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Dysfunctional

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
13.06.2017
19.04.2021
29
36.675
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04.07.2017 1.189
 
„ Aufwachen Miss“, rief das Hausmädchen der Vanderbilt, als sie die Vorhänge in Theresas Zimmer aufriss.
„ Die Mikaelsons laden heute Abend zu einem Ball zur Feier Ihrer Verlobung mit Lord Kol ein“, schwatzte sie fröhlich und bestätigte damit Theresas Vermutung, dass es sich bei der Verlobung mit Kol nicht um einen Albtraum handelte. Schon bei dem bloßen Gedanken daran bekam Theresa Kopfschmerzen.
„ In einer Stunde kommen die Schneider. Immerhin ist der Ball zu Ihren Ehren“, erklärte das Hausmädchen lächelnd. Natürlich wusste sie, was die Vanderbilts und auch die Mikaelsons waren. Wie es sich für ein gutes Hausmädchen gehörte, behielt sie jedoch das Geheimnis ihrer Herren für sich.
„ Ich habe Ihnen sogar Frühstück mitgebracht.“ Lächelnd stellte sie das Tablett auf das Bett, indem Theresa immer noch lag.
Sie wollte nicht aufstehen, noch nicht. Nachdem ihr Vater ihr letzte Nacht die Neuigkeiten eröffnet hatte, hatte sie noch lange wachgelegen. Sie konnte nicht glauben, dass ihr Leben diese Wendung nahm. Sie hätte niemals geglaubt, dass sie ein Vampir, ganz zu schweigen einen Urvampir, heiraten würde. Aber sie hatte keine Wahl. Sie musste es tun, für ihre Familie. Tief Luft holend richtete sie ihren Blick an die Decke. Wie hatte ihr Leben nur in so kurzer Zeit so aus der Bahn laufen können?
„ Ich habe keinen Hunger, Mary“, seufzte Theresa tief. Sie hatte nicht nur Angst vor dem heutigen Abend. Sie hatte Angst vor dem Rest ihres Lebens. Sie musste nur eine Sache tun, die einem der Urvampire missfiel und sie wäre tot. Mit hoher Wahrscheinlichkeit würde sogar ihr zukünftiger Ehemann sie umbringen.
„ Ich verstehe, dass Sie vor Nervosität kaum was essen können, Miss. Aber Sie können sich glücklich schätzen jemanden so reiches, adeliges und vor allem so gutaussehendes wie Lord Kol zu heiraten.“
Ungläubig schnaubte Theresa auf. Sie konnte sich alles andere als glücklich schätzen Kol zu heiraten. Sie würde jeden Mann auf der Welt lieber heiraten als ihn.
„ Er ist ein Vampir, ein Urvampir. Wenn ich ihn heirate, wird er mein Untergang sein“, widersprach sie ihrem Hausmädchen und zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, wie recht sie damit hatte.

Die Schneiderinnen kamen, nahmen Theresas Maße und verschwanden dann wieder, um ihrer Arbeit nachzukommen.
Theresa ließ das alles an sich vorbeiziehen.
Auch als Mary anfing ihre Haare zu frisieren, ließ sie es mit sich machen. Sich zu wehren hatte einfach keinen Sinn. Ganz davon zu schweigen, dass es zu viel Energie kosten würde. Energie, die sie noch brauchen konnte.
Als Theresa dann fertig war, dass Kleid hauteng an ihrem Körper saß und ihre blonden Haare hochgesteckt waren, kam sie aus dem Staunen nicht mehr heraus. So schön hatte sie in ihrem Leben noch nie ausgesehen. Schade, dass es für diesen Anlass war.
„ Du siehst aus wie eine Prinzessin“, hauchte Emeline, als sie sich von ihren beiden kleinen Geschwistern verabschiedete, um mit ihren Eltern zum Ball zu fahren.
„ Triffst du heute Abend deinen Prinzen?“ Am liebsten hätte Theresa darauf höhnisch aufgelacht. Sie würde am Abend nicht ihren Prinzen treffen, sondern ihrem größten Albtraum.
„ Ich werde meinen Verlobten treffen“, berichtigte sie ihre kleine Schwester und allen außer Emeline war klar, dass ihr Verlobter alles andere als ein Prinz auf einem weißen Pferd war.
„ Lass nicht zu, dass er dir wehtut“, flüsterte ihr Phillip ins Ohr, als sie sich umarmten. Das reichte aus, um ihr Tränen in die Augen zu treiben.
„ Ich werde es versuchen“, versprach sie, während sie unauffällig ihre Augen trocknete. Sie wollte nicht, dass er sah, wie sehr seine Besorgnis sie rührte und wie sehr sie Angst davor hatte, dass Kol ihr wirklich etwas antat. Immerhin war er skrupellos und sie war eine so schlechte Hexe, dass sie es nicht schaffen würde, sich gegen ihn zu wehren. Selten hatte sich Theresa hilfloser gefühlt.
„ Ich weiß, dass du es schaffst Theresa. Denn du bist stark.“ Nun konnte sie sich nicht mehr zurückhalten. Schluchzend drückte sie ihren kleinen Bruder an sich. Er wusste nicht, wie sehr er sich irrte. Sie tat es nicht, weil sie mutig oder gar stark war, sie tat es aus Angst vor den Konsequenzen.
„ Du weißt nicht, wie dringend ich das hören musste.“ Durch den Tränenschleier lächelte sie Phillip dankbar an. Doch bevor er etwas darauf erwidern konnte, wurden die beiden von ihrem Vater unterbrochen.
„ Wir sollten langsam los, wir wollen ja nicht zu spät kommen. Aber ihr beiden werdet euch ja morgen wiedersehen.“ Irgendetwas in Theresa tief drinnen bezweifelte es. Bezweifelte, dass sie jemals wieder ihre Familie wiedersehen würde. Bezweifelte, dass sie den heutigen Abend überleben würde. Aber anstatt zu protestieren, lächelte sie ihren beiden Geschwistern ein letztes Mal zu, bevor sie ihren Eltern zur wartenden Kutsche folgte. Dabei wurde sie das Gefühl nicht los, dass sie gerade ihrem Untergang entgegenlief.

Die Mikaelsons wohnten in einem riesigen Herrenhaus, welches einem Schloss glich. Dies überraschte Theresa nicht. Sie konnte alles haben, was sie wollten. Immerhin waren sie die Urvampire.
Was sie aber überraschte war die lange Schlange an Kutschen vor ihnen, die alle darauf warteten, ihre Besitzer vor der Ausgangstür aussteigen zu lassen. Schon bei dem Anblick der vielen Kutschen wurde Theresa nervös und je näher sich ihre eigene Kutsche dem Ausgang näherte, umso nervöser wurde sie.
Als nur noch drei Kutschen vor ihrer waren, hatte sie das Gefühl einen Herzinfarkt zu bekommen. Ihr Herz schlug wie verrückt, drohte aus ihren Brustkorb herauszuspringen. Sie konnte das nicht, sie konnte nicht in dieses Haus gehen und ihrem Verlobten unter die Augen treten. Nicht wenn es sich dabei um ein Monster in Menschengestalt handelte. Panisch rankte sie nach Luft. Doch sie hatte das Gefühl, dass sie, obwohl sie einatmete, keinen Sauerstoff in ihre Lunge bekam. Sie hatte das Gefühl, dass das Kleid viel zu eng anlag, dass es ihren Brustkorb zusammendrückte. Am liebsten hätte sie es sich vom Körper gerissen und wäre aus der viel zu engen Kutsche geflohen.
Beruhigend legte ihre Mutter ihre Hand auf Theresas Arm und plötzlich konnte sie wieder problemlos atmen. Ohne Zweifel, ihre Mutter hatte einen wirklich hilfreichen Zauber gewirkt. Leider gab es aber keinen Zauber, der sie aus dieser Situation befreite. Also versuchte sie so ruhig wie nur möglich zu bleiben, während der Abstand zum Eingang immer kleiner wurde. Sie schaffte es tatsächlich.
Als die Kutsche der Vanderbilts vor dem Eingang hielt, war Theresa nicht mehr am Rande einer Panikattacke. Ihr beruhigend zulächelnd kletterte Allister aus der Kutsche, bevor er seiner Frau und danach seiner Tochter aus dem Gefährt half. Zu dritt schritten sie auf den Eingang zu, der von zwei Dienern bewacht wurde.
„ Ihre Einladung?“ Erwartungsvoll hielt der Größere der beiden seine Hand aus und ihr Vater zückte das besagte Paper aus der Innentasche seines Mantels.
Kurz darauf durchquerten die Vanderbilts die Eingangshalle, um in den Ballsaal zu gelangen. Doch bevor sie ihn betreten konnten, stellte sich ihnen niemand geringeres als Lord Niklaus Mikaelson in den Weg.
Der Mann, von dem Theresa, seitdem sie klein war, Albträume hatte.
Der Mann, von dem sie schon mehr Horrorgeschichte gehört hatte, als sie zählen konnte. Das jede dieser Geschichten wahr war, half auch nicht weiter. Wie ein Kaninchen vor einer Schlange sah sie ihn mit großen Augen an.
„ Wenn das nicht meine bezaubernde zukünftige Schwägerin ist.“
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