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Dysfunctional

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
13.06.2017
19.04.2021
29
36.675
19
Alle Kapitel
55 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
28.02.2021 1.655
 
Hier bin ich wieder mit einem neuen Kapitel, diesmal hat es Dank einer Klausur ein bisschen länger gedauert. Ich hoffe, dass Kapitel gefällt euch. Viel Spaß beim Lesen.



Irgendwer fuhr ihr durch das Haar. Das war das Erste, was Theresa wahrnahm, als sie aufwachte. Sie wollte es sogar genießen, bis ihr einfiel, wo sie war. Ihre Augen aufreizen, brachte sie so viel Abstand zwischen sich und dem Mann, der auf der Bettkante saß.
„ Na Liebling, hast du mich vermisst?“ Bübisch grinsend zog niemand geringeres als Kol Mikaelson seine Augenbrauen hoch.
„ Kol!“ Sie hatte vorgehabt ihre Stimme stark klingen zu lassen, als sie ihn wütend anfunkelte. Aber das gelang ihr nicht. Jedoch war ihr dies nicht zu verdenken. Sie stand immerhin ihrem größten Albtraum gegenüber.
„ Schmor in der Hölle“, zischte sie durch zusammengebissene Zähne. Sie hasste ihn für das, was er ihren Eltern und ihr angetan hatte. Seinetwegen war sie selbst ein Monster. Das würde sie ihm nie verzeihen. Innerhalb eines Wimpernschlags war er vor ihr und drückte sie mit seinem Körper an die Wand.
„ Dort war ich schon in den letzten 336 Jahren“, flüsterte er ihr ins Ohr und dabei kamen seine Lippen ihr so nah, dass sie Gänsehaut bekam. Obwohl er so ein Monster war, fühlte sich ihr Körper zu ihm hingezogen. Theresa konnte nicht anders, als sich von ihrem eigenen Körper hintergangen zu fühlen.
„ Und das soll ihr dir glauben?“ Spöttisch auflachend sah sie ihn kalt an. Als er, vor ihren Augen, ihre Eltern an ihrem Hochzeitstag umgebracht hatte, hatte sie den Glauben, dass er auch nur ein Fünkchen Menschlichkeit haben könnte, verloren. Er war ein Monster, der keine Emotionen wie Zuneigung, Freude, Glück oder gar Liebe empfinden konnte. Deutlich hatte er ihr das an ihrem Hochzeitstag vor Augen geführt. Kol hatte sie nie geliebt und würde sie auch nie lieben können. Weshalb behauptete er aber, dass die Jahre in denen er dachte, dass sie tot wäre, der Hölle geglichen hatten? Dachte er wirklich, sie wäre so dumm und würde das glauben?
„ Ich liebe dich, Theresa.“ Tief blickte er ihr in die Augen. Wäre es keine Lüge, hätte es ihr den Atem geraubt. So ließ es sie jedoch kalt. Jedenfalls versuchte sie sich das einzureden. Aber das war schwer, wenn man sich nach Liebe verzehrte. Sie würde alles tun, damit jemand sie von ganzem Herzen liebte. Doch sie war sich sicher, dass sie solch eine Liebe nicht bei Kol finden würde. Dieser war zu so etwas nicht imstande.
„Und jetzt die Wahrheit?“ Ihre Hände auf seine muskulöse Brust legend, drückte sie ihn von sich weg. Sie konnte es nicht ertragen, ihm nah zu sein.
„ Du willst die Wahrheit wissen?“ Ein weiteres Mal trafen sich ihre Blicke und Theresa hatte das Gefühl, dass sie in Kols Seele blicken konnte. Nicht, dass sie das wollte. Er musste die schwärzeste und verfaulteste Seele haben, die es gab.
