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Dysfunctional

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Elijah Mikaelson Kol Mikaelson Niklaus "Klaus" Mikaelson OC (Own Character) Rebekah Mikaelson
13.06.2017
19.04.2021
29
36.675
19
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22.08.2020 1.062
 
Am nächsten Morgen wachte Theresa nicht in ihrem Zimmer auf. Sie brauchte einen Moment um zu begreifen, dass sie in Kols Bett lag. Aber zum Glück war keine Spur von ihrem Ehemann zu sehen und sie trug noch ihr blutiges Brautkleid. Schon vom bloßen Anblick wurde ihr schlecht. Auch erinnerte sie sich bei dem Anblick des Blutes an alles, was gestern passiert war. An den körperlosen Kopf ihres Vaters, an den Schrei ihrer Mutter, an das Blut, an den Tanz und an den Biss. Schluchzend rollte sich Theresa in einen Ball zusammen. Ihr Leben hatte offiziell seinen Tiefpunkt erreicht, es konnte nicht noch schlimmer werden. Sie war mit einem Monster verheiratet, das ihre Eltern getötet, sie zum Tanzen gezwungen und sie danach gebissen hatte. Wenn sie es nicht schon davor getan hätte, würde sie ab gestern Kol für immer und ewig hassen.
Am liebsten wäre sie länger liegen geblieben, hätte sich die Seele aus dem Leib geweint, doch sie konnte es nicht. Sie konnte sich nicht in diesem Raum aufhalten, dieser Raum, indem Kol, trotz seiner Abwesenheit, so präsent war. Das Bett roch nach ihm, ein paar seiner Klamotten lagen über einen Stuhl und auch sonst jeder Gegenstand erinnerte sie an ihren Ehemann. An den Mann, den sie für immer hassen würde. Der Mann, der sie zerstört hatte. Schwerfällig erhob sie sich von der Matratze. Noch nie in ihrem Leben hatte sie sich so müde, so fertig gefühlt. Er hatte eindeutig zu viel Blut genommen, als gut für sie war und anstatt ihr im Gegenzug etwas von seinem Blut zu geben, ließ er sie leiden. Aber sie war froh darüber. Das bedeutete, dass nicht die Möglichkeit bestand, dass sie ein Vampir werden würde, wenn sie starb. Tod war sie eindeutig besser dran, als als ein Vampir.
Scharf zog die junge Frau die Luft ein, als ihr Blick kurz auf ihr Spiegelbild fiel. Sie sah aus wie eine Leiche. Ihre Haare standen wild ab, sie hatte die dunkelsten Augenringe der Welt, ihre Augen waren voller Weinen rot und verquollen, das weiße Kleid war von Blut besudelt und neben den Bissspuren an ihrem Hals, klebte dort auch getrocknetes Blut. Sie sah ebenso zerstört aus, wie sie sich fühlte. Schuld daran war nur ein Mann, Kol, und er würde dafür büßen. Das schwor sich Theresa.

Lange hatte sie darüber nachgedacht, was sie tun sollte, wie sie ihre kleinen Geschwister vor ihrem Psychomann beschützen konnte. Sie hatte lange nichts getan, außer in ihrem Zimmer zu liegen und während sie darüber nachgrübelnd an die Decke starrte. Aber nun hatte sie eine Idee und wirklich niemand würde sie davon abhalten könne. Vor allem nicht jemand von ihrer neuen kranken Familie. Am meisten fühlte sich Theresa von ihrer Schwägerin, Rebekah, betrogen. Sie hatte doch wirklich gedacht, dass sie Freundinnen wären. Wie naiv hatte sie bloß seien könne? Eindeutig waren sie keine Freunde. Sonst hätte ihre Schwägerin etwas unternommen, als Kol ihre Eltern umgebracht hatte. Sie hätte nicht danebengesessen und hätte es tatenlos mit angesehen. Sie würde es der ganzen Mikaelsonfamilie nicht verzeihen, dass sie es einfach mit angesehen hatten. Eindeutig mochte Theresa ihre Urvampire am liebsten mit einem Dolch in der Brust.

