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Dysfunctional

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
13.06.2017
19.04.2021
29
36.675
19
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55 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
23.09.2019 1.505
 
Vielen Dank für eure ganzen tollen Rückmeldungen. Und wenn ich auch nicht auf jede antworte, ich freue mich über jede einzelne und jedes Mal, wenn ich ein Alert für ein neues Review bekomme, schleicht sich ein Lächeln auf meine Lippen. Aber genug geredet. Ich präsentiere stolz ein sehr turbulentes Kapitel:

„ Hier sind wir.“ Den ganzen Weg lang hatten Theresa und Kol sich angeschwiegen. Kol wusste wahrscheinlich nicht, was er sagen sollte. Theresa hingegen hatte einfach nicht mit ihm reden gewollt. Sie würde noch eine Ewigkeit dazu Zeit haben. Kurz huschte ihr Blick zu dem Verlobungsring an ihrer linken Hand. Aber nur, wenn sie es nicht verhindern konnte.
„ Ich hätte dich nicht als ein Bücherwurm eingeschätzt.“ Wahrscheinlich wollte er die Stimmung auflockern. Klappte aber nicht. Ernst erwiderte sie seinen belustigten Blick.
„ Bin ich auch nicht.“ Es war die Wahrheit. Theresa war nie ein großer Leser gewesen, ganz im Gegenteil zu Phillip. Ihr kleiner Bruder zog wirklich jedes Wort in sich auf. Sie hingegen wusste nicht, was ihm so an Büchern gefiel.
„ Wieso wolltest du dann zur Bibliothek?“, fragte Kol, nun misstrauisch.
„ Oder wolltest du etwa nur Zeit mit mir verbringen? Wenn das so ist, hättest du das gleich sagen können, Darling.“ Mit einem verführerischen Lächeln auf den Lippen trat er vor und fing an mit einer von Theresas Haarsträhnen zu spielen. Ihre Hände auf seine Brust legend, die sich durch seine Kleidung extrem muskulös anfühlte, drückte sie ihn von sich weg.
„ Träum weiter Kol.“ Ihre blonden Haare über die Schulter werfend, verschwand sie in der Bibliothek und zur allgemeinen Überraschung folgte ihr Kol nicht. Obwohl sie gerade unhöflich war und er dies doch eigentlich bestrafen musste. Aber wenn er es nicht wollte, umso besser für Theresa. Sie hatte genug Kol für den heutigen Tag, nein für ihr ganzes Leben.
Ihren Verlobten aus ihrem Kopf verbannen, blickte sie sich suchend um. Die Bibliothek war riesig, es würde schwer werden, dass zu finden was sie suchte. Wenn es so etwas in der Art überhaupt gab. Leider konnte sie aber auch niemanden um Hilfe fragen. Sie wollte sich nicht vorstellen was passierte, wenn Niklaus oder Kol herausbekamen, das sie nach einem Grimoire suchte. Sie würden ihr vorwerfen einen gemeinen Plan gegen sie zu schmieden. Dabei war alles, was sie wollte, ihre eigene Sicherheit in diesem Haus zu gewährleisten.