„ Ich verzehre mich nach dir. Jeden Tag habe ich an dich gedacht, jeden Tag habe ich um dich getrauert“, tief holte Kol Luft, als würde er sonst ersticken. „ Dir gehört mein Herz, hat es immer und wird es immer. Du bist die große Liebe meines Lebens und ich möchte dich niemals verlieren.“ Atemlos sah er sie an und bewegungslos erwiderte sie seinen Blick. Dann schloss er den Abstand zwischen den beiden, nahm sanft ihr Gesicht in seine Hände, strich mit seinem Daumen über ihre Wange und drückte seine Lippen auf ihre. Erst war Theresa wie erstarrt. Als sie dann endlich realisiert hatte, was da gerade vor sich ging, stieß sie ihn von sich weg. Was erwartete Kol? Dass er ihr sein Herz ausschüttete, sie ihm glaubte und dann vergaß, was er ihr alles angetan hatte? Ganz sicher nicht. Er und seine Taten waren immer noch fester Bestandteil ihrer Albträume, sie konnte es nicht vergessen, egal wie sehr sie es versuchte.
„ Ich glaube dir nicht, nicht nach allem was du getan hast“, kopfschüttelnd wandte sie sich von ihm ab, während ihre Augen durch den Raum huschten. Sie musste von hier weg, sie musste von ihm weg. Sie konnte seine Anwesenheit nicht ertragen, er machte sie krank.
„ Und was ist, wenn ich sage, dass ich es bereue und es mir leidtut?“ Selbst dann würde sie ihm nicht glauben. Kol Mikaelson entschuldigte sich nie, bei niemand. „ Das ich alles tun würde, um es ungeschehen zu machen?“ Die Verzweiflung und Reue waren unschwer aus seiner Stimme herauszuhören. Theresa wollte ihren Ohren nicht trauen. Das war nicht der Kol, den sie kannte. Ein Teil von ihr wollte ihm wirklich glauben, nie und nimmer konnte er so gut lügen, auf der anderen Seite wusste sie ganz genau, was für ein Monster er war.
„ Ich will dir ja glauben, aber ich kann es nicht.“ Wie sie ihm auch wahrscheinlich nie verzeihen könnte, dass er ihre Eltern umgebracht hatte. Sie konnte ihn ja nicht mal ansehen. Weil dann musste sie immer an ihre Hochzeit zurückdenken. Wie hilflos sie sich gefühlt hatte, als er ihre Eltern vor ihren Augen umgebracht hatte. Wie hilflos sie sich immer noch in seiner Gegenwart fühlte. Dabei war das doch das Ziel gewesen, weshalb sie ein Vampir geworden war. Um endlich selbst stark zu sein.
„ Ich kann es einfach nicht“, ihre Arme um sich selbst schlingend, warf sie der Glastür einen sehnsuchtsvollen Blick zu. Sie wünschte sie, dass sie einfach wieder verschwinden könnte. Dass die Mikaelsons wieder denken würden, dass sie tot war. Aber das würde Kol nicht zulassen, das würden seine Brüder nicht zulassen. Die Urvampire würden sie nicht gehen lassen.
„ Sag mir bitte einfach nur, was ich tun muss, damit du mir verzeihst“, flehend streckte er seine Arme nach ihr aus, als würde er sich nach ihren Berührungen verzehren. Sie aber wich zurück. Sie wollte ihn nicht berühren, sie wollte ihn nicht ansehen und sie wollte auch nicht im selben Raum mit ihm sein.
„ Lass mich für den Rest meines Lebens in Ruhe.“ Theresa wollte Kol nie wieder sehen. Würde er ihr diesen Wunsch erfüllen, würde sie ihm vielleicht auf ihrem Sterbebett vergeben können. Aber nur vielleicht.
„ Du weißt, dass ich das nicht tun kann.“ Kurz zog sich ihr Herz traurig zusammen. Sie hatte befürchtet, dass er das sagen würde. Sich eine Träne von der Wange wischen, blickte sie den Hauptcharakter ihrer Albträume an.
