Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Dysfunctional

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
13.06.2017
19.04.2021
29
36.675
19
Alle Kapitel
55 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
14.08.2019 1.488
 
Der nächste Morgen brachte die nächste schreckliche Nachricht für Theresa.
„ Sie wollen was?“ Fassungslos blickte sie ihre Eltern an. Sie war noch nicht mal zehn Minuten wach und ihr Tag war schon ruiniert. Um genau zu sein, war ihr ganzes Leben ruiniert.
„ Die Mikaelsons wollen, dass du heute bei ihnen einziehst, um dich langsam an ihren Lebensstil zu gewöhnen. Damit die Hochzeit nicht noch härter für dich wird“, erklärte ihre Mutter ein weiteres Mal ruhig. Theresa konnte es nicht fassen. Als würde das ihr helfen, dass alles besser zu akzeptieren. Wenn schon, machte es alles nur noch schlimmer. Außerdem wie konnte ihre Mutter dabei so ruhig bleiben? Sie sprach davon, sie zu Blutsaugern zu schicken. Sie hatten doch alle gestern Abend gesehen, wozu die Mikaelsons und vor allem Kol zustande waren.
„ Sie wollen also, dass ich mich daran gewöhne, zuzusehen, wie sie Menschen vor meinen eigenen Augen umbringen“, stellte sie trocken fest und obwohl ihre Eltern versuchten, die zu leugnen, wusste sie, dass es die Wahrheit war.
„ Vergesst es!“, entschlossen schwang Theresa ihre Beine aus dem Bett. Sie würde nicht zu den Mikaelsons ziehen, nicht so lange sie noch nicht mit Kol verheiratete war. Dass dies danach von ihr erwartet wurde, war ihr klar. Aber früher als es nötig war, würde sie nicht das letzte Fünkchen Freiheit abgeben, welches ihr geblieben war.
„ Wir können uns den Mikaelsons nicht einfach widersetzen“, widersprach ihr Vater mit warnendem Blick. Spöttisch zog Theresa ihre Augenbrauen hoch.
„ Was wollen sie schon machen? Uns alle umbringen?“ Ihr war etwas Wichtiges klar geworden. Würde sie immer das machen, was die Mikaelsons von ihr wollten, da sie sonst drohten sie und ihre Familie umzubringen, war sie nichts mehr als eine Marionette. Sie war keine eigenständige Person mehr, sie hatte keinen freien Willen. Dabei war es der freie Wille, der den Menschen ausmachte.
„ Zweifel keine Sekunde daran, dass sie ihre Drohungen nicht wahrmachen würden“, warnte Magaretta und Theresa konnte nicht anders, als mit ihren Augen zu rollen. Es nervte sie, dass ihre Eltern alles machten, was die Mikaelsons wollten. Sie hingegen nahm sich vor, niemals wie ihre Eltern zu werden.
„ Wir haben keine Wahl, wir müssen ihren Willen erfüllen“, stimmte ihr Vater ihrer Mutter zu, was sie wütend machte. Wer hatte ihr immer gesagt, als sie klein war, dass man immer eine Wahl hatte? Allister war es gewesen. Jetzt sagte er aber genau das Gegenteil und Theresa wollte es nicht glauben. Der Mann, der sie zu einer Kämpferin erzogen hatte, wollte kampflos aufgeben. Wenn er es wollte, konnte er es von ihr aus machen. Sie würde es nicht tun. Sie würde nicht ohne einen Kampf untergehen.
„ Man hat immer eine Wahl!“