Theresa wusste nicht, wie lange sie gesucht hatte, bis sie ein Grimoire fand. Mehrere Stunden mussten es schon gewesen sein. Umso erleichtert war sie, als sie endlich das staubige alte Buch in ihren Händen hielt. Es an ihre Brust drücken, flüchtete die junge Hexe aus der Bibliothek. Niemals würde sie dort das Grimoire lesen, nicht wenn in jedem Moment ein Urvampir oder einer der Diener hereinkommen konnte. Sie würde sich mit dem Buch in ihrem Zimmer befassen, dem Ort an dem niemand sie so leicht überraschen konnte. Doch sie hatte nicht mal die Hälfte des Weges hinter sich gebracht, als eine weibliche Stimme sie aufhielt.
„ Was hast du da in der Hand, Hexe?“ Erschrocken fuhr Theresa herum, um Rebekah Mikaelson aus dem Schatten treten sehen.
„ Nur ein altes Buch.“ Als wäre es gar nichts, zuckte sie mit den Schultern. Denn würde sie dem Urvampir zeigen, dass dieses Buch für sie eine Bedeutung hatte, würde Rebekah wissen wollen, was es für ein Buch war. Jedoch niemand durfte erfahren, dass es sich bei dem Buch um ein Grimoire handelte. Wüssten die Mikaelsons dies, würden sie die junge Hexe ohne mit der Wimper zu zucken umbringen. Blitzschnell, sodass sie keine Zeit hatte zu reagieren, schnappte sich Rebekah das Grimoire. Als sie verstand, was sie dort in der Hand hielt, verengten sich ihre Augen.
„ Was hast du mit dem Grimoire vor?“, fragte sie, Theresa misstrauisch beäugen. Diese suchte panisch in ihrem Verstand nach einer Lösung, einer Notlüge. Niemals würde sie Rebekah die Wahrheit sagen können. Sie würde die Hexe umbringen. Oder schlimmer, es Kol sagen, der dann ihre Familie umbringen würde.
„ Ich habe Magenkrämpfe und suche nach dem Zauber, den meine Mutter in solchen Situationen immer benutzt hat“, log sie das Blaue vom Himmel herunter. Rebekah schien es ihr nicht zu glauben. Mit zusammengepressten Lippen riss sie das Armband von Theresas Handgelenk. Panisch sah sie mit an, wie ihr Armband klirrend zu Boden fiel. Nein, nein, das konnte nicht passieren. Bevor sie das Armband aufheben konnte, presste Rebekah sie an die Wand.
„ Entschuldige Kleines, aber ich bin nicht blind vor Liebe, wie Kol es ist, wenn es dich betrifft. Mich kannst du nicht hinters Licht führen“, spöttisch strich Rebekah Theresas Haare zur Seite, sodass ihr Nacken frei lag.
„ Ich habe lang nicht mehr Hexenblut getrunken.“ Ängstlich hielt die junge Hexe ihren Atem an. Sie konnte nicht glauben, was gerade passierte. Sie konnte nicht glauben, dass Rebekah drohte, ihr Blut zu trinken. Sie konnte nicht glauben, dass sie so dumm gewesen war, sich in solch eine Situation zu bringen. Denn in diesem verdammten Haus gab es niemand, der ihr helfen würde. Sie war der Urvampirin ausgeliefert.
„ Also noch einmal, was hast du mit dem Grimoire vor, Hexe?“ Langsam erschienen dunkle Venen unter den Augen des anderen Mädchens. Mit wild pochenden Herzen sah sie zu, wie die Eckzähne der Urvampire immer länger wurden. Die Tränen unterdrücken, schloss Theresa ihre Augen. So wollte sie nicht sterben. Aber würde sie Rebekah die Antwort geben, die sie unbedingt hören wollte, würde sie die Wahrheit sagen, würde ihre Familie dafür büßen. Jedoch so, so würde Rebekah sie von ihren Qualen befreien, bevor sie richtig begonnen hatte. Es gab schlimmeres.
Doch der Biss kam nicht. Im Gegenteil, plötzlich verschwanden Rebekahs Hände von ihren Schultern. Erleichtert nach Luft ringend, öffnete sie die Augen um zu sehen, wie ihr Verlobter seine eigene Schwester an der Kehle hielt. „ Wag es nicht Theresa noch einmal anzufassen, oder ich werde dich höchstpersönlich erdolchen.“ Noch nie in ihrem Leben hatte ihr Verlobter so gefährlich, so drohend gewirkt. Nicht mal, wenn er ihr gedroht hatte.
„ Sie hat-“, röchelte Rebekah doch ihr Bruder ließ sie nicht ausreden.
„ Erspar mir deine Lügen Schwester.“ Mit großen Augen blickte Theresa zwischen den beiden hin und her. Zu sagen, dass sie verwirrt war, wäre eine große Untertreibung. Sie verstand die Welt nicht mehr. Zu einem waren das die Andeutungen von Klaus und Rebekah, dass Kol sie mögen und, nach seiner Schwester, sogar lieben würde. Dazu passte, dass er sie vor anderen Leuten verteidigte und manchmal so etwas wie nett zu ihr war. Auf der anderen Seite benahm er sich oft wie ein Monster in ihrer Gegenwart. Nicht nur einmal hatte er gedroht sie und ihre Familie umzubringen. Das passte einfach nicht zusammen. Sie wusste nicht, was sie glauben sollte, geschweige denn, was sie glauben wollte.
Rebekah, die wohl verstand, dass Kol ihr nicht glauben würde, egal was sie sagte, befreite sich aus dem Griff ihres Bruders, indem sie ihn an die gegenüberliegende Wand warf, mitten auf Theresa. Zusammen fielen die beiden zu Boden, Kol auf Theresa drauf. Die Urvampirin nutzte die Ablenkung, um schnell zu verschwinden. Theresa bekam dies aber nur noch am Rande mit. Sie war viel konzentriert auf Kol oder besser gesagt sein Gesicht, welches sich ihren immer weiter näherte. Obwohl sie wusste, dass es falsch war, obwohl sie wusste, dass er ein Monster war, wollte sie es. Als sie seinen Atem auf ihren Lippen spüren konnte, hielt er an, studierte ihr Gesicht. Es nicht mehr abwarten können, überbrückte sie, zu seiner sichtbaren Überraschung, den Abstand. Sanft trafen ihre Lippen auf seine. Zufrieden aufstöhnen zog er sie näher an sich, vertiefte den Kuss.
„ Sucht euch ein Zimmer“, erklang plötzlich Klaus amüsierte Stimme hinter ihnen. Schnell lösten sich Kol und Theresa voneinander. Kol war schneller als sie auf den Beinen und ganz wie ein Gentleman half er seiner Verlobten hoch. Mit hochrotem Gesicht, wem wäre es nicht peinlich von Klaus in solch einer Situation erwischt zu werden, blickte sie zwischen den beiden Brüder hin und her. Noch nie hatte die beiden so ähnlich gewirkt. Beide grinsten die junge Hexe breit an. Jedoch während Klaus Haare geordnet und seine Wagen gewohnt blass waren, waren Kols braune Haare durcheinander und die Wangen vor Erregung gerötet. Vor Scham und Selbsthass wäre Theresa am liebsten in den Boden versunken.
Da dies aber schlecht ging, schnappte sie sich das Grimoire vom Boden und flüchtete in Richtung ihres Zimmers. Zum Glück folgte ihr keiner der Brüder. Wie hatte sie das nur tun können? Wie hatte sie ihn küssen können? Wie hatte sie für diesen kurzen Moment vergessen können, dass er ein Monster war? Vor lauter Selbsthass wurde Theresa ganz schlecht. Sie wollte einfach nicht glauben, was sie gerade getan hatte. Wie sie auch nicht glauben wollte, dass Kol zu so liebevollen Berührungen zustande sein konnte. Er war ein Monster und sie nahm sich vor, es in Zukunft nie wieder zu vergessen. Immerhin hatte er vor nicht mal einem Tag einen Mann vor ihren Augen ermordet? Wie hatte sie ihn dann küssen können? Noch nie in ihrem Leben hatte Theresa sich selbst gegenüber so viel Ekel und Hass empfunden. Sie hasste sich selbst fast so sehr wie ihren Verlobten.
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