Wie du mir, so ich dir

von Nami-san
GeschichteAllgemein / P16
Ezarel Nevra OC (Own Character) Ykhar
13.06.2017
18.05.2019
10
31233
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Hallo ihr lieben Eldarya-Fans.  :) Da in dieser Kategorie noch so wenig ist und ich dieses Onlinespiel sehr mag, hab ich beschlossen eine Ezarel FF zu schreiben. Ich hoffe sie gefällt euch und dass ihr mir eure Meinung mitteilt. Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Lesen.  :) LG Nami





''Los! Schnappt sie euch! Sie darf auf keinen Fall entkommen!'' hörte ich meine Tante schreien,
während ich durch die Gänge des Palastes um mein Leben rannte. So schnell ich konnte, eilte
ich zu unserer Bibliothek. Die Wachen kommen bereits immer näher. Die Absätze meiner Schuhe
sind nicht gerade zur Flucht geeignet, besonders wenn die Flucht wie ein Ausdauerlauf ist.
Es blieb mir nichts anderes übrig, als sie unterwegs auszuziehen und wegzuwerfen um
schneller voran zu kommen. Als ich endlich die Bibliothek erreicht hatte, führte ich erstmal die
Wachen ein wenig in die Irre, bevor ich mich in die private Abteilung schlich, die nur
Mitglieder meiner Familie betreten dürfen, mithilfe eines Schlüssels. Hinter mir schloss ich rasch
ab, ehe ich mich zu den hinteren Regalen begab. Dort zog ich ein bestimmtes Buch heraus und
das Regal schob sich zur Seite. Damals hab ich mich durch die Geheimgänge gerne nach
draußen geschmuggelt, wenn ich eigentlich im Palast bleiben sollte. Nun verhilft es mir zur
Flucht. Still und leise lief ich den dunklen Gang entlang bis ich bei der Treppe ankam, wo
kleine Lichter mir den Weg beleuchten. Unter dem Palast endete die Treppe. Ein paar
Meter weiter stand an der Wand eine Leiter, die nach oben zu einer Klappe führt. Somit kam
ich in den Pferdestall. Überraschenderweise traf ich dort auf meine Dienerin und beste
Freundin Elise. ''Shinoa! Geht es dir gut?'' fragte sie besorgt und umarmte mich. ''Mir ist
nichts passiert, aber ich kann nicht mehr hier bleiben. Offenbar gibt meine Tante keine Ruhe
bis ich tot bin. Was soll ich nur machen. Ich hab keine Ahnung wo ich hin soll.'' jammerte ich
völlig ratlos. Elise löste sich von mir, packte mich an den Schultern und schenkte mir ein
aufmunterndes Lächeln. ''Irgendwo da draußen findest du sicher ein neues Zuhause.
Ich weiß du bist tapfer, also packst du das. Hoffentlich sehen wir uns eines Tages wieder.''
lächelte sie, dennoch kamen ihr die Tränen. ''Was soll ich nur ohne dich machen? Ich habe Angst.
Dort draußen bin ich denn ganz allein.'' schluchzte ich. Sie bitten mit mir zu kommen, kann ich
nicht. Sie hat immerhin ihre Eltern hier und einen kleinen Bruder. ''Du schaffst das schon.
Ich habe vorhin bereits mitbekommen, dass deine Tante dich sucht. Also hab ich ein paar
deiner Sachen, Geld und Essen in einen Rucksack gestopft. Deinen Gefährten hab ich dir
auch mitgebracht.'' sagte die braunhaarige Werwölfin. Sie drehte sich um, lief zu meinem Pferd
und holte aus dessen Stall Sakura, meinen Pimpel. Ich hatte sie so genannt, wegen der
Kirschblüten an ihrem Geweih. Wie ich sehen konnte, hatte Elise mein Pferd schon gesattelt.
Sie führte ihn in die Mitte, wo ich aufsteigen konnte. Mit dem Rucksack auf meinem Rücken
stieg ich schließlich aufs Pferd, dann reichte Elise mir Sakura. Mit einem Arm hielt ich sie fest
an mich gedrückt, während ich in meiner anderen Hand die Zügel hielt. ''Vielen Dank Elise.''
bedankte ich mich bei ihr. ''Du wirst mir fehlen.'' meinte sie. ''Du mir auch.'' gestand ich.
''Nun beeil dich. Bevor sie dich erwischen.'' trieb sie mich zur Eile und wischte sich die
kommenden Tränen weg. Die Werwölfin gab dem Pferd einen Klaps auf den Hintern und schon
lief es los. Im Galopp ritt ich durch die Stadt. Die Wachen versuchten mich aufzuhalten.
Der Ruf meiner Tante, welche wahrscheinlich auf dem großen Balkon steht, hallte durch
die Straßen. Das Tor passierte ich noch rechtzeitig bevor es sich schloss. Am Anfang des
Waldes wurde leider mein Pferd von mehreren Pfeilen der Schützen getroffen. Mit einem
Schmerzensschrei sackte es zu Boden. Zum Trauern blieb mir leider keine Zeit, denn ich
musste weiter. Nur noch Sakura ist mir geblieben. Mit ihr floh ich in den Wald. Ich ruhte nicht
eher, bis ich die Grenze meines Landes übertrat und weit genug davon wegkam.

