liebte die Aufmerksamkeit und nannte sich selbst als neuestes Ass, das sogar Bokuto in den Schatten stellen würde.
Manchmal erinnerte dieser ihn an Bokuto, der sich auch immer als Ass betitelte, aber Mochizuki war einfach nicht wie Bokuto und Akaashi befand ihn als lästig und anhänglich.
Zwar war Bokuto auch so gewesen, aber er hatte von Anfang an gemerkt, dass Bokutos Anhänglichkeit sich nicht negativ angefühlt hatte.
Bokuto war einfach Bokuto gewesen. Er hatte ihn immer mit seinen großen goldenen Eulenaugen angesehen, wenn er Lob hören wollte, hatte immer so süß gestrahlt, wenn er dachte, er hatte Akaashi beeindruckt. Er war einfach eine süße, nervige und laute Eule gewesen, die man lieb hatten musste.

Aber Mochizuki…

„Akaashi-Senpai! Hast du meinen Spike gesehen?! Ich bin so genial, oder?! Das hat dich beeindruckt, oder oder? Neh, Akaashi-Senpai! Keiji-san! Gehst du mit mir heute aus?!“, brüllte Mochizuki über das Feld und Akaashi seufzte leise und wandte sich von ihm ab.
Fing das schon wieder an…?
„Dein Timing war schlecht, Mochizuki-san. Das war mehr Glück als Verstand, dass Matsumoto-san ihn nicht bekommen hat“, sagte er monoton und nahm das Getränk von Suzumeda an, die zum Spielrandfeld gekommen war.
„Danke.“ Er nahm einen kräftigen Schluck und legte den Kopf anschließend in den Nacken.
Das Training war nun vorbei. Bald stand ein Trainingsspiel an, Akaashi war echt gespannt, wie sich das neue Team so machen würde.

„Eh?! Dann musst du mir Privatunterricht geben, Keiji-san! Ich will das mit dem Timing lernen!“ Da war Mochizuki bei ihm und sah ihn auffordernd an. Akaashi stieß leise die Luft aus, ehe er zu ihm herunter sah. Mochizuki war einen Kopf kleiner als er, hatte rotes wildes Haar und grüne Augen, die aufgeweckt glühten.
Er war so nervig…
„Du sollst den Kapitän nicht mit Vornamen ansprechen, Mochizuki-kun“, meldete sich Onaga zu Wort, der wusste, wie sehr Akaashi von dem anderen genervt war.
„Wiesoooo?! Für mich ist Akaashi-Senpai was Besonderes! Außerdem sind wir uns nahe und werden noch so richtig gute Freunde. Nicht wahr?“ Mit leuchtenden Augen sah er zu Akaashi auf, der sich das Handtuch in den Nacken gelegt hatte.
„Du solltest ihn in Ruhe lassen. Konoha-kun kann dir genauso zutossen. Er wird eines Tages Akaashis Posten übernehmen.“
Konoha Hiro war Konohas kleiner Bruder, der nun auch in diesem Team als Setter mitspielte. Und er war wirklich nicht übel und würde, sobald Akaashi abgehen würde, ein würdiger Stammspieler werden.

„Pöööh, ich will nicht mit Hiro zusammen spielen, sondern mit Keiji-san! Komm schon, Keiji… Ein paar Bälle! Übe mit mir das Timing!“
Er war so unerträglich, Akaashi musste sich wirklich zusammenreißen, um nicht laut zu werden. Sein Blick war nun kühler und er blickte ihn lange an.
„Nein.“ Mehr sagte er nicht.
„Sempaaaiiii! Wieso?! Du bist so gemein! Mit Bokuto-san hast du auch immer trainiert!“, jaulte Mochizuki.
Er war ja auch sein Freund… Aber diesen Satz verbiss er sich, weil er wusste, dass Mochizuki daraufhin auch nur wieder flennen würde, dass sie auch Freunde seien. Das Geheul würde nie aufhören.

„Ein andermal, Mochizuki-san. Ich bin müde“, vertröstete er ihn und könnte sich selbst an den Kopf langen, dass er nicht bei seinem Nein geblieben war.
„Oh, müde? Soll ich dich nach Hause begleiten? Wir wohnen ja nicht allzu weit entfernt!“, schlug Mochizuki auch schon wieder vor.
Ja, leider wohnte dieser nervige Kerl nicht weit von ihm entfernt, es kam schon des Öfteren vor, dass dieser plötzlich vor seiner Haustür stand und nach Nachhilfe fragte oder ob sie mal miteinander etwas unternehmen würden. Manchmal hatte er das Gefühl, als würde dieser ihn regelrecht stalken. Und das war ein unangenehmes Gefühl…

„Mochizuki-kun, du hilfst Matsumoto-kun dabei, das Netz einzurollen“, unterbrach Onaga das Gespräch und Akaashi atmete dankbar durch.
Er bedankte sich knapp bei seinem Kamerad, ehe er sich verabschiedete und das Training damit auflöste.
Langsam verließ er die Halle und ein frischer Wind kam ihm entgegen. Er schloss kurz die Augen und atmete genießend durch. Die kleine Abkühlung an diesem Abend tat gut.
Dann öffnete er seine Augen wieder und er holte seine Sachen aus dem Clubraum und ging danach nach Hause.


Als er sein Zuhause erreicht hatte, entdeckte er eine Person vor der Haustür, mit der er nicht gerechnet hatte.
Bei seinem Anblick verlangsamte er seinen Schritt auf der Straße und sein Herz blieb eine Sekunde stehen.
Man sah jedoch trotz Überraschung keine Regung auf seinem Gesicht, er fing sich auch recht schnell wieder und er lief wieder los.
Näher tretend suchte er nach seinem Haustürschlüssel, als wolle er dem ungebetenen Gast nicht in die Augen sehen.
Was der Andere natürlich bemerkte, denn ein kleines Schmunzeln breitete sich auf seinen Lippen aus.

