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Glaubst du noch an Wunder?

von Tooru Jun
OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Kagami Taiga Kise Ryōta
12.06.2017
12.06.2017
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Er zog an seiner Zigarette und stieß den Qualm über das Geländer seines Balkons, während er in den Abendhimmel sah. Es war noch nicht ganz dunkel. Der Himmel war gelb und dicker rötlicher Streifen zog sich über den Horizont. Er schloss gerade seine Augen und genoss die Stille bei einem weiteren Zug, als sich plötzlich zwei Arme um ihn legten.
"Wolltest du nicht aufhören? Du versaust dir nur dein hübsches Gesicht und das kommt als Model gar nicht gut."
"Machst du dir Sorgen um mich...oder um mein Gesicht?", fragte er, seine Augen immer noch geschlossen. Doch sein Freund ließ nur ein Seufzen heraus.
"Wann bist du nur so geworden? Ich habe das Gefühl, ich hab den Übergang nicht mitbekommen."
Der Blonde seufzte, bevor er die Zigarette ausdrückte und sich undrehte, um seinem Freund ins Gesicht zu sehen. Seine langen, dünnen Finger rannten durch die roten Strähnen.
"Es ist mein Bein...", hauchte er ihm entgegen.
"Aber nach dem Krankenhausaufenthalt warst du noch nicht so."
"Ich...hab versucht, glücklich zu sein. Aber wenn ich nicht mehr spielen kann,...was soll ich dann aus meinem Leben machen? Ich kann modeln, ja aber..."
Verzweifelt sah der Rotschopf seinen blonden Freund an. Er wusste nicht so richtig, was er tun sollte. Er verstand, wie schwer es für ihn war aber er wollte ihm gerne helfen. Doch wie sollte er das tun, wenn er nicht wusste, wie? Die Ärzte hatten gesagt, er würde wohl nie wieder spielen können.
Seinen eigentlich bereits Verlobten in den Armen haltend, sah er ebenfalls in den Himmel.
"Kise? Glaubst du noch an Wunder? Du hast es immer und vielleicht..."
"Was wenn nicht? Ich kann nie wieder rennen, nie wieder springen. Kann es noch schlimmer werden? Wenn ich dich irgendwann verliere, Kagami,...dann will ich sterben." Warme Tränen rannten ihm über die Wangen und wurden vom Shirt des anderen aufgefangen, in dessen Schulter er sein Gesicht vergraben hatte.
"Ich lass dich nicht alleine.", versprach der Rothaarige seinem Liebsten, bevor er seinen starken Arme unter seine Beine stützte und ihn hoch hob.
"Lass uns wieder rein gehen, ja?" Ja. Aber Kise konnte ja wohl kaum etwas dagegen tun, wenn er schon auf seinem Arm saß. Kagami setzte ihn auf ihrem Bett ab, da der Balkon direkt am Schlafzimmer lag, und schloss die Balkontür.
"Lässt du die Vorhänge noch auf?", fragte der Blonde, der nur in Shirt und Boxershorts auf dem Bett saß.
"Der Himmel sieht schön aus, nicht wahr?", stimmte der Tiger ihm zu und warf ein Lächeln nach draußen.
"Und...gibst du mir bitte die Salbe rüber?" Die Narben an seinem Bein waren noch deutlich sichtbar. Es war ein schlimmer Unfall gewesen, über den er lieber nicht genauer nachdachte.
Sein Mann nickte und nahm die Tube vom Tisch, auf dem der Fernseher stand und starrte auf das blinkende Telefon.
"Jemand hat angerufen?"
"Unbekannte Nummer...", murmelte der Andere.
"Aber...hast du die Mailbox nicht gehört?" Er nahm den Hörer in die Hand und hielt ihn an sein Ohr. Dann legte er ihn wieder ab, schmierte sich etwas Salbe auf die Hände und setzte sich neben seinen Freund, um sein Bein einzucremen.
"Wer wars?"
"Kuroko....er macht sich Sorgen um dich. Vielleicht sollten wir uns langsam mal melden."
"Vielleicht..."
"Ich ruf nachher zurück." Doch zuerst einmal drückte er das Model in die Matratze und legte sich neben ihn, genauer mit dem Kopf auf seine Brust. Wieder rannten die schlanken Finger durch die roten Haare.
"Wie kannst du mich nur immer noch heiraten wollen?" Ein leichtes Schmunzeln kam von leicht oberhalb Kagami's Kopf.
"Wie nicht?" Nun musste er selbst schmunzeln.
"So selbstsüchtig wie ich bin und jetzt...auch noch handicapped."
"Das bin ich jetzt seit mehreren Jahren gewohnt und ich hatte nie etwas dagegen. Und...das zweite...ist wohl eher ein größeres für dich, als für mich.  Du bist trotzdem noch genauso wunderschön."
Das Schmunzeln oberhalb wurde zum Kichern.
"Kagami-chiiii..."
"Du hörst wohl nie damit auf." Ein mit Schmunzeln unterlegtes Seufzen.
"Ich liebe dich."
"Ich dich auch."
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