Erschrocken fuhr ich hoch. Mein Gefährte hob erschrocken den Kopf und spitzte die Ohren.
Ich versuchte meine Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Nur ein Traum, es war nur
ein Traum. Zwei Wochen ist meine Flucht schon her und immernoch träume ich davon.
Wann wird das endlich aufhören? Beruhigend streichelte ich Sakuras Kopf. ''Keine Sorge.
Alles in Ordnung.'' murmelte ich. Seufzend stand ich auf. Köcher und Bogen schnappte ich
mir vom Ast, wo ich es aufgehangen hatte. Das war das Einzige, was ich für mich selbst
gekauft hatte. Den Rest des Geldes geb ich immer für Sakuras kostbaren Lotus aus. Viel
Maana und Goldstücke hab ich allerdings nicht mehr. Möglichst lautlos schlich ich durch den
Wald, auf der Suche nach Beute. Zwar hab ich nie genau eine Ahnung wo ich mich befinde,
aber ich hatte ja auch nie etwas anderes als mein eigenes Reich gesehen. Und eigentlich ist es
ja auch egal wohin ich gehe. Auf einer Waldlichtung entdeckte ich am Rande einen wilden
Gefährten, dessen Art mir nicht bekannt ist. Ich kletterte neben mir den Baum ein paar
Äste hinauf, da ich den Gefährten von dort besser sehen konnte. Ein junger Mann mit langem,
blauem Haar, die er zu einem herunter hängenden Zopf gebunden hatte, kam auf die Lichtung.
Er ging auf den kleinen See zu. Kopfschüttelnd wandte ich mich wieder meinem Ziel zu.
Ich muss mich konzentrieren, bevor es mit Gras fressen fertig ist und dann verschwindet.
Leider bringt es nicht die gewünschten Nährstoffe, füllt aber wenigstens etwas den Magen.
Außerdem kann ich mich nicht ständig von irgendwelchen Früchten ernähren, ich brauch
auch mal Fleisch! Also nahm ich einen Pfeil und spannte den Bogen an. Als ich mein Ziel
anvisiert hatte, vernahm ich auf einmal ein leises Knurren. Nur ein paar Meter von mir
entfernt, ist ein Blackdog hinterm Gebüsch versteckt, bereit den blauhaarigen Elf anzugreifen.
Dieser bemerkte scheinbar nichts, denn er füllte sich in aller Ruhe ein paar Reagenzgläser
mit Wasser. Wieso hab ich mir gestern nicht ein paar neue Pfeile geschnitzt? Der Blackdog
kauerte sich hin und sprang auf den Elf zu. Im gleichen Moment zielte ich auf ihn und schoss
den Pfeil ab. Er traf den Blackdog genau im Rücken, weshalb er vor Schock sich fallen ließ.
Erschrocken drehte sich der Elf um, während die Kreatur winselnd die Flucht ergriff.
In der Zwischenzeit kletterte ich vom Baum. Ich lief direkt auf den Mann zu. In der einen
Hand hielt ich meinen Bogen, die andere stemmte ich in die Hüfte. Sakura versteckte sich hinter
meinen Beinen. ''Ganz toll. Wegen dir habe ich meinen letzten Pfeil verschossen.'' meinte ich
schnippisch. ''Wie bitte?! Ich habe dich nicht darum gebeten mir zu helfen.'' sagte er empört.
''Hätte ich dir nicht geholfen, wärst du jetzt höchstwahrscheinlich tot. Wie kann man im
Wald nur so unachtsam sein?'' schüttelte ich den Kopf. ''Ich habe nichts gehört.'' gab er trocken
zurück. ''Vielleicht solltest du deine Ohren mal benutzen. Ein Danke wäre übrigens
angebracht, aber scheinbar hat dir das niemand beigebracht.'' meckerte ich ihn an.
Langsam kann ich mich nicht mehr auf den Beinen halten. Mein Magen knurrt auch schon
wieder. ''Hätte mich der Blackdog gefressen, müsste ich mir das hier nicht anhören.'' grummelte
er. ''Tse, pass nächstes Mal besser auf.'' sagte ich eingeschnappt und wandte mich zum
Gehen. So ein Idiot! Oder bin ich einfach nur so schlecht gelaunt, weil ich Hunger habe?
Wahrscheinlich liegt es daran und weil dieser Elf so unhöflich ist. Das muss es sein.
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