„ Mylady, was tun Sie hier?“ Überrascht sah Ruben auf, als sie ihn bei seinen Arbeiten im Pferdestall erreichte. Im Voraus hatte sie sich umgezogen, gesäubter und ihre Haare geordnete, sodass sie so liebevoll wie sonst auch, aussah. Denn Biss hatte sie leider nicht überdecken können. Aber das hatte sie nicht vor. Das zeigte allen nur, dass sie Kol überlebt hatte, bisher jedenfalls.
„ Tatsächlich habe ich dich gesucht.“ Strahlend lächelte sie ihn an, obwohl sie ihm am liebsten ihre Faust ins Gesicht gerammt hätte. Sie hatte nicht vergessen, dass es Ruben gewesen war, der ihre Flucht verhindert hatte. Hätte er es nicht getan, wäre sie jetzt nicht hier und ihre Eltern wären nicht tot. Jetzt konnte sie aber nichts mehr dagegen tun. Aber sie konnte ihre kleinen Geschwister retten, deren Schicksal war noch nicht entschieden.
„ Ich wollte Ihnen noch meine Glückwünsche für die Hochzeit mit Lord Kol aussprechen und mein Beileid für den Tod ihrer Eltern.“ Er wusste also Bescheid, das machte alles um einiges leichter. Um so viel leichter.
„ Dann weißt du sicherlich auch, weshalb sie gestorben sind.“ Das Lächeln war wie weggewischt von ihren Lippen. Er hatte auch Schuld an den Tod ihrer Eltern. Sie, ihre Eltern selbst, er und Kol waren schuld an dem, was gestern passiert war.
„ Es tut mir so leid, Mylady.“ Aufrichtig sah er sie an. Es wirkte auf Theresa so, dass es ihm wirklich leidtat. Das bedeutete aber noch lange nicht, dass sie ihren Plan überdenken würde, dass sie ihn nicht ausnutzen würde.
„ Zeig es mir“, forderte sie ihn mit einem diabolischen Lächeln auf den Lippen auf, welches sonst nur bei ihrem Ehemann zu finden war.
„ Was soll ich tun?“, fragte er ohne zu zögern. Zufrieden lächelte Theresa in sich herein. Er hatte angebissen- der Rest würde ein Kinderspiel sein. Einen Brief aus ihren Miedern ziehen, wedelte sie das Papierstück vor seinen Augen hin und her.
„ Ich will, dass du zu dem Haus meiner Familie gehst und der Haushälterin, dieses Schreiben gibst. Nachdem sie es gelesen hat, wird sie dich hereinbitten und ihre Eisenkrautkette abnehmen. Darauf wirst du sie manipulieren, spurlos mit meinen kleinen Geschwistern unterzutauchen mit dem ganzen Geld der Familie“, erklärte sie ihn ihrem Masterplan. Denn wenn Kol ihre Geschwister nicht fand, konnte er ihnen nichts antun. Wenn alles wie geplant lief, würde ihr Ehemann ihre Geschwister auch niemals finden. Niemand würde sie finden.
„ Noch irgendetwas Mylady?“ Er war es wirklich bereit es zu tun. Beeindruckend, wie Schuld sogar auf Vampire wirkte.
„ Ach ja, gib diesen Brief meinen kleinen Geschwistern.“ Theresa zog einen weiteren Brief aus ihrem Ausschnitt. Darin würde sie alles ihren Geschwistern erklären, wieso sie das alles getan hatten und auch was alles passiert war. Darin stand, was mit ihren Eltern passiert war und was ihr Plan für ihre kleinen Geschwister war. Darin stand, wieso sie dieses Monster, namens Kol Mikaelson, geheiratet hatte. Sie hatte es alles nur getan, um ihre Familie zu schützen. Vielleicht würden ihr Phillip und Emeline irgendwann mal vergeben können.
„ Ist mir dann verziehen?“ Noch lange noch nicht. Sie hatte noch große Pläne, was sie mit Ruben anfangen würde. Er würde ihr aber nur helfen, wenn er noch von Schuldgefühlen geplagt wurde. Nichtssagend, neigte sie gespielt nachdenklich ihren Kopf zur Seite. „ Vielleicht.“
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