Schuld

von Adee
KurzgeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12
Dr. Heinrich Faust
13.06.2017
13.06.2017
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Schuld

Nichts schonte meinen närrischen Geist vor der Verlockung. Jahrzehnte des Lebens nicht und meine ach-so gescheiten Studien in Philosophie, Juristerei und wie sie alle heißen ebenso nicht. Ich flog dem Bösen in die Arme wie einer dieser unreifen Jungspunde in ihrem liebestollen Wahn und wie ich den Vertrag besiegelte, verwandelte ich mich, Professor Doktor Faust, selbst in einen.
Ich wollte Gretchen, der Teufel gab mir sie, dieses wundervolle, unschuldige Ding. Ich wollte sie glücklich machen, das erzählte ich mir, ihr und dem schon bald erwartetem Kind.
Heutzutage verstehe ich: Das war eine Lüge.
Ich wollte mich beglücken.
Ich war Schuld an dem Tod ihrer Mutter, ihren Bruder hatte ich umgebracht, sie verlassen, unser Kind verloren.
Alles warf ich dem Teufel vor, ich hatte nur unter der manipulativen Hand des Bösen gespielt, doch, und dies hatte Mephisto längst erkannt, war und ist die erschreckende, monströse Wahrheit, dass dieses ganze Grauen... meine Schuld ist.
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