Theresa hatte sich dazu entschieden, den Kutscher der Mikaelsons wegzuschicken, der sie zu ihrem neuen Zuhause bringen sollte. Sie hatte sich noch nie so gut in ihrem Leben gefühlt und konnte, sogar Stunden danach immer noch nicht aufhören, zufrieden zu lächeln. Noch nie zuvor hatte sie sich gegen jemanden so mächtigen aufgelehnt und es fühlte sich wunderbar an. Sollten die Vampire ihretwegen doch verrecken.
„ Ich kann es nicht fassen, dass du das getan hast“, Fassungslos schüttelte Magaretta ihren Kopf. Theresa hingegen konnte es nicht mehr fassen, dass sich ihre Mutter seit Stunden immer wieder wiederholte. Langsam nervte es. Aber sie schwieg. Sie hatte heute schon genug mächtige Leute wütend gemacht. Außerdem würde sie später vielleicht die Hilfe ihrer Eltern benötigen. Spätestens wenn Kol hier auftauchte, brauchte sie ein bisschen magische Hilfe. Denn das ihr Verlobter vor dem Haus auftauchen würde, stand außer Frage. Aber so lange er nicht eingeladen wurde, solange er das Haus nicht betreten konnte, war sie ihm überlegen. Oh ja, das würde sie wirklich genießen. Denn vielleicht war sie nicht so talentiert wie ihre restliche Familie, aber diese waren wirklich wahre Genies, was das Zaubern anging. Sonst hätten die Mikaelsons die Vanderbilts nicht schon seit mehr als zweihundert Jahren als ihre persönlichen Hexen fungiert. Dies lag aber auch daran, wie ihre Familie ihre Magie vererbte. Denn starb ein Mitglied der Familie, ging seine ganze Magie, seine ganze magische Kraft, auf ein anderes Mitglied über. Das hieß, jede Generation war stärker, als die Generation vor ihnen. Jedenfalls rein theoretisch.
Momentan besaß Allister die ganze Familienmagie. Mit seinem Tod würde sie auf einen seiner Kinder übergehen. Die anderen beiden müssten mit der Magie zurechtkommen, mit der sie geboren wurden. Da Phillip der einzige Sohn der Familie war, würde er die ganze Magie bekommen. Mit anderen Worten, Theresa würde immer die untalentierte Hexe bleiben, die sie war. Bisher hatte sie das nicht gestört. Bisher war sie aber auch nicht mit Kol verlobt gewesen. Nun wurde sie das Gefühl nicht los, dass sie ein bisschen zusätzliche Magie ganz gut gebrauchen konnte.
Daher blätterte sie durch das Grimoire ihrer Familie, auf der Suche, nach einer Lösung. Gerade wollte ihre Mutter ein weiteres Mal dazu ansetzten, ihr zu sagen, wie unverantwortlich sie sich verhielt, als es an der Haustür klopfte. Bevor ihre Mutter reagieren konnte, hatte Theresa das Buch auf ihrem Schoß zugeschlagen und war von ihrem Platz aufgesprungen.
Die empörten Rufe Magarettas ignorieren, eilte sie in die Eingangshalle, um zu sehen, wie Kol versuchte Mary zu manipulieren. Schon bei seinem bloßen Anblick kam die Angst vor ihm zurück. Theresa müsste nur ihre Augen schließen und sie würde sehen, wie er einem wehrlosen Mann das Herz aus der Brust riss.
„ Du wirst mich jetzt in das Haus hineinbitten“, befahl der Urvampir in einer monotonen Stimme, während er dem Hausmädchen tief in die Augen blickte. Theresa schmunzelte bei dem Anblick. Dieser Versuch würde ihren Verlobten nicht weit bringen, denn wie auch die ganze Familie Vanderbilts, trug auch Mary ein Schmuckstück mit Eisenkraut.
„ Versuch es gar nicht, sie trägt Eisenkraut“, informierte sie den Urvampir bemüht amüsiert. Bei dem Klang ihrer Stimme schnappte sein Blick zu ihr. Bei ihrem Anblick weiteten sich kurz seine Augen, doch Theresa war viel zu beschäftigt, um es zu bemerken.
„ Darling, ich schlage vor wir ersparen uns den Ärger, indem du mich jetzt zu deinem neuen Zuhause begleitest“, schlug Kol, nach einem Moment, mit einem großspurigen Lächeln vor.
„ Ich verspreche dir sogar, dass du diesmal nicht bestraft wirst, dafür, dass du dich meinen Willen widersetzt hast.“ Siegessicher hielt er ihr seine Hand entgegen, erwartete, dass sie sie nahm. Theresa hingegen schnaubte ungläubig auf.
„Was für ein großzügiges Angebot“, lachte sie. Die Ironie war unschwer aus ihrer Stimme herauszuhören.
„ Trotzdem werde ich ablehnen müssen.“ Nun todernst blickte sie den ungebetenen Gast an. Darauf wechselte Kols Stimmung innerhalb von wenigen Sekunden von noch gut gelaunt zu extrem wütend. Sofort fiel Theresa wieder ein, was Niklaus gestern zu ihr gesagt hatte. Kol würde alles dafür tun, um zu bekommen, was er wollte. Mal sehen, ob das stimmte.

Es brauchte nur wenige Millisekunden, bis Kols schönes Gesicht verschwand und es roten Augen mit schwarzen Venen darunter sowie Fangzähne Platz machte. Sie anfauchend wollte er auf sie zustürzen, wurde aber von der magischen Barriere an der Haustür aufgehalten. Ein Vampir konnte ein Haus erst betreten, wenn er von einem Besitzer eingeladen wurde. Diese Regel galt auch für Urvampire und Kol war nie bei ihr eingeladen worden. Insgesamt war kein Vampir in das Haus der Vanderbilts eingeladen worden, darum hatten sich ihre Eltern gekümmert. Kol, der einsah, dass er nicht an Theresa herankam, trat vor Wut kochend einen Schritt zurück.
„ Wenn du nicht sofort herauskommst, werde ich deine ganze Familie vor deinen Augen ermorden“, drohte er und dabei war seine Stimme gefährlich leise. Ihre Angst vor ihm unterdrücken, zwang sich Theresa einen kühlen Kopf zu bewahren. Sie konnte das, sie konnte Kol dazu bringen sie bis zur Hochzeit und ihre Familie, bis zu deren Lebensende in Ruhe zu lassen. Sie war stark, sie würde ihm nicht einfach nachgeben. Versuchte sie sich jedenfalls einzureden.
„ Da gibt es einen Haken, Kol. Sie sind alle hier im Haus und du kannst nicht hinein“, verkündete Theresa feixend und schaffte es die Angst aus ihrem Herzen zu verdrängen. Langsam näherte sie sich der Tür. Dabei bedeutete sie Mary, dass das Hausmädchen gehen konnte. Sie brauchte sie gerade nicht. Außerdem bemerkte sie, wie viel Angst das andere junge Mädchen vor Kol hatte. Also wäre es wohl besser, wenn sie sich zurückzog. Schon aus dem einfachen Grund, damit ihre Angst nicht Kols Ego schmeichelte.
„ Aber ich mache dir ein Angebot“, schlug Theresa gespielt großzügig fort.
„ Ich werde mich dieser Ehe fügen, wenn du mich bis zur Hochzeit und meine Familie bis zu deren Tod in Ruhe lässt.“ Letztendlich würde Kol sie zur Frau bekommen und das war es doch, was der Urvampir wollte. Dann könnte er sie bis dahin doch in Ruhe lassen. Doch anstatt zuzustimmen, schüttelte Kol böse lächelnd seinen Kopf.
„ Ich mache dir ein Angebot, Darling. Entweder du kommst freiwillig aus dem Haus heraus oder ich zünde es an und wenn du und deine Familie herauskommen, töte ich sie alle vor deinen Augen.“
Fassungslos blickte Theresa ihn an. Eigentlich hätte sie dies erwarten müssen.
„ Deine Entscheidung, Love.“
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast