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Dysfunctional

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
13.06.2017
19.04.2021
29
36.675
19
Alle Kapitel
55 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
13.03.2021 1.756
 
So ihr musstet ein bisschen auf das Kapitel warten, dafür ist es ein bisschen länger. So Kol ist wieder zurück und ich hatte eine Reaktion von euch auf das letzte Kapitel erwartet, als diese ausblieb, war ich ein bisschen gefrustet. Vielleicht gefällt euch dieses Kapitel besser. Wenn das der Fall ist, lasst es mich wissen, indem ihr kommentiert oder die Geschichte weiterempfehlt. Danke! Und um Verwirrung vorzubeugen, ich habe das erste Kapitel mit dem Songausschnitt in den Prolog gepackt, sodass die Geschichte immer noch 27 Kapitel hat, obwohl grad eins dazu gekommen ist.


Die Perlen spiegelten das Licht der Petrolleuchten. Nachdenklich betrachtete Theresa ihr bleiches Spiegelbild. Da die Familie wieder vereint war, hatte Rebekah darauf bestanden eine Party zu geben. Jeder der die Urvampirin kannte, wusste, hatte sie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt, ließ sie sich nicht mehr davon abbringen. Daher blieb Theresa nichts anderes übrig, als sich in ihr bestes Kleid zu zwingen und ein Lächeln aufzusetzen, obwohl sie am liebsten jeden der Gäste mit eigenen Händen umgebracht hätte. Jedoch das wäre wohl kein guter erster Eindruck auf die übernatürliche Gesellschaft New Orleans, die natürlich auch geladen war. Sie würde eine gute Miene zum bösen Spiel machen müssen, bis sich ihr die Gelegenheit bot ein weiteres Mal zu verschwinden. Nur diesmal würde sich ihr Tod nicht so leicht fälschen lassen, sie würde sich also etwas Neues einfallen lassen müssen. Zum Glück war Theresa aber kreativ.
„ Du siehst wunderschön aus“, erklang vom Türrahmen eine bekannte Stimme, die sie in ihren Albträumen heimsuchte, und ohne ihren Blick von ihrem Spiegelbild nehmen zu müssen, wusste sie, wer dort stand.
„ Ich weiß“, ein letztes Mal ihr Kleid zurechtrückend, wandte sie sich ihrem Ehemann zu. Bei dem Blick in Kols Augen bekam sie eine Gänsehaut, niemand hatte sie je so angesehen und sie wusste nicht, was sie davon halten sollte. Sie hasste ihn, er war ein Monster, auf der anderen Seite hatte auch sie in den letzten Jahre schlimme Dinge getan, Familien zerstört, und irgendetwas tief in ihr drinnen flehte sie an ihm eine Chance zu geben. Was sollte auch schon schlimmes passieren?
„ Du siehst auch gut aus“, räusperte sie sich unangenehm und vor lauter Verwunderung über ihre Worte, weiteten sich seine Augen.
„ Darling, ich-“, begann er mit heiserer Stimme, doch bevor er weiterreden konnte, erhob sie ihre Hand und bedeutete ihm zu schweigen und zur Überraschung beider, beugte er sich ihrem Wunsch.
„ Das bedeutet nicht, dass ich dir verzeihe. Ich gebe dir nur eine Chance meine Verzeihung zu verdienen.“ Damit strich sie sich ihre Locken aus dem Gesicht und stolzierte an ihm vorbei aus dem Raum. Da wartete eine Party auf sie.