„Hoh… Nach ein paar Wochen sehen wir uns mal wieder und du hast nicht mal ein: ‚Hallo, Senpai‘ für mich übrig?“, durchbrach er die Stille, während Akaashi den Schlüssel gefunden hatte und ihn ins Schloss schob.
„Hallo, Senpai.“ Da hatte er seine Begrüßung, die so monoton wie möglich über seine Lippen kam und er wollte die Tür aufmachen, aber der „Senpai“ packte nach Akaashis Handgelenk, hielt ihn fest und drehte ihn herum.
„Du bist kalt wie eh und je. Freust du dich denn wirklich nicht, mich wieder zu sehen?“
Akaashi sah sein Gegenüber eisig an. Dieser sah Mochizuki verdammt ähnlich, was daran lag, dass er sein älterer Bruder war. Er war größer, männlicher und Akaashi war mit ihm, vor knapp einem halben Jahr, ein paar Tage zusammen gewesen.

Er war in ihn verliebt gewesen, sehr sogar, aber Mochizuki Ryou hatte ihn für ein paar Tage ausgenutzt, einmal mit ihm geschlafen und danach fallen lassen. Was Akaashi unheimlich verletzt hatte und er noch heute daran zu knabbern hatte.
Er hatte seine Ehre beschmutzt und er schämte sich, dass er nicht vorher bemerkt hatte, was für ein Mistkerl er war.

„Nein, tu ich nicht. Könntest du mich nun loslassen? Ich habe noch zu tun.“ Er hatte mit dem Thema abschließen wollen. Wieso tauchte er jetzt plötzlich einfach bei ihm auf?!
Ryou grinste ein wenig, griff nun auch nach Akaashis anderem Handgelenk und drückte ihn gegen die Wand neben der Tür. Dabei kam er seinem Gesicht sehr nahe und sah ihm tief in die Augen.
„Ich habe dich vermisst, Keiji. Sehr sogar. Ich möchte das von damals wieder gut machen, es war ein Fehler, dich einfach fallen gelassen zu haben. Was hältst du davon?“, fragte er leise und kam seinen Lippen gefährlich nahe.

Akaashis Augen weiteten sich, er entriss sich seinem Griff und stemmte seine Hände gegen seine Brust. Dabei hatte er sein Gesicht auf die Seite gedreht und atmete tief durch. Sein Herz raste.
Nein, er durfte nicht weich werden, er wusste ganz genau, worauf das hinaus laufen würde. Er hatte es schon mal getan, wieso sollte er sich nun geändert haben?
„Geh bitte. Und lass mich in Ruhe.“ Er drückte ihn von sich, hob seine Tasche auf, die bei dem kleinen Überfall zu Boden gegangen war und ließ seinen ehemaligen Schwarm vor der Tür stehen.
Als er in dem sicheren Häuschen stand, atmete er erleichtert durch und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Tür.
Leicht stieß er mit dem Hinterkopf gegen das Holz hinter sich und kniff die Augen zusammen.

Verdammt… Verdammt! Warum bloß?! Er war doch schon längst drüber hinweg gewesen, wieso musste sein Senpai nun hier auftauchen und ihn so verwirren?!
Wieso konnten ihn nicht einfach beide Mochizukis nicht in Ruhe lassen?!

Außerdem war doch da noch Bokuto…
Ein leises Knurren stieg in seiner Kehle hoch und er schlug frustriert mit den Fäusten gegen die Tür, ehe er sich davon wegdrückte und hoch in sein Zimmer ging. Er hatte sich doch schon längst entschieden, Ryou sollte da jetzt nicht dazwischen funken!
Es gab da eine Sache, die noch immer zwischen ihm und Bokuto stand, das endlich mal geklärt gehörte.
Sie hatten deswegen auch weniger Kontakt gehabt und nun, wo Bokuto weggegangen war, war es so, als wäre er aus seinem Leben verschwunden. Nur selten kam mal was von seinem ehemaligen Kapitän, aber Akaashi schob es darauf, dass er einfach viel zu tun hatte und dass es nichts mit der einen Sache zu tun hatte, die zwischen ihnen vorgefallen war.

Akaashi schloss resigniert seine Augen und ließ sich aufs Bett fallen, nachdem er sein Zimmer betreten hatte. Er lag mit ausgestreckten Gliedern auf dem Rücken und starrte an die Decke.
Immer und immer wieder musste er an das letzte Camp denken, das so schön angefangen hatte und in einem Desaster endete. Er lag eine Weile da und verzog wehleidig sein Gesicht, ehe er sich auf die Seite rollte und zu einem eingerahmten Bild sah, das auf seinem Nachttisch stand.
Es zeigte ihn und Bokuto. Bokuto strahlte auf seine übliche Weise, hatte einen Arm um Akaashis Nacken gelegt und machte mit beiden Händen das Peace-Zeichen.
Akaashi stand neben ihm und auf dem ersten Blick sah es so aus, als würde er monoton wie eh und je schauen. Doch wenn man genauer hinsah, konnte man den weichen Ausdruck in seinen Augen und das angedeutete Lächeln auf seinen Lippen erkennen.

Ein frustriertes Seufzen entwich ihm. Es war damals so schön gewesen, doch das lag in der Vergangenheit. Es würde wohl nie wieder so sein, wie es zu dieser Zeit noch war.
Und daran war er selbst Schuld. Er, Akaashi Keiji. Weil er Bokuto ohne mit der Wimper zu zucken gekorbt hatte.
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