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Dysfunctional

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
13.06.2017
19.04.2021
29
36.675
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04.08.2019 1.195
 
Mit pochendem Herzen fuhr Theresa herum. Hinter ihr stand niemand geringeres als Gregory Blakesley und er sah alles andere als glücklich aus. Seine dunkelgrünen Augen funkelten sie wütend an und wenn es möglich wäre, hätte er sie mit seinem bloßen Blick umgebracht. Sie konnte sich sogar vorstellen, wieso Gregory wütend war. Obwohl er dazu überhaupt kein Recht hatte, wie sie erbost feststellte. Wahrscheinlich fühlte er sich betrogen von ihr. Immerhin machte er ihr seit mehreren Jahren den Hof und bat sie ständig darum seine Frau zu werden. Nur damit sie jetzt mit einem anderen, reicheren, Mann verlobt war. Aber so war das Leben nun mal. Es war nicht fair, dass musste Theresa gerade auch feststellen. Auf die harte und bittere Tour.
„ Ich habe dir den Hof gemacht Theresa, dabei hätte ich jede haben können, dabei bist du unter meinem Stand“, spuckte er hervor und sie konnte nicht anders als angeekelt ihr Gesicht zu verziehen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass sie wirklich in Erwägung gezogen hatte, dass wenn ihr Vater starb Gregory zum Mann zu nehmen. Vielleicht war sie sogar mit Kol besser dran als mit ihm.
„ Ich habe auf dich gewartet, dabei bist du es nicht wert.“ Auch wenn sie ihn nicht mochte, verletzten seine Worte sie. Tief Luft holend, versuchte sie die Tränen zurückzuhalten. Ihre Situation war schon schlimm genug, da musste sie nicht auch noch beleidigt werden. Doch Gregory war noch lange nicht fertig.
„ Du bist nicht besser als eine Dirne. Kaum zeigt ein Mann, der reicher und höher gestellter ist in der Gesellschaft, Interesse an dir, lässt du mich für ihn fallen.“ Schockiert schnappte Theresa nach Luft. Hatte er sie tatsächlich eben mit einer Dirne verglichen? Das war zu viel. Was erlaubte er sich? Sich aus seinem Griff losreißend, hob sie ihre Hand um ihm eine Ohrfeige zu geben. Niemand würde sie ungestraft als eine Dirne bezeichnen. Theresa würde sich von niemand so beleidigen lassen. Vielleicht waren die Blakesley reiche Kaufleute und ihre Familie nur bessergestellte Bedienstete, aber das gab Gregory immer noch nicht das Recht sie in ihrer Ehre zu beleidigen. Nicht mit dem Temperament, das sie besaß. Er hielt sich vielleicht für etwas Besseres, aber das würde er büßen.  Vor allem jetzt, wo sie mit einem reichen und adeligen Mann verlobt war. Dass der Adelstitel manipuliert war, musste niemand wissen. Doch bevor ihre Hand ihr Ziel treffen konnte, fing Gregory sie in der Luft ab. So viel Druck auf sie ausüben, dass es anfing Theresa wehzutun, blickte er sie drohend an.
„ Versuch noch einmal mich zu schlagen und ich werde-“, weiter kam er nicht, bevor er von einer anderen Stimme unterbrochen wurde.
„ Und Sie werden was?“, fragte Kol, während er seine Verlobte unerwartet sanft aus dem Griff von Gregory zog. Sich schützend vor sie positionieren, ballte er seine Hände wütend zu Fäusten.
„ Drohen Sie meiner Verlobten, drohen Sie mir“, informierte er den Blakesley kühl und dieser schrumpfte unter dem Blick des Urvampirs.
Trotzdem gab er nicht auf, „ Merken Sie nicht, dass sie nicht besser als eine Dirne ist und versucht Sie auszunutzen?“ Bevor Gregory oder Theresa wussten, was geschah, hatte Kol schon seine Hand in Gregorys Oberkörper gerammt. Das junge Mädchen wollte ihren Augen nicht trauen.
„ Niemand nennt meine Verlobte so“, fauchte er fuchsteufelswild, während Gregory aufkeuchte und Theresa erschrocken die Luft einzog. Dann riss er Gregory das noch schlagende Herz aus der Brust. Als sein lebloser Körper in sich zusammensackte, Kol das Herz achtlos auf den Boden fallen ließ, ließ seine Verlobte einen spitzen Schrei aus. Sie würde niemals dieses Bild vergessen können, es hatte sich in ihr Gehirn eingebrannt. Kreidebleich taumelte sie zurück und achtete nicht auf die Gäste, die ihre Aktivität eingestellt hatten, um zu ihr, Kol und den toten Gregory blickten.
Es dauerte nicht lange, bis den Menschen klar wurde, was gerade passiert war. Panik breitete sich im Ballsaal aus. Aber es war nichts im Vergleich zu der Panik, die sich in ihrem ganzen Körper wie ein Wildfeuer ausbreitete. Theresa bekam die verzweifelten Rufe nur am Rande mit. Sie war viel zu sehr damit beschäftigt immer weiter von der Leiche und Kol zurückzuweichen. Das war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie mit eigenen Augen sah, wie jemand starb. Die Tatsache, dass gerade ihr Verlobter der Mörder war, wollte sie nicht wahrhaben.

Während von überall Vampire herbeiströmten, um die Gäste zu manipulieren, damit sie sich nicht an Gregorys Tod erinnern würden, kamen Elijah, Klaus, Rebekah, Magaretta und Allister auf Kol und Theresa zugeeilt. Diese stieß einen weiteren spitzen Schrei aus, als Kol versuchte sie beruhigend an ihrem Arm zu berühren. Sie wollte nicht das diese Monster sie berührte, nicht wenn er Gregorys Blut an seinen Händen hatte und auch sonst nicht. Nicht, wenn er das Blut von hunderten unschuldiger Menschen an seinen Händen hatte.  Sie wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben. Sie wollte ihn nie wieder sehen. Sie wollte ihn einfach vergessen. Aber sie würde das niemals können. Sie würde niemals vergessen können, wie er Gregory das Herz aus dem Brustkorb gerissen hatte. Einfach so, nur weil der andere Mann sie beleidigt hatte. Das war doch krank. Zwar hatte sie gewollt, dass Gregory für die Beleidigung ihr gegenüber büßte, aber sie wollte ihn nicht tot sehen.
„ Was ist in dich gefahren, Bruder?“, schrie Klaus wütend, als er Kol harsch an seinen Schultern packte.
„ Er hat Theresa beleidigt.“ Kol zuckte mit seinen Schultern, als hätte er gerade keinen Menschen getötet. Bei der Erwähnung von Theresa, schien den Mikaelsons aufzufallen, dass die drei Vanderbilt-Hexen noch da waren.
„ Ich schlage vor, Sie bringen Theresa nach Hause, damit sie sich von diesem traumatischen Erlebnis erholen kann“, schlug Elijah an Magaretta und Allister gewandt vor. Diese protestierten nicht. Im Gegenteil, dankbar von diesem Chaos wegzukommen, nahmen sie vorsichtig Theresa, als würde sie unter ihrer Berührung zerbrechen, am Arm und führten, sie aus dem Ballsaal heraus.
„ Wollte ihr wirklich noch, dass ich dieses Monster heirate?“, fragte das junge Mädchen atemlos, als sie die Kutsche ihrer Familie erreichte. Obwohl sie so aufgewühlt war, wie noch nie zuvor in ihrem Leben, entgingen ihr die traurigen Blicke, die ihren Eltern tauschten, nicht.
„ Du weißt, dass wenn du ihn nicht heiratest, Klaus uns und deine kleinen Geschwister umbringt“, erklärte ihr ihre Mutter traurig, während sie Theresa in die Kutsche half.
„ Also bin ich ein Kollateralschaden.“ Ihr war gerade egal welche Konsequente es geben würde, wenn sie Kol nicht heiraten würde. Es war ihr egal, was es für ihre Familie hieß, wenn das bedeutete, dass sie dieses Monster nicht für den Rest ihres Lebens ertragen musste. Dass sie von ihm verängstigt war, war untertrieben. Sie war verstört bis tief in ihre Knochen.
„ Nein, nicht doch Liebling“, versuchte ihre Mutter sie beruhigen. Aber es klappte nicht.
„ Er hat heute schon mein Leben bedroht. Er meinte, wenn ich mich ihm widersetze, bricht er mein Genick, egal ob ich Vampirblut im Organismus habe oder nicht. Er hat vor meinen Augen Gregory umgebracht und als Verlobungsring hat er mir einen Tageslichtring gegeben.“ Nicht mehr die Tränen zurückhalten können, ließ sie ihnen freien Lauf. Ihre Arme um sich selbst schlingen, zitterte sie unkontrolliert.
„ Diese Ehe wird mich zerstören. Wie könnt ihr mir das antun?“
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