Lautes Lachen hallte durch das Mikaelson Anwesen, die Gäste als auch die Gastgeber schienen sich alle blendend zu amüsieren, bis auf eine Ausnahme. Das filigrane Glas mit dem blutroten Wein fest umklammert, stand Theresa an der Bar und beobachtete aufmerksam das Treiben. Noch nie in ihrem Leben war sie mit so vielen Vampiren und Hexen zusammen in einem Raum gewesen. Es erschien ihr ganz so, als wäre New Orleans der Spielplatz für alles Übernatürliche. Mehr als dreihundert Jahre auf der Welt hatten Theresa gelehrt, dass sich meist hinter den schönsten Gesichtern die schrecklichsten Monster versteckten, man konnte also nicht vorsichtig genug sein. Sie wollte wissen, womit sie es zu tun hatte, bevor sie einen Fuß in diese Schlangengrube setzte.
„ Ich hatte nicht erwartet, dich heute Abend ohne meinen lieben Bruder an deiner Seite anzutreffen“, erklang eine verhasste Stimme neben ihr und genervt schloss Theresa ihre Augen. Natürlich hatte sie ihn kommend gesehen, jedoch hatte sich ihr kein Fluchtweg geboten.
„ Im Gegensatz zu dir, Niklaus, versteht Kol wohl, dass ich gerade keine Gesellschaft will“, erklärte sie ihm spitz, bevor sie an ihrem Glas nippte. Doch anstatt ihrem Wunsch zu erfüllen und sie in Ruhe zu lassen, nahm Klaus lachend einen Schluck seines Bourbons.
„ Du bist wirklich was ganz Besonderes, nicht viele Leute trauen es sich so mit mir zu reden und behalten danach ihre Zungen.“ Unbeeindruckt erwiderte sie seinen Blick.
„ Ist das eine Drohung?“, fragte sie während sie gelangweilt eine Augenbraue hochzog, obwohl sie die Antwort schon längst kannte. Sie hatte ihn schon richtige Drohungen aussprechen gehört und das war ganz sicher keine. Sie sollte recht behalten.
„ Nur eine Feststellung. Und du solltest wissen, ich spreche keine Drohungen aus, ich gebe Versprechungen.“ Natürlich, noch einen Schluck von ihrem Glas nehmend, sie brauchte den Alkohol eindeutig, wandte sie ihren Blick von ihm auf die Tanzfläche ab. Dabei konnte sie Klaus Augen spüren, welche sie aufmerksam studierten.
„ Ich habe Informationen über dich einholen lassen“, durchbrach er nach einem Moment die schwere Stille. „ Da war wohl jemand ein sehr, sehr böses Mädchen in den letzten 336 Jahren“, spottete er, doch sie verzog nicht ihren Mund. Sie würde ihm keinen Angriffspunkt geben, nicht heute und auch nicht in der Zukunft. Er hatte schon genug zerstört.
„ Du wirst dich während deiner Zeit hier in New Orleans am Riemen reißen müssen. Einer von euch ist schlimm genug, zusammen könnten Kol und du sicherlich die Stadt in Trümmern legen und das werde ich nicht zulassen.“ Mit verengten Augen, fuhr Theresa zu ihm herum. Wessen Schuld war es denn, dass Kol an ihr hing wie eine Klette? Wessen Entscheidungen hatten denn dazu geführt, dass sie jetzt hier war?
„ Soweit ich mich erinnere, wolltest du, dass ich ein Mitglied dieser gestörten Familie werde.“ Die Hochzeit war ganz alleine seine Idee gewesen, er hätte es nicht anders verdient, dass sie und Kol ein bisschen Chaos stifteten. „ Du hast mich schon einmal bestohlen und ich habe dich davon kommen lassen, noch einmal passiert das nicht“, ihren Blick erwidernd, beugte er sich bedrohlich zu ihr vor. „ Setz auch nur einen Fuß aus der Reihe und ich nehme dich Nerv für Nerv, Muskel für Muskel auseinander, dass du mich am Ende anflehst deine mickrige Existenz zu beenden, das ist ein Versprechen.“ Seine Lippen waren wenige Millimeter von ihrem Ohr entfernt und sie konnte nicht verhindern, dass sie Gänsehaut bekam. Versuchend, nicht eingeschüchtert zu wirkend, zwang sie sich nicht zurückzuzucken. „ Willkommen zurück in der Familie, liebste Schwägerin.“

