Kein Festival für Niemand

GeschichteHumor, Romanze / P16
OC (Own Character) Till Brummer / Kummer
15.06.2017
30.07.2017
5
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Hallo erstmal :) Diese Geschichte ist die erste die ich hier auf Fanfiktion.de veröffentlichen werde. Ich habe zwar vorher schon immer wieder Geschichten geschrieben, aber das wird mein größtes Projekt bisher :D Deswegen würde ich mich sehr über Kommentare, Sterne und konstruktive Kritik freuen :3 Für diese FF habe ich mir ein Bandmitglied meiner Liebsten Deutsch Band rausgesucht: Till Brummer. Ja, eine FF die mal nicht über Felix sondern über seinen Bruder geht ;)  Nun hab ich aber genug geplappert, viel Spaß bei der Story!^^

Disclaimer: Die Figuren in dieser Geschichte sind frei erfunden, bis auf die Mitglieder der Band Kraftklub! Deren Handeln ist allerdings frei erfunden!


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Kapitel 1: Wie ich

„Isa? Hey man ich rede mit dir?!“ seufzend schaue ich in das Gesicht der Person von der diese Aussage kommt. Melinda, eine meiner Mitbewohnerinnen erzählt mir gerade irgendwas von dem ach so tollen Festival, auf dass sie nächste Woche gehen wird. Ich möchte auch schon immer auf ein Festival oder ein Konzert. Im Gegensatz zu mir hat sie Geld für sowas. Da kann man als Nebenjob-Kellnerin mit abgeschlossenem Studium in Grafik Design, die aber keinen richtigen Job in diesem Feld findet, verdammt neidisch sein. Ich bin die einzige aus unserer WG in Stuttgart, die Grafik Design studiert hat. Melinda hat Medizin studiert. Sie ist definitiv nicht die dümmste, bekommt aber alles von ihren Eltern bezahlt, weswegen sie sich nie Gedanken über Geld machen muss. In unserer WG wohnen sonst noch Laura und Jennifer. Laura hat auf Lehramt studiert und ist Referendarin in einer Schule in Stuttgart. Sie ist sowas wie meine beste Freundin. Ich kann ihr alles erzählen. Nunja, sie ist gernerell eine der wenigen in meinem Freundeskreis. Die letzte unserer kleinen Runde ist Jennifer. Sie ist Tierärztin, wird unsere WG aber bald verlassen, da sie ein Jobangebot in einer Tierklinik bekommen hat.
„Sorry... war mit meinen Gedanken grad woanders.“ , murmele ich. „Du weißt doch, dass das bei mir normal ist. Wegen Ads.“
Ihre Augen schauen direkt in meine. Sie zieht eine Augenbraue leicht hoch und sieht mich kritisch an. „Deine Krankheit ist keine Ausrede für alles honey.“
Ihr Unverständnis für meine Krankheit ist wahrscheinlich der Grund dafür, dass wir niemals beste Freunde sein könnten. An sich verstehen wir uns echt gut, aber sie denkt, man könne meine Krankheit mit ein paar Tabletten behandeln. Diese Tabletten sind aber einfach nur scheiße. Eine Krankheit verschwindet ja nicht, wenn man sich durchgehend Drogen reinpfeifft. Anscheinend merkt sie, dass ich schon wieder komplett woanders war, weswegen sie sich an der Klimaanlage zu schaffen macht. Sie dreht sie mal wieder auf 18°C und wir haben so um die 26°C in der Wohnung. Mich fröstelte es schon nur vom zusehen.
„Wenn du das immer machst wirst du sowieso vor dem Festival noch krank.“
„Ach komm weißte.“ Sie schaltet die Klima aus, geht in ihr Zimmer und knallt die Tür zu. Dann höre ich laute Musik aus ihrem Zimmer. Manchmal frag ich mich, ob ich die mit Ads bedingten Stimmungschwankungen bin oder sie. Ich seufze laut. Aus ihrem Zimmer kommt wieder ein Lied dieser deutschen Band, die sie den ganzen Tag hört. Ziemlich nervig auf Dauer. Das Lied heißt glaube ich „Wie Ich“ oder so. Passt ja perfekt zu ihr. ICH wär lieber wie sie. Ich bezweifle stark, dass sie wie ich sein will. Ich zu sein ist nämlich nicht so geil. Ich trinke meinen Kaffe fertig, weswegen ich überhaupt erst morgens aus meinem Zimmer gekommen war und packe mir meine Joggingklamotten. Soll Melinda doch weiter schmollen, denke ich mir.

                                                 
Ein paar Tage später hat sich die Situation dann auch schon wieder beruhigt. Es waren nur noch 3 Tage bis zu ihrem Festival und Melinda ist mega aufgeregt. Die ganze Zeit wuselt sie durch die Wohnung und erzählt jedem von dem anstehenden Festival. Gerade sitzt sie jedoch auf ihrem Bett. Und ich stehe widerwillig im Türrahmen. Einer der Mädels hat wahrscheinlich beim Wäsche machen eines meiner Oberteile zu sich geräumt und das würd ich gern wiederfinden. Normalerweise macht mir das nichts aus, aber Melinda hat  momentan noch ihre Tage und da traut sich eigentlich keiner zu ihr. Um sie herum liegt ein ganzer Haufen Taschentücher und sie ist durchgehend am schniefen.
„Erkältet?“ sage ich mit einem leichten grinsen auf den Lippen.
„Ja komm, jetzt zieh mich nicht auf.“ antwortet sie schniefend und mit einem leicht bösen Blick.
„Aber gut, dass du grad da bist. Ich habe keine Ahnung, was ich heute Abend anziehen soll.“ Verwirrt schaue ich sie an.
„Du willst trotz Erkältung feiern? Ich dachte du bleibst im Bett wegen deinem Festival da.“ Schief grinst sie mich an.
„Ach, ich bin hart im nehmen. Außerdem hab ich mit Vanessa gewettet, dass ich mehr vertrage als sie und heute ist mein Tag gekommen!“ Siegessicher grinst sie in sich hinein.
„Gut, wie du meinst bin ja nicht deine Mutter.“ Dann sieht sie mich mit dem „Was-machst-du-eigentlich-hier-“Blick an. Tja. Wenn ich das noch wüsste. Ich will nur kurz aus dem Fenster schauen, doch der Anblick reist mich in seinen Bann. Ein wunderschöner Sonnenuntergang ist zu sehen. Die Sonne verschwindet halb hinter einem Haus aber es war wunderschön. Ein paar Tauben ziehen ihre Wege durch dieses Bild. Ich mag Tauben zwar nicht, weil mir eine als Kind mal auf den Kopf gekackt hat, aber es passt einfach perfekt. Wie im Bann ziehe ich mein Handy aus meiner Hosentasche und mache ein Foto. Von Melinda ernte ich dafür erneut die Augenbraue. Dann wandert mein Blick weiter zum Schreibtisch. Und da liegt tatsächlich mein Pulli. Wäre es nicht dieser Pulli hätte ich mich nicht in die Höhle des Löwen begeben. Ich habe ihn von meinen Kanadischen Gasteltern bekommen. In der Schule habe ich ein Auslandsjahr nach Kanada gemacht und die elfte Klasse danach wiederholt. Freunde hatte ich in meiner Schule eh keine, weswegen ich direkt gesagt habe, dass ich wiederholen werde. Ich denke gerne an Kanada zurück. Dort war für mich irgendwie alles besser. Die Leute dort haben tatsächlich Verständnis für meine Krankheit gezeigt und ich konnte ein komplett „normales“ Jahr erleben. Dort hatte ich auch eine handvoll wundervolle Freunde. Ich vermisse sie so sehr. Ich greife nach meinem Pulli.
„Achso den alten Fetzen hast du gesucht. Der ist schon wieder bei mir gelandet, wollte dir den eigentlich gleich sowieso rüberbringen.“ sagt sie lächelnd. Er mag zwar alt und ausgewaschen sein, aber ich liebte ihn. Es war ein schlichter grauer Pulli im Jungenschnitt. Auf ihm stand in Großbuchstaben KANADA und eine kanadische Flagge war darunter. Auf der Rückseite hatten alle meine Freunde unterschrieben. Ich nahm ihn an mich, vergesse fast Melinda, drehe mich im letzten Moment, bevor ich aus der Tür raus bin, aber nochmal um und lächele sie an. „Danke!“ Sie nickt mir zu.
„Komm aber gleich wieder wegen meinem Outfit!“ Ups, das hätte ich fast vergessen. Naja nicht nur fast. Ich nicke nur und verschwinde in mein Zimmer.


Während Melinda mit Vanessa also feiern geht, übernehme ich Vanessas Schicht im „Kleinen Wolf“. Vanessa ist die einzige, von Melindas Freunden außerhalb der WG die ich kenne. Melinda hatte mich ihr vorgestellt. Durch sie habe ich den Job in dem Restaurant bekommen. Es ist ein verdammt niedliches Restaurant, zwar eines der kleineren hier in der Gegend, aber meiner Meinung nach auch eines der besten. Mittlerweile ist es wie ein zweites Zuhause für mich geworden. Der Chef, Joshua, ist einfach super. Mit meinen Problemen kann ich immer zu ihm kommen. Er würde mir immer helfen. Ich betrete den Laden und kühle Luft kommt mir entgegen. Draußen war es aber auch viel zu warm, wir haben schließlich Sommer und es ist verdammt heiß draußen. Die kleine Bar zur rechten ist mal wieder komplett besetzt. An den Tischen in der Mitte des Restaurants sitzen ein paar Pärchen. Auf der kleinen Bühne weiter hinten im Restaurant steht ein junger Mann mit Gitarre und gibt ein paar seiner Lieder preis.
„Bella!“ Überrascht schaue ich zur Theke. Ein kleines Mädchen sitzt am Tresen und winkt mir zu. Ein Lächeln schlich sich auf meine Lippen. Sophie, Joshuas kleine Tochter ist seltsamerweise ganz vernarrt in mich und freut sich immer riesig mich zu sehen. Da ist sie dann auch leider die einzige. Bella nennt sie mich schon ewig. Keiner sonst nennt mich so. Mein voller Name lautet nämlich Isabelle. Aber alle nennen mich halt Isa.
„Hallo Sophie!“ Ich halte ihr meine Hand zum High Five hin und sie klatscht ein.
„Sollte Vanessa nicht heute kommen?“ verwirrt sieht Joshua mich an und ich ihn.
„Äh ja aber sie ist feiern. Sie meinte zu mir sie hätte es geklärt, dass ich ihre Schicht übernehme, du weißt ja, ich kann das Geld gebrauchen.“ Nachdenklich sieht er mich an, dann lächelt er.
„Ah stimmt da war ja was. Wenn du dein Geld nicht immer für Zeichenkrams ausgeben würdest, wärst du auch nicht andauernd pleite.“ er zwinkert mir zu.
„Ich brauche diese Stifte halt. Wieso sind die denn bitte so teuer?!“ antwortet ich lachend.
„Das kann ich dir auch nicht sagen. Dieses Elektrobrett hat ja wenigstens noch Sinn gemacht aber diese Filzmarker? Ich glaub ich versuch gar nicht erst, dass zu verstehen.“ Ich schlage ihm aus Spaß auf den Arm und wir beide machten uns lachend an die Arbeit.
“Und sonst? Hälst du´s mit Melinda noch aus?“
„Ach joah. Sie ist ja eigentlich ganz okay, aber sie redet die ganze Zeit nur von diesem Festival.“
„Hättest du sie gefragt, hätte sie dir bestimmt eine Karte geschenkt.“
„Ja, aber du weißt doch, dass ich sowas nicht mag. Ich brauch keine Almosen, ich komm schon klar.“
„Wenn du meinst.“ Er klopft mir auf die Schulter und ich gehe zu einem der Tische, um die Bestellung aufzunehmen.
Er war ebenfalls einer der wenigen Menschen, bei denen ich, ich selbst war. Bei ihm kann ich mich seltsamerweise auch auf das Gespräch konzentrieren.