„ Ich weiß.“

Als Theresa am nächsten Morgen aufwachte, fühlte sie sich alles andere als erholt. Kol hatte sie, nach ihrem kleinen Gespräch, im Zimmer zurückgelassen. Auch, ohne dass er es gesagt hatte wusste sie, dass er sie, würde sie abhauen, suchen würde. Fliehen war also sinnlos. Da sie keine Lust darauf hatte, weiter mit den Mikaelsons zu interagieren, war sie in dem Zimmer geblieben, was aller Anschein nach Kols war. Das war nicht schwer zu erraten gewesen, wenn man den Urvampir ein bisschen kannte. Als es so spät war, dass sie sich sicher war, dass ihr Ehemann nicht zurückkommen würde, hatte sie sich in das Bett gelegt, dessen Lacken nach Kol rochen. Ihr Tag hatte damit geendet, dass sie sich vor lauter Frust, Wut und Hilflosigkeit in den Schlaf weinte. Dies war wohl auch der Grund, weshalb ihre Augen immer noch verweint waren, als sie aufwachte. Sich ihre blonden Haare aus dem Gesicht streichen, richtete sie sich langsam auf. Sofort bemerkte sie die Person, die in dem Sessel vor dem Kamin saß. Die blonden Haare waren hochgesteckt und an ihrem Körper hing ein elegantes Kleid. Bei dem Anblick brodelte Wut in Theresa hoch. Sie hatte wirklich gedacht, dass Rebekah Mikaelson ihre Freundin wäre. Bis diese mit angesehen hatte, wie Kol ihre Eltern umgebracht hatte. Von Klaus hatte sie nicht anderes erwartet, aber von Elijah und vor allem von Rebekah schon. Sie war so enttäuscht von ihrer Schwägerin, auch 336 Jahre später.
„ Was tust du hier?“, fragte sie die Blondine grob, anstatt einer Begrüßung. Die Urvampirin sollte bloß wissen, wie sehr Theresa sie hasste.
„ Ich wollte erst nicht glauben, als Kol meinte, dass du da wärst. Ich dachte, es wäre eine Einbildung von einem immer noch trauernden Mann. Immerhin hast du sein Herz gebrochen, als du deinen Tod vorspieltest. Aber hier bist du.“ In Rebekahs Stimme schwang keine Freude mit und auch von ihrem Gesichtsausdruck war schwer abzulesen, was sie dachte. Freute sie sich Theresa wiederzusehen? Zu wissen, dass ihre Schwägerin noch am Leben war? Es war unmöglich zu sagen.
„ Warum bist du vor damals einfach verschwunden? Wieso hast du mir nicht Bescheid gesagt? Ich habe gedacht wir wären Freundinnen, aber da habe ich mich wohl geirrt.“ Ungläubig blickte Theresa Rebekah an. Ihre Schwägerin hatte wirklich gedacht, dass sie Freundinnen gewesen waren? Wieso hatte sie ihr dann nicht geholfen? Wieso hatte sie tatenlos danebengesessen während Kol ihr Leben zerstört hatte? So etwas taten Freundinnen nicht. Freundinnen ließen nicht zu, dass der Bruder die Eltern der anderen umbrachte. Vor allem nicht vor ihren Augen und an ihrem Hochzeitstag. Aber dieser Tag war schon von der Tatsache zerstört gewesen, dass sie gezwungen worden war, dieses Monster zu heiraten.
„ Aber ob Freundinnen hin oder her, ich will immer nur das Beste für dich, für dich und meine Familie.“ Verwirrt, was sie davon halten sollte, blinzelte sie Rebekah an. Die Wut, die sie für die Urvampirin empfunden hatte, war wie weggeblasen.
„ Und ich tue auch das hier nur, weil es das Beste für dich und Kol ist.“ Bevor sie nachfragen konnte, was Rebekah damit meinte geschweige denn reagieren konnte, stand ihre Schwägerin vor ihr.
„ Du wirst Kol eine Chance geben“, manipulierte sie Theresa, die auf das nicht vorbereitet war. Verdammt nochmal, sie wusste nicht mal, dass Vampire andere Vampire manipulieren konnten.
„ Und du wirst vergessen, dass ich dich jemals manipuliert habe“, fuhr Rebekah mit einem entschuldigenden Gesichtsausdruck vor.
„ Ich werde Kol eine Chance geben und vergessen, dass du mich jemals manipulierst hast“, wiederholte sie die Worte, die einfach ihren Mund verließ. Sie hatte keine Kontrolle darüber. Sie war wie Wachs in Rebekahs Händen. Ein breites Lächeln breitete sich auf den Lippen der hübschen Vampirin aus.
„ Willkommen zurück in der Familie, Theresa.“
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