Theresa kochte vor Wut. Kaum war Klaus verschwunden, um sich um seine anderen Gäste zu kümmern, zersprang das Glas in ihren Finger in tausende Stücke und der Rotwein besudelte ihr schönes Kleid. Jedoch das war wenigstens ein guter Grund aus dieser Hölle zu verschwinden und in ihr Zimmer zurückzukehren. Dort angekommen schnappte sie sich erstmal ein feuchtes Stofftuch, um den kläglichen Versuch zu starten, ihr Kleid von dem Wein zu befreien. Dabei war ihr klar, dass dies nicht erfolgversprechend war. Rotweinflecken verschwanden nicht so einfach wieder. Jedoch sie musste etwas tun, sonst würde sie gleich wegen Klaus durchdrehen. Daher schrubbte sie wie wild darauf los, während sie keinen klaren Gedanken fassen konnte.
Wie konnte er es wagen? Nur weil er ein Urvampir war, nahm er sich alles heraus. Ohne ihn wäre ihr Leben so viel besser verlaufen und jetzt drohte er ihr auch noch? Am liebsten würde sie ihm die Kehle herausreißen oder besser noch gleich das Herz. Jedoch das würde nicht viel bringen, jeder wusste Niklaus Mikaelson besaß kein Herz und so etwas konnte ihn leider nicht töten.
„ Wieso bist du nicht mehr auf der Party?“, von ihrem Kleid aufblickend, welches vor ihr auf den Boden lag, blickte sie überrascht auf. Sie hatte ihn nicht kommen gehört, doch da stand er mitten im Raum, während sie nur mit ihrem Unterkleid bekleidet auf den Boden kauerte.
„ Ich habe dich gesucht, da ich mit der schönsten Frau auf der ganzen Party- nein der ganzen Welt- tanzen wollte“, ein charmantes Lächeln zierte seine Lippen als er vor ihr in die Knie ging. Ihn nachdenklich anblickend, legte sie ihren Kopf schief. Klaus hatte es deutlich auf der Party klargemacht, er war ihr Feind und hätte kein Problem damit, ihr etwas anzutun. Rebekah und Elijah würden wie immer seine Seite wählen, um das zu wissen, musste sie keine Hexe mehr sein. Die einzige Person in diesem verfluchten Haus, die ihr Wohl über das von Klaus stellen würde, ihr einziger potenzieller Verbündeter, kniete vor ihr. Manchmal musste man das kleinere Übel nehmen und Theresa würde einen Verbündeten hier brauchen, das war klar.
„ Klaus hat mich bedroht“, diese Worte reichten aus, um das Lächeln aus Kols Gesicht zu wischen. Die allzu bekannte Wut, die ihr noch nach 336 Jahren Angst machte, flammte in seinen Augen auf, als er seine Zähne zusammenbiss.
„ Er will, dass wir uns an seine Regeln halten und kein Chaos stiften, sonst nimmt er mich Nerv für Nerv, Muskel für Muskel auseinander, dass ich ihn anflehe meine Existenz zu beenden“, wiederholte sie die Worte seines Bruders und sie sah, dass er mit jeder Sekunde wütender wurde und kurz davor stand zu explodieren.
„ Ich bringe ihn um“, knurrte er und wollte schon aufspringen und losstürmen, jedoch sie griff entschlossen nach seinem Handgelenk, um ihn aufzuhalten. Diese einzige Berührung reichte aus, um wenigstens ein bisschen Verstand in ihn zurückzubringen.
„ Und wie willst du das anstellen? Man kann euch nicht töten und der Dolch funktioniert bei Niklaus auch nicht.“ Was würde sie nicht alles dafür geben, Klaus zu erdolchen und für alle Ewigkeit in einen Sarg zu verstauen? Leider war das nicht möglich.
„ Wir könnten von hier verschwinden, was hält uns noch hier?“ Er hatte recht, was hielt sie noch hier? Wenn sie kein Leben auf der Flucht führen wollte, konnte sie New Orleans nicht ohne Kol hinter sich lassen, nur mit ihm. Jedoch dann wäre Niklaus nicht mehr eine Bedrohung und die Nachkommen von Phillip wollten sie ja sowieso nicht. Das worauf sie all die Jahre hingearbeitet und worauf sie sehnlichst gewartet hatte, hatte sich als eine große Enttäuschung herausgestellt, es wäre nur verständlich, wenn sie diese verfluchte Stadt hinter sich lassen wollte. Jedoch dann wäre sie mit ihm zusammen, ohne die Möglichkeit ihm aus dem Weg zu gehen. Wollte sie sich das wirklich antun? Ihn loslassend, als hätte sie sich verbannt, richtete sie sich vom Boden auf.
„ Und wieso glaubst du, ich würde irgendwo mit dir hingehen?“ Sie hatte ihm lange noch nicht verziehen und das würde sie ihn auch spüren lassen. Natürlich war Klaus momentan die größte Bedrohung, aber sie hatte nicht vergessen, wer ihr in der Vergangenheit am meisten Leid zugefügt hatte und das war immer noch Kol. Eher würde die Hölle zufrieren, bevor sie mit ihm verschwand. Sich an ihm vorbeidrängend, trat sie auf die Kleiderstange zu, an der die teuren Kleider hingen, die ihr Rebekka für die Party vorbeigebracht hatten. Wahllos eines ergreifend, schlüpfte sie in dieses.
„ Wir sollten zur Party zurückkehren.“
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