Ein Abend vor dem Festival und aus Melindas Zimmer hört man nur Schniefen, Niesen, Husten gefolgt von Flüchen. Ich wage mich also tatsächlich erneut in die Höhle des Löwen. Ich bin ja schließlich ihre Freundin und lasse sie nicht hängen. Ich klopfe vorsichtig an der Tür.
„Herein.“ Als ich sie sehe, verflog meine Schadenfreude. Sie sitzt dort wie ein Häufchen Elend. In der Luft lag eine starke „Ich-habs-dir-ja gesagt-“Spannung gefolgt von der unausgesprochenen Frage „Ach-du-heilige-wie-siehst-du-denn-aus?“
„Hey Isa“ schnieft sie nur.
„Gott, Meli...du siehst schlimm aus. Kann ich dir irgendwas bringen?“
„Nee, nee, geht schon.“ zum Ende hin kippt ihre Stimme und eine kleine Träne rollt ihre Wange runter. „Ich hab mich doch so gefreut...“flüstert sie. Sie sieht aus, wie ein Kind, dem man gerade gesagt hat, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Vorsichtig nehme ich sie in den Arm. Sie legt ihren Kopf in die Kuhle meiner Schulter und lässt ihren Gefühlen freie Bahn. Ich tätschele ihr währenddessen den Kopf und summe eine beruhigende Melodie vor mich hin.
„Das Festival kann ich mir jetzt echt abschminken. Ich sollte echt mal auf dich hören, du Doofe.“
Bei ihrem lächerlichen Versuch mich zu beleidigen, müssen wir beide grinsen. Ich drücke sie noch einmal fest. Dann steht sie auf, geht zu ihrem Schreibtisch und holt einen kleinen Zettel raus. „Happiness Festival'“ steht in Großbuchstaben drauf. Sie drückt mir die Karte in die Hand, atmet kurz durch und sagt:
„Weißt du, wenn ich schon nicht gehen kann, soll die Karte nicht verfallen. Nimm du sie!“
„Aber das kann ich doch nicht annehmen“ sage ich völlig perplex. „Du hast dich ewig darauf gefreut...“
„Ach komm. Du wolltest doch auch mal auf ein Festival gehen. Es ist ja auch schon alles vorbereitet. Wäre doch schade, wenn das Ticket verfällt. Nutze die Chance einfach und nimm es an!“ Ihre Stimme wirkt leicht drohend. Übersetzt heißt das: Wage es jetzt nicht, zu widersprechen.
„Okay... ich mach´s. Das ist so verdammt lieb von dir, dass vergess ich so schnell nicht. Ich werde auch ganz viele Bilder und Videos machen, auch von dieser Band, die du so magst. Wie hießen die nochmal? Heilkraft?“
„Och, Isa! Die heißen Kraftklub!“ Sie verdreht gespielt ihre Augen und wir fangen beide an zu lachen.
„Ich sag dann mal Vanessa und den anderen Bescheid. Das macht denen bestimmt nichts aus, wenn du mitfährst. Würdest dann halt mit Vanessa und Zoe in ´nem Zelt pennen, aber das sollte ja kein Problem sein.“ Ich nicke nur, stehe auf und gehe in die Küche. Dort mache ich Melinda als Dank einen Minztee und bringe ihn ihr aufs Zimmer.
„Boah geil danke! Also morgen 5 Uhr aufstehen, die anderen holen dich um 6 ab. Erzähl mir dann haargenau wie es war!“
„Klar werde ich! Gute Nacht Meli.“
„Gute Nacht Isa!“ Ich verlasse ihr Zimmer und betrete meins. Ich kann es immer noch nicht fassen! Ich werde tatsächlich morgen mal ein Festival sehen! Ich war noch nie auf einem Konzert oder einem Festival gewesen und ich bin verdammt gespannt. Dumm nur, dass ich ohne Sachen zu packen einfach direkt einschlief...


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Soo, das war das erste Kapitel. Ja ich weiß, es enthält noch kaum Spannung, aber ich muss meine Protagonistin ja erstmal vorstellen bevor es losgeht :) Über Kommentare, Sterne und generell Aufrufe freue ich mich sehr! Ich bin noch komplett neu bei FF.de deswegen verzeiht mir falls ich irgendwas falsch gemacht hab xD Im zweiten Kapitel geht’s auch schon zum Festival ;D

Alles Liebe Hoshiokami <3
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