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Dysfunctional

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
13.06.2017
19.04.2021
29
36.675
19
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
20.11.2020 1.402
 
Ihre Hände auf ihr blutüberströmtes Kleid drückend, stolperte das junge Mädchen schwer atmend, durch den Wald. Sie konnte spüren, wie immer mehr dickflüssiges warmes Blut durch ihre Hände sickerte. Sie konnte spüren, wie sie immer schwächer wurde, wie sie langsam starb. Über eine Wurzel stolpernd, die sie nicht gesehen hatte, fiel sie der Länge nach hin. Unter ihr sogen sich die Laubblätter mit ihrem Blut voll.
Sie wollte einfach nur noch liegen bleiben und ihre Augen schließen. Sie war so unendlich müde. Aber sie war noch nicht weit genug weg, sie musste weiter, wenn sie keine Ewigkeit mit ihm verbringen wollte. Sich schwerfällig aufrappelnd, drückte sie ihre beiden Hände auf ihren blutenden Bauch. Dort klaffte eine Stichwunde, eine sehr stark blutende Stichwunde. Eine Stichwunde, die ihren Tod bedeuten würde. Sich nicht umschauen, nicht zurückschauen auf das Leben, welches sie hinter sich ließ, setzte sie ihren beschwerlichen Weg durch den Wald fort. Das Laub raschelte unter ihren Füßen, während sie sich zwang einen Fuß vor den anderen zu setzten. Sie konnte spüren, wie sie die Lebensenergie mit dem Blut aus ihrem Körper gespült wurde. Aber sie zwang sich weiterzulaufen. Dabei war doch alles, was sie wollte, ihre Augen zuzumachen und die Dunkelheit zu begrüßen. Jedoch würde sie das tun, würde sie nie wieder aufwachen.
Ein weiteres Mal verfing sich ihr Fuß in einer Wurzel, ein weiteres Mal fiel sie auf den Waldboden. Doch diesmal hatte sie keine Kraft mehr aufzustehen. Sie schaffte es gerade noch, sich auf den Rücken zu drehen.
Mit flatternden Liedern sah sie zu den Sonnenstrahlen, die durch das Blätterwerk brachen und es etlichen Grüntönen schimmern ließen, genoss ein letztes Mal das Kitzeln der Sonne auf ihrer Haut. Das letzte, was sie hörte, war das fröhliche Zwitschern von Vögeln und das beruhigende Rascheln der Blätter im flauen Wind, dann versank die Welt um sie herum in Dunkelheit. Dann schlug das Herz von Theresa Mikaelson ein letztes Mal, bevor es für immer aufhörte.

Nach Luft schnappend setzte sich Theresa auf. Panisch blickte sie sich um, bis sie sich erinnerte, was passiert war. Sie war blutend durch den Wald gerannt, bis sie gestorben war. Jetzt befand sie sich in einem kleinen Haus, welches nur ein Zimmer besaß. In der einen Ecke stand das schmale unbequeme Bett, auf dem sie saß. In der Mitte des Raumes befand sich ein Tisch und wie magisch wurde ihr Blick von der Schlüssel auf diesem angezogen. Sich von der Matratze drückend, stolperte sie auf das andere Möbelstück zu.
Der Geruch, der von der Schale ausging, war himmlisch. Sie musste nicht mal hineinsehen, um zu wissen, was drinnen war. Bisher war alles nach dem Plan verlaufen. Sie war mit Rubens Blut im Körper gestorben und war jetzt in der Verwandlung. Da sie nicht mehr im Wald lag, hatte Ruben sie wohl gefunden und sie zu diesem Haus gebracht. Noch vor wenigen Wochen hätte sich das junge Mädchen niemals vorstellen können, dass sie sich über diese Tatsache freuen könnte. Dass sie sich darüber freuen würde, in der Verwandlung zu einem Monster zu sein. Aber es war der einzige Weg um Kol zu entkommen, ohne wirklich zu sterben. Man musste eben Opfer bringen, um an sein Ziel zu kommen.
„ Du bist wach“, eine weitere Person betrat den Raum. Sie brauchte einen Moment um zu realisieren, dass es sich bei dieser Person um Ruben handelte.
„ Es ist alles bisher nach Plan verlaufen. Die Quelle des Blutes ist wohl auf und erinnert sich nicht daran. Niemand wird erfahren, dass wir hier waren.“ Zufrieden nickte Theresa, bevor sie die Schale mit beiden Händen umfasste. Sie hatte so Durst, es fühlte sich so an, als würde ihr ganzer Körper in Flammen stehen. Einfacherer wäre es gewesen, wenn Ruben einfach einen Menschen besorgte, den sie aussaugen würde. Aber hätten die Mikaelson die blutleere Leiche im Nachbardorf gefunden, hätten sie eins und eins zusammengezählt. Sie wären auf die Schlussfolgerung gekommen, dass Theresa doch am Leben sein könnte, wenn man den Zustand als Vampir so nennen konnte.
Die Schale an ihre Lippen führen, trank sie den Inhalt hastig auf. Dabei achtete sie darauf, dass sie keinen einzigen Tropfen der wertvollen und lebenspendenden Flüssigkeit verschüttet. Doch als die Schale leer war, hatte Theresa immer noch Durst. Das Brennen in ihrer Kehle war noch nicht weg. Das hätte sie im Voraus nicht erwartet.
„ Ich will mehr“, fauchte sie und die dunklen Venen traten unter ihren Augen hervor. Beruhigend  hob Ruben seine beiden Hände.
„ Eins nach dem anderen. Erstmal ziehst du dich um, wir entsorgen deine alte Kleidung und dann hauen wir von hier ab. Danach bekommst du mehr Blut.“ Unzufrieden blickte sie den Schwarzhaarigen vor sich an. Sie hatte jetzt Durst, sie wollte jetzt Blut, nicht später. Aber auch sie musste einsehen, dass jetzt diesem Verlangen nachzugehen ihren ganzen Plan gefährden würde. Das konnte sie sich nicht erlauben. Würde Kol sie jetzt erwischen, wäre sie zu einer Ewigkeit mit ihm verdammt. Dann wäre der Tod wirklich ihr einziger Ausweg. Jedoch anstatt nach dem Kleiderbündel zu greifen, welches Ruben ihr hinhielt, griff sie nach dem Holzstück, welches auf den Tisch lag. Bevor er reagieren konnte, hatte sie es ihm schon mit ihrer neugewonnenen Geschwindigkeit ins Herz gerammt.
„ Entschuldigung, aber das musste sein“, lachte sie, während sie mit ansah, wie sein Körper zu Boden fiel und ergraute. Sie hatte nie vorgehabt, ihm am Leben zu lassen. Es hatte schon die ganze Zeit zu ihrem Plan gehört ihn hier und jetzt zu töten. Denn wenn Ruben urplötzlich von der Bildfläche verschwand, würde das nur die Aufmerksamkeit der Mikaelsons erregen. So aber würden sie annehmen, hatten sie erstmal Rubens Leiche gefunden, das Theresa im Wald ermordet worden war und Ruben die Mörder gesucht hatte, die ihn dann auch zur Strecke gebracht hatten. Jedenfalls hoffte der Jungvampir, dass sie auf diese Schlussfolgerung kommen würden. Immerhin war es logisch. Ihr blutiges Kleid gegen das neue Kleid wechseln, warf sie ihre alten in den Kamin und zündeten sie an. Sie wollte keine Spuren hinterlassen, außer Rubens Leiche. Ohne Bedauern, es hatte so passieren müssen, sah sie kurz auf den toten schwarzhaarigen Vampir. Es war seine eigene Schuld. Hätte er sie nicht an ihrem ersten Fluchtversuch gehindert, wäre es niemals so weit gekommen. Er und ihre Eltern wären noch am Leben. Er hatte es sich also selbst zuzuschreiben. Ohne sich ein letztes Mal umzuschauen, ließ sie das Haus und ihr altes Leben hinter sich. Ihr nächstes Ziel war es, ihre Geschwister wiederzufinden. Aber das würde sich schwerer herausstellen, als Theresa jemals gedacht hätte.


Als Kol aus London zurückkehrte und von dem angeblichen Tod seiner Frau erfuhr, wollte er es nicht glauben. Er glaubte nicht, dass die Liebe seines Lebens einfach so Tod sein konnte. Wütend und verzweifelt strich er erst durchs ganze Land, dann durch den ganzen Kontinent, auf der Suche nach ihr oder ihren Mördern. Dabei hinterließ er eine Schneide an Leichen, egal wohin er ging. Später wurde vermutet, dass es ab 1565 eine große Pestwelle gab, die sich von England über ganz Europa ausbreitete. Sie kostete Millionen von Leuten das Leben. Manche der Menschen waren wohl wirklich an der Pest erkrankt, der Großteil von ihnen starb aber durch die Hand eines verzweifelten und trauernden Vampirs.
Als zehn Jahre vergangen waren und Kol noch immer keine Spur, weder von Theresa noch von ihrem Mörder, fand, zwangen ihn seine Brüder aufzugeben. Was aber noch lange nicht bedeutete, dass er die einzige Frau vergessen würde, die er jemals wirklich geliebt hatte, die Frau, die ihm mit seinem Tod das Herz gebrochen hatte. Mit Theresa war ein Teil von Kol gestorben und erst als er sie verloren hatte, wurde ihm klar, wie sehr er sie geliebt hatte. Sein Herz würde bis in alle Ewigkeit gebrochen bleiben.



Wow wer hatte das gedacht? Damit haben wir einen Abschnitt der Geschichte offiziell geschafft und nach diesem Kapitel gibt es einen großen Zeitsprung.
Ihr seid wirklich die besten Leser, die ich mir wünschen könnte! Noch eine Empfehlung und zwei neue Rückmeldungen, ihr seid wirklich so gut zu mir.  Bitte weiter so, ich freue mich über jedes einzelne Review wahnsinnig und mich interessiert eure Meinung zur Geschichte wirklich sehr. Außerdem stehe ich gerade ein bisschen auf den Schlauch und wollte euch fragen, wie stellt ihr euch vor, dass Kol Theresas Vergebung erlangt, nachdem er ihre Eltern getötet und ihr das Leben zur Hölle gemacht hat? Denn soviel kann ich vorwegnehmen, Kol und Theresa werden sich wiedertreffen, ob sie wollen oder